Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 44 (28.10.1892)
- Date
- 1892-10-28
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/6492344-5935084-5959821--1308-5375218- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
די* ^Stelle «me» Lrstrrrs in den m«äl» bqßlnbetr« Mische« ,, Halen, wo er längere Jahr,: all Erzvcher der Jugend!«^Mn-rnch wirke. Diesen Beruf als Lehrer.i« kleinen jü» *Aschen Gemeinden, wo er »ngleich «ach Möglichkeit Licht nud Aufttärung zu verbreiten suchte, verließ er erst i« Jahre 1t»7r. al» ihn da- Somit» der Gesellschaft ,zur Verbreitung der Bildung unter den russischen Juden", bis seinen Sitz 'in Petersburg hat, zum leitenden Sekretair ernannte und er dadurch nach der Residenz, wo er nunmehr »ein dauernde» Domicil aufschlug, übersiedelte. In dieser Stadt verblieb er auch bi» zu seinem Lebensende mit nur kurzer Unterbrechung, ׳ Während welcher er durch eine Maaßreqel der Regierung '-!noch dem Gouvernement» Archangelik tKttar.nt war. So einförmig und bescheiden seine äußere Welt war, so reich, tief und vielseitig war sein innere» Geistesleben. Am meisten entfaltet« er seine Thätmkeit auf dem Gebiete der jüdischen Mtteratur, wodurch er sich den Ruf bedeutenden hebräischen? Dichterverschaffte. Schon l8S7 «rschi>:n ׳von ihn, da» lyrische Gedicht (אהבת חד ומיכל), welche» die Aufmerksamkeit der hebräischen Welt apf den jungen Berfa'fcr lenkte. Einige Jahre später vervffentllichte er sein« berühmten Fabeln in Versen.משדי יהידד, denen nach 6 Jahren sein Werk שירי יהודה folgte.*) Auch tn seinen zahlreichen prosaischen hebräischen Schriften bekundet er seine meisterhafte,nnübertrrMicheStilistik. E» ist hier wohl nicht am Platze, auf die Bedeutung und den poetischen Werth seiner einzelnen Schöpfungen ein« zugehen; da» wird Sache der jüdischen Litteraturhistorikrr sein. ץ|ן. Sein große» und unvergängliche» Verdienst besteht ksedenfallS darin, daß er dem hebräischen Sprachelement neue» k Leben cinhauchte, warmes lebensfähige» Blut in die erstarrten »Adern dieser uralten Sprache goß. und t-ie Jugend für di« heiligen Klänge unserer Propheten begeisterte, j ־ In diesem Sinne äußerten sich auch dir Redner, der hie. ^/׳sige Rabbiner Dr. Gordon und der Lehrer Wohl, bei der s .obenerwähnten Gcdächtnißfeier, die am 26 September in der hiesigen Ehorsynagoge ,D»d»r»t-l»»ll0ä«»cd" stattfand. Der " ersten hob in hebräischer Sprache den Unterschied zwischen ' der profanen und jüdischen Littrratur hervor, und zeigte daß .die letztere mit der Nationalität, die Fortdauer und dem festen Bestände de» jüdischen Volke» eng verknüpft ist. Der; Verstorbene habe daher nicht allein dr« jüdische Littrratur ' bereichert und Liebe zu derselben erweckt, sondern auch für die Erhaltung dr» Jndenthum» für die Wahrung ן der Ursprünglichkeit de» demselben ioniwohne.ioen Geiste» r■•flcoirft Der andere Redner wie» in russischer Sprache auf r ^Twisse hervorstechende Züge in den ««dichten de» seligen!orten hin, die rinerseit» an Erter und Heine, anderer« an die russ. Koryphäen^Goaol und Rehrajsov erinnern. Im Allgemeinen machte die Todtenfrirr, de»׳ alle Freund« der hebräischen Littrratur beiwohnten, einen tesri! Eindruck i auf die Anweftnden und dürfte wohl zur Pfleg, de» jüdischen ^-Geiste» und der hebräislhen «Sprache viel beitrugen. 