Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 24 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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des Ganges wäre, wollt' ich mit einem' Suhschwanz in der Hand sterben. Die Krankheitsanfälle wiederholten sich und als mau sah, daß eS mit Voltaire zu Ende ging, wurden der Abb» und der Pfarrer feines Sprengels geholt. Letzterer frug den Sterbenden mit erhobener Stimme, ob er an die Gottheit d«S Erlösers glaube, worauf sich Voltaire mit den Worten abwandte, man möge ibn in Frieden sterben lassen. Zwei Tag« darauf, am 30. Mai 1778, starb er um Mitternacht. Der Pfarrer versagte nun daS kirchliche Brgrübniß; die Familie aber ließ die Leiche, welche einbalfamirt worden war, in oller Heimlikeit eiligst nach der Abtei Scelliere» unweit Trohes iu der Champagne bringen, wo ein Reffe Voltaire'» Ccmmendatär-Abt war. Nach einem feierlichen Todtenamt wurde die Leiche am 2. Juni in der Llosterkirche begraben. Es war höchste Zeit, denn auch der Bischof von TroycS untersagte das Begräbniß, ober daS Verbot kam zu spät. Ter Klerus machte schließlich gute Miene zum bösen Spiel und begnügte sich mit der Verbreitung des Märchen-, daß der Feind der christlichen Religion in den Schooß der alleinsrligmacienden Kirche zurückgekehrt sei. Es hielt freilich nicht lange vor und die Revolution beeilte sich, die Gebeine degroßen Denkers im Pantheon beizuseyen. H. S. 13 muf mömatfift. Herr Jacob Goldberg, ein Schneider aus Flatbusch lNcw-Jersev). ist ein Mann, der die heikle Frage: „Ist denn Lieb« ein Verbrechen?" ain besten beantworten zu können, berufen scheint. Derselbe, obschon erst 36 Jahre alt, hat dar seltene Glück gehabt, schon 13 mal verhereirathet zu sein und gerade in diesem Augenblicke machen seine erste und dreizehnte Heiiath diesen Act für ihn sehr interessant. Herr Goldberg, angeblich aus Warschau in Rußland, heirathete daselbst Rebecka Frank, welche ihn schon 14 Jahre verfolgt und trotzdem s e ihm schon oft nahe auf den Fersen war. ihn dcch nicht ertappen konnte, bis das Schicksal sie üngst, nachdem er sich hier mit Amalie Zimmer verheirather hatte, wilder mit ihm zusamme.uiührle. Die Frauen Rr. 1 und 13 ließen ihn nun wegen Bigamie verhaften und ist es sehr wahrscheinlich, daß der über die Maaßrn rerliebte Herr nun Zeit bekommen wird, zwischen den Gefängnißmauern mit aller Muße die übereilten Heirathen zu bereuen. Tie erste Frau Goldberg behauptet, daß sie 10 Mädchen in Rußland persönlich kenne, mit welchen der muntere und bejaubernde Schneider sich verlobt hat und daß es deren noch eine ganze Menge in antern Ländern gibt, über die man b's heute noch keine Nachrichten hat. Sobald diese eingegangcn sind, wird der vielbeweibtr urü noch öfter verlobte russische Flüchtling ohne Zweifel ir Stande fein, einige gräßliche und schauderhafte Verfolg» igsgeschichtrn an der Hand seiner zahlreichen Ecobet ungen erzählen zu können. iiolTtttfi und der MuuderraSvi. Kossuths Vater war Advocat und lebte im nördlichen Thcile von Ungarn, in dem sich viele au» Polen auSgrwauderte Juden ansässig gemacht hatten. Unter diesen waren die meisten noch Chafsidiw. Der Rabbi von Ujhely besonders stand weit und breit im Gerüche eine» streng orthoderen Mannes7 Mit diesem nun führte Kossuths Bater «inen langwierigen Process, den nach