Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 5 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Lachen, als würden die unterirdischen Dämonen Antwort geben. E» ist kein Zweifel, daß Orsini auf etwa« Zichrrck» tiche« sinnt. Warum überläuft e« mich jetzt mit eisiger Kälte, jetzt wo ich de« größten MutbeS bedarf? Jetz: packt e« mich an, daß ich mich vermessen habe in Gotte« Rechte vielleicht zu greifen. Wie wird mir? (Orsini leise, »irmattig an ihn herrnqeschltchen, ihm da« Meffer überreichend.) Orsini: Aengstiget euch nicht vor mir, Arm; habet nur Mut Hier, haltet fest da« Messer. Ihr habet e« ja selbst mitzrbracht. Haltet e« fest. Blicker dort hin, dort, dort nahet da« Opfer, nach deffen Blul ihr lechzet. Dritte Scene. <g«m hat da« Messer gedankenlo» in die Hand genommen Las der Anhöhe zeigt sich ein Mg von Mönchen, und in der Mitte oeißgekleidct mit aufgelösten Haare», Esperanza) Hem (will einig« Schritte varwäN», prallt zurück, schleudert da» Mesier fort): Barmherziger Gott, es ist mein Weib! Esperanza (»ben>: Rette, rette mich mein Gemahl! Orsini (hebt da« Meffer aus und überreicht «4 Hem): Ohne Umstünde.?)em, gehet an’« Werl. Da« Opfer steht vor euch. Jede Minute ist kostbar. Arm (vor Orsini knieend): Habt Mitleid mit mir, Kardinal, Mitleid ist rin schönes, edles Gefühl. Mein Blick ist um« nachtet, meine Hände zittern. Ich kann unmöglich an mein theures, geliebtes Weib mit zitternder Hand den tückischen Dolch anjetzen. Ihr seh't ja, eS ist mir unmöglich. Orsini (spöttisch»: Ja, bei einem Christen, da hättest Du nicht gezittert. Nicht wahr? Zeige jetzt Deine Meister- ' " >cl ) en der Lorbccrkranz soll schmücken, der muß immer Murh und Kraft zeigen. Erhebt euch und machet euch strtig. Hem ,flehentlich): Spottet nicht meiner, Kardinal. Ihr habet ein Mensckenherz. hattet eine liel>ende Mutter; denkt an eure liebende Mutter. Denket an ihre letzte heilige Sterbestunde, da sie Euch segnet« und habet Mitleid mit mir. Ich kann unmöglich das Mesier an mein Weib legen. Habt Erbarmen’ Orsini (schroff,: Machet kurz. Hem. Ihr habet selbst da« Nrthcil gesprochen. Euer Weib hat gesunde-, rosige« Blut. Euer Meisterstückchen wird gelingen. Sonst wisset, wenn ihr jetzt euch weigert, dann müsiet ihr und euer Weib zum Opfer fallen. Hem (aufspringend): Ihr habt kin Menschenherz, kein Mitleid und ihr traget de« Heilands Bild auf eurer Brust? Nicht ein Mensch, eine Schlange hat euch genährt. Hm, Scheusal, in Verzweiflung werdet ihr enden, euer Röcheln wird dem Wiederhall de« Donners gleichen und doch wird niemand euch hören, um eure Schmerzen zu lindern. Wo eure letzten Thränen fließen, welche die Verzweiflung euch erpressen wird, da wird die Erde einen Feuer-Krater speien. Die Geister der von euch Verfolgten werden euch in der Ewigkeit umschweben und an eurer Seele zerren, wenn ihr vor GotteS Thron gerufen werdet. Euer Name wird in der Geschichte der Menschheit al« Brandmal der Schande flammen und Finch, Fluch! wird euch Mit- und Nachwelt ruftn. Orsini: Ha, Verruchter! Du wagst es mir zu fluchen. Nimm den verdienten Lohn. (Stürzt mit dem gezückten Dolch ans ihn la«; M ärc o. der seitwärts stand, springt herbei und entreißt ihm de» Dolch.) Vierte Scene. Marco: Kardinal, vcrgesiet euch nicht! («lle «».