8. G. Ummtitm. I ' Hlew-^ort, 8. Oktober. Bei der heute hier «rüffneten olumbu-frierfand in de« verschietenen Synagoge» der Stadt öffentlicher Gottesdienst statt, bei welcher dir Tempel 7^rachtvoll dekorirt waren uud die spanischen Farben eine Haupttolle spielten. In vielen Synagogen sah man auch Vildniß de» Eolumbu» »usßesttllt. Vermischte mrd «Efte Nachrichten. M««»th»tP Der AMnif de»« «»eh. Ikatht« Seltegtft zar » Btlbmm einer «nattäagige» Kat!», Ar»«drich<ä!«gt ist v«, de» prtußt- . . , . ... r»n de» preuf. sche» Großlogen sehr übel vtrmttft worbe». Zu Folgt defle» ist die Latste der urspringl'!ch Umerzeichuen Witter z,trückgeir«t«n. «I» >»ar - bei Straft der Anistoßnng olle» Arelmauretv, untersagt worden, der *) Die!« uud noch ander« ttesempfundtt«, Personen und BrrhtUnijs« charakterisierend« und t» satyrischer Fon» geißelnd«, Ge» dicht« »«eben anläßlich setue» 2!>j»hrlge« Di-Hterjnbiläum« von den Freunden der hebräische» Sprach: und Litter, ur t» St. Petewbnrg »elt und ia eine« zwetbäichigea Werte unter btm Warnen 5ד he»m.»M«b«n. . S0W» Mt jetzt MtPünWätn «can• «e» dt» Orden gvtamtt wcht» nwllkt, itPntttttv. <«ß: verwelsen »ns dtt N«t»fion vtä ,Unfruk»E i« belltezeadtn LitteratarbiaU. Red.) Berit«, den 9b. vaäber. Der Siekror ». D. Uhüoardt h»t die über ihn verhängte -Monatliche Gefänanißstraftiu Plätzense« ,»getreten, sein« Hoffnung, noch tn letzte: Stunde mit Rücksicht auf setne Reich»- tagttaudtdatnr «turn >«»Mnd zu erhalten htt sich nicht erfüllt In »er heutigen Verhandlung (isegen Beleirlguag der preußische» Justiz» beamim, di« er al« Judenkaecdte bezeichn:! ha'te) beantragte der Staat«- anwolt 6 Monate Gefängnis, — E« läppert sich zusammen! — Da» »ulgewiesene russisch« »erlommen« Subjekt Paula» Mayer hat nun auch Preußen verlasset müssen Vetlt«. Ei» größere» N-chspiet ,um Vuschhoff-Prtzeß wirb am 17. Rovewber vor der vierten Straft» ««er hiesigen Landgertchw I in Seen« gehe» 8» handelt sich um di« BeleldigunglNage gegen den Schriftsteller Oberwinter, der über den Knabenmord in Känten eine Broschüre veröffentlich» und verschiedene bei dem gerichtlichen Verfahre» betheiltgte Beamte beschuldigt hatte, ven vornherein die ganze Unter» suchung uud auch dt« Hauptoer Handlung in einer dem vuschhoff günstigen Tendenz geführt zu haben. Berlin, 93. Oktober. Einem frühere» 8orftanb»beschluß gemäß wird jetzt nach den Feiertagen dl« Reih« der Probepredigten um dtt hsiestge Prediger- und Rellgiontlrdrrrsteke wieder fortgesetzt. Am gestrigen Gabbath predigt« Herr Landrabolner 7Sr. Loevy au» Birtenäld. Nltome. Di« dies israelitisch: Gemeinde hat ela Jmmediatgesuch an den König abgesandt, in welche« sie bittet, di« vom Minister verweigert« Bestätigung de» z׳»m Oberravbiner gewählten Dr- R o s« n f e l d au» vroshaza zu vollziehen PtzilekeattzÜtea(Kr. Gladbachs. Zaugenetner tief erschütternden Szene waren am 2. Suckolhwge die AndSchttgen unserer Synagoge. Al» ein aller Mann bei dxr Hagbalm die Lhoraroll« erhoben hatte, fiel er vom Schlage g-rührt mit derseUien zur Sed« und verschied. tytantfun a. 1», 90. Oktober. In der gestrige» ordentlichen Hauptversammlung de» Freisinnigen Betteln» für jüdische» Gemeindelebe» wurde veschlosien, bei dem Genieindevorstand dahin vorstellig zu werde», baß