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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 25 (1892) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
25 (1892)
Date
1892-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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7 **\Ut!■#/,, Hernns-vbrn Mn Br. «. «Rstner ln «agdeburg. £ Zn litntillni ni -rlrtzrn» fit Mt m»Mstt |raUt. * ilt: SXt Prophet (Hiafi in Rnftlanb Ci« Legend« — Ei« Dieputation. Klatschsucht. — KS1hs«I->usg»heu. — NLthsel.LHsua^e (Un»esngtrr »,ch»r«t Von S. M » ndl. — Biblisch« Scherzfragen. — Bes an Blnttc ißt unterstwt.) 3><t Prophet Ktiay i« M»tzümd. Et»e Legende »uf sein« vielen Linderungen durch die Welt kam Prophet Eliah auch an da» diesseitige Ufer der Weichsel. Fährmann fragte ihn, ob er hinübersetzen wolle an das Üknstitige Ufer, nach Rußland. Als der Greis mit dem lange» weißen Barte es briahte, sagte der Fährmann: „$ol’ mich Der und Jener, wenn es mir in den K,pf feil, was Ihr da drüben sucht, Ihr fmdet nichts als fob Mb Berdammniß drüben, -rin Tropfen Regen se-, fünf neMagenen Monaten. — da könnt Ihr Euch sch n vor» vrllen. in tvas für ein Elend Ihr hinein kommt Wenn Ihr also meinem Rache folgt, wendet Euren fuß lieber «lderswo hin. Sie falle» da drüben tobt um, wie die Wegen im Frost, bei Tag und bei Rächt, und im ganzen Kirchspiel, so groß r» ist, ist kaum ein Brod a .fzutreiben." ^Dann lomme ich gwade recht hinüber* antwortete ilet Eirris, »da haben die Unglückseligen ja m«qr als sonst das Bedürfniß nach dem Worte Gottes." .Zum Kukuk mit den Worte Gottes, — da» macht |Mc Leute «einer Treu nftst frttl Rein, unser Herrgott soll lieber einen ordentliiheu Gußregen schicken, dann kann l Ehr' und Seligkeit sich seinen Trost ersparen." .Du sprichst lÄfttrlüfil" unterbrach ihn Eliah streng, nie doch an Dein Seelenheil, Mensch!" .Mein Seelenheil? Ab! Dafür gebe ich keinen ZwirnS- Bästrchcn! . . . LZenn unser Herrgott so nt, daß Menschen liegen lasten kann und leid«, und sie ärger - als irgend ein Gewürm, und »»geben, daß sie vor r Ratten und Mäuse auftssen, so ist er nicht für den ich cha gehalten habe! Und ich sage wenn er das Hmt hot, sich gegen uns so zu benehmen »d der winzigen Spanne Zett, die wir auf Erde» verso kann man wirklich nicht willen, womit es ihm lllt uns einst droben in der Ewignit zu quälen und peinigen." Eliah zitierte vor heiligem Zorn. Sei« Gesicht war rroth geworden. Aber noch beherrschte er seine» Grimm und sagte ftomm ermahnend: * .Laß Deine Zunge nicht Dein Hei»z verführen, mein undl vergiß nicht, daß der himmlische Vater stdä» Dei- Worte hört!" .So—o? Kann er da»? Ich glaub« keine Silbe davon, denke, unser Herrgott muß taub sei«, wen» er all' das und die Gebete nicht höich die zu ihm biuauf» werden. Den» hätte er ein Her» im Leibe, s» tzst ihn das Elend erbarmen, das hier aus Erde» haust." .vermessener!" ries Eliah uud wollte vou der Ruder» dustpringen: aber.st^ sank auf seine» Sitz zurück »ad u leist zu Bald darauf erreichte der Kahn da» andere Ufer der Wanderer stieg ans Land. und Eliah schlug einen Pfad ein. welcher quer durch da» Land führte, und er wirr noch nicht viele Schritte gegangen, so bemerkte er schon ring» herum unheimliche Spuren der welche die Dürre und die Hungersnoth angenchtet hatten. Auf den weichin von der Sonnengluth versengten Feldern war kein Halm mehr übrig. ES sah aus, als seien Feuer» flammen darüber hingelodert. Die fette Ackerkrume, die den Boden bedeckt«; lag da wie ein; trockene, rothbraune Aschenschichte, die der lleinste Windstoß in Bewegung setzte und welche oft Luft mit einem erstickenden, mehlartigen Staude erfüllte. Durch diestn Staub schimmerte die Sonne nur wie ein großer, blutiger Mond und da» ganz« Land war in einen oraunrothen Nebel gehüllt, durch den man kaum hundert Schritt weit sah. Ring« auf den Wiest» lagen die Aestr gefallenen Vieh», — einige schon sonnengebleichst Skelette, andere die vier Beine steif in die Lust gestreckt, mit aufgeschwollenem Leib und gespenstisch grinsendem Kiefer. Heber ihnen flatterten Cchaaren groger zerzauster Bügel mit blutigem Gefieder schweigend und matten Flügelschlags herum. Man vernahm überhaupt leinen Laut. E» war, als streckte sich die ganze Erde im letzten 'tummen Todeskampfe. Ans einem ganz entblätterten Walde schleppte sich auf dem Bauch ein Wolf hervor; stin Fell war räudig und die Zunge hing ihm wie ei« Stück bleichen Gedärms au» dem eine« Mundwinkel. Drei Schritte weit kroch n, dann taumelte er und sieh — kroch wieder drei Schritt, taumelte und fiel. Endlich erreichte der Wanderer ein Dorf, besten Strohdächer in der Sonne ganz weiß geworden und besten Pfütze ausgetrocknet war, so daß der starre Lehm des Grundes tieft, klaffende Riste zeigte. Hier traf ih» em noch unheimlicherer Anblick. Biele von den Hütten standea schon leer, und durch die Thüren und Fenster breitete sich aus der Gast« «in entsetzlicher Geruch von dm unbegrabenen Leichen aus, welche drinnen in ihren Betten faulten. Aus anderen Häusern erscholl laute» Schmerzeusgeschrei, Jammern und Beten. Au mehreren Orten lagen di« Leute mitten auf der Straße und wanden sich im letzten Kramvs, — halbnackte, dunkelbraune Menschenskelettr, die mit Schmutz und Wunden völlig bedeckt waren. An einer Ecke lag «in ganz«» Häuflein Leute und streckte dst matten Häude zu« Hummel auf und rief chu um Barmherzigkeit, an. — Mütter mit ihren hinwelkenden Kindern, »reist uud junge Mädchen, denen dir Trockenheit das, Haupthaar abaesmat batte: »Ab» Eliqh^ch» Elend sah und diest flehenden Gebest hört«, schmolz ih» das Herz und er wandst sich zu Gott «Gebest und mnnnelst:

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