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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 32 (1892) · p. Seite 128

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
32 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 128 (sequence 4)
Language
German
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Stockjude feilt zu wollen, geht schon nicht, und ganz und gar nicht Jude, geht noch mindert Mit dem Bilde vom Feuchtbiume. durch dar ergänzt, was wir über dar Berhältniß des Lehrers zu den von außen uns aufgedräugten Zeftfragen gesagt haben, könnten wir umsomehr abbrechen. als der Fragen so viele sind, sintemal der ein Narr erscheint. der auf alle Fragen antworten will. (Lqluß folg».) Km katholischer Priester, wie er sei» soll. Eine wahr« Geschichte erzählt von einem Lugen zeugen. Es dürste jetzt an der Zeit sein, eine Episode, die sich während des Aufstandes im Jahre 1S4S in einem Dorfe in Ungarn ereignete, zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. da«.it sich die Herren Hetzkardinäle der Gegenwart an einerwahrhaft christlichen Priester ein Beispiel nehmen. In Ungarn, im Reutraer Eomitate liegt das Dorf Jablonitz. Der Aufstand wühlte in allen jüdischen Rachbargemeinden, so in Szenitz, Bresova, Miava, und in Jablonitz o>g-. noch immer öffentliche Ruhe, weil der dortige katholische Techa.it. sowohl von der Kanzel herab, als auch privatim, seine Gläubigen zur Ruhe mahnte. Aber im Jnn.ra des Volkes, das von auswärtigen Hetzern aufgestachelt wurde, gäyrte es stark. Dies bewog den besorgten Priester, den dortigen Biauereibesitzer und zugleich Gast» wirth, Namens Braun, zu sich zu rufen, machte ihn auf seine Wahrnehmungen aufmerksam und ertheilte ihm den Rath, das Gasthaus am Abend wo möglich zeitlich zu schließen, und den Leuten nichts einzuschünken. Der Zufall wollte es, daß gerade an diesem Tage, eS war ein Sonntag, daß Volk massenhaft in das Wirthshaus kam. Als der Abend hereinbrach, wollte Herr Braun nicht» mehr einschänken. Die Maffc benützte diesen Anlaß, fing an zu johlen und zu schreien: »Die Juden umbringen, ausrauben, sie sind auch nicht mehr als die Juden m Bresova und Miava* und machten sich thatsächlich daran, das Local zu plündern. Herr Braun rasch entschlossen, eilte zum Herrn Dechant und theilte ihm da« vorgefallene mit. Dieser wahrhafte Priester batte nicht» Eiligeres zu lhun, kleidete sich in sein priesterliches Gewand, »ahm daS Erucifix und eine Blendlaterne und die Glocke mit, eilte in'S Gasthaus riß die Thür aus und schrie mit lauter Stimme: »Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und de» heiligen Geiste»!* »In Ewigkeit, Amen*, antwortete die vor Schreck erstarrte Menge. „Ich suche meine verlorene Schafe*» fing der edle Priester an, »wisset Ihr auch wa» Ihr thut? Ihr wollet einen Jude» plündern und vergesset, da» Christus der Herr ein Judenkiitd war, Ihr vergesset, daß uns unse,c heilige katholische Religion Nächstenliebe befiehlt. Jetzt fordere ich Euch im Namen Gottes auf, sogleich daS Lokal zu verlasset. Jeder gehe nach Hause und denk über seine Thal nach!