Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 50 (9.12.1892)
- Date
- 1892-12-09
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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י.; tw;T» i «devkr, um de» immer htftiger austretenden antisemitischen Verhetzungen zu begegnen. AlndApest, 2V. November. Unter enormer Theilnahme aller jkreike der Hauptstadt fand deute vormittag» da» Leichenbegängniß Wah, manns statt Im Trauerhausr, dessen Hof die Zahl der Trauet gäste nicht faßte, hatten sich Minister. Präsident Wrkrrle, die Minister Frjervarh, Hieronymi, Szilagyi Graf Alber» ^Apponyi, der frühere Ministerpräsident Graf Szavatu, fast sämmtliche Mitglieder de» Abgeordnetenhauses und viele Hunderte von Leidtragenden eingefunden. An der Spitze de» Trauerzuge» schritten fünfzig Vereine mir umstörten Fahnen. Dem Leichenwaqen folgten ungefähr 30 000 Menschen, während auf den Straßen, deren Gasloternen brannten, nahezu 100 500 Menschen Posto gefaßt hatten. Im Traverhause sprach Predger Dr. Hohn und am Grabe . sprachen ein Eiertreter der Lultusgemeinde, dann Dr. Max Falk im Namen der Ll oydgesellschast und Rath namens der Handels״ komuier und Martin Schweiger namens der iSr. Gemeinde. — Im Abgeordnetenhause gedachte der Präsident Banffy Crn vor Beginn der Sitzung mit Worten HSchster Anerung der Verdienste SSahrwanns. Namen« d^ Hauses solle auf sein Grab ein Itranz niedergelrgt werden. Im Namen der Unabhängigkeit»Partei gab Carl EätvöS dem tiefsten Beileide Aut druck. Redner erinnert daran, daß der Verblichene al» Präsident einer der grüßten Judengemeinden der Welt eine srgriiSrrichc Wirksamkeit entfaltet habe. Doppelt ttagisch sei, daß sei» Tod in einem Augenblick eriolgtr, in welchem sich eine Aktion im Interesse der jüdischen Sonsession vollzieht, zu welcher derBeiblichene sein redliche» Theil beigcttagen habe. (Lebhafte Zustimmung im tanzen Haufe.) — Gras Apponhi schließt sich den AuSlthri ngkn, welche die Verdienste de» Verstorbenen würdigen, vollkommen an und fügt hinzu, daß Wöhrmann seine gesellfchaftliche Stellung benützt und viel dazu beigcttagen habe, Budapest zu magyarisirrn. Die» sichere ihm für alleZeiteu «inen ehrenvollen Platz in, Andenken der Nation. (Lebhafte Zustimmung.) Hierbei hat sich folgend« Episode abgespielt: Früher besaß da» Abgeordnete! Haus nur eine steine (chwarze Fahne, welche bei Trouerkundgebungen de» Haiisc» in Verwendung kam. Beim Tode de» Kronprinzen nun wurde eiae groß« Trauerfahue angeschafft. Dieselbe war anch beim Tode Daniel Jranyi's gehißt. Sestern aber fandjPräsident Banffy Wieder die kleine schwarze Fahne aufgezogen. Er stellte des» hold die Quästui beamte» zur Rede, indem er erklärte, daß er auch nicht den Schein von Antiftmitismus dulde und befahl die große Fahne zu hiffen. r. u\rr■. Vermischte ml» ueueste Nachrichtr«. Mi»Od«p«»H» 90. V10. Da» O>ttglt«d der Handeldkammee für de» Regietnvg«dez,tt Magdeburg, Herr Benjamin Hirsch in Haloeniadt. ittzes de» Metall-Welthanse« >ro» Hirsch »ad «oh», har vch nach «nehme» mit de« Reich» kantlrr zur Munzkonserrnz nach Brüstet drgeden. Berti«». Der 8etttz»W!rb tn» deaPtriaderMtchnel-Beer'sch«» Gttftuua s»r Maler »ad Bitdhnuer jüdischer mrl gioa wird für da» Jahr 1893 sür Bildhauer erilffaet. Dr« Wahl de« daq-strüende» «ege», vauees dietdt de« •ifnK» 11.1a1»n de» stvnkurrrne» überlasten. Di« stompofiuon tan« t» eiae» ruudea Wert oder eiae« Relie, i» «rappe» oder in einzelne» Mauren lwstehe», ».r «nß dieseid« ganze Figur» »thatiea a«d zwar für rurd« Weite »tcht unter einem Meier, da» tirikf ,der |ou in der Hub« »uh» unter 70 Lenttmeier »ad in der vietk. »lche unter «tue« »eur auffen. Der P׳ei« deüehl i» eme» Li pendium von 99VOMt. z» einer Vtndienlrijr »ach Im te» unter der Bedrngnng. daß der Prämsirl« sich acht Mona.