die bisherig« Beschränkung de» Gemeindewahlrecht» nnf preußische Stoarlangehirlg« in Fortfall gebracht und allen fteuerzahlendeu Reich«a»Mhör1g«n, sofern im Uebriger die Bedingungen de» Regtlaetvil - zutreffen, da« aktiv« und jpassise Wahlrecht verliehe» w«rd« (Diese Forderung ist sehr berechttgl) Darmstavt. De» Ministerium hat an die Sroßherzoglicheo Bt» amten einen Erlaß gerichtet, worin dieselbe» ausgefocdert werde», fith von der antisemitischen Bewegung gänziich fern zu Hallen. N«» per Pfalz. Eine Belohnung vo» 200 Mark tat die israelitische Kulm-gcmeinde Dürkheim für denjenigen au-aesetzl, d«rä> dessen Anzeige die Urheber der auf dem israelittsäjen Ariedyof in Wachenheim verübten ruchlosen Zerstörung von 17 Leichenpeinr» f t* rlchtllch belangt werden können. Mergeattzeim. Vergangene Wache verstarb hier »ich zurückgelegtem 81. Lebenöjahr« Herr Salomon Strauß. Bi» 187b in Beritchiugrn ansässig, gehörte er zu dessen geachtetste» Einwohnern. Da» Per» ,rauen seiner jüdischen Mitbürger ״euoß er al» bereit iaiigjähritwr Borsieher und Grmein-epfleaer. Bon da siedelt« er »ach Meiaenthitm über, um den Rest seine: Tage der Thora zu widme». Voll wahrer religiöser Innigkeit und Lohlthätixkeit (er widmet« gewissenhaft de« »Zehntender Armuth) wird er weit über dt« groß:» Kreis« seiner Verwandten hinan« betrauert. Bon seinen vier Söhne» ist der älteste, der auch lfttrrartsch in Leutschlanl und England betau n« Dr. Josef Ltranß, Rabbiner der deutsch-rnMche» Gemeind« Bradford, dtt übrige» gthöreu dem Kaufwa«n»staild« in Deutschland uud Pmertke an. Cniw», 18. Ort. Wegen!llechselsälschung in 8» Fällen latte sich der unlängst verhaftete «hemt.l'g« Vorsitzende de« anttsemittschen deutiche» Reformvereln» für Görbitz »ad Umgegend, der Gartnneidtsitze, »lnnß nu» Wölfnitz bei Gorbitz, vor dem hiesige» Latdaeriez« ui verantworte» Llauß, der stark dnschuidet war, hatte Wechsel t» Hthe vo» etwa 10,000 Kt gefälscht Da» Gericht erkannt» gegen ih« ans 8 Iah« 8 Monate «tfängnig mid 4 Jahrt^ Ehrverlust. Dt» BerurtbeUtwg erregt um so mehr Aussehen, al» Llauß einer der tretest«» Schildknappe» dt« Kelch»tag»*bgeo duelen Zimmermann war mid hei letnea Au»fälle» gegen dl« ,,moraltl仫 Verderottzeit" deö JudenthnnE dt» Mnnd ganz btsondtr» voll zu aehrttn pfleg», (Go enden sie a'Iel) n An» ttNOBtee» 98. Oktoder (Or.-Ear.). «te allisemei» verlante», ist «tn Ges«tzemwars über di« Eivtleh«, das Ftwlltenregtstet und dt« vo» »lien Partheien ersehnt« derift, - - ' ' der isweUtisth» Reltatoeib-Gemtinschatt bald z» erwarltn Gleichderechrigung Ptkot-stwtg, ». Oktober. Dt« jüdischen Etementarschule», dit btti-er de« jüdische» Gemeinden u!«erstand»», werbe« in Zukurft dt» Mintfterinm der B»lk«auftlärun> an,erstell and der Aussicht der Sana» aogen-Borständ« «tUzogr». — Der .Rvwoje Wremja" zusolg« eröffaet in diesem Herds! bat hiesig« ilenttalkams-e« für di« Au»wtnSprung der Jude» sein« Thäiigkeit. AetUfttle««. Seit de» 9S. Lrptember -rben ivtr um, regelmäßige Etiendahnverbindlmaen mit der Hafenltadt Jasia. Ist» drei» ständiger Fahr» werden di« Haliestatt-inen Barttr iSaffersration), Jl Ra«, Sejed, Ariuj tSrer^unglftalioae» der Zü^). tzlamlt, Ltdda berührt; zn Juffa nahe der oealschea Kolonie am MiatßIMstil! befindet sich btt Aasnahistpanon. ׳W '-'׳W