Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 14 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 4)
- Language
- German
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ursachte, und Herr Schreivogel Meder knirscht« mit den j Zähnen und zerwühlte sich den Bart. Unterdessen vergaben die Sieqer in ihrem Freudenrausch i auch nicht die Lehrer. j .Diese Schulmeister', sagte nämlich ihr Parteiführer; | .haben ans nicht schlecht betrogen, aber wir haben auch l oha« ,hr« Hilfe den Si« erfochten. Ich habe es ja auch bald durchschaut, daß sie sich mit unseren Feiudea zusammengethan haben. Um so besser! Jetzt sollen sie aber unsere Hand fühlen, diese Schulmeister, .die unser Brod essen!' In einem anderen Hause wieder saßen fünf bis fechr j Männer, die Spitzen der besiegten Partei, die in stiller Trauer ihren Durchfall beweinten; aber aiuh sie vergaßen : in ihrem tiefen Schmerze nicht der Lehrer. .Hat unS dieses Lehrergesindel betrogen!' knirschte einer von ihnen. ,Zch hotte bald die Ahnung, daß sie unS hiniergehen; sie sollen unfern Zorn aber noch einmal fühlen, wenn wir wieder ans Ruder gelangen!' JUfe» t*r Kalte». Verschiedene Nekrologe auf den engl.Prediger Spurgeon', sagt das »Jewifh Crouicle' erinnern an die Geschichte von dessen charakteristischen Bertheidigung der einmal von ihm ausgestellten Behauptung .er rauche zur Ehre Gottes.' Er rechtfertigte diese Bemerkung durch die Erüärung, daß knie Handlung zu gering oder unbedeutrnd sei, sie mit einer frommen (religiösen) Absicht zu vollziehen. Eia ähnliches Beispiel acuter, religiöser Empfindlichkeit zeigte der Kabbalist Alexander Süßkind und dürfte «S! die Leser interessiren. folgende Stellen aus seinem »letzten Villen', welche die Aptfilnununer der ,/«wi»b Quart«!*? Review* mittheilt, zu erfahren. E« beißt in demselben: .Wenn ich jemals etwagebrauchte und fand, daß ich «S schon liesaß und rS nicht von Andern zu leihen brauchte, bankte ich Sott. Wenn ich eine Prise nahm, that ich dasselbe, well ich ja auch hätte zu arm sein rannen, sie zu kaufen. Immer, wenn ein Ungemach mich traf, faßte ich: .Gott ist gerecht?' DaS that ich auch, wen» ich «erne EchauftabakSdofe fallen ließ. Wenn ich dann später fand, baß der Echnnftaback nicht verschüttet worden war, dankte ich Sott mtt besonderer Freude. Wenn ich die Dose nicht finden konnte, fügte ich mich gern in de« gerechten aSttlichen Willen und wenn ich sie dann später wiederfaud. freut« ich «ich besonders und dankte Sott.' ES kann nun nicht geleugnet werden, daß Aeuheruuge», wie diese, an daS Lächerliche grenzen; immerhin zeugen sie aber von einer sehr ftommen und gottergebenen Besinnung. Solches Thun mag nun zwar lächerlich scheinen. «S ist aber in den Sprüchen der Väter ausdrücklich vorgeschrieben: .Alle deine Handlungen mögen zur Ehre Gottes sei».' Auch der Talmud (Lor-vdotd) lehrt unS, daß wir bei allen menfchlichen Vorrichtungen und Borgäugen in der Natur Sötte« gedenken sollten. Rabbi Meir lehrt, daß jeber Mensch täglich 100 Benedictiouen zu sprechen verpsiichtet fei. Z>a,td uno Saul. Ballade voa Dalbiaer Dr. P i <t-Marieaburg W flieh« David Saul« ««»alt. Dem Vogel gleich von Ott zu Ott, Bald schweift er hier, bald schweift rr datt; Die. nirgend» ward dem Müden Halt. ' - «tu tttia'ttsch Hoffe» dich beschlich. Die »ah' der Wüste »oh»en, kaum ErspV» fle deine« »leid«« Saum, _ Sie eilen und verratben dich. - Der M»t« ruft: .Ihr stimme» «»?!' Er zieh« hi» oh»' Unterlast, Zieht Lag an, Dacht — ihn treibt der Hat —, «U« gilr e« eine» Siege«!« »s . Daß Saul in droh'nder D«he sei,'*äM^'' Die« wirb sogleich durch Späher« Mund De« ab»ung«Ios«n David kund Der aber bleibt »an Mengst,n frei. Der oft dttvihtt so hohen Dtuth, Er waai flch. wie ei» kühner Le», S>'» Feinde»lager so»der Scheu. ie pawwt in >hm de« Trotze« Gluth! Um ihn ist Üernenlos« Dach». Und siehe Sani und Saul« Getreu'», Sbk alle tieft» Schlaf« sich sie»'». Dicht Einer, auch nicht einer wacht Er staunt Auch sei» Begleiter staun«, Der sich, eia Freund, ihm beigeselli. Wie dessen »ntlitz üch erhell», Da in de» David Ohr er rann«: .Sieh' dach, die» Ist ein Fingerzeig. Dag Sott, der väterlich dich liebt. De« Todfeind in die Hand dir aiebt! Und nimmer, David, warst du füg. .Dich» Dachgier ist'», die dir gebe« De» Feinde« Tod. O -renn», du weiht, Dein eig.n Lebe» e« dich heistt v tib»'ihn jetzt! D» tonnst »« heut'!' ..Dur zeihe «ich der Feigheit nicht!". «Uaegnet David. ..Wen» d» mir Sa bist «gebe» wie ich dir, Heist' »ich nicht »ttchen »an der Psltchtt ..Ich soll «ei» schnldlo» Schwett in'« Herz De« »Snig» senleu, meine» Herr»! Bet Sott, ich schwör',, die» sei mir ser»! Fützllaftr müstt' ich stt, den» Erz." Sa spricht der »nerschrack'ne Held Ist« hebt die heU'g« Leidenschaft Der Stimm« männiich schäae Kraft «oll schallt e» über'« äb, F,l» Sie all' erwache» .Ja, fürwahr, — Ar hüttt gut de« König» Hanpt! Der Känig wäre — glaubt mir, glanbtl' — Dicht mehr, wenn e» mein Wille war!' Sa» Sani erwldett, Mpgt so tränt. »Mein edler Soh». nur Daakbatteil Sei mir form» für dich bereit I» Kr sagt e« weich und weintt laut. I. ZwUss-eM-t-tzUchii-e Bo» Ko««» er uur in'» Obst hi »ei» Wirb mehr »l« Osfiztee er gern: Komm: er baz» »och hinterdrtt». Bezeichnet'« »üch wohl «tot« de» Heer». II. Nattsch» Kige»»«me«-Aätßf<r. Bo» ein» treuen Lesers» l ist von der Milch da« Beste Ml» st ist er hi »zu gedacht, De» Ganzen sei zu« Jubelfest« Herzlicher Glückwunsch dargebmcht. ^KfUfMtg der Kitthsel te m. Mr. Jetzt wftlktt dir ei» Hoffanttgester», Et» scho«erliche« Süpenlaud. .De' sprichst du. .bieibtt mir dt» Ha,» De« Saul, bi« mächt'g,. «udiich ser».' I. «So» (Lome»«»«), ««0» (Prephtt), U. SS«, A (S^n.) »»twittl.Detotteur:De.M.DatzmerMa»d«b»rg Ve»1:B«»dt«GH»ha,llrÜtzw Ka,>.-»uri s.-tta«: staben Fe ief«, EttWä»