Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 33 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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wie nahe die Pflicht zur Erhaltung desselben geboten und unS am lZerze» liegt, und wenn auch mit Beschränkung, ta* haben feit mehr als zwanzig Jahren die Konferenzen ber iSr. Lehr«' Rheinlands und Westf.fattfam bewiesen. Denn da» ursprüngliche Bibelwort ist unsere geistige Heimstätte. — die unS überall zu achtbaren und vaterlandStreueu Bürgern macht, es ist daS Mark, aus dem wir die straft zum edlen Menschen! hume ziehen. Ein Lehrer, der auS dieser Quelle geschöpft hat und schöpft — und daS hat jeder iSr. Jugendlehrer, — der kann nicht die Axt an das Judenthum legen, er wird sich hüten Material zum Zimmern der Brücke für die Fahmnflucht derer herbeizutragen, die sich der Nährmutter vielleicht schämen; er wird sich bedenken, in das Berbannungsarteil gegen das tiefinnerliche Bibelwort in Schule und Synagoge einzustimmen. fir wird zu erhalten suchen, so viel die Umstände und seine Kräfte es erlauben. Und wenn er zur äußersten Beschränkung im Jugendunterrichte gezwungen ist, so dürste ihn lebhaft die Frage beschäftigen: Wie kann der Lehrer zur Erhaltung des Hebräischen, zur Belebung des Sinnes für dasselbe (etwa auf dem Wege zur Bereinsbrldung) beitragen, damit in straft bleibe das Wort der Propheten: „Meine Worte, die ich dir in den Mund legte, sollen nicht weichen aus deinem und deiner Nachkommen Munde — spricht der Herr — von nun bis in Ewigkeit!" Air Kxtdeckxsg Amerika'» «ad die Jude«. Das vierte Eentenarium der Entdeckung Lmerika'S durch LolumbuS, welches in den Bereinigten Staaten Amerika'-, in Spanien und anderen Ländern in großattiger Weise gefeiert werden wird, hat auch ein besondere» jüdische» Interesse. Als ColumbuS seinen Plan zur Entdeckung des Seeweges nach Indien durch eine Fahrt nach Westen — auf welchem Wege er durch Zufall die neue Welt entdeckte — dem König Johann von Portugal vorlegte, übergab diestr denselben seinem jüdischen Asttonomen Joseph Becinho zur eingehenden Prüfung und fand der Plan auch dessen ungetheilteo Beifall. Auch daS von Becinho erfundene nautische Astrolabium hat nicht wenig dazu beigetragen, daß Basco de Gama und Christoph ColumbuS ihre weltberühmten Reisen zur Ausführung bringen konnttn. ES ist ferner bekannt, daß in der Reiiegesellschaft des Co» lumbuS sich zwei getaufte Juden befanden, welche durch ihre stenntniß der über die ganze Erde verbreiteten hebräischen Sprache sich den Eingeborenen am leichtesten verständlich machen tonnten (?). — Endlich ist der oft erwähnte Umstand, daß im Jahre 141)2, als ColumbuS Amerika entdeckte, die Juden auS Spanien vertrieben wurden, allgemein bekannt. Angesichts aller dieser Thatsachen muß die Ankündigung, daß bei einer in Madrid zu Ehren deS ColumbuS zu veranstaltenden Ausstellung von Urkunden auch „viele Berichte über dic alten jüdischen Einwohner Spaniens" zur Schau gestellt werden sollen, die Neugier aller Interessenten für jüdische Geschichte wachrufen. Herr Dr. st a y s e r l i n g wird unter diesen Urkunden ohne Zweifel reiche» Material für da» von chm geplantt Werk über die Beziehungen der Juden zur Entdeckung Amerika'» finden. Auch