Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 18 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir wollen hier nicht dir Namen derer nennen, die an den Universitäten, in der Litteratur, im Parlamente und Senate zu Rom, in allen Minister«» «nd alt Militär« sich auszeichnen, sondern begnügen uns, bloß auf einige derselbm hinzuweisen. Da« Regiment, in welchem der Kronprinz von Italien dient, wird von einem jüdischen Eommandanten befehligt, vom General Ottolenghi. Isaak Artom war die rechte Hand Eavour-, war bei den Friedensunterhandlungen zwischen Italien und Oesterreich thätig. wurde zum Gesandten in Haag ernannt und sitzt jetzt im römischen Senat. Jacob M a l v a n o war bi« vor einigen Monaten Direktor des italienischen Ministerium« des Auswärtigen und wurde zum Gesandten designiert. Graziadio I. Ascoli ist der erste Linguist Italic is, Präsident der königlichen Akademie in Mailand, Senator und Mitglied des obersten UnterrichtsratheS. David L e v i zählt zu gen bedeutendsten Dichtern Italiens Ueber sein Drama „il Profeta“ schreibt Ab bä Anelli: »Diese sehr kostbare Schöpfung erhebt unsere Poesie zu einer solchen Höhe, die sie seit Dante durch die Kraft de« italienischen Geistes nicht erstiegen hat*. Einen Namen vom besten Klange trug Jsacco Pesaro Maurogöaato, der am 5. April im 70. Lebensjahre gestarben ist. Sern Patriotismus, fein Charakter, fein grotzes Talent auf finanziellem Gebiete wurde allgemein an«»kannt und hochgeschätzt. Im Jahre 1848 wirk« er mit Daniel M a n i n, dem Präsidenten der Benetianischea Republik, dessen Großvater rin Jude war, zusammen als Finanz- Minister. Im italienischen Parlament wurde er zwei Mal zum Bice-Prüsidmtrn gewählt. Das Ministerium der Finanzen schlug er au«, weil er es noch nickst an der Zeit hielt, daß ein Jude in Italien Minister werde.-) Ja da« Album, welchedi« Juden Italien« Moses Montefiore zu dessen 100.Geburtstag überrrict trn» schrieb er, daß, wenn die Juden vielleicht nicht immer mit einer weisen Reserve von dem erlangten Rechte Gebrauch gemacht haben, man des lateinischen Sprichwo»«« sich erinnere: plus pre-sa, pinn aurgir. Er selbst war sehr bescheiden und wünschte, daß seine Brüder gleichfalls eine gewisie Zurückhaltung im öffentlichen Leben beobachten mögen. Maurogönato war auch in Wien Es war an einem Beriühnungstage, da sah ich in meiner Näh; einen Fremden im Tempel sitzen. Er wurde wir als Maurogönato vorgrstrllt. Ich freute mich sehr, den B>ce»Präsid«nten des italienischen Parlaments unter meinen Zuhörern zu wissen. Er folgie meiner Red« mit Aufmerksamkeit und sagte mir einige freundliche War«. Jsacco Pesaro Maurogönato hat seinen Namen in die Annalen des Königreichs Italien eingeschrieben und auch seine Glaubensgenossen werden ihn preisen als einen Mann, der feinem Stamme und seinem Bekenntnisse zur höchiien Ehre gereichte. Görz, 10. April 1892. Dr. Ad. Jellinek. gtHDttfanu«. Suhl «««her trSat gar schwere Last, Und ttmpst sich har« darch's ütbtn, Und gönnt sich weder fiknh Nach Rast, Um ehrsam ut erftrctc*: Für iel« Lieb»» «leid und «rat. Dah sie nicht leide, Mtt’u Roth. ©a* ihn im Kampf nicht finke» last«? Bas ihn erhall t« Seretre? Sora» er halt mit Lied« fest? Sri immer ihm zur Veite? Der «la»be itz'« an seinen «km, Der ihn beschützt in jeder Rmh. Wohl dem, der stet» im Leben trügt De» einzige» Sott i« Herze», Der, ihm vertrauend, »immer fragte Wozu mir all' dt« Schmerzen? Der ihm, um« leine Pflicht gebeut, Und sich mit seinem Theil« freut. _I rarsch.Smmmtch. Aur religiösen Ilefsr». Es klagen und jammern die Ueberfromme»! »Das Jude»rhu» geh« verloren. Es »erde zu viel d'ra» geichoren". Fürchten, daß bald um den Zopf es gekommen! Das Vchdne, das unser« Thora enthalt. Dt« wir einst von «Kose bekamen, Und Biller zur Richtschnur sich nahmen, Sird ewig bestehen, so wie di« SeltI Dach was di« Rabbt»e» später geboten. Das dürfe, Rabdinen auch kürze», Berlchdaern oder - gar stürzen l Der Lebend« steht HS her, als die Tobte«! — De« Lebende» bienen Errungenhette» Aus neuen Wiffenoqebiete» Die »och unser» Alte» nicht blühten, I» den graue» und finsteren Zeiten! Sa» die geistigen Führer der Jetztzeit sehen, Sas der Mund des Listende» spricht, Das schadet dem Judemhum nicht; - Gelautert nur wird «» auf» Reu« erstehen l Der Menkchhei» Versöhnung streben ste an, Die weise« Gotretgelehnen. Und was von Propheten wir hörte». Durch ihr« Belehrung — brich» es sich Bah»!, (DSorah) ll^ Ra,«» I. Ae»tsche^M»r1rLt-set. von L. in dl. Ist er dabet, beginnt Damit da« Passahsrst Ju den Abendstunde». Doch ist er fort, so find .Wir dt» zum Woche»setz Dazu g«setz.ich verbunden. Antisemitische Ktymologte. In der neuesten Nummer der „Deutsch-Sozialen Blätterdiese- Houptoroan« des AnlisrmikiSmus, (S. 182), werden die Namen: „Äotjn, Kahn, Lahn, Eahen, Eahin u. s. w.*, die, wie allgemein bekannt, von dem hebr. ,^koh.nfN2, Priester) abzuleiten sind, in blindem antisemitischen Haß aus den „Bruder-Mörder La inifpj zuiückgeführt Der Antisemitismus machte seinen Anhängern nicht nur ein L für ei« U-, sondern auch ein 'p für ein '2! ») »egenmartig ist bekavnttich Luzzatti Finanzu. Schatzmt»istrr II. Keßrätsches N«me»rLt-set. Bo» 0 in L. Enkel Eham'«; Enkel Lmnech's; Enkel Isaak'«; Enkel Terach's; Eukel Srtr's fieb» ltedlim ans. Wen» «a» dir Lösnng bringt A«ß-ß«»G der Aittkl-ri » 2«- Brraatwonl. «edatteur: Dr. «.«ahmer, magdevur^ Druck: Be»dtz ch H»h^lfr.D. L.»«U»