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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 30 (1892) · p. Seite 120

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
30 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 120 (sequence 4)
Language
German
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amt daran erinnert. — Hat dal Judenthnm auch nicht den Seelsorger in tan gemeinhin genommenen Sinn — wie Mose lagt: .möchten doch Alle Propheten sein", oder, .wir. sind alle Linder eim» Vaters", —so waltet doch der Lehrer, mit Au-nohme ganz großer Gemeinden, des Amte» des sogenannten Geistlicken, der im Judenchume nicht» weiter bedeuten will, al» Lehrer, Wegeweiser, Rathgeber in zweifelhaft! Fällen in religiösen Fragen. Der jüdische Geistliche hat .eine ihn überordnende, gottnähernde Weihe; aber in Wort und That, der Wahrhaftigkeit soll er allen ein Borbild fein, durch seine Führung in seiner Stellung und zur Hebung seiner Gemeinde in den Augen der Mitbürger beitragen.- Tenn in Heit- und Streitfragen, wenn die Sucht zu schädigen der treibende Keil ist. ist e» ja den Berleumtan nicht die Sache der Wahiheit, — die Person und die Persoarn «.erden zur Zielscheibe genommen, und von der einen Person, dem vertretenden Lehrer, wird der gesuchte Makel auf die Gesammtheit geworfen. Daher muß er die Gegner, ihre Lampfrsweise, den Ort, die Stellung und das Gesammtbild seiner Llienten in Rechnung ziehen. Jeden einzelnen Gesichtspunkt mit den daran zu knüpfenden Möglichkeiten zu erwägen, darüber meine Ansicht Lollegen vorzutragen, wäre — Ueberhebung. Der Lehrer gehört allem Volte, allen Ständen, von do» ThurmrS Spitze bis zum Fundamente, an; er gleicht in deser Hinsicht dem Dichter: er steht nicht auf der Zinne der Partei. — Eben deshalb kann und darf der Lehrer kein Agitator sein. Der ungezügelten Leidenschaft mit Leidenschaftlichkeit begegnen, heißt Lei ins Feuer gieße«, widerspricht dem Berufe und der Würde des LehrerS; schädigt die Sache, ist gegen den Willen der Vorgesetzten, schädigt des Ansehen und in den weilten Fällen auch seine Gemeinde, und gibt, wenn eS den inneren Angelegenheiten der Gemeinde in Gewissens- und Glauben-fachen sich zuwendet, wenigsteneinem Theile derselben Aergerniß. Er soll lehren und belehren. aufklären, wo es am Platze ist, und vorausgesetzt werden kann, daß Berichtigung einen fruchtbaren Loden stnta. Wenn der Vordersatz e» dem Lehrer nicht gestattet, die Zinne der Partei zu besteigen, so wird im zweiten Thecle zugegtben, daß er nicht parteilos sein kann, daß er unter den zu beachtenden Rücksichten für ixu, was er für das Nicht ge und für Recht erkennt, eintrrten muß. Wie wäre das auch anders möglich? Wer die Wahrheit verbreiten! das Wisirn Anderer erweitern soll, tan Jrrthume, bewußtem, unbewußtem oder absichtlichem, zu begegnen berufen ist, der muß seiner Pflicht genügen, zunächst auf seinem Arbeitsfelde, in der Schule, und dann auch weiter, wo es nutzt und frommt (Lessing). — Wie wäre es denkbar, daß der Mann, welcher Geist, Gemülh, Gesinnung und Gesittung pflegen soll, färb» und theilnamlos bliebe? Daß er kein« Hoffnungen und Wünsche hegte für das Glück seiner Mitmenschen