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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 32 (1892) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
32 (1892)
Date
1892-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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*■#/#// (nanlgegttcn von Dr. St Aastnirr in Liagdrburg. ® }xt |«trr|«ltXK| n) Krtchm»- flr zje jsrreliüscht -Me. _ , ,. Dir Schuld d« BLIrr. Ei»r Erzilhkm» von I. H«rzb«re. (Fortsetzung.) — Ueber da» verbälwiß bt» t»»aeltttscheu Lehrer» )B ^-fltnUt' den da»Jndcechrun berührende»Zeit» u»dSirettsinoeu vonrag de» Se«t»ar-U«hrrr» Lre». Jertsetzuna) — Ein katholischer . W " * Priester, wie er sei« soll. — Da» Original der beiden Gesetzestaseln. — NLthsel-Aufgabe. — Räthsel-LSsnnge«. (Un»esn»trr Machtznut «X diese» Vtettt ist nntersagt.) «J JH< K.ß»ld der Aäter. ittn« lkrzShliing von I. Herzbrrg. lS»ns»»«ng) tkine Stunde war vergangen, seitdem der Sohn auS dcm Hause sich entsernt haltr. Bange Zweifel hatten die Krank: schon gefoltert, ob es ihm gelingen werde, sein Vorhaben outzzuführra und Brod und vielleicht auch Mittel für .den Unterhalt zu beschaffen. Da» gute ftinb! Wir schwer hatte der Knabe schon de» Leben» Bürde zu tragen. Während Andere seine» Alter» ver Eltern Hege und Pflege genoffen. und an ihrer geistigen Vervollkommnung thätig sein konnten, mußte er selbst alle» diese» entbehren, vielmehr un» au«gertzt im Hause thätig sein,, an der Seite der tranken Mutter wachen. Seine geistige Ausbildung »vor daher vernachlässigt worden, denri nur selten hatte er die Schul« besuchen können. Denn«!) suchte er, wenn er an der Seite der Mutier saß, sich geistig zu beschäftigen. Eben halte die Mlltbn: seiner gedacht, al.» er ungestüm mir leuchtenden Augen und r.erötheten Wangen in» Ziminer stürmte. „Mutter. Mutter!* rief er. schier außer Athem, „danke dem lieben Gott, denn er hat wunderbar geholfen. Zu Ende ist jefst alle Roth. Hier hast Du Wein, Fleisch und noch so manche» Andere zu Deiner Stärkung.'!öei diesen Worten öffnete er mit vor freudiger Erregung zitternden Händen ein Packet, da» er bei seinem Eintreten unter dem Arme getragen hatte. Die Mutter war in, ersten Augenblicke vor Ueberraschung keine» Worte» mächtig. Starr blickte sie auf den Sohn und auf die Dinge, die er vor ihrem Lager am Boden ausgrbrritrt hatte. -Joseph! Wa» ist geschehen?' konnte sic nur hervorstoßen. Der Knabe aber war bemüht, etwa» Wein in da» vor dem Lager sleheude Gefäß zu schütten. Dann reich« er e» der Mutter hin. „Erst trinke und stärke Dich, liebe Mutter, dann werde 'ich Tür alle» erzählen.' Und di« Mutter schlürf« von dem köstlich dustenden Weine, den ihr oer Sohn reichte, und ein Gefühl de» Be- , Hagen» überkam sie, al» sie gettunken hatte. Erleichtert achmete sie auf und sprach: „Wie wohl da» thut! — Nun aber erzähle, liebe» Kind. Wer ist der Wohlthäter, den un» Gott gesandt? Ader erst; ftdcfi: Du Dich auch. Du. hast e» gewiß eben so nüthig, wie ich.' -Ich? Liebe Mutter,' entgegne« lächelnd der Knabe. , ich habe mich schon gesättigt, ich habe Dinge genoffca, die «och nie über meine Lippen gekommen sind.' -Doch höre mir zu,' fahr der Knabe mit freudig erregttr Stimme fort. .Al» ich au» dem Hause mich entfernt steck«, war «eia erster Gang zum nächsten Krämer, um von diesem da» Nochwendigs« zu erlangen, aber er weigerte sich, mir irgend etwa» ohne Bezahlung zu geben. Ja, mit Worten de» Spotte» und de» Hohn» trieb er mich au» dem Laden. Die» raubte mir den Muth und ich wagte e» nicht» in einen zweiten Laden zu trc«n. Ich wanderte schwe«n Herzen» und kam vor ein große» Hau» mit einer hohen Treppe. Da ich mich plötzlich etwa» schwach fühl«, setz« ich mich auf die Eck« der untersten Treppenstufe. Bald aber übermannte mich der Schlaf und mein Kopf sank aus eine der obe«n Stufen rurück. Ein süßer, herrlicher Traum versetz« inich in prunkende Gemächer und die seltensten Kostbarkeiten umgaben mich, wie solche meine Augen noch nie geschaut Da weckte mich ein Wageugeraffel au» meinen Träumen. Ich schlug die müden Aagen auf, und vor mir stand rin fcingekleideter Herr. Er schaute mich durchdringend an. Aber immer freundlicher wurde der Ausdruck seine» Gesicht», je länger seine Augen auf mich gerichtet waren. Er schien in ein tiefe» Sinnen versunken zu sein. Währenddessen hatte ich mich erhoben. Er sprach leise vor sich hin und ich konnte nur die Worte vernehmen: „Seltsam, wie mich diese» Knabenantlitz an rin andere» gemahnt, da» ich ehemals geschaut. Dieselben Züge, dieselben Augen!' Da sprach er in fttundlichem Tone zu mir: -Wer bist Du. mein Sohn, und woher kommst Du?' -Ich nann« meinen Namen und gab auch meine Wohnung an. Und eigcnthümlich, al» er meinen Namen Hütte, faß« er mich noch schärftr in» Auge und sprach dann: -Armes Kind! O, grausame» Geschick!' — — Die Mutter war aufmerksamer geworden, al» der Sohn ihr alle» diese» mittheilte. Sie vermochte sich auch da» desonde« Interesse de» ihr ganz f«mden Herrn nicht erklären. Der Knabe fuhr fort: -Wie kommst Du denn hierher?' frag« mich der Herr. Ich theilte ihm nun alle» mit. Ich schilder« ihm in kurzen Wotten unsere Noth, und al» ich wiederholt stock«, ermunterte er mich durch freundliches Zureden. Al» ich geendet hatte sprach er: „Tourige Zustände! Run, da soll Hülfe geschaffen werden. Komm, mein Sohn, einstweilen mit mir in» Hau».' Der gu« Herr ging voraus und ich folg« ihm Srnd. Wa» nun meine Augen schauten, vermag tch Dir, Mut«r, nicht zu schildern. All' die Dinge, die ich vor wenigen Minuten im Traume geschaut, sie standen, o Wunder. plötzlich verkörpert vor mir. Fast taumelnd vor Entzücken folg« ich dem Herr«, nachdem wir ein hohe» Portal und ein« daran sich schließende Treppenhall« durchschritten, durch mehrere prächtig auSgestatte« Zimmer. Ich wag« kaum, fest aufzutteten, weil ich defürch««, die kostbaren, kunstvoll gestickten Teppich« zu beschädigen. Endlich blieb mein Führer an der Schwell« eine» Zimmer» stehen. Er winde mir zu. hevnnzutrettn; ich folg« diesem Win«. Wa» aber meine Augen hier schauten, grenzt wahrlich au da» Feenhafte Du kannst e» mir glaube«, gu« Mutter. . fl^in

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