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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 11 (1892) · p. Seite 44

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
11 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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fratafMttgoi «m ei»e» Nar»i-»«y. Pon Tr. 9, Deutsch, k hl maliger jJnBMntr In trSr.*) 5 Mein Lohn!'!Die Wahl Deines zukünftigen Berufes soll ganz Deinen Neigungen überlassen bleibe», doch w'll ich heute Dich mit einigen Rathschlägen versehen, damit Du dereinst auch meine Erfahrungen benützen kannst. Kaufmann werden heißt diejenige Laufbahn wählen, welche am häufigsten zur Höhe gesellschaftlicher Stellung führt. Dabei kann man sogar ein anständiger Mensch bleiben. Handwerk ist der edelste Beruf, nur ist cs merkwürdig, daß seine Lobrrdncr ihn nur den Kindern anderer Leute empfehlen. Der ärztliche Berus ist eine Wohlthat für die Menschheit, welche glaubt ihn nicht entbehren zu können. Jurist werde» heißt: Schwiegersohn lernen, das ist nicht schwer und sehr erträglich, mit dem Talmud zu reden, ein leichter, manchesmal auch sauberer Erwerb. Am wenigsten kann ich Dir aber empfehlen, Rabbiner zu werden. Das bringt wenig Geld und wenig Ehr'. Wenn Du aber vielleicht auS unglücklicher Schwärmerei oder aus Mangel an anderen Fähigkeiten n. s. w. zu diesem Berufe greifen solltest, dann merke auf folgende Lehren: 1. Darfst Du nicht zu viel wissen. Gelehrsamkeit schadet Deinem Wirken. Man findet, daß Du ein Pedant, ein Klnnigkeiicvkrämer, ein Bücherwurm, rin unpraktischer Mensch und daß kein Redner bist, weil Du gelehrt sprichst. 2. Ueberhaupt sei vorsichtig, damit Du ja nicht in den Ruf eine« bedeutenden Menschen kommst, den» bist Du einmal bedeutend, so erweckst Du da» Mißtrauen. Man fürchtet. Du könntest 1« selbstständig auftreten, zu wenig dankbar sein für die Woylthaten, welche Dir der Borsland am 1. eines jeden Monats erweist und man ist ärgerlich, wenn andere Leute mit ihrem Urtheil dem Scharfsinn des Borstandes zuvorkommen.?. Hüte Dich davor, in amtlicher Beziehung sowie als Mrnstb einen guten Ruf zu erlangen, denn vor Allem wird dadurch wieder der Scharfsinn Anderer in den Schatten gestellt und dann glaubt man das Gute nicht gern. Hast Du aber einen Flecken in Deiner Vergangenheit, der jeden anderen Menschen gesellschaftlich unmöglich machen würde, kan« man Dir naHsagen, daß DuDeine amtlichen Obliegenheiten lässig erfüllst, daß Du eigennützig und unverträglich bist, so wird mau das für Berläumdung halten. Erzählt man aber, daß Du pflichttreu, uneigennützig, verträglich bist, wird man das für Lobrednerei halten und anderseits wird sich immer jemand finden, der Dir die Ehre abschneidet und dem wird man glaube«. 4. Es ist ein iluglück für Dich eia Deutscher zu sein. Wärest Du Polkas Rusie oder gar Magyar, so würde ich Dir unbedingt zum rabbiuischen Beruf rachen. Du «hälft dann sicherlich eine große Stelle. Darum ist eS vorläufig Dir zu rachen, daß Du Deine Abkunft möglichst verschweigst. Es ward auch vortheilhast für Dich sein, wenn D« Dich gewöhnst. Jun-g« Collegge zu sprechen. Dann wirst Du interessant. 