und für die Zukunft de» Heranwachsenden Geschlechtes, nicht eintrrte für die Richtung, die er als wahr erkannt, und deren Ziel ihm als Ideal vorschwebt? Ein Lehrer ohne Jdecrl ist ein Widerspruch. Wir müffrn einJdral haben, wollen wir u is nicht ausgcben. Müssen wir auch mit der Wirklichkeit rechnen, weil der, welcher dies nicht versteht, sich selber schafft Sorg' und Müh' und Dornen aussucht, so darf er die höheren Ideale, die Ziele seineedlen Berufes nicht aus den Augen verlieren. Das Wohl der Menschheit, das seiner Gemeinde, die Jntcr»ff«n seine» Standes, dessen Institutionen er stützen und schützen muß, da» ist die Heimslätle seine- Leben» und Streben»; sein Himmel aus dem herab ihm die Sonne und alle Lichtgestirne seinen Pfad «rleiichten. — Und in diesem Licht« muß er wirken mit Wort, Schrift und praktischem Thun, nach dem Maße der ihm verliehenen Gabea. — (Fonsetzun, folgt.) Triumph-SUltlffel?^ $ar Erinnerung «« de» 6t(g »er Wahrheit über die Lüge, erfochten in der Schwurgerichts-Sitzung zu Tleve am (st. Juli (6)2. Der Familie lv. Buschho'f au» Kanten gewidmet von U. v. in R. i- Deutsches Morträtyfel. So wie in alter Zeit, So ist r» auch noch heut; wen» Israel in Näthen' von Feinden ward zertreten, Dann sandte Männer unser Sott, Di« cs gerettet au» der Noch. So that er aut i« uns'rer Zeit, AI» stolz sich blähte Baß uud Neid, Al» kua mit Trug sich eng verband, Zu schm»« der Vernichtung Brand. Er sandte Männer, pstichtrrfüllt, Die tfi<r uud Arglist bald enthillt, Di« da» Gewebe frecher lüg« Zerrisse« bald au» dem Gefüge. lieb Vaterland, magst ruhig sei«, — L» schütze« Männer Deinen Rhein! - Al» Such der Bibel schon genannt, Sind sicher Jedem st« bekannt. II. Deutsches ^ogsgryph. Linen Ziallng zeigt da» wort, von den Franzosen übernommen; Streicht man einen Punkt nur fort, wird ein« Stadt zum vorschei» komm-n, In der der Welt ward laut verküudet, vast Unschuld Hecht in Preußen stndet. Mit deutscher Druckschrift nur allein Aaun die LSsuug recht gedeih'». III. Deutsches Sikveuuud Mörter-ALt-sek. Zum erste« geh'« die Ainder gern, Auch Damen und erwachs«« Lerr'n, Zu pstütken Beeren groß und klein In und an ihm Insgemein. Da» zweite nennet einen Mann, Der eine« kräft'gen Trank ersann, Der für den Magen al» gesund Sich hat bewähret bi» zur Stund'. Da» Ganz« zeig« ein Bild der Duldung, Da» leide« «ta^: ohne Verschuldung, Und trotz Autisemitenlüg« Der Wahrheit half zum schänsten Sieg«. _IV. Zweisprachiger Wenderälhskl. wie sei doch stet» Dein Gottvertrau'n In Noth und Leiden und Gefahr? wie sollst auf Gotte» hüls' Du bau'n? Im Räthselwort wirst Du'», gewahr. Ist'» auch durch und durch Latein, Du findest deutsch «s doch am Rhein In der Stadt, gar wohl bekannt, In jüngster Zert sehr oft genannt. Jene» Wort nun bi» zur Mitte Lie» rück- und vorwärt», und verkitte Fest, wa» Du alsdann gefunden, Daß solche» bleib« eng verbunden. — Im Seist sieh» Du dann Wahrheit siege«, Doch Haß und Bosheit unterliegen. AufkSsuug des IiLthsets i» Voriger W»m«er. LertUlwonl. Sirdaknur Or. Rahner. Magdeburg. er«ckvo»ve«dir GH»h« (früherD.LLSolssi, «agbeburg. Verlag:«ob -riese, Leipzig

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