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Israelitische Wochenschrift · 1892-10-21 · 43 (21.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
43 (21.10.1892)
Date
1892-10-21
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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ngen.'bci: ttommcabant an der Spitz«; A»chntrn tu tsauaunisorm der Trauung bei. Der Hers Aabbiaer Dr. Blumenftein I|tdt in stauzöfischer Spräche biHSntcbc an da» Brautpaar, in welcher er auf die Pflichten, die wir dem Laterlande, der Religion Ustd der Familie schulden. auim>1ksam machte. Er wres in seiner Rede auf die große Reihe jüdischer Aerztr hin, die dem Vaterland« und der Religion glänzende Dienste geleistet, und die zckd Are de» Judeiithums und zur Achtung seiner Relmion segen-rinch gewirkt. .Dem Vaterland« zu dienen sei allzeit unsere höchste Pflicht, ob dasselbe gerecht oder ungerecht gegen uns ist, wie ja auch am SuccoSfrste ehemal» für alle Völker im Tcms«l das Sühnopfer dargebracht «nrde unter drrMotimrung: ״Für meine Liebe hasten sie mich, ich aber richte Gebest für sie.' (Ps. 149. 4.) LeMerreicd>U»gar». Wien, 16. Oktober. .Der Verein zur Abwehr de» AntisemitirmuS" hielt am 13. d. eine Versammlung ab, um gegen die bekannten Skandale im uiederösterreichis^n Land- , tage zu protestiren. Der Vorsitzende, Frhr. von Sut kner, sagte: ,Die Protestkmd-eduno 4x» 8min* stand bereit» fest, al» die K»nd>: kam, Laß der erst« Bürger dttMonorchie . . . (die kertamm- ' , li.na erhebt sich und bricht in kangaudauernd« Hochruf« auf den Kaiser jjr■' Vfintj} I« nicht mibzuveistehendek «eise Aeuherungea grihcn hci, welche Sh st tiefer Lmpörnng ob de» LntisemitiSmu» athmen, wie auch wir sie Heien. Wir erblicken hierin eine von allererster Steil« kommende Tanklioa unsere» Borhaben«. mir Höne» eine Stimme, welch« da» antisemitische Hab- und Wuthgeschrei gewaltig üdertönt E» sei jetzt der tzuzenblick getowiren, um die Bewegung energisch und an der Wurzrl zu soffen. Freilich löge c» da vornehmlich an den Wähler» fchaste», die r» verhindern könnte«, daß di« Bewegnaa durch Lbgeord» - acte unter dem Panzer der Immunität in breiter Weis« sortgefchürt werde " (Etürmischer Beifall) Nun ergriffHofrath Nothnagel da» Won. Er sagte u. A.: ,Der Antisemitismus habe sich in seiner blanken Nacktheit gezeigt. An seinen Ausschreitungen erkenne man beim .^Antisemitismus: daß dieser ein Frevel an der Maral, an -der Gerechtigkeit und Menschenliebe sei. Er ist in ■ stimm innersten Kern faul und nimmt seine« Ursprung aus der Gemeinheit Ser Menscheunatur. Tr falle über Wehr» lose her — da» ist feige; er greift aber auch Frauen an — Sa» ist gemein; die Frauen ist selbst demWilden heilig. Uekur die Leute, welch« jene Strömung treiben, noch ein . Wort zu sagen, wäre überflüssig» da chnen da» Kainszeichen . auf die Stirn gedrückt sei." Schließlich wurde eine Resolution angenommen, welche einen .feierlichen und energischen Protest" gegen die standa- _ lösen Ecenen im niederöstrrretchischen Landtag einlegt. Ur«g, 16. October (Or.-Eor.). Die nun zu Ende & " ־ ־' ' ־ ־ ־־־ ' gebmden Feiertage haben hier eine wünschenswerthe Neuerung gebracht, die sich hoffentlich nun für immer eiudürgern wird. Seit Jahren sind die Rabbiner der hiesige« Gotteshäuser mit geregeltem Gottesdienste, die Herren Dr. Gelbhau» und Kisch, bemüht, dem überall mit großen Opfern und erwünschtem Erfolge organisierten JugendgotteSdienst auch hier Eingang zu verschaffen. Dr. Gelbhaus predigte durch mehrereZÜbre allsabathlich b.i einem stierlichen Nachmittags^SottrSdienste, um der Jugend die Betