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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 4 (1892) · p. Seite 16

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
4 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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Lüster säuselnd verhallet. Oder war'Ssein Nachtigall-Gesang : der mir auö dem Worte Liebe süß entgegen tönte. Doch > wehe mir. Ich liebe unter dem unglückseligsten Zauberbande, unter rer rasendstenPein, ja wehe mir— unter dem Fluche meines Vaters; (blickt sich um) Doch was sehe ich, wer nahet dort! Achte Scene. (Esperanza und Marco erscheinen aus der Ferne.) Esparanzo ,vcn Marco Abschied nehmend): Last mich noch einmal ans Herz Dich drücken. Elvira (bereite' L Himmel was sehe ich' Marco (in der Umarmung Eperarza'«): Lebe wohl, gönne mir noch dicscn Kuß; bald kehre ich wieder. (Esperanza eilt in ihr wemach zurück. Während Marco abgehen will, tritt ihm Elvira entgegen) Marco: Ach was sehe ich? Elvira, hier an dieser Stelle? Elvira: Tos kam euch unerwartet, falscher Ritter! Falsch wie Eure Tracht, ist eure Zunge und so falsch ist auch eure Seele und so schrecklich falsch euer Herz! Marco (zurücktreteud): Was heißen diese Worte, was soll es bedeuten? Elvira (ihre Fassung verlierend): Diese Worte bedeuten, j daß ih: ein Bcrräther seid (in Thränen ausbrechend): Daß Ihr mich schimpflich verrathen, mein Herz gebrochen habet. Marco «zu'ihr hiustürzend): Gott. rvas höre ich? Elvira (unterdrückt ihre Thränen»: Ich wollte euch retten mit meinem eigenen Leben, mit der ganzen Gewalt meiner Ecele wollte ick euch vcrtheidigcii. O ich Rasende, wo dir ich hingerathcn? wo waren meine Sinne? Jetzt erst faffe ich es. Ihr seid zu allem fähig. Ihr habet den Bater mir gemordet, ihr habt mich verrathen und ihr verführet auch ein fremdes Weib, leider das treulose Weck eines edlen Mannes. Marco: Halt ein Elvira! Dies Weib ist meine Mutter. Elvira (erstaunt): Eure Mutter fügt ihr? Wie ist'S möglich? eure Mutter? Und wenn es auch eine Lüge wäre! O, wiedwholet dies schöne Wort, daß mich in den Himmel hebt und mein Herz mit wonnigem Entzücken berauscht. Marco: Es ist keine Lüge, Elvira. ES ist meine heißgeliebte teure Mutter, die ich nach langer Trennung wiedersah — Ter Perlenthau, der in Dei ren schönen Augen blinkt. Dein heftig wogender Busen, die entzückende Purpurröthe auf Deinen Wangen, dies alles sagei: mir Elvira: Die Flamme, die in meinem Herzen lodert, die verzehrend in meiner Seele brennt, die heilige, unauslöschliche Flamme der Liebe auch Du, Elvira, empfindest sie. Elvira (ib„ liebrvoll anblickend : O Marco (den licps an sein« Schulder ne gend! Marco: Ich träume nicht? Wie kann ich's fassen! Du bist mcin! Himmel und Hölle vereinigen sich in diesem Taumelruf der Liebe. Du bist mein Alle Freuden und Qualen bergen sich in diesem Worte. Die Seligkeit siegt. Ich halte Dich fest in ineinen "Armen. ,sic umarmend): Wer wagt es mir jetzt entgegen zu treten? Und wenn ihr meinen Körper in Stücke zerreißet, ich lasse Dich nicht los, Elvira, denn mir gehörst Du an, mein bist Du, bis in die Ewigkeit! Elvira: Du hast mich der Seele tiesstem Jammer entriflen. Tie gleichgestimmten, gewaltigen Schmerzen haben in uns die gleichgestimmte brennende Liebe erweckt. Wie himmlisches, seliges Glück verheißend stürmt und wogt mein Her»- Marco: Sage mir Elvira, daß Du mich liebit, und wir wollen fliehen, fliehen von diesem unglückseligen Welttheil, wo Nacht und Verfolgung herrscht. In Deiner Liebe will ich glücklich sein. In die Bc.hnen der ewigen Gesetze jagt das All hin und was sie treibet es ist die — Liebe. In dieser Liebe wollen wir athmen. leben, schwärmen, träumen und glücklich sein, Elvira. Rennt« Scene.