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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 17 (1892) · p. Seite 66

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
17 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 66 (sequence 4)
Language
German
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/' an dir Auweseuden und wirs di« ihm und seiner Frau dar- ,,«trachten Ovationen zurück. Er betonte, daß er es ais seine Pflicht betrachte, seine Kräfte, soweit es sein Geschäft ihm bestatte, den Armen zu Diensten zu stellen, daß er indeß n diesem schweren Werke von so vielen guren Menschen unterstützt werde, die sich der Freud und sind der Anstalt winnern und diesen gebühre herzlichster Dank. Ebenso den Lt-rendamen, die ihren hüu-lichen Herd verlosten und ihre »hafte der guten Sache leihen. DieftAnstalt zeuge von-deutscher Güte und jüd. Barmhe-zigkeit und stetwerde das Wort, welches am Seider-Abend getagt wird: .JederHungrige trete ein und effe mit!' hier zur Wahrheit werden. ES solle in dieser Stadt unverschuldet kein Annen weder zu darben brauchen, noch qcnüthigt sein, sein Gewisten bezüglich der Speisrgrsetze zu bedrücken. Er bat di« Anwesenden einen Trost in dem Peßachfeste zu finden, daß wie unsern Vätern in Egypten nach langer Knechtschaft > Befreiung wurde, auch ihnen bald die Stunde der Erlösung! von ihren materiellen Soigen schlagen möge.! So verlies der Seider-Abend in der jüdischen Volksküche, i kennung zu Theil. Der letzter« verlieh ihm das goldene Berdienstkrruz t Kl vom Orden Heinrichs des Löwe« und gewährte ihm ein« Audienz in welche der glücüiche Jubilar aus dem Munde seines Fürsten selbst hören durfte, wie sehr man sein Thun und Wirken auf öffentlichem Gebiete schätzte. Was aber Herr Goldberg für seine Gemeinde speziell und für all« anderen israelitischen Gemeinden deutscher Zunge geworden ist — haben wir noch nvthig u hier zu sagen? Wer wüßte nicht, daß die in vielen deutsche» Synagogen ein-!geführte moderne Richtung des Gottesdienstes von ihm her« tammt! Wer wüßte nicht, daß Er es war, welch« durch die Herausgabe seiner 1843 zuerst erschienenen Synagoaengesänge, die im schnellen Rundlauf in v»«len Gemeinden Ein« gang fanden, dem Gottesdienste die erhebendste Weihe zu geben wußte! — So ist er der Nestor der deutsche» Ean« toren und Componisten auf dem Gebiete desynagogaleu Gesanges.*) Per «e»e Iei»e. Kl» fette»» I»VUä»m Fürwahr, wenn je diese Bezeichnung zutreffend war, so tnfft sie auf das Jubiläum zu, daam I. Passah j unser Obercantor Herr H. Goldberg, der älteste und > unstreitig verdienstvollste aller israelitischen Eantoren und i Komponisten, auf dem Gebiete des synagogaleu Gesänge-, i begeht: da- Jubiläum seiner fünfzigjährigen Amtsthätig. 1 keit in ein und derselben »Gemeinde, in der israelittschen Pemeinde Braunschweigs. Diese- Jubiläum ist um so verdienstvoller, als es nicht der gesammten erspiießlichen Arbeitsthätigkeit des Herrn Goldberg gilt — o nein, bereits v.w 13 Jahren konnte der Jubilar sein övjähriges Amtsjubiläum feiern und vor 3 Jahren da» sechzig>ährige! Es ist vielmehr die Feier der Wiederkehr oes fünfzigsten Jahrestages seines Amtsantrittes in der Gemeinde Braunschweig Alle — nicht nur die Glieder seiner Gemeind«, die in ihm durch ein halbes Jahrhundert den Lehrer und väterlichen Vorbeter verehrten, nein, auch die ganze Bürgerschaft Braunschweigs und vor allem dir israelitischen Eantoren Deutschlands wollen die Feier mit dem Jubilar begehen. ' Denn, zu dem ausgezeichneten Lehrer und Eantor in ihm,; zu dem gefeierten Erneuerer des synagogaleu Gottesdienstes > .