5. Wen« Du predigest, dann sprich so, daß niemand eine Disposition herausfinden kann, schreie aber recht laut. Du auch recht rühreud sprechen von den zarten Lämmchen (Kindern), für die wir unser .Herzblut hergebcn, von einer •} Jetzt Professor am Rabbi aerseminar (Habraw Uaioa Co 11 eg«) l» ikiucimmti. Dir erhielten obig« Epistel des , Radbimttsmfttem' am Tage seiner Abreise nach >»erita mti «iniqen liebe» Adschiedtzeilen, >-«1» er die Hoffnung «»»sprich«, dte Epistel jenseits de« veenn« ge» druckt in unsere» Blatt« ju ffcn- Sir kommen dem Wunsche des tttnolipa Mttaebeitrrs, der bei seinen grollen stshigtei»» vernrtheilt »ar, in einer kleine» Gemeinte unter allerhand Widerwärtigkeiten als liadb«»-r ui ftmgiven, — modarch er etwa» verbittert anukc — in dieser Pnri»-«r. nach (Redl . Mutter, die mit gerötheten Augen bei dem trüben.Kcheiw: der Nachtlampe an dem Bette ihres Lieblings sitzt »nd fein" fieberndes Händchen anS Herz führt, sein pochendes Herzchen fühlt und sinn glühendes Gürnchen kühlt. Die Frauen aaf der Gallerie werden sich die Augen zwischen und Du bist ein gemachter Mann. 6. Sehr wichtig ist es. daß Du kein Priacip habest,, besonders kein liberale«. Die Frommen mögen da« gewiß nicht, und die Liberalen wollen, daß für ihr Geld jemand ander« ftomm sei. 7. Glaube ja nicht, daß man durch eine kleiner« Stelle sich auf eine größere vorbereitet. Unsere Gemeinden hallen es mit Göthe, sie brauchen unbescheidene Rabbiner, und die Rabbiner-Anstalten sorgen dafür, daß immer junge Rabbincn da sind, die man unter die Haube zu bringen hat. 8. Bleibe so lang als nur möglich uaverheirathet, dann hast Du mehr Chancen bei einer Wahl; hast Du ein Berhältniß auS der Studienzeit, so verschweige es. 9. Wenn Du irgendwo zur Probe bist, küsse der Frau Vorsteherin die Hand und laste Dir von ihrer Tochter Klavier Vorspielen. 1V. Wenn Du eS aber mit Dir selber gut meinst, schlage. alle meine Lehren in den Wind und werde lieber kein Raobiner. Tut de bnitt! Der kleine David hat beim Spiel ein Zweipsenuigfrück verschluckt. Die Mutter erhebt «in Wehgeschrei. Der im Nebinzimmer litterariich beschäftigte Vater erkundigt sich nach. der Ursache de- LärmS und nachdem er dieselbe ersah»'«», sagt er mit Würde: .Jetzt bitt' ich mir aber Ruhe aus. Du speist ja gerade, liebe Sarah, als hätte der Junge ein. Zwanzigmartstück verschluckt." I. MsrtrLlysel. BonJ. Saufmann Assen. Mit ft ist er als Dichter Berühmt im teutfchen San»; Mt t er arte» R tchter Uns schützt «ik Herz und Hau». II. A-SrÄsche- SiaemrLthsier. Bon C. 1« H. Ser vom Arsten allzuoft Arteugiftck sür sich echosst, «nh als Ganzes oft ertrotzen, Sa« die aateren drei besagen. HI. I»ktsprchcht^ ^chsrzßo«sRy«. Ain deutscher Kaiser, wohlbekannt. Der „Grotze" mar er zutenannt; Hetze,tsch hiell er so mte Du; Drum roihe Du — Du triffst'» im Ru. der Aitttzfet i» »sr. Wr« I. «oos. 1L «Alle», «ft*« (L Rordrullian»). HL anfmQ ArMlnngen (kommt t. d. Bibel »ich» var> IV. -AN. lBatrr tz. vri. s. Azotz. 17, 1C>; feilte« wsiß,»» Staava («fiter 8, 16). . Be,aNNtertI.RWakanr:Dr:M.R«hM«rPtetztetzar^ Drack:BenditzchHaha, llrüherL.LSotff),«ngtetzarg Brriag:R^ertAri»se,^eipst,z

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