Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 13 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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SübtsHe» §J L8-r. H«m»1-e9«bni Mn Br. M. >I»h»rr in Magdeburg. *// 3*r 9xtrr|iltxx| ml -eletzrmjir Irr jsr«Msche -«iüe. <Ui^kwGlrr^ch»r^m»i»«»1e» Platte ist «ttrrjagt.) „vecstellt." Jüdische LiihaueN» von Nathan Tamuely. (««V-K.» ' Bis in die Seele erschreckt, versuchte der arm« Jakob die Flucht zuergreistn, aber da sichte chm einer von ihnen «ach und faßte ihn wie mit einer «senschraube um den Hals. .Halt, Jvdrajuu-e* 'chrie er, „sonst schnür' ich irit di« Bürgel zusammen, daß dir die Augen wie zwei Gummi» hülle au» dem Kopse springe»!' .Dawillst du von mir?" fragte der Arme erdfahl im Gesichte. .Ich will vorerst wisst», wir du heißt.' .Ich ... ' stammelte ter Arme .ich hBßr ... ich Hetze Iaques ... ' , „Jaque»!' fielen alle nie Wütheud: über ihn der .der Judeuhund heißt gar JaqnrS. den großen Herrn will er liier spiele« — Hut ab, Ändenjrugel' Dabei rrsseu sie ihm die Papiermütze vom Kopfe, die sie in ein« Lothlache schleulrerten. .Her mit dem znsamvwngegaunerten Geld!' schrie jetzt einer von ihnen. .Heraus damit!' heulten ihm die aaderu nach. Der Arme arbeitete mit Hände» »ad Füße», um sich aus ihrer Mitte zu befreie!,, aber mehrere Hände zerrte» ihn j» geben. »Hurra!" stimmte die wilde Rotte an .der Jade»berget ist pftml!' Mit dem Mathe der iverzweifluna raffte sich der Arme auf und warf sich auf einen seiner Pemiger, aber nenerding« rissen sie ihn zu Boden nieder, wo sie mit rohen Fäusten wes ihn losschlugen und chre spitze» Nägel chm ins Gesicht ' daß «m das Blut heromffpritztc und sich mit «em Kmh« vetweUgw. verzweisttt wehrte sich der Arme den und Füßen, aber während bei Ringens rollten Ihm ßie von ihm so mühst » «mesammeltrn Geldstücke «rüder Tasche »ach verschied«»«» Richtungen hi». - .Hurra Geld!' brach,« allein einem wilden Gejohle aus „dem Jodeuhmrd rot» das bei uni znsanunengegaunerte Geld aus der Tasche! Ml diestm Rust strben sk alle anseinauder, jeder emeuc andern Gckdstücke nuhjagend, das sie aufrafften und tzch damit dir Taschen füll«», während der arme zerschnntene Inkob sich sm Baden wäkj»tr, weinend und jammernd: »Me« Geld! Mein Gelt! Erbarmet Euch, gebt mir wein Geld zurück, was sang« ich oh« das Gel» an?...' I» dtqem Augenbuck stürzte mit fliegenden Kleidern ein« dmchle Gestalt herbei mck> miteinem heyzerreißenden Drhgeschrei, das unheimlich in die Nacht hinansvaag rief sie: »Ach und weh, mein Jakndl Es ist die Stimm« meines Aakod. meines armen KinIles^jak^I' Li^MiMrr war cS, die da» Haus vrrlasst«, um ihr ~ da» ihr so lange ansgeblieben war and us der.Ferne erkannte. „Himmlischer Bater!' jammerte sie, sich über ihr Kind werstnv und «S in ihre Arme schlcehenb, „du blutest mein Kind, bist mit Koth besudelt! Mein liebes Kind im Schlamme mit Kmb befleckt!' »Mein Geld!« wimmerte der arme Jakob, dem nur sein saoererworbenes Geld am Herzen lag, .sie haben mir das 'Geld geraubt!... * Die Mutter jedoch dachte keinen Augenblick mehr an da», Geld... * .Du blutest, mein liebe« Lind,' weinte sic, .du bist mit Koth besudelt! Sie haben dich geschlagen, blutig geschla- Sa und besndekt — und Gott im Himmel hat «S zuge- »enl... ' Sie riß sich das Tuch von den Schulter», wickelte ihr blutendes Kind hinein, das sie auf ihre Arme nahm und es «ich Haust tragend, schluchzte sie während d«S ganzen Weges: .lüie haben mir mein armes Kind blutig geschlagen «ad besudelt^ mein einzig geliebtes Kind, und im Himmel hat e« znqesthen!' * » In dem kleine», traurigen Dachstübchen, brannte auch Kuh-, ganz wie gestern «in kleines Talglichtchen und beuchtet« oaS trostlost Elend mit düsterm Scheine. Die gckero weinte» auch heute die Zimmerdecke und die rcmchg>schwärzten Wände dicke Thrämn auf die Bewohner herunter, aber im Haus« sthlte der Sonnenstrahl. Der kleine Jakob nämlich lag zerschlagen auf einem kleinen ärmliche» Kettchen, seine Wangen brannten in verzehrender Fiedergluch tfnb in seinen Fiebertränmen entfuhren seinen Lippe« abgerissene Sätze, zumeist von den Erlebnissen des Tage«, die er in seinem aufgeregten Gemüthe nochmal» durchznleben Wen und jedesmal kehrte in seinem Geschu-iche immer das Parimliedchen wieder: »Horcht nur ans «eise lieben Leut', lustiger Purim ist bei uns heut' — da» tat: eine traurige Ironie in diestm düstern Räume klang. Reben ihm saß bte Stator mit thränengeschwollenen Augen und wand in eine« Kübel voll Eiswasstr nasse Tücher ans, di: sie die ganze Akacht hindurch ihrem kranken Kind« ans den Kopf legte. Erst gegen Morgen ließ die Hitze nach und die Fieberträume bdrtei, auf. Der kleine Jakob üffnete die Angen, sah lange ui« Mutter an. die stille in sich hineinweiutr, und dann flüsterte er: .Mutter! »Was, «ein Herzkind?' Ter Knabe Mang die Hände um den Hals stiuer Üktatter und hielt sie fest a« fw» gerückt. .Beleihest da mir Mutter?' fragte er mit rührender Stimme, sie erwartungsvoll ansehend. „Wir soll ich dir nicht verzeihen, du mein einziger Trost?' .Ich bleibe von jetzt an, nur mit dir zusammen? fuhr er rührend fort „nein, nie und nimmer wäde ich dich tot* lassen, nie mehr werde ich mich Iaqnes ne «mul'