Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 52 (23.12.1892)
- Article
- Beilage zu Nᵒ 52.
- Date
- 1892-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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ras.;■?»׳ den aramäisch redenden?!«de« in BadylmOch sie mit ostaramäischen Sprachformen und Bocabeln vermengt wurden und zur Grundlage de« soaenanntec ersten Targum wurden. Aldaehemalige große Targum, welche-, wie Elias Levita schreibt, gleich ^den übrigen Targumim vor Erfindung der Buchdruckerkunst in jüdischen Selehrtea«Lreisen äußerst selten vorhanden war. wieder bekannt wurde, war e« bereitsehr reduzirt: eS fehlten ihn viele Agadoth und Berse, und eS erhielt in diesem verkümmerten Zustand« den Namen Targum scheni d. h. dazwei» Targum zum Buche Esther. In Wirklichkeit ist daher daerste dazweite, und das zweite daerste Targum. In der zweiten Paraphrase habe» sich auch noch Ueberreste von Reden auder Schule der aramäischen Meturgemanim erhallen, deren berühmtester Ehuzpi hieß. Einige von Herrn Dr. Gelbhaus gegrdenen Proben derselben zeugen von tiesrr psychologischer BiobachtungSgabe und großer Rednergewalt; sie machten selbst auf den modernen Zuhörer einen riefen Eindruck. Das Audi» torium nahm den Bortrag mit lebhaftem Beifall auf. Vermischte und neueste Nachrichten. 8 *) Da» betr. Inserat (in Nr. 11 n. IS dies. Ul.) lanttte: .Der nnterz. Vorstand beadfichtigt «inen Hilstpredig«r uad Reiigion«Iehrer — möglichst einen Demtfch»«, — »eicher dir iSrsähignng 01» Nadbiner gegtzt, «AH»stelle». Gehau 4600 Ml. Der Vorstand »er )üb. Gemeind!" Magpevmrg. Durch di« Lagetbläiler geht jetzt eine Minb iluug, die un» schon vor einigen Wochen «14 streu» vertraulich zugezangen war, daß der eigenUiw« Mörder de« Knaben Hegemon ja Fanten ent» deckt sei. E» sei die» lein anderer al« der € «ein Hauer Wesendrnp, der bei Kuschhoff in Arbeit gestanden, von diesem dann wegen seine« lüderlichen Wesen» de» Dienste» eutlafirn, »:droht habe: .Ich werde Euch schon den Schabbe» verderben." Dieser Wesendrnp Hai nun iu einer Wirtbschafl io Kalkar bei Famen in bitrunkenrm Zustande vor Zeugen sich «äußert, daß nicht Bnschhoff ta Mörder sei, sondern er selbst. Di« Aenberung soll er auch schon früher gemacht haben. E« wurden bereit», in Lauten 17 Zeugen vernommen. Wesendrnp ist in- «wischen durchgedrannt und wird steckbrieflich versolgi. Schon in der Schwurgerichäverhandlung zu Cleve hatte die StaaManwaltschast den Besentrup al» dringend de« Morde» verdächiig dezricbnet und wenn «an jetzt von gewisser Seite eine Abschwächung versucht, so erinnern wir an da« Sprichwort ND K]T p* 022i (>« Wein liegt Wahrheit), da« wohl nicht blo» vom Wein, sondern auch vom Vrauntweln gilt. 9t4M9«9«f•, 19. Dej. Nachdem gestern Abend dl« Mendel«!»»- Irge da« Shanntasest im engen Kreise der Logenmitglieder begangen, veranstaltete deute Abend der Gröetz-Verein eine ähnliche Fein «n weiterem Kreise. Der zeitige Vorsitzende hieli «Inen Vortrag über die geschichtlich« Bedeutung de» Lhanukafeste», Mitglieder de» Verein» unterhtellku durch musikalisch« Bonräa«, Verlosunc,u. s. m. die Gestllschuft n der auch die Schüler der l. Kl. der N«ligt0n»schul« geladen waren. einer kleisternden Ansprache de« ProMtlir» de« Verein», Herrn Nabb. Dr. Nahmer, wurde daraus hinge»«sen, das, dies« Feier j» einem Lllgemeinen jüd. Schülerfest sich gestaldi» müffe, wenn sie ihren Zweck ganz erreichen solle. Maadedmr». Mehrer« sog. .Deutsch, Nesormverrine" hauen an den Kaiser «in Gnadengesuch für Ahlwarit gerichtet. Da« Gesuch ist ater «urstckgewirsen worden, »eil die mit »er Prüfung beauftragten Stellen daffelbe höheren Orte» nicht besürworrn tonnten. Qt. 8p. Berit», 18. De«. <Lr.