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Israelitische Wochenschrift · 1892-12-16 · 51 (16.12.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
51 (16.12.1892)
Date
1892-12-16
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Daß endlich ker e»1ge Margen crscheiail' »VÜI' ans 1a ke» Himmel, kan »ir« Da es fchaaea:' Sa raset ker «hnnk t» trtstenden La». »Dach einst steigt es aieker aal himmlischen «aen Unk krtngt «ach kal «nke ker Lei ken all Lahn. Siehst ka« Dn ken Stern hinter lchmekeaker Salle l « taach« emkar. araa kn Lag Dir entschMnk. Sa strahUt aach kraken «in Licht Deinen, «alU: LU glinkige Hasfnang im lichten «»uak. Gat»nak1t an jeglichem Lage ans'l nene 3■ Herren ker Flamme kelekenkra «Heia. Lertraaet aas Gatt nnr in Lteke ank Lrenr! Das »trk «ach kal herrlichste «eitzelicht sein.' Maisch» ekt »ar ker «ngel zar lästigen Ferne: Da kragt sich kU Gattin zam «akkt aak sgrtcht: .«Han stralel» am Himmel kU galkenen Stern« I" vaik stemmten acht Kerze», aak rings merk es Licht. Hattingen a. d. Ruhr. S. Katz. Pis Mdfußr sLitöermauus von Soumu-erg i» Caöttingi«. Für Sonnabend, den 3. Dezember Abends hatte L. v. Eall Beauftragter des .Deutschen Vereins״ einen «ortrag hier angekündigt: .Betträgt sich die Talnmdmoral mit dem StaatSbürgerrecht?" Durch einen Scheinerfolg in Hannover übermüchig gemacht, hatte der.Deutsche Bereut", den Rabbiner Dr. Jakob, einen jungen Mann, der seit änderthalb Jahren an der Spitze der Synagogengemeinde steht, eingeladen, um etwaige Unrichtigkeiten (!) zu widerlegen und ihm zugleich eine Einladungskarte übersandt. Da eS sich vorher verbreitet hatte, daß Dr.J. erscheinen würde, so war der größte Saal der Stadt vollständig gefüllt. L. v. S. fUfr ein« seiner gewöhnlichen Reden und macht« seine ge» wöhnlichen Sitze. Mit Hahn erwartete er die Widerlegaag seines Geanerl, der ihm wohl im jüdischen Dialekt ontworstn würde. All er seine zweistündige Rede unirr tosende« Bei» fallsklatscheu und akademische« Trampeln schloß, blickte mancher Wohlmeinende mitleidig auf tt« armen junge» Geistlichen, den L. ja schon vorher zermalmt zu haben glauvt«. Allein die Sache verlief doch etwa! anders. Dr. I. bemerkte im Eingang, daß er noch nie ia einer solchen Versammlung gewesen sei. er sitze rnel lieber zu Hause und studire Talmud (Heiterkeit) und er sei aber erschienen, zunächst weil er eingeladrn sei, wenn auch nur von der ananymen Firma.Deutscher Verein'. sodann im Bettrauen auf den Wahrheitssinn und guten Ton in <8-, der ihn unbesorgt mache Die freundlichst übersandte Einlaßkarte habe er allttding! nicht benutzen können, da die Talmudmoral, nach der zu leben er sich nach Kräften befleißige, ihm verbiete, anonyme Geschenke anzunehmen, wenn sie auch nur 30 Pfennig werth seien. (Bravo und Heiterkeit). Er überreiche daher dem Vorsitzenden feierlichst seine Einlaßkarte. (Stürmische Heiterkeit.) ״Jetzt, m. H., will ich oersucken mich Ihnen m der Widerlegung ttotz meines jüdischen Dialekts verständlich zu machen." (Heiterkeit.) I. widerlegte nun in sachlicher Rede die wenigen sachlichen Behauptungen LA. Konzeichnest ihn als absoluUn Ignoranten, sein« GrwätzrSmännn als Fälscher und Bettüger und verbreitete sich in längerer interessanter Ausführung, der die, zu einem großen Theil aus Äudenten bestehende Versammlung mit gespannter Aufmerk» samkeit folgte, über den Talmud. Er erläuterte Stellen, die L angefühtt hatte und erklärte sich bereit, ohne damit prahlen zu wollen, denn das könne jeder seiner Kollegen, jede Stelle aus dem Talmud, die ihm vorgelegt werde, zu übersetzen und nach längerer oder kürzerer Urberlegung zu erklären, aber nur aus einem Talmudexemplar der könig» lichen Bibliothek in Göttingen, von der er einen Band mitgebracht habe und hittmit dem Henn L vorlcae. Besonders sei er erstaunt, daß L. wieder die Stelle: »Das Gut d«S Akum ist herrenlos״ vorzuführcn gewagt habe, die ihm ja Rabbiner Horwitz in Franksutt a. M. m einem offenen Sendschreiben schon widerlegt habe. Hr. L. entschuldigst sich er habe sich das Heft erst vor zwei Tagen gekauft. .Dal," bemertte Dr. I. stocken, ,find« ich nicht schön von meinem Kollegen, ich hätte es Ihnen an seiner Sstlle unentgeltlich zugeschickt. (Stürmisch« Heiterkeit.) Hett L bat auch manches gesagt, was ich rundweg unterschreibe. Besonders gefiel mir das Wott: .An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen." Halstu wir uns einmal an diese! Wott Da wir doch aber heust Abend nicht ganz Deutschland rttten wollen, so begeben wir uni aus ganz reastn Boden, auf heimischen Göttinger Boden. Er frage hiermft die auwesenden christlichen Kaufleust^ ob sie bei irgend einem Juden in Gütttngrn im Geschäftsverkehr L'S Taliuudmoral bemerkt hätten. L hätte von dem Antheil der Juden an Konkursen gesprochen. Redner könne natürlich nur von seiner Ge» meiude sprechen und da sei tt wenigsstuS für die Zeit, die tt in Götnngen lebe, zu anderen Resultaten gekommen. .Sehen Sie, meine Herren, wenn ich so zuweistu von dem anstrengende« Talmudstudium aulruhe, mache ich mir all«» lei kleine Notizen, ob auch meine Gemeinde hübsch artig ist, und so habe ich mir auch eine Lisst sämrntlicher Wuchst-, Unterschlagung!- und Aankerottfälle angelegt, die ich Ihnen vorlesen will." Der Redust verlas unstr lartlosn Stille eine lange Lisst bis zum Schweineschlächstr Seugling. ,Sie scheu, m. H," schloß st mit trockenem Humor, .vom älstsstn Manne bis zum Säugling ist kein Jude darunter" (Stürwische Heiterkeit.) Daher gäbe eS ja auch in Güttingen keine Antisemiten, wenigstens nicht solche» die sich öffentlich dafür ausgeben. Er kenne nur einen solä-en, dal sei d« Gastwitth Otto, « bitte den Mann sich chm vonustelleu, damit er ihm seine Hochachtung bezeugen könne. Otto, d« mit noch einem Manne am BorstandStische saß, «hob sich

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