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Israelitische Wochenschrift · 1892-12-02 · 49 (2.12.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
49 (2.12.1892)
Date
1892-12-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nnhland Petersburg. MeWischtt««» ewMste««chetch1enr Magdeburg, klalp «Ilona. Kranksurt a. M. Frankfurt a « Mannheim. Stuttgart. Stult» riTt. Budapest. vtmup Proftnltz. Holleschau Pari« Pari», mrrika. Wochen- •eteaker. lillnr. Aatexder. 1882. 0653. Krrtta, . . . Iniiki) . . Sanntag. . . 3 3 4 13 14 15 f .(»«») ,וישלח ן ,«t»en>>4 טל וממר). Mantag . . . & 16 Dienstag. . . 6 17 Rtttwach. . . 7 18 Donnerstag. . b 19 Freitag . . . 9 30 I fim 00, Kijycki — Herr oon Kgidy. Von Nabdiner Dr. Kinger-Loblenz. . Die freundlichen und herzerfrischenden Wort« dr« Herr» von Egidy, für di« ich. soweit fit an meine Adresse genchtet find, innigsten Dank sage, bedürfen ihrem Inhalt nach {einer Widerlegung» wohl aber erheischen sie in der Form eine Klarstellung von unser« — jüdischen — Standpunkte au«, tnnb ich zweifle nicht daran, bei diesem bewunderungswürdigen ‘ Herrn, der seiner Idee die größten Opfer gebracht hat, um i seinen Intellekt zu reiten, BerstSnüniß und ehrliche Würdigung zu finden*) Di« Wahrung des gegensätzlichen Standpunkte« hat diese i Blätter nie daran gehindert, dem hingebenden Streben de« .. Herrn von Egidy Anerkennung zu zollen, und der offene Brief au Herrn von Sizycki in Rr. 46 der ,Wochenschrrst* ' hat auch drrsern Herrn solche nicht versagt — c« sind eben ' Stterliehe Gegner, die nicht mit vergifteten Pfeilen kämpfen und mit denen einen Gang zu unternehmen, eine Ehre ist. Ich könnte Herrn' von Gizycki sachlich heiß bekämpftn,! rhu besiegen oder nicht; ich wtlrd« aber keinen Augenblick t »dgern, rm geeigneten Momente mit vollem Vertrauen auf j _ sein« Ritterlichkeit ftinem Schutz.׳ mich ganz und voll anzu- ' vertrauen, und würde ihn gewiß auch genießen. Für Herrn von Egidy. dem Märtyrer für seine GluubenSidre, mit dem io unserer Zeit so seltenen Mache der innersten Ueberzeugung, der un« an die Opsrrsreudigkeit unserer Väter im Alterthume F und im Mittelalter erinnert — könnte ich geradezu schwärmen. Aber beide Herren sind, wenn auch kein« persönliche, so doch *) Wtr erfüllen einen Wunsch de« Herrn v. Egidy, wenn wir . > hier in feine« «amen erkläre», daß der Brios desselben in vor. Nr. fc nicht zu« «ddruck bestimmt war. ,mit!stückficht darauf, daß et Ihren ' Lesern befremdlich erscheinen muß. daß ich einen in Jyrem Blatte an den Herrn Oberst von Sizycki grrtchuien »offenen Brief" vfseniUch deantmorte, bevor Herr v. t» noch seldit gesprochen " Die «iuwart de« Herrn v.«. Mt an den gesch. toUegm in Koblenz adiesfirl und dieser ' chie »Mt selb,!, die desHenn 0.U. zuerst zn »erbffrntiichen, damit t obige Erwiderung auf beide Antworten Bezug nehmen tbnne. (&.) unftrr Gegner in höherem Sinn«, die mit un« den gemeinsamrn Berührungspunkt haben, da« Gute zu wollen, da« Erhabenste zu erstreben und so all unsere Kraft dem Dienst Gotte« zu widmen. Aus einem kostbaren Privatbrieft des Herrn v. Gizycki habe ich zu meiner Genugthuung ersehen, daß derselbe »nicht« weniger al« ein Antisemit* ist, und daß er die vielen Schönheilen de« A. T. rückhaltlos anerkennt, nur sträubt er sich dagegen, in der rauhen Schaalr den süßen Kern zu suchen. Die Berührung mit der ganzen Frucht widert ihn deshalb an, und er wirst sie ganz bei Seite. Er. der sittlich - reife Mann vergißt nur dabei der Noth der Geistesarmen, welche an der kräftigen Speist sich auch erlaben und erquicken, wenn sie ihnen nicht auf silbernem Geschirr präsentirt wird — die Güte derselben leidet ja auch nicht darunter, ja. edler Wein darf nicht einmal in goldenen Gefäßen aufbewahrt werden, wie die schöne Erzählung von der Tochter eine« Rabbi lehrt, die einem römischen Kaiser durch diese« Beispiel bewie«. daß e« Pflicht de« Menschen sei, nicht den Krug, sondern deffen Inhalt zu würdigen. Ich habe Grund zu vermuthen, daß der Herr Oberst bei sorgfältiger Prüfung im Geiste de« JudrntbumS da« finden würde, wo« er in seiner Umgebung so schmerzlich vermißt, und daß ihm eine Verständigung mit un« am Leichtesten fallen würde — und eS ist nicht ausgeschloffen, daß die« noch geschieht, wenn wir nur den Zeitpunkt abwarten, denn der Herr Oberst geht gründlich vor und scheut vor den größten Hindernissen nicht zurück, welche auf dem Wege zu seinem Ziele liegen. Er. der Offizier, hat zur Erreichung desselben sogar hebräisch gelernt und ist bi« jetzt schon dabin gelangt, ganz im Geiste de« Judenthume« manche Stellen ja Kapitel bei den Propheten de« alten Bunde« al« Interpolationen von späterer Hand zu erkennen. Und ich hoffe noch mehr von dem Manne, der solche Schwierigkeiten überwindet in einem Alter, in welchem der Geist die Früchte seiner Jugendarbeit behaglich genießen soll, der Anfänger aber mit vielen Widerwärtigkeiten zu känrpsen hat — ich hoffe vsr ■ ».-kt / ־- ״ :1 -40-

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