-E»r.) Die .vtaatSbüraerzeitnng" ist vor eintge» Tage» wegen Beleidigung de« Zchristbeller« Dr. Lu düng Jarobow»» mit «t Mt. Strafe und Tragung sämmtlicher Koste« und Veröffentlichung de» Erleiwiniffeö in der «laenen Zeitung und im »Berliner Tageblatt" verurthetl« worden. Diese Straf« ist für die genannl Zeitung de«halb recht empfiodlich, w«U sie einen ihrer verhaßtesten Gegner öffentlich beglaubigen muß, daß st« wilder einmal gel-hat. W. Barli«, 19. De«. (Or.-Cor., In der hentigcn Nepräsentauteniitznna wurde, wie in diese« Bl. richtig varausaesehei, war, Herr Nabb. Dr. W «iß « für di« s. Z. anögrschrmtene") Hilf-prediger- und Neligionölehrerstelle gewählt. (Herr Dr. W. ist seit einigen Jahren naturvlifin.) Bart««, 90. De«. Wie ein hiesige« Lokalblatt hört, hat di« Ltaattwnwallschaft gegen den Abgeordneten VSckei wegen «ine» di« WtUKrbrhörde beleidigenden Anikel» i« ,Neichöheiold" da« Strnsverfahren eingeleitet. Derselbe dezvg sich auf len Weseler Doeumenteurirbstubl, welcher noch immer der Aufklärung bedarf. Hu« pe« «Preise BtnltNlH. E« «t von eiu«elnen Bürgern «ngrstrebt worden, für Ahlwardt resp. deffen Frau und Kinder eine Swltec» «u sammeln. Di« hierzu erforderliche polizeilich« Genehmigung ist jedoch von der Polizeivetwaltung nicht «itheil» wmden, von de« Velmztp an^chen» datz, fall» sv» dieselben in ettV^Üka-V^M drsätMen, die HetmathAe-örd« hierfür in erster Linie «lnznmttn W» «»» Vtzstettawltwr». (Or-Cor) Die Fra» betreff« der V»> setznng der erledigten Stelle eine« geistlichen Mitzlied« der st. Israel. Oderürcheabehötd« schetat nicht so bald ihrer LSsnng entgegen «u gehen, besonder« da mit der Stell« da« Nabbina« Krntigart verbunden ist. Man spricht von der Verusuna einer Lapaellät; anders eit» hält wen «inen mit den würti. Verhältnissen betrauten Geistlichen, der euch mit den stnallichen Beh-rde» in günstige« Verhtltniff« steht, sür den rietzligen Monn sür diesen »erantwortnnglvollrn Posten. In den Landgemeinden zeigt sich wenig Jntrreff« sür dies« wichtig« Frage; in Stnthtznri sucht man natürlich Herrn Nabb. Dr. Stößel zu «khalten, ültgr hi« K. Israel. Oberkirmenbehörbe ein« recht giückluhe Wahl treffen I Oie», 17. De«. Der Abgeordnete Ernst Schneider, extremer 'anrisemitilcher Agitator und Freund Ahlwardt«, ist wegen einer jüngst in einer Wählerversammlnng gehalten«« ansretzendrn Nede in straf« gelichtiüv- Uarersuchung gezogen. .Peng, 1«. De«. Der Vorstand de« Privat»ArnuenVereint «ur Erz-ehung t«r. Wai!enm«dchen rrsachee Herrn Nnddiner Dr-Beldhamg, die Seelsorge im i»r. Mtdchen-Waisenhanse zu übernehme». Mitlwach, den 14. d. Miß. wurde derselbe in Segenwan de» Gesammtvorstande» von der Prästdemin Frau von Dormizer in sein Amt «ingckührt. Nachdem Herr Dr. G. anläßlich de» Channka » Feste« di« Wrlhlamp« ange«ündet, hiell derselbe vor den versammelten Kindern in dem hast erleuchteten Saul« «tu« Festrede, in deren Eingang er de» Uf1H»l|M V' ■:׳sie Reglern ngsrath» Herrn Prosrffvr Kaemps gebuchte. In Mn i lerm», dessen jüdische Gemewde sich sch, vugritßrrt hat. wurde eine neue und prachtvoll« Synagoge eingewetht Da» Grundkapital wurde durch «in Legat Oitolenghi von 900,000 Ar. gelegt, wngn die Gemeind« ein gleiche» Kapital