* (Men hört Xnmu(L)' Elvira (ängstlich): Um Gottes Willen. Marco, man darf uns hier nicht finden. (Der Tumult wachst.) (Llkan stürzt von de: «inen Seit« mit jüdischem Balte, Rübe» und Esperanza von der ander» Seit«. Wirre« Durcheiuanderrufe»: Woher der Arm? Wo» ist geschehen? Welcher Aufruhr?» Elkan (ruft): Rettet euch! Man brennr und raubt. Man schreit, daß der Mörder Senio'S in unsrem Ghetto tw borgen sei. Rettet euch! (Volk, Ritter und llteistlichteit drängen sich herein) Esperanza (au« dem Hintergrund« auf Marco hinzuetlend): Rette Dich, mein Sohn, Dein Leben gllt'S. Elvira: Rette Dich, Marco, um meinetwillen! fliehe. (Auflauf man sieht lm Hintergrund« Flamme» aufteijgen.) Marco (zu E«peranza): Fürchte nicht», noch bin ich UN. erkannt. (Stürz, auf die Terrasse): Zurück, zurück, ich befehle es Euch! zurück! Er (reiht da« Kreuz vom Hals« und schwingt e« empor): Blicket hierher aus diese» geweihte Kreuz uod haltet ei«. Zehnte Scsene. (Ritter drängen da« Bolk zurück, bleiben stehen und steckendi« Schwerterein.) Ritter: .Heil unserm geweihten Ritter!! Tr ist e», dem wir Gehorsam schwuren. Marco: Löschet sofort die Lampen, beruhiget da» Bolk und kehret heim. Wehe Demjenigen, der hier an irgend einen Hand anzulegen wagt. Gehorsam verlange ich, auf Grund des Schwures, den ihr mir geleistet Ich habe mein Lebe«, verpfänd et, den Mörder Senio's aufzufinden und dem Kardinal Orsini auszuliefern. Noch heute löse ich mein Wort. Ihr aber, die ihr glaubet, durchs Brand, Raub und Mord die Lehren Christi zu verbreiten, seid auf falschem, verbleudeten Wege. Der heilige Vater wird bittere Vergeltung nehmen au allen, die seine Gesetze und Rechte mißbrauchen, welche er an die unglücklichen Bewohner dieses Orte» verliehe«. Ihr habet in böser Leidenschaft gehandelt; machet wieder gut, was ihr gefehlet. (Alle eutfernen sich langsam, außer Elvira und lttperaau», di« au» de« Hintergründe hervortrrten und Marco, der von der Terrasse niedersteigt) Elvira hastig zu Esperanza: Wo ist Euer Gemahl, edle Frau? Esperanza: Er ist bereits in dem Vatikan, u«w dem Papste Heilung zu bringen. Elvira: O heilige Jungfrau, mein Oheim Orsini schwur, daß Dem den Vatikan nicht lebend verlassen wnd. Esperanza: Wie sagt Ihr? Nicht lebend? O mein Gott rette uns. Nicht lebend sagt Ihr? Wer will es wagen Arm anzutasten. Fort, fort, führet mich nach dem Vatiän, ich muß ihn retten. Habt Erbarmen, denn jede Minute bringt Gefahr! Marco: Aengstiget Euch nicht, wir werdenden Vater retten oder wenn es sein muß für ihn und mit ihm sterben. Fort fort nach dem Vatikan! (ab) (Forts, folgt.) <Der Borhang fällt) Kitthsel-Aufgabe. Hebräisches ZbevderätHses. Bon Lehrer Kaufmann-Esse». Borwärt« bin ich «in Betannter Au« der früh'steu Jugendzeit, Da man noch mit Lust und Lieb« Sich dem .Lernen' Hot geweiht. Rückloärt» mußt du nun mich lesen Willst du darauf vorwärt« geh'». Wer nun will »ei» Rächsel rathen, Muß deutsch geschrieb«» sich'« oesch'n. A«ß-stmg de» Kitthfel* m t«. Ar. Elvira: Ja, ich liebe Dich, Marco, und folge Dir bis den Tod. I. ») (UH Achter — Weu*>. b) achch«. >ns»rtl. Redakteur: Dr.M. Kahmer Magdeburg, vcuct: B«ndit4dHuh^grühy:^L,

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