Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 21 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 8» — «i "Om Schneider Lebl, —}in Frieden soll er ruhen I" rief Madam« Goldfinger in Haller Berwunoerung ein über das andere Mal. .Ja gnüdige Frau, das ist der nichtsnutzige Jakob, der, --»eil er durchaus lein Held von der Radel werden wollte, eines schönen Tages das Weite suchte, und der eS nun «ach mancherlei Schicksalen: die e^ Ihnen ein'andermal erzählen : >ill, wenn Sie erlauben, gnädige Frau, richtig bis zum Maler gebracht hat, und zwar nicht zum Stubenmaler, iondcrn zum Genre» und Porträtmaler". — Die Dame mit xm stattlichen Körperumfang achtete nicht sehr aus den Wortschwall des jungen MauneS, — wahrscheinlich weil sie nicht viel davon verstand. Sie hörte aus alledem mit Ent zücken nur die Anrede .gnädige Frau" heraus. „Ja aus dem Jakob ist etwas geworden", dachte sie, — „er hat Lebensart, — und wir wollen ihm auch was zu verdienen geben, — er kann mich und Perla abmalen zum Geburtslaggcjchcuk für den Pater". Bald kam eine lebhafte Unterhaltung in Gang. Das nht, Giacomo Leonhard, wie er jetzt hieß, kam jetzt nicht mehr viel zu Worte, während sich sein Freund überhaupt mit dem bi oben Zuhbrcn begnügte. DeS Letzteren spöttische Miene zeigte bisweilen, wie er üb.r dis ausgeputzte prahlende Frau dachte, die mit kostbarem Schmuck über und über bedangt war, so daß sie einem wandelnden Juwelierladen glich. Oiacomo gab hin und wieder eine kurze zerstreute Antwort. Sein Blick schweifte öfters zu Perla hinüber, die auch sehr wenig sprach, vielleicht aus Befangenheit, — vielleicht weil sie fühlte, daß ihr Jargon sich nicht gut ausnahm. Desto besser wußte» ihre Augen zu reden, und die beiden Jugend» grfpielen verständigten sich sehr gut in dieser stummen Sprache. „Weißt du noch?" übersetzte er sich ihren Blick, »wie wir zusammen spielten?" „Ja", war seine wortlose Erwiderung, .wir waren stets Mann und Frau." .Und denkst du noch, wie ich den ersten Kuß auf deine Lippe» drückte?" .Tu warst damals ein schönes Kind, — heute bist du ein herrliches Weib." — Sie schlug vor seinen bewundernden Blicken kokett, verschämt die Augen nieder. Endlich, als der junge Maler in seiner Zerstreutheit ihr lauter verkehrte Antworten gab, merkte auch Mama Goldfinger die stumme Unterhaltung zwischen ihrer Tochter und dem Maler. „Aha", dachte sie, „das glaub' ich, daß dir mein Kind gefällt! — Aber bild' dir nur nicht ein. daß ich meine Tochter an so einen Schneidersohn, so einen Farbenklexer -vegwerse! Zum Staatmachen vor den Äuten bist du ja gut, kannst mein Kind auch bewundern, so viel du willst, — sie iveiß, daß sie den, Sohn des reichen Sonnemann zur Frau bestimmt ist. . ." Gesichtern versteh' ich oicht viel. . > . Absr deine Schöne macht ja kaum einmal den Mund zum Sprechen auf. Und wenn -sie mal spricht — wehe meinen sprach«rwühnten Ohren! Wenn mau dies Kauderwälsch veruimmt, wünscht man, daß sie das reizend« Mündchen schleunigst wieder schließt." .ES ist wahr, daß ihre AuSdruckSweist manches zu wünschen übrig läßt-aber das ist ja die Sprache,' die sie von Jugend auf gervohnt ist. Sie ist eben ein ungeschliffener Diamant. — Käme sie in andere