Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 8 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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zu sehen sind. — ES gibt doch kein Vergnügen »bnr ei» Karlenstnelchen. daS wird wohl auch der Herr Sülhe einsehen. Hr.-r Heinrich steckte im Frack, Weiher Binde, grauen Handschuhen, blauscidcner Weste und karirten Beinkleidern, fo das, jeine kugeliunde Gestalt sich wie ein buntbezrickneter Globus ausnabm. Frau Jeanette rauschte in ihrem schwarten Eeidrnk eide mit der ellenlangen Schleppe wie ein Pfau im Sacke herum. Dagegen prangte Fräulein Olga in einer blüthcnrxihcn Seidenroli voller Ri> sitzen und kühner Falten» würfe, die wie rausch.nder Meeresschaum sie umfloh und in ihrem rabenschwarzen Haare funkelte eine blitzende Diamantennadrl. Sie behauptete, sie sei heute i I» Gleichen gel leidet. Eine geraume W>ile sah man voller Spannung der Ankunft der Gäste entgegen, die auch in'der That nicht lange auf sich warten liehen. (Forts, f) Witz und Kumor -ei de« Jude». Bom Lberrabiner Dr H. Adler in London. Unter dem Vorsitze des Herrn F. D. Mocatta hielt Rev. Dr. Adler am 31. Januar c. vor zahlreichen Zuhörern aus dem jüdischen Arbcitcrclub und Jünglings-Institut einen interessanten Vortrag über obcnsnhendes Thema, aus welchem wir Fugendes") hier wieee>gcben: Redner bemerkte im Eingänge des Vortrages, es würde ihn Wunder nehmen, wenn unter seinen Zuhörern sich solch« befänden. welche das The» a über „Witz uud Humor" zur Besprechung für einen Rabbiner unpassend oder für unverträglich mit der Würde seines Amtes hielten. In diesem Falle würden sie gegen den Ausspruch des Weisesten aller Menschen verstohrn, welcher sagte: .Es giebt eine Zeit zum Lacken!" und ebenso gegen die Ansicht Earlyle'S, des Weisen von Chel sea, welcher einem ähnlichen Gedanken in den Worten Ausdruck gab: .Keiner der je herzlich gelacht hat, kann unverbesserlich schlecht sein." Und in der That sind Lachen, Frohsinn, Heiterkeit und AlleS, was diese fördern kann, unbedingt wesentliche Erfordernisse, uns in den Stand {u setzen, das Leben aus die beste Weise zu genießen. Die lnruhe und Sorge machen den Menichcn zum Arbeiten unfähig, Heiterkeit aöer hat die entgegengesetzte Wirkung. Als den velstordcoen Sir William Gull einst ein jüdische:: Patient um ein Mittel gegen Verdauungsschwäche bat, sagte jener: .Euer weiser König Salomo hat auch schon ein solihes verordnet: .Ein frohes Herz ist so gut wie Medizin." Heiterkeit ist überhaupt ein wesentliches Bedürfnih für unser Land, dessen Klima in hohem Grade für das sprüchwüttliche mürrische Wesen eines grohen Theile» der englischen Bevölkerung verantwortlich ist. Rsnan. der große französische Gelehrte, behauptet in seiner .Geschichte der semittschrn Sprache", daß len semitischen Stämmen die Neugierde und die Fähigkeit zum Lachen fehlten. Hier hat sich Renan aber sehr geirrt. Den semitische» Stämmen fehlte es durchaus nicht an Neugierde (Wihbegierde) und ganz gewiß nicht an der Fähigkeit, rin heileres Lachen zu erzeugen uud sich an demselben zu ergötzen. Ter Talmud enthält viele humoristische Erzählungen und nätzige Aussprüche. Die Elastirität der Juden setzte diese in den Stand, mit dem besten Erfolge alle« Angriffen, die sie hätten entmuthigen können, zu widerstehe». Diese Elastirität zeigte sich in launigen Einfällen, in Bonmots mit scharfe:: Pointe und tiefem Sinn. Herr Dr. Ehotzner hat mehrere Essays über den Witz uud die Ironie in der heiligen Schrift verösientlicht. _*1 Au» de« .3t». Ihr»»." — deutsch vo» L Lohe«-««» Fl — " ' Als Exempel beißender Satt« estirte Redner ein Beispiel vom Propheten EliaS, welcher den Baalspriestern in spöttischem Tone zurief: .Rufet doch lauter, denn er ist ja,, ein Gott! Vielleicht mag er «ine Unterredung mit Jemande«'' haben oder spazieren gegangen sein; vielleicht auch schläft er und er wird davon erwachen!" Auch aus dem Midraschim ' führte er Stellen an, welche sich auf das Buch Esther de»' ziehen und belichten, wie Haman dem Mordechai von den Eh» ‘ renb.zeugungungcn Mittheilung macht, welche Achaichwerosch, ihm (Haman) erwiesen hatte. Die Purimfeier bot auch in Wirklichkeit Gelegenheiten in Menge, bei welchen ergötzliche Witze von unjern Vorfahien eine besondere Berücksichtigung erfuhren. Allerdings gingen Einige doch etwas zu weit in ihrer Parodirung des Talmud, ihrer Travestirung der Peßach-Haggadah, der Gemara und anderer heiligen Schriften. Viele der Zuhörer müssen im wirklichen Leben gewiß schon so manche Erfahrungen gemacht haben auf dem Gebiete der Scherze und Späße, der Sticheleien und Wortvcrdrchungen, der lau-- nigen Einfälle und schlagfertige» Gegenreden. Diese decke« aber manche verborgene Erscheinung des jüdischen Eharaktzwi^ auf, diesen sowohl von seiner Licht» als Schattenseite aus beleuchtend. Man kann sie als eine besondere Abtheilung im D.partement der Volkskunde ansehen. Als Beispiel sollen Witzes führte Redner folgende Anekdote an: .Ein Jude ging in rin öffentliches Gartenlokal einer deutschen Stadt, um dort den Abend angenehm z» verbringen. Als die übrigen Gäste anfinqen, ihn zu verspotte» und sich über ihn lustig zu machen, verließ er daS ungastliche Lokal. Beim Austtitt aus dem Garten zeigte er auf ein Schild mit der Ankündigung: .Hier bekommt man bayrisches Bier" und sagte: .Ich habe eS so gelesen: Hier bekommt man bei RischeS Bier." (Schluß folgt.) Aufschrift auf de« Leicheuftti« eines Hartherzige». Au» dem Hebrülscke» übersetzt bou L Lohen. O Wanderer, sieh' da» Denkmal hier! Einen Stein zeigt über'm Stein es dir. KätIM-Aufgaben. I. Deutsch» Wörtrrrätysec. Von 0 in R. Ger» nimm’« erst« in Me Hand, Benutz' e» oft und mit Ber»andl Vit «em »wette« Mose» fand Beim KSuig man i Msirtland Wer da« Gau»« nl« getan»». Der heiht mit ttcdit ein Ignorant. II Kevräisch» WörterräihseL Bo» 0. U B. Eine Stadt bekannt Im Moablterla >», Drff» verdoppelt «an In tzalaptna an. der Aitttzsel i» u«. Ar. ») <H, mt, mti*. «etft. b) m OK) wo?; «i, six) Ziege; (UP Thal; ^l»(U)SchMr. M»«anu«ortl.Kedattiur: Dr.M.Ratzm«rMagd«dur^ Druck:B«»dt»sH»hi»,(früherV-Ltsoisf-, sragdedurg. «erlog: Ködert Art es«,LeltzgiG-