«senden sehr erreg,; Esperanza eilt ans Dem zu und umarmt ihn.) Esperanza: Dich wollen sie ermorden, mein theurer Gatte, Dich kann kein Himmel mir entreißen. Marco (sich cm di« Geistlichen wendend, welche wiederum in . ' l! Der " ' den «orter,m»nd traten): Hochwürdige Herren! Der Kardinal Orsini vrllangt Unmögliche« von?ftm. Er soll Haud anlcgrn an sein Weib, ihm die Adern öffnen und seine« Weibes Blut dem Papste zuführen. Da« ist wider die Menschlichkeit. Doch bückt auf mich. Ich stehe in voller Lebenskraft und sklle mich gerne zur Verfügung Hrm«. Gelinget sei»: Werk nicht, dann habe ich gerne mer« Leben für den edle», menschenfreundlichen Papst geopfert. Ich bitte euch, gebet : Einstimmung. (Während Lorenz» dl« Btl»»r» der Geistlich»» eure den Mienen.); Schrecken in n Sohn, mein einziger sammelt, zeigen yem und Esperanza große» < Hem (beiseiw): Ha, Marco, mein Sohn, meine Hoffnung, meine Zukunft, mein Alle«! Esperanza (zu Yen,-: Berrathen wir ihn nicht, sonst fällt er des Tode«. Lorenzo »hat dl« Stimmen gesammelt): Wir alle geben Euch, edler Ritter, die Zustimmung. Seid Ihr bereit. Hem? Hem (in Verzweiflung, beiseite): Unmöglich, nein, nein; ich kann nicht, doch ich muß es. sonst sind wir alle verloren. (Laut, nach einigem Selbftkampfe, kniet nieder): „Zu Dir, O Gott, Vater im Himmel, flehe ich. gieb mir Kraft, lenk meine Hand, daß mein Werk gelinge.- (Erhebt sich.) — Ich bin bereit. Esperanza (will auf Marco zuellen — hält sich abee-tzn»' rück und ringt die Hände, beiseite): O mein Gott, darf ich e« geschehen taffen? Lorenzo: Kommt folget mir zum Papste. i«n« entfernen sich durch verschiedene Thu.en; versunken.) Fünfte Scene. Orsini: .Fluch, Fluch wird Mit- und Nachwelt auf deinen Namen schleudern-, rief er mir zu im Angesichte der. gesammten Geistlichkeit. Ich wollte lachen, doch mein Lache»; wnrde zum Schmerzensgestöhn. Ich fühlte krampfhatt.meinst Herz zusammenzucken. Wenn sein Fluch zur Wahrheit M wurde? — WaS brüte ich darübernach? Bin ich denn so tief •Y’* gesnnken, daß eines Juden Fluch mich schrecken sollte? Ist HY es der Fluch de» Einen nur? Hab' ich nicht den Verfolgung«- M Seist geschürt? Hab' ich mich nicht vereint mit Torquemada'« , lutdürsttgrn Kreaturen, die« Volk durch Brand und TodM zu vernichten? Wa« ich begonnen. Hem — deinen Fluch A : will ich mir verdienen. Jetzt erst will ich meine Gewalt euch ,^ zeigen — ich will sie sehen diese Geister der Verfolgten. (Donner und Windgeheul an den Fenstern klirrend, Orsini prall ent- 'A setzt zurück.) Kommet ihr auf meinen Ruf, Gespenster der M. ewigen Berdammniß? Dort, wa» schleichet dort empor au« \ Nacht und Moder? Hinweg von mir Skelette; am Boden M mit flinkn Beinen huschen sie an mich heran, wachsen, heben HY sich und schwellen gewaltig empor, strecken nach mir blutbefe netzte Spinnenarme, drehen und umkreisen mich im Totrn-,M i tanz. Sttvme Blute« trieftn au« tausend Wunden. — Hüllet und Verdammnis! Hinweg, faßt mich nicht an! Hilft, HilftYY (Stürzt nieder.) - (Schlnß folgch; Kedräisißt» SPr»sse»-AätyseL. von C in R. Ein Zeichen nur ist'» erste Zeichen, Und kann ich'» bester nicht vergielchen; »gefügt, Sobald da» zweite ang. Zerstörte« dann nur vor ün« liegt; In Feld und Garte» wird'« durchschritten, Wenn wir'» verbinde« mit den» dritte»; Znm «iesrnsohn wird diese« dann, Wen» «an ein vierte» hängt daran; Wer'« Mit dem fünfte» weiß zu lesen, Der ist'» schon sicher selbst gewesen. te# Wtthseli« »tr. gr« Cheter (altjüd. Schule), mit Umsetzung der Silbe« und Buchstaben der ersten etftc: Bureeht (hibr. der Weg). , der -,”ir: Tr. M.». a "- - Magdedur^ Drnck:D«ndtFGHnh^tsrSha»LN«lsft.