Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 37 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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de« Ckfete» fege» sie auf ihre Stimme, darum sind sie verhasst." Auf gleiche Weise hören wir noch den OdencaMner von Praz, ^echiel Landau.Dir Borbeter, Chasc mm, begehe» große Thorheiten: um ihre Stimme hören z« Kisten, nerstümmän sie di« Eiloen, so daß man von ihnen feist Worte de« Gefeite-, aber dafür nur ihre Stimme hört." Salomo b. Aderet schreibt der Gemeinde in Hueska,") daß auf solche Borbeter der Bers anwendbar ist: „(£» erhebt gegen mich sein« Stimme, darum hasse ich e»!" Sehnlich hören wir später Ascher ben Jechiel in Toledo e« tadeln, daß man Borbeter anstelle, die nur ihre Stimme hören lassen wolle«, obgleich sie unwtirdig seien.") Al« ein fernerer Uebergriff wurde beklagt, daß die dichtenden Vorbeter eigene Zusätze zu Gebeten dichteten und dieselben mit einmischten. (Bcrach. jerusch. Abschn. 9. S. 12. — Midi. Schacher tob. Ps. 19. — Bgl. Höhnt Aruch s. v. siN). Deutfchkimd, Deutsch kaud üöer Alkes! Ihr wendet Eure Bildung an, um Ihn« und Altar. ' ' .bWoFl Julius Stettenheim läßt die Peitsche seiner Sotyre auf den Rücken brt ehemals unpartheiischen .Täglichm Rundschau" rirdersallen, die in ihrem Berichte über die Er thüllung des Helgoländer Denkmal» für Hoffman« von Fallersleben außer sich über den Festredner und Festdichter iit, daß dieselben tu n Diihter de« in der Ueberschrift genannten Gedicht« im Licht: der Einheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gezeichnet und gcpriesen haben. Der Satyriker schreibt: Beianntlch haben die Antisemiten da« Lied Hosmann's .Deutschland, Deutschland über Alle«" zu chrem Br ndeSlied verdammt. Wenn Ahlwardt einen Wechsel nicht bezahlen kann und nicht eher au« des Teusel« Küche sprmgt, bi» daS Geld im Teller klingt, dann wird daarme Lied angestimmt, und lvenn morgen Herr Förster die Juden warnen wird, wenigstens während der Herrschaft der Cholera fein Blut uvabgekocht zu genießen, so wird diese vom hygienischen Standpunkt so wichtige Red« ganz gewiß mit dem Hoffmann'jcken Liede geschloffen werden. Die .Tägliche Rundschau" tat eS daher für höchst unpaffend gehalten, daß di« Redner, welche bei der Enthüllung de« FallerSleben-Denkmal« daS Wort ergriffen, — Fischer-Gera und Rittershau» — keine Judenhetze angestellt haben. Man kennt aus Heloland außer der Seehundsjagd und dem Fischfang üderupt keinen Sport, und damit ernähren sich die Helgoländer so reichlich, das, sie auf Tellersammlungen und ähnliche niedere Jagd auf Nickel, wie sie von den Ahlwärdtern getrieben wird, nicht angewiesen sind. Darüber sträubt sich das .unparth.'iische" Haar der .Täglichen Rundschau" und sie ist ganz aas dem Rrdaktiönchen. Sie klagt die Redner ganz offen des MeuchrlphilosrmitiSinu« an und sagt so böse Dinge van den Juden, daß fein Hund «in Stück Inserat oder Abonnement von ihnen annehmen kann. Ja, die Hunde haben Charakter, der weder von der Politik, noch von der Unparteilichkeit der .Täglichen Rundschau" verdorben worden ist. E» giebt aber Blätter, die von den Juden Abonnement» und Inserate annehmeu und sie dabei anbellen und beißen. Da« finde ich nicht hübsch. Entweder — oder, afet nicht: Entweder und oder. Da,» würde mir allerdings sehr gefallen, wenn rin geaicht autisemilijches Blatt zu den jüdischen Inserenten sagte: .Ich nehme Cure krummlinigen Annonce« nicht aus, weil Ihr mir Hilfe derselben das Volk aussaugt l" und zu den jüdischen Abonnenten:- .Ihr bekommt da» Blatt nicht, denn Ihr seid nicht wenh, daß man Euch die schönen Artikel in- Hau» liefert. Auch werdet Ihr dadurch nur noch gebildeter und »Ntngrabenl" Da» wäre ei«e ehrliche Feinds aber vorne schreck: .Kaust nicht bei lZuoen i" und fMifai für Inserate jüdischer Kaufleutr vermiet het. der entweder einen bösen Mund oder eine» niederträchtigen RI und in der Mitte ist jedensall» ei» ganz un« Wir sehen in Berlin Junge« mit lockenden Plakaten umherlaust«, durch welche da» Publikum zu irgend einem Ti« tangel eingeladen wird. Wenn nun rin solcher Junge fö während schreien würde: .Geht um Gotte» willen nicht diesen Tingeltangel, denn da werden Euch für Euer sauere erworbene» Geld miserable Leistungen geboten, gefälschte I _ tränke gereicht und Eure guten Sitten ruinirtl" ganz gechMr würde kein Tingeltangel-Direktor einen solche« MoralprrdigS wieder «ngagiren und bezahlen. Aber der Inserent iüdischeas Glauben» trägt sein« Annonce tauben Ohrzu dem anti semitischen Plakal1rager> und bezahlt ihm jede Zeile deren Raum auf dem Rücken theurr und baar. Und so la man von den Juden ungefähr daffelbe sagen, «a» Goethes von den Frauen sogt: «eh' km Juden zart »atotatn, Du gcRrtmtfi sie, auf mein iSotf, Uud wer sie »erfolgt vermegen, tlommt vielleicht noch bester fort Doch da» Blatt, du» sie »it Schlä Maltritttrt, wlrb atonnirt Uud tu km wird infetiit. stllge« Jta» dem Sprxchschatz de» Tuümro. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Herrsch« So giukt Festesjubel in Herz uud Hau», i* guckt auch di« Freud« zum Fenster heraus. Rah« Dir der Tod et» «raute« Sh'gesihrt, Da» Lebe»« Last und Lust mit Dir getragen. Gleichst jenen Aermfte» Du, tu teer» Lagen ~ e Leu- Der Lempel Salomooil ward zerstört. Hast Du gut Wert zur Hand geuomueen, Such' auch damit zu Stand zu kommen. . ' Wer seine» Weibe» Herrschaf! duldet, Wer eigen« Kuechtschast selbst verschuldet, Uud ohne Zeuge» Geld verleih!, — Den hört »Ichr Gatt, auch wen» er schreit Wer sich aus zwei Eseln zuglelch will wiegen. Kommt zwischen beiden leicht zu liegen. Ritths»l'A«fgaAe. Deutsche» Mörterrätysek. Bo» 0. 1« R. Der uorttc Hinter'm erste» steht, Sie Ihr e« auch beim Metzger seht, vereint trifft seiner Rebe Ps-il Biel tirftr noch ai» Axt und veil, Wenn von der Zunge er geschnellt, Der vosheit schwarze» Piaa zerschellt. Wer kennt ihn nicht, den Ehrenmann, Dkß Lleve stolz sich tühmen kan»? AuflSsuug de» Aäthsek» i» Voriger —) Roda dtjehuda Xesp. L ", Re.p ButMch. Arwch (talnxb. Lexikon), Sptu^u, (TjTijjp gesegnet). . ' «Rfer M Btmtmrtl.RtkatiraiOr. Uuhmer, «a*itk«9. Druck uaaveabix »Huhu (srthrrD.