Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 9 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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liftntei Gleichniste ihreS Freunde«, Herrn Maceoby, de» <' menitzir M«ggid, ja auch genügend bekannt. Berühmt unter den Maggidi« war der Maggid von -^ubn». der einst in sehr geschickter Weist zwei Herrn, mit ..wo« aufgeklärte» Ansichten zum Gegenstände drS Grläch- ' ,« «achte. Diese kamen eine« Tage« zu ihm und erklärten .ihre Bereitwilligkeit, einen Vortrag von ihm anzvhören, «ch unter der Bemnguvg, daß dieser weder mit biblischem -xte b, ginnen, noch BibelverS (Poßuk) enthalten dürfe, ^er Prenger fing deshalb mit einem Mascha! (Gleichniß) von einem Rlanne an, der sehr furchtsam war. Dieser wollte •»Mt einen Müller auS der Nachbarschaft ein Geschäft machen, «t«r um zu chm zu gelangen, lag rin große« Hindrrniß im -öege. Zn der Mühle waren nämlich zwei große Bullenbeißer, welch« die häßlich« Gewohnheit an sich hatten, jeden fremde» onzvfallr» und und ihn mit ihren Bissen zu traktiten. In seimr Verlegenheit wendete er sich an den Raw, lelchcr ihm sagte, nur nicht bange z» sein, denn er würde ihm einen BibelverS sagen, den er rreitiren sollte, sobald er ", bk Nähe der Mühle kommen würde; und sobald die i^unbe den BerS hörten, würden sie sich ruhig verhalten, ^'vebrrfsrut ging.unser feiger Freund nun ohne Furcht auf üe Mühle zu. «Kaum war er aber in ihr« Nähe gelangt, xlS die Hund« ihn bereits bemerkten, hervvrstürztcn und ihn ubellten. Heftig erschrocken läuft er fort, läuft athemlos -im Raw zurück und erzählt diesem, was vorge-alle». „Aber warum habt ibr denn euren BerS nicht gesagt?" „Ja, dcS ist eben das Unglück", erwiderte er, „die Hunde wollten mich ja keinen Poßuk (BibelverS) sagen lassen. Die Antworten der Rabbiner an die Skeptiker waren >st überreich an überzeugenden Scharfsinn und Witz und ■■V Kritik über die alten Predigten trug oft ein sehr hum oistischc« Gewand. Die Geschichte. erzählt von einem Prciger, welcher beim Begräbnisse eines Reichen, der während Tiner Lebzeit kein vorwurfsfreies, religiöses Leben geführt itte, demselben einen sehr ehrenvollen, lobenden Nachruf ielt, rvrlcher mit den Worten begann: .Gesegnet sei dein ommen, geftgnrt sei dein Scheiden!" „Was bedeutet das?" i.üslertr einer der Zuhörer semem Nackbar zu. Dieser erwiderte : „Weißt btt denn nicht, daß dieser Bers in «s? INI Nd er wird dir geben) steht?" (Eine recht derbe S-atyre cv.f gewisse bezahlte Leichenredner!) Denn sprach Herr Dr. Adler noch über die w tzigcn Einfälle des Alcharisi, Rappoport, Heine, Saphir re. Bon de» Letzteren schlagfertigen Entgegnungen führte er folgende au: Ein Schriftsteller, der auf seine (Heine'«) valente eifersüchtig war, warf diesem vor, daß er für Geld schreibe, während er selbst nur um des Ruhmes willen schrieb. Saphir antwoiktc ihm: „Jeder schreibt für das. wa4 ihm .» meisten fehlt." Ein Bekannter sagte einst zu ihm: .Schuldenmachen ruinirt den Menschen." „Ich meine", gte Saphir, „Bezahlen ruinirt ihn noch mehr." Nach seinem Unheil über einen Komiker beftagt, antwortete Saphir: „Wenn er seine Possen fpr sich macht, dann ist er kein schlechter Schauspieler. An der Tafel Rothschilds wurde einst einem Gaste ein GlaS des berühmten I-aowrw»e- Odriuti-Weine» angeboten. Nachdem dieser rS geleert hatte, sagte er: „Der Wein hat seinen