des BaterS Tod« zwei seiner Söhne übernahmen. Als auch diese starben, schrieb man den Tod der überirdischen Macht des Rabbi zu und nicht nur die Juden, nein, auch die Katholiken und Ealvinistcn verbreiteten die Mär von dem Wundermarin, so daß die Leute schaarenweis« herbeiftröu.:en, um sich von dem heiligen Rabbi segnen zu lassen. Auch Kvsfuths Mutter, wclcbc fürchtete, e» könnte ihr auch ihr letzter Sohn Ludwig (imiifcn werden, entschloß sich, den Rabbi zu besuchen und ihm da» Unrecht, de» ihr Man» ihm zügefügt, adziibittewl. Sie war so überrascht von der Lielenswürdigwit und de« Entgegenkommen des Rabbi, sein milde», freundliche» Wefew sagten ihr derart zu, baß sie, die Ealvinistin, den Rabbi bat, ihren Söhn zu segnen. Aufmerksam «trachtete der" Rabbi die GesichtSzüge Ludwig Kossuths. Intelligenz und Lebhaftigkeit sprachen schon damals au» denselben, aber wa». den Rabbi noch viel mehr ansprach, war da» liebenswürdige Wesen Ludwig». Freundlich, ohne jede Abneigung, ohne Verachtung, wie r» die Juden dazumal nicht gewöhnt waren, näherte er sich dem Rabbi und segnend legre dieser die Hände auf sein Haupt. Das war ein Ereignis von solcher Pedeu». rung für eie Familie Kossuth, daß sie den Segen Sspruch notierte. und sorgfältig.aufbewahrte. Ter Rabbr hatte absichtlich den VerS (Psalm 60,6) gewählt: „Du hast deine« Verehrern ein Banner gegeben, daß es entsalttt werde i« Namen derWahrheit." KW?*, weil darin das Wort (toiodat- Wahrheit enthalten ist, so daß die letzten Worte auch übe> setzt werdenkönnen: „im Namen Kossuths." De» Rabbi-Segen übte einen großen Einfluß auf die Gesinnung de» Knaben aus, der sich in der Schule und später al» Staatsmann stets durch sein tolerante-, judenfreundliches Wesen auSzeichnete. Daß er ein so hohe» Aller erreicht, wird natürlich auch« dem Segensspruche des Wunderrabbi zugefchrieben. Der rechte Beweis. Bon Eduard Münz. Ein Rodbt lehrte einen Heide» Der Bidelsprache Alphabet Und glaubte, daß der Göpeudieuer, Wa« sonueukkar — auch leicht versteht. Wiewol'ö nun dieser recht begriffen, Lächelt doch er spöttisch — dreist: .Dag Aleph, Aleph ist, ich glaub.« nicht, Senn r« Niemand mir beweist!* Schweigend überlegt der Rabbi, Wie rr den Bewei» beschafft, . . Er greift da« Ohr de« troh'ge» Perser« Und zerret dran au« voller Kraft .O weh! Mein Ohrl" schrie nun der Heide. .Dein Ohr?" frug Jener .sag« «Ir, Du meinst, das, Mtfe« Ding dein Ohr sei Wo hast du den Bewei« hierfür? Beschäm« verftummt derfreche Schüler, Zu« Boden senket er stia Haupt Lernt >«»» ststßig und hat strder Wa» ibn der Rabbi lehrt' . . . geglaubt. -404 Ritchlel«^g-be». '1 3 L De»1sches SMBemr o* Lehrer »ausmanu in Essen. Bon Lehrer Bei Joseph und auch Josua Di« erste» du kannst finden — Die belden andern rückwärt» dir Einen Propheten künden. Ta« Ganze einen Prinzen, nenn«, Deh Rame» mau al« Ehurfürst kennt. II. KeSräi^ches UlMsthrät-fel. Pom Abend nimm' ei» Zeichen Und süg' e» ßtt de» Morgen; Bon diesem kannst dehgleichen Zu jene« du ein« borgen Der Wechsel zeiget dir Ein Nein«« psrge« Thier, De« Bätern schon bekannt Im heißen WüstensandjUlffgjM« I. affen» s««g des BLt-fets i» voriger V«««er^ I. affe«, Varl, affe« da rt. " II. Damaer, Rar»«»«. HI^Vefetzchebu««. ^--uiworU Redat^nrLr. A r!jwrr7^"^8«r^KLkv», Vendtz n-Hnh» ^rbherfl.ü.Erotst),üitagoeinug. . ' :/ÄL>iik-