Umgebung, unter die richtige Leitung. — sie würde bald eine Andre werden." „Oho — sprichst du schon so?" rief Fritz Werner auS. „Mensch, laß dich doch warnen! Die schönste« geistvollsten Frauen haben ihre Netze nach dir auSgeworfen — und du bist kalt geblieben, und von dieser koketten Rrbecka läßt du dich fangen! Mensch — denk' an deine Zukunft!" Aber Giacomo dachte nicht daran. Er dachte überhaupt an nichts Anderes mehr, als au das schöne Mädchen, dar er malen sollte. In aller Eile ivard in einem.Hotelziminer ein Atelier hergerichtrt und die Sitzungen begannen. (Schluß folgt.) Nicht» neue» unter der S»«ue. „Wie können die Thierschutz«rrinler doch nur so widersinnig und Widerspruch« voll handeln? — äußerte Jemand in einer jüdischen Gesellschaft —. .Menschen quälen sie, indem sie durch Schlachtverbote den Juden den Fleisc^enuß erschweren wollen, um den Thiercn — wie sie vorgrben — jede Qual zu ersparen." „Der Widerspruch ist offenbar!" meinte ein anwesender Rabbiner, .aber wir sind daran gewöhnt, war'» denn in Aegypten anders? den Juden hat man das Leben «rbittrrt, und die Ochsen hat man vergöttert? Kern vergleich »it Mose». Ein Rabbiner, dem zu Ehren gelegentlich eines Jubiläums ein Festbankett arrangirt wurde, mußt es sich gefallen lassen, daß ein Redner ihn — unter Hinweis auf seinen Bornamen — mit Moses «rglichl Der Jubilar lehnte in -seiner Erwiderung diestu Vergleich bescheiden ab und schloß mit den salzigen Worten: „Wie können Sie michauch mit unseren, großen Lehrer Mose vergleichen? ... Ich will von den viele« Unterschieden schließlich nur noch einen herauShebea. Sehen Sie, Moses konnte zu den «rsammelten Israeliten sagen: „Auch nicht einen Esel habe ich von Euch genommen!" kann ich das aber von mir sagen? Rein! Ich Hab« so manchen Esel (von Jungen) von Euch geilvmmen und ihn durch Unterricht zum Menschen gebildet." — I. Deutsches Rörterräthsek. Bon C. la R. Ein Zaloblsob» und et» Prophet, Der köpft o« ihm zur Pelle steh«, 2le zeigen un« ein Fabetthler; Job und Psalmen nennen'« Dir. .Theurer Freund, du bist verliebt. Und du willst e« nicht bekenne» .." oeklamirte Fritz Werner mit komischem Pathos. „Laß doch die Rarrenspossen, Fritz!" .Und ich seh' de« Herzen« L!uth schon durch deine Weste brennen “ vollendete Fritz unbeirrt. .Fritz, ich bitte dich.." „Willst du mich täuschen, mich, der die geheimsten Regungen deiner Seele kennt?" .Und wenn eS so wäre, wie du sagst — wär's ei» Wunder? Ist sie nicht ein herrliches Mädchen?" Ter Andre zuckte die Achseln. .Geschmacksache! — Ich für meinen Theil liebe nicht diese kalten Marmorschönheiten — ein lustiges Kind mit eiuem Stumpfnäschen ist mir lieber als das klassische Profil, wenn nichts dahinterstcckt." „Freilich — ich bin Landschaftsmaler, von schönen, Srrannvorrt-«-«atrcur tr. «ahmer, Magdeburg. Sfg»— «enbiz ». Hnh, (seither E>.ti.«»»tfs),»U>pdeducA. -beria,. K»fcgrifft,tietpz!^ IL Hebräische» ^ogogryph. Bo» 6. t» H. Ta» Lanze thnt dem Erste» weh, Dan« erhebt «I sich zur Höh': Di« beiden tettzea, hart wie stein, Mache» »st auch bittre Pein. de» Miithfrl m Wr. L Httud. Mflu. ll. ‘M (*• Buchst»»« ** »lphab«-). tfK (steuer), -Hsttl (»scher), (Hetl y, (Haine zur Löhenverehrn»».)