Hr. Joseph. Jacob» wird unter denstlben gewiß manches finden, was er für seinen im nächsten Jahre herauSzugebenten »Urkundenkalender der spanisch-jüdischen Geschichte" wird verwerthen können. ES nüre überhaupt auffallend, wenn irgend eine größere Urkundeafammlung über die Geschichte Spanien» vor 1492 existixcn sollte, dic nicht auch Hinweise auf die Juden diese» Lande« « mb’clte. (JeW. Chron.) Ki» Ntt»Lt«-rK-NttK. Bo» «. Joachim. Nicht weit von Wieliczka liegt der berühmtt galizisck Wallfahrtsort stalwaria. Hunderttaustnde Pilgern dahl , Auf der Höhe eines schwer zu erklimmende» Bnge« steht ein stlosttr, von Sagen umsponnen. Al» ich am 13. v«li Monats Geschäfte halber mich in diesem Ortt befand, wan»H beite mich die Lust an. diesem Kloster einen Besuch abz statten. Ich mischte mich unter die Menge der Wallfahrers und gelangte mit ihnen in da» Innere de» stlosttr», deffeH Wände mit fanatisirenden Bildern ««»gestattet sind. I‘ nahm auf einer der zahlreichen Sitzbänke Matz und musttr mit den Augen die Bilder. Da fiel mein Blick auf eine»! dieser Oelgemälde. Entsetzen erfaßte mich, e» flimmerte rat vor den Augen, ob besten was ich sah. Da« Bild ist etwa s 3 Meter hoch und 2 Meter breit und stellt, von Lüustler» hand ausgeführt, eine Blutgeschichte au« dem Jahre 1675 dar. ES ist Sabbat-Abend, wir befinden un» in der Wohnstube eiue» russischen Juki, in Macawa Auf einer Baukä derselben liegt ein Christenknabe entkleidet, umgeben von 10T fanatisch auSsehenden und in Gebetmäutel gehüllten Jud Einer, der der Schammc» zu fei» scheint, hält Wache ans der Thür. Zu jeder Seitt des 4—b Jahre alttn Knaben^ (Simon StudzinSch) steht ein Jude mit einem großen Mester in der Hand, welche dem Knaben Seittufchaittt bei bringen. Zu feinen Füßen kauern zwei Juden mit Becken in den'" Händen, um da» B>ut aufzufangen. Auf der Bank stehen dtt Wortt: „Zum Zwecke deS jüdischen cHiu»!' Nun frage ich wie soll in Oesterreich der AutisemitiS» mus nicht wachsen und gedeihen, wenn solche schauderhaftes Darsttllungea haarsträubender Blutszenen die Gmnüther von ' Hunderttausenden jährlich sauatisiren? Mir schwindeltt eS^Ä ich war einer Ohnmacht nahe und suchte den AuSgaag Kloster», in dem e» mir unheimlich war. Erst al< ich michs! außerhalb der Mauern befand, athmett ich freier auf «ab] nahm mit ernstlich vor, geeignete Schritte zu thuu, d * " dieses Bild au» dem Kloster entfernt werde, damst es ab noch länger so viele Christen mit Aberglauben und f gegen uns erfülle — Sobald meine inzwischen eingeleit Schritte von Erfolg gekrönt sind, theile «h e» in diese«" Blättern mit. Seine Araxche. Bankier: „Da« ist doch aber stark! Sie laste» «rirL sagen: Sie hätten in Geschäften mit mir zu sprechen und^ jetzt betttln Sie mich an!" -s? Polnischer Jude: „Gewiß — schnorren t» «ei *3! Geschäft!" _ NiithsebAxfgake. Aekräisches Iahlenrätysek. Bon 0. iu L. l. ein Spiegel der Statur, 1.2. Mwfidt de» Wald, dtt Flur, 1.8. drückt manchen «ruscheu schwer, 1.4. erobert' Josua'S Heer, 1.b erscheiut »st klein oft gratz; 1. S. S. 4.b. da» Bauz« legt die Hck»de Ost »üpg in de» Schaaß. AxfkSsuvg btt MtHset» ix voriger A«xtmrr. T«rt (grüu); tzeivi; r* 03 -■ Fremdling), m. Berantw«nl-tiedaktrurOe. «ahmer, Magdeburg. Lruck»»,Be»dix chHuhn (früherD-LWafls), -