Namen daher, weil rin Chnst weinen muß, wenn er sieht, daß ein Jode so guten Wein trinkt." Als Saphir erfuhr, daß ein nichtswürdiger Mensch eiuen Orden erhalten hatte, rief er aus: „Sonst »mrde der Dieb an das Kreuz gehängt, jetzt hängt man da« Kreuz an den Dieb." Einen fthr treffenden Eommentar über die Corruption seines Landes lieferte einst rin rossischer Jude, welcher beim Anblick einer Statue der Gerechtigkeit, die außerhalb de« "«ichshofrs stand, auSrief: ,,@« ist gut, daß die ltzerechrizkeit außerhalb de» Gerichtshofes steht, denn innerhalb desselben girbt eS keine!" Ter ganze Bortraa. in welche« die Unterschiede zwischw» 7. Wih und Humor erklärt und das Charakteristische jüdischen Stammes eingehend beleuchtet wurde, war vast. ' witzigen Erzählungen und Gleichnissen, »vrlche nicht nur die Auftnrrksamkelt der Zuhörer fistelten, sondern auch ibre - wohlthueud« Wirkung aus das Zwerchfell nicht verfehlte« und filbstverständlich den Redner mit dem wohlverdienten: Beifall lohnten. % Der schtaae Schüler Einem Knaben fiel da« Erlernen des jüdischen Alphabets rrcht schwer, er verwechselte die ähnlich auSsehcodm - , Buchstalrn. Er wurde darüber von seinem Lehrer oft zurecht»^ gcwiefin, ober lange ohne Erfolg. Der Knabe bedient« sich' der AuSrede, er sähe die Buchstaben nicht gut und könne sie voneinander nicht unterscheiden. Run geschah eS an einem Tage vor Purim, daß feine Mutter, wie überall gebräuchlich, Kindel (eine Art Kuchen) für das Fest zubereitete. M»t lüsternen Augen betrachtete der Knabe das Backwerk und hätte gerne feinen Appetit daran gestillt. ES bot sich ihm hierp, bald eine paffende Gelegenheit. „Da unten fährt der Milchhändler vorüber," sägte er zu feiner Mutter, „auf bnr - Tu schon lange wartest." „So?" meinte diese, „ich dachte immer, Du hättest schlechte Augen, und trotzdem siehst Tu den Maun von Ferne!" „Ja," antwortete der Knabe, „wenn da» 2 so groß. . wäre wie der Mann, uud daS 3 wie seine Kanne, so würde - ich bald „orrn" (beten) können. Die Mutter cnfferntc sich, um : ihren Bedarf an Milch zu kaufen. Der Sohn benützte ihre Abwesenheit und ließ sofort einige der „Kindel" verschwinden. - Als die Mutter den Verlust entdeckt hatte, stellte sie den - kleinen Schelm mit heftigen Worten zur Rede. Ohne jedoch lange zu leugnen, sagte der Miflrthätrr offenherzig: „Du ärgerst Dick, weil ich Dich fortgeschickt und die „Kindel" - genommen habe? ES steht doch so in der Thora; wir habew . den VerS gestern erst in der ReligionSstundc gelernt: „Fortschicken sollst Du die Mutter, dann darfft Du dir „Kindelnehmen." (8. B. M. 22, 7.) L. N, M0» Ritthsrl-Aufgal, 1. KrvrSlschtS -lilhmsßrlpyi vcn C lnR Mir X und 3, auch 3 und 2 Samt 2ra<knt» man fasln»: Au 8 und I, ^uch.L und 3 «an» Flüssig»» ma-i Inffcn; 1 und 2 noch Niemand jah, crr ist allein für «all nür da. Wer 2 und X de« Stanzen hm. Der ivird N'cht leicht de» Ganzen fatt; Da» Hai nn» Sal'mo schon vertündel. — Wer weist, wo man dl« Eleve finde»? II. Deutsches Komouyxn. Bon C. in B. In Böhmen ist e» ein» Stadt, Dergleichen auch im hetl'gen Land; Ser richtig st» errathe» hat, Siehl hier si« auch al» Berg genannt. AusiSfuug der PSthfel in »ar. Pr. l. «,«, «1«». •MIM*’. n. np (». e. vr. 21, ib.) Tp-ip <s. «. m. 3. ir.) Bn»wti»orlX.Rrdakie»r: Dr.Vt.Auh«»rMu>d«h»rg. Druck: vtudtkKHuhit.(«rSher D.L.«»Iff1. «a^eburg. «erlag: Uobvit Sri » f», Leipgig^