* Die Menge gehorch», der Dechant verließ nicht früher das Lokal, bis wieder Ruhe und Frieoen eingetreten war. Nachdem dies in die Oeffentlichkeit gedrungen war bekam der Dechant von der Wiener israelitischen Cultusgemeinde mit der Unterschrift deS gottseligen Rabbiner» Mannheimer ein Dankschreiben, mit der Bitte, er möge irgend einen Wunsch äußeim, die EultuSgemeiade würde sich sehr gerne für seine wahrhaft edk That erkenntlich zeigen, und ihm irgend ein Angedenken einsenden. Der Priester dankte für die ihm überreichte Adresse und erklärte, daß er nur seine swies'erliche Pflicht erfüllte, er daher auf da» ihm angebotene Andenken verzichte, denn.jede menschenfreundliche Tl^it sei für ihm ein Lohn. Schreiber dieser Zeilen hat oft Gelegenheft, mit diesem edlen Menschen zu verkehren. Mft Stolz erzählte er mir diese Geschichte und zeig» mir auch einmal da» Dankschreiben. &iwi>«MttLKcMtcsr JJr. Lahmer, CUfttatatg. SfcxdMa0<nki{ 3><t* Original tet feite» Aesetzeatafev». : 7» Der »BoSphore Egvptiea* hatte vor einem Monat die Sensationsnachricht verbreitet, ein Dr. GeoK habe am Fuße de» Sinai die beiden Gesetztaftl de» Mose» aufgefunde». Der ftanzösische Archäolog George» Benedite, bet nicht weniger al» dreitausend Inschriften auf der Sinai-Halbinsel zurückgebracht und demnächst veröffentlichen wird, cheilt über diesen Dr. Geote, den er übrigen» persönlich nicht kennt, mft, derselbe habe in seinen ftüheren Angaben verschiedene Jrrthümer. zu« Beispiel über die Dichtheit im Beduinen» bevölkeruug und über die Türkiftnminen daselbst veröffentlicht und scheine gern durch eia Vergrößerungsglas zu blicken. Jetzt habe er wahrscheinlich am Fuße de» Djebel Monca zwei jener zahlreichen Inschriften gesunden von dem nämlichen epigraphischen Charakter, wie die übrigen. E» sind die» ,nabatäische Inschriften, herrührend von den in Jdumäa seßhaften semitischen Stämmen, von denen sich eine "nzahl auf den Felsen der Sinai-Halbinseln finden. Schon 535 nach Christi wurden dieselben für das Wert der alttu Israeliten ausgegeben, welche hier nach den Gesetzestafeln sich während vierzig Jahren auf allen Felsen de» Sinai i« Schönschreiben geübt hätte». Der auch im Mittelalter verbreiteten irrigen Meinung, diese zahlreichen legte seien Erinnerungen an den Auszug der Juden au» Egypten, ist 1540 zuerst der deutsche Gelehrte Beer entgegengetretea. Die» hinderte freilich nicht, daß bald darauf die Engländer Förster und Sharpe ähnliche Jrrthümer wiederholten und die Inschriften der Nabaläer in mehr oder weniger phantastischer Weise fortsetzten. Binnen Jahresfrfft dürfte nun die Uebersetzung. die Hr. Benedite von allen diesen Inschriften giebt, erscheinen, aber der ftanzösische Gelehrte äutzert im Temp» selbst ferne» Zweifel, ob man nicht i« zwanzig oder hundert Jahren in denselben doch wieder Autaoaraphe der Begleiter de» Mose» oder des MaseS selbst und »«Leicht sogar Jehova'S (?) erblicken werde. "i Miithsel-Arrfgabe. 5?» Mehrsprachiges MSrlerräthset. (Ans de« Buschhossprozeh.) Bon 6. in L. Ln« Frantretch stammt «et» erües Dort. - Besieht «an Wald und Fel» n»d Finr, Errith's «an ohne MÜH' sosarl: Ihr Lnbtiit lenkt nn» ans bl« Bp»r- 8km hingegangen Gelb unk. Gut, Der (lagt «» oft in »enIschem Wort, DaS ganz genau dasselbe chnt, >l« wenn man sagt: — 's ist Alles fort. Aas jeder Jude noch soll sein. Lagt endlich rin hebräisch Wort; Man höret Buden laut es ^hrei'n, Bei denen Veld und Ehr' ist fort. Sobald man diese nun gefunden Und ohne Mühe hat verbunden. Steht Männer man, dt« es versteh'n. Wie man der Lüg' zu Leib muh gehn. Der W a h r h e i t zur Ehr', Der Unschuld zur Wehr, Der Bosheit zu« Speer, Der Dummheit zur Lehr'. 1 In der weichem Laps* 1 Auslösung der Aäthsets iu v«riger K»««er.*) «lnttz, fflud, Omtk. ■3 ab« — vor Nr. — maß es in der l. Zeile »Mit. in der 4. geil, »Mit hartem* hei»». S Hnhn (ftiherD. L Wotss), Magdeburg. «erlag: Friese. 8t!

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