üseüte sich in H. Goldberg der in allen humanitären; Dingen in erster Reihe steheuoe Bürger. Eng verwachstn war er, ist er mit dm Braunschwelger bürgerlichen Grj meiitwesen. Er war Mitbegründer des zu hoher Blüthe emporgediehenen Männergesang-Bereins, der chn schon 1871 mit der Würde der Ehrenmitgliedschaft schmückte. Er war lang« Jahre hindurch Vorstandsmitglied und crster Vorsteher des HumanitätS-BereinS. dessen seaenSvolleu Wirkens heute noch mit voller Anerkennung gedacht wird. Und wenn wir hinzufügen, daß H. Gold berg jener Mann war, welcher zu der Errichtung des Denkmals vor dem Hohen Thore zum Gedenken de« Sieges des Herzog- Friedrich Wilhelm über die Fcanzosen beim Dorfe Oelprrn den ersten Anstoß gab, so haben wir nur immer in schwachen Eonturrn das gemeinj nützige Wirken des heute Gefeierten gezeichnet j Dafür ist ihm neben dem Lohn, von dem das Herz j allein Kunde giebt, auch äußere Anerkennung in schmeichelhaftester Form zu Theil geworden. Als unser Jubilar vor 1 : Jahren die Feier seine» öüjährigen W rkrn« im Herzog« thum Braunschweig beging, da ward ihm nicht nur von Seiten des Herzogl. Staatsmiuisteriums und vom gesammten Magistrate der Stadt Braunsckn-eig, sondern vom Ober« Haupte des Lande» selbst, vom Herzog Wilhelm, hohe Auer« In Deutschland, dem Reich« der G»tte«s»rcht, Der Tugend und fromme» Titte», Hot um» de» Hein« neu zuaeftutzt, Und a «»gemerzt und beschnitten. Herausgmebrn hat Kamele« Die Wem des tobten Dichter«, Die .AUsgewshlien": er übernahm Da« Amt «ine« Sittenrichter«. Was .tittlich, religiv« und politisch" ihm Im Geringste» nur schien „verdächtig", Und .^nstSstig", da» «xpuroirte er. Und sSuverie Alle» bedächtig. O, armer Hein«! D» hattest »och nicht Genug gedulde«, gelitten In Deiner Matratzengrust l Run bist Zum zweiten Mal gar Du beschnitten I.... (Au« der „Deborah") _ Hugo Andriesse» Aotsche» JhhWvon 0. in S. Stell' ich mich an di« XMt, To steht «an bald ein Thier, Da» «inst in hohe» Ihre» stand aalte» Pharaonenland zieh ich «ich zurück, So zeigt «» sich dem Blick Am hohe», heiter» Himmeltzarlt, Doch ohne Just — wenn'» Euch gefällt. A«ßSf«rg der Kitthfri i» »«. Mr. I. «chener» (— Scheune»), sch»»«« (— reinigen). II. CNt««« (Dat. Pl. v-Wein): M* AAei««»» Act 1. Tag Pehach »nd Tisch» wn fallen stet» auf denselben Wochentag.) Ul. »r, Wnn%. «trtss »»«. vl rnro, rtpry V. «U« pn wir» durch Hinzufü^Utg von 3 Strichen: jtvN VL nqpjn«?; «»fang», und iLudbuchstab« Ny (lodter.) in der Mitte 7 VN. «) lieber dt« JubUäumäfeier am l. Paffahtage ». s. m. mrgl man de» Original-Bericht in der beiliegenden «nmmer der .Israelit. Wachcaschllstunter braunschweig'. Berantworil. Redakteur: Dr. M. Rahme rxagdeburg Druck: Beadtz chHnhn, (ft. D^L Wolff», Magdeburg Berlag: Robert Fries«, Lolpzig

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