ansbrncht« Auch der ntn* Oder» rabbiner, Alexander da Fan», bilher in Corsa, wurde bei dieser 9m legeuheit in sein Amt einaesührt. «OsteNtzchgem, 18. December Herr Dr. Kali scher an» Berlin wurde gestern Abend einstimmig zu» hiesigen 2. Rabbiner grwlhtt. Triest, 16. Dezember vorgestern Abend starb in CtcMt Leighton vuzzard, der Residenz ihre» Schwiegersehn«» Leopeld von Rothschild, Madam« Perugia. Sie Unterlaßt 8 Döchsm: Madamr Leopold von Rothschild, »adame Arthur Sasse»», Matamw BalebrLgue In Pari» (Gemahlin de» bekannten dramatischen Schriftkiellrr»» und einen Sohn, Herrn Fritz Perugia Gto4kan, IS. Dezember. Di« Jndenmrsol,nagen schein» wie»« in voller Blüthe. Der Genrral-Gonvrrnrnr, GroßsSrst Lergin», Zn Bruder de» Szar», soll e« sich zur Ansgod» gesetzt haben, durch aven«.! ges tztr Berfolgungen die Indra an» dem Gebiete «einer Berweltnng! zu vrrireiben, und rr soll seinem Ziele bereit» ziemlich nah« sein. Di«j indische Bevölkerung Malta״« zädlte vor drei Jahren, nl». De'gln» ftim Stell« al» General.Gouverneur •Mint, »•. Kips«; sie ist heute aus 30.000 herabgeschmolgen, und den Zn« geblledenen wird da« Dasein so erschwert, daß ihre» Bleiben» »_ lang« «ehr sein wird. Ein Korrespondent der Londoner .DnUh Nr»h» > schilben die Lerhilitniff« in folgender Bels«: .Durch Mt fortgesetzte Austreibung der Juden ist «» dahin gekommen, daß in Mn.'knn in, diesem Winter 80.000 Wodnungen leer stehen. Die MoRnnar Un verfität verschließt ihre Psonen den Inden und bald wird «8 dahin j kommen, daß die Kon,ervatorie» da» Gleich« ihna." IMI«. In Folg« einer nnfrührerischen Brchchüm, we die ganze Insel verbreitet, 1 nd durch welche da» MIrchen Blutgebrauch« der Jnd.m wiedec aasgefrischr wurde, , gerteths die jüdische Vevöikruag in «in« fnrchiba׳« Aufregung Di« Gemeiudefwendete sich um Schutz an di« Negierung und um Intervention di« Juden in England. Der Gouverneur versprach auch, all, » llchen Echntzmaßregeln zu treffen, und läß« di« von den Jude» bö-^Z wohnten Quartier« durch Milirlr bewache 1. (Jew. Ehr.) Haifa (Syrien). 18. Dezember. Der erst« Spatenstich znm Bai?^ der syrisch-ottomaaischim Cisendahn, welche unseren Haken mit Da»> m«»rn» verbinden soll, wurde gestern am Fuß« de« Carmei than. Modnme Pilling, Gemahlin de« Prüiidenten der Msrnbah bannGesellschast vollzog die Cerrmonie in GegenwaN der erst» kistben NoMdilitätru de» Distrikt» und einer Unzahl von über U000J Zuschauern. Burma» Sinti, 8. Nov. Der hier erscheinende ,Standard" - schreibt: .Oberst Goldsmid, Bertrrter de» Barm, Hirsch, wurde bei! seiner Rückkehr von de» Besuche der jüdischen Coionten, Me sich nach1 seiner An»sgg« all« in riuew gedeihlichen Zustande befinden, sehr herzlich empfangen. Keine dieser Colonien hat aber so segensreiche Resnitam erzielt, wie di« tu Cnire Rio». Merkwürdig ist hirrdei, dich viel«' Soloniften. denen r« in Santa A4 gar nicht glücken wallte, hier ta-: deutend« Fortichritte mache». Wir erfahren auch zu unserer gr»ßtr» Freud«, »aß an de» Gerüchte, i Oberst Goldsmid wolle seinen Soften, den er so geschickt ou«süllt, niederlegen und nach England zurückkehren, Irin wahre» Wart ist nmd gratnllnn ihm zu den herrlichen Eftolgen, wüch« er in Nntw Rio» erzielt hat. Wir hoffen, eben so gute Nachrichten von .Julia" zn > erhellen, »» Baron Hirsch ein sehr groß«» und werthvolle» Eigenthu« erworben hat. Berantwortl.Redakteur Dr. Nahmer, Magdeburg. DrnckvoaBe»»izchHuhn(früherD.L.Wolff),Magdodur^ Verlag: Nah Friese,!