« ln Rom aushat!» »ad drlAdiach oer erst» sich» Mona«» üb»» sein, Stuft en «» ü tUnftemi« Bericht crftntt» muh. E»»t»s»«rO i. Pr.» 6. Deremoer. Hier hat sich et» Htls»ko«1te »rdtld.1, um den ,usfintz-jüttsch»» »»»»aaderrri,, etwa Udo an »er Zahl, Sk |dt »tri Monaten!.ter jestlregen, tider ft!« schitmmfte Noch di»weg» ftuhe.se». Dteiieute siaft j inerZiu au» Ruh,and »usDemtrKN w»,drn; u» Hamfturg »uro» sie «er Cholera wegen zurückoewtese» und »u» lüg.» mc ftur, rem dtnersdr» (Des* ftmftjtcgeft». Biele» fehlt e» a» Ht NchhWchlfttgji»» JdcitM»). Biiea, 8. Derember. Beim heutige» Mergengottesdlenfte mid HerrDr. Jell<»el dem verstorbene» Moritz Wahrwann eine» wn» Nacht,s. Ielltaek wählte »um Thema feinet Rede die Hrimswtzungc».!^ «elcheauftgehenft vomfiasternEiau nun überdaftIudenthum ln Orst.rreich gekommen s-i, da» fich zu« Kam ose aufrassen mäqe für sein Recht, für die Moral seiner Thora, Einen solchen stampf sür die Ehre und da« Recht seine» Stamme» führte auch Wahr«»»» dessen Perdienst« von der Regierung, wie non der Gesetzgebung anerkannt wurden. .Vir Hnae» ün» an diesem Sohne der grotzen edlen Nation, welche de» Stein vom Brunnen der Freiheit g«wälzt har an t-eichem auch wir uu« erlabe» könne», ein Borbild nehmen denn noch ist der stampk nicht zu Tube, noch ist die MargeurSih« nicht berangedroehcn. I» »iriem staml.se sei - un» rin Veilp'el Derjenige, dessen Anbeuten gesegnet seil' steMperg» am l. Derember (Or -Cor.) Die hiesige ikultutzH»» mrinde richtete an den Semetnderath ein« Veiit on. in welcher st« die 3■' Wichtigkeit der Errichtung eine» Rabbina »seminar» auee nandersetzch, "! und sich die Erlaubnis erbat, die von der ilultuegemcinde eri»Ue»e ' * Mädchenschule die, nebstbe bemerkt, sehr wenig besucht wir» auszulösen, um deren Fondsür di« Lrhaitung der »u errichtende» Rabdinartschnle zu verwenden. Der Nlemeinderalh erklärte sich zwar im «rinzipe sür die Eritchtuug eine« Seminar», erlaubte jedoch di« Auflösung der itr. Mädchenschu.r nicht, veispeachader,dem event.zu begründenden Radiitnat». seminar eine e»t׳pre«dende Subvention zuzuwendea. Brüssel. Unter den Deleginen, »u oer am 23. November tr uvserrrrr Stadl eroffneten Münz-Conferenz find nicht weniger al» 8 Juden, von deneneiner, Herr Monresi^re Levi sogar zum Präsidentcn gewählt wurde. Derselbe ist Eivll-Jngeuieur, Senator sür Lüttich im belgischen Oberhaus« und eine der hochgeachietstcn Pertönlichtetre» in pal,rische» Angetezenheiren. Der zweirt jüdische Delegin« »st Herr Alfred Rothschild. Bruder Levi Rorhswiid« und Theilhader der be» rühmten F!rma in Newslourt, welcher England, und der drin«, Herr Arthr Rafsolowiifch. bekannt al»!Lloaiööconom und Berfasser mehrerer schätzbarer Monographien übrr.Münzsragen, welcher Rußland vertritt. In Pari», seinem jetzigen Domizil, bekirioet er den Posten «ine» Agenten he« rvssij-dea Finanzministerium», weshald jeine jüdische Abitammuna unbekannt blieb. Zum Bertretrr Italien« war d.-r frühere Mnanzmiiiisier Lnzzatti in Rom ringele,den, welcher jedoch adtehute, weil die Obliegenheitcu ter Detegirten seine genau bestimmt« Fafsnng erdalten Hanen. Auch Herr Juiiu» Wolfs von der Zitichr Univerfiiä׳ wird zur Lonfercnz «richriaen triebe unter ״Magdeburg.^ H»««. Hier siarb der berühmte jüdtscheArzrDr.H.Ba» Praa» . Hejmonn« nach riner irgenöreicden 33jährigen Praxi«. 8«r>chieden« Male wurde ihm e-u Lehrpuhl an einer der hollSadiiweu Un versttäte» angetragen: er zog e» jedoch vor, seinem Berufe zu leben. E ne große Anzahl u edizmer unter Füyrung »e« Herrn P>ofe,,oc Rosenstein von der Lehdener Universität und mehrere Mirglieoer veider stammer» begleiicien den hochverdiente» Mann zur letzten R heslLne. Lenftst», gt. Nov. Da« Eomli» zu >'n>erstu-»ng russischer Jude« hielt vorgestern mit zwei anderen jüdischen Lomils» unter dr» Borsitz« de» Abg«»tdneten Sir Julian Golosmt» eine Eonsereuz »d, in welcher der Rechenjchast»dericht für da« m> ige I he v.rlrsru wurde. Dainach sind tn dem « 1vnh»1en Zeitraum mehr al» 30׳vO Lstc. au*• arge den worden Die Zeitschrift ״Uarke.t BaaU', welche dir ra stützen Scheuß.ichkei eu g-g>n all« Nicht - Lrihodoze» au,deckt, ist in 8 >000 Exemplaren monatlich t» Europa, Indien uui» den «»glij ven Eolonie» verthritt worden. Sir Julian wie» «»«vesondeie »u, den zvo» an« seiner Zeit berril» tnhalllich m-tg-theilten) Berichi der nach Rußland / geümdira amerikanischen Eommijsare hin. welch« alle« da», wa« über - die Berfolguna ter Juden i, Rußland erzählt woroea ist, be>tä igr habe». tzirdvenstl«, >6. Dezemd. In einem jungst am h>esigea »erichridoj« verhanoeilen Pruzeß, in welchem «iu ude llilöger war, erlaudi« sich der . verihetdigir de« Angeklagten einige etwa« «vrenrühtig« Au«trnüe / über die Jaden saUea zu lasten. Ihm dleje» verweisend äußerte fich der «hrwürdlge R.corder (döchfter Richter iu Lriminaliachen- ,oie jolgtr ' . .Sie mowe» einen »etzr unchrtn lichrn »nettst an, Leme, s»r , Welche ich die tzücha» Ach׳«,« empfinde. In »r״er B-rÜHrnnn . «>1 jüdischen La»»«׳rn!en hafte ich tzi.se.de» »et« hi tN rhrrntverttz . NN» dochmrzt, tzrknnde» Sie wägen vietleicht ri»«»l degegnri sei«» der nicht alizu gkwistenhn't s» seiner H.adi>vt«W«>ie >»; d« st«*«» wir »der tn alirn st.affen. Jure itedi.se» Bcmrrknnitr» s«üe» »der »ei Vennheilung de» dorlltgrnde» Falle« leinet Mnfln» nnf ||f| * aUiU«». Dü Zahl der jüdif-lKu M'tglüdrr d!r Depnlirtenlamm«! beträg» geaenwäliig 1L. gegen 9 in der voriger Eaglperiod«. Fast all« siühern iüotsche» Adgcoidnetea wurden wieder gewähit. L»»D»»tt»»P«i, lü. Roo. Nach riner aiduduürdiaen Mittheil »ng an om Ode »kt Liftor׳ sind geg-nwärrig »der lu.OOO russisch» jüdi,»e Flüchtlinge tn UNK»-» Mel opoie, deren grSßtet Ihril fich in) der Mutti'tm Ruth d-sindct. E« Pud dieze« nämlich solkhe Jude», “־ mähren» ihre» Auj.muall« in Rußland 1uri>lche llnterchanen wup »no de»ha.d ai« aremdtina« «uogewieieu wurden. Dir Behärdeu hatte» ihre Landnng in uns r« Hafen »tmt dean l av«r KV »üWeisung «rha.ten, »»neu in gewtsteaGegend!«l Wohuptntz« ״rzuwofe,. Unter diesen d.kto^rn-uxtlxeu iS sind »UU d»Kt tingiückitchen grjwtngen, ihre» n».a.ve» und had«, auch »» den U tcn Dogr» »iht “ Ultherisch«» Küche tft H«U gr,nche. }