Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 37 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Henmlgeoebr» om Dr. «. Rllan tn Megdeburg I« Pckchßtümnl -eithmlß str tte i-ncktistze -Mir. . Dt« Väter. Et»« ErzLhIu»« von I. H«r»berg. (Forts.) — D«r Vorbeter. Et«« k»lturhlstortsche Gkizze von Landrobb. jUpfllt; Dr. Hamburger ^Ewüt^Nttttb.). — .Deutschlaad, Drutschlaud »brr Alles." — Lu» dr« Gpruchschatz dk« Talmud. — tll»bes»«trr »achdrm» «H kM«»i ist MUrrlcgt.) JHe Sch»kd der Wäler. Et«« Erzählung von I. Herzberg Nj Y. Im vornrhmstrn Stadtviertel H.'«. am Schiffgraben, befand sich di« Privat»rhaung de- Fabrikbesitzer« Emil Friedheim. Da« größte unter den villenartigen Gebäuden, die jene Straße zierte», war Friedheim« Eigenthum Bor etwa vier Jahren war e« von ihm erbaut worden, und e« zeugte in seinem Äußeren schon von dem geläuterten Geschmack seine« Besitzer«. Hier in seinem trauten Heim am Echiffgrabeu weilte Friedheim gern, denn hier genoß er, fern von allen geschäftlichen Dingen, mit Behager, di« süßen Freuden eine« herrlichen ^Familieoläen«. Gar schwer hatte er kämpfen müssen, bi« er errungen, wa« er jetzt sein Eigen nannte. Bor etwa zwölf fahren war er noch vollstündig mittellos gewesen. Da» Ein« : wa« er besaßt war snne geschäftliche Routine, und die lltzung und Liebe de«jruigen. in dessen Dienst er stand. ian«gesetzt war sein Streben darauf gerichtet, sich selbständig zo machen um seine Fähigkeiten und Kenntnisse in eigenem Nutze» verwerthea zu künr e», aber eben der Mangel an den erforderlichen Mitteln ließ ihn nicht zur Berwirllichung seiner Wünsche komme«. Sein damaliger Prinzipal, der ein bedeutende« Produktengeschäst besaß, war reich. Er hatte eine einzige Tochter, di« aber, al« Friedheim in seinem Geschäfte thätig gewesen war, außerhalb de« Hause« in einer Pension .sebtr Friedheim trachtete darnach, möglich «ine reich« Partie erlangen, aber stet« naren e« unzulänglich« Mutcl, di« al« dem selbst WitnUosen, dargebolen waren, und er Ise nun einmal ei« Geidparthie machen, durch welche ihm Erfüllung leine« heißiftrn Wunsche» in sichere Aussicht »stellt war. Eine solche Parthie stand mit seinen Anschauungen »ftü«wkg» im Einklänge irud da ein« sogenannte Neigungspartie ihn an daei schule Ziel nicht geführt hätte, so kostete e« ihn Ueberwindung, seine eigerttlichen Anschauungen zu verea. -I« jeneu Tagen hatte ihm der Schadchen Aron Josephen, dessen Bekanntschaft auch wir bereit« gemacht haben, : versch«ebensten Bopschläze gemacht, -einer derselben konnte ilnen Beifall finden. De war ihm die Hand Martha Roh- . angetragen worden, i:iii welche er eine tiefere Zuneigung »r er aber noch nicht näher geirrter war. Er hatte dem Baker Martha Rohberg« m rexem geschäftlichen gestanden, wobei er de« Oesterea im Rohoerg'schen HNüte »ob dir Tochter erblickte, die bald sein lebhafte« erregt hatte. :«« war zu kriunc weiter« Annäterung gekommen. ,od feiner Rehnmg liebte einen linderen; er ward ' ' «umstanden bäite, ihr die Hand . die einzige Tochter es««- w^slhabenden Manne« außerdem ein hinreichende» Bermvgen zugeführt habin würde. Seltsam, heute war er an diejenige erinnert worden, die plötzlich spurlo» verschwunden war. Ein liebliche» Knabe ncngesicht mit .ihren" feurigen Augen war auf ihn so treuherzig gerichtet gewesen, und lebendig war die Bergangenheit vor sein geiliiges Auge getreten!- Ob er .ihr" Knabe gewesen, den er geschaut; ob .sie" in so ttrft Roth gesunken, die dieser geschildert??- Er wußte e» noch nicht, aber heute wollte er sich davon überzeugen. Und wenn sie e« in der That war?? Wie schwer lastete dieser Gerank: auf seinem Herzen heute, da er schon längst ein andere« Glück gefunden. Und denn"ch-! Ja, da« Glück »vär ihm bald nach dem Verschwinden derjenigen, die seinem Herzen so nahe gestanden, hold gewesen. Hulda Forbach, die liebreizende Tochter seine« Prinzipal», war heimgekehrt aus der Pension. Sie sollt« nunmehr beständig in der Rühr ihre« betagten Bater» weilen, um diesem seine Lebenslage zu verjchü.ren. In ihr war dem alten Manne, dem vor zwei Jahren da« geliebte Weib durch den Tod entrissen worden war, eine zwei« Lebenssonne strahlend und erwärmend eufgtgangen. Aus dem unentwickelten Mädchen war jetzt eine herrliche, in jugendlicher Schönheit und Frische prangende Jangftau erstanden Friedheim war bezaubert von ihrem ersten Anblicke und jene« Bild, da» lange in seinem Herzen tief sich tingegraben hatte, begann immer mehr ourch ein neue« verwischt zu werden. Er hatte r» aber nicht gewagt, die Hand nach einem solch' kösttichen Kleinode auSzusttecken. zumal e» seinem Herrn gehörte. Da war es ihm eine» Tages durch unzweideutige Anzeichen zur Gewißheit geworden, daß Hulda ihn liebe. Es war zu einer Verständigung gekommen und der Bater sträubte sich nicht, dem Wunsche der Liebenden Gehör zu schenken, da Frredhclm sein volles Vertrauen besaß.- So war denn sein Glück begründet worden; denn c~ hatte nicht allein «in geliebte« Wesen errungen, dem er feine ganze jugendliche Lieb« zuwenden konnte, und bei d.m er cim herzlich«, tiefe Gegenliebe fand, — sondern er erlangte dabei auch bedeutende Mittel. Nur kurze Zeit erfreute sich der Vater de« Glücke« seiner Kinder; eine schwere Krankheit raffte ihn dahin. Nun gab Friedheim da» bisher geleitet« Geschäft auf und zog nach der Residenzstadt H. Hier bot sich ihm bald eine Gelegenheit, die Papierfabrik Herrenhos auzukaufen. Jetzt vermochte er seine hochgchenden Pläne zu verw rklichen, wozu ihm sein Schwiegervater die Mitttl in reichlichem Maaße yinterlassen hatte. Ader auch ein seltene« Familienglück war ihm bescheert. Im trauttn engsten Familienkreise erwuchsen ihm die süßesten Freuden. Sein geliebte« Weib batte ihm zwei herzige Kinder geschcukt Sein zvklkjährizer Sohn Hugo und sein zchnjährtßeß Töchtrrcken Er«vssreu der Stolz seine« Alben«. S» war« '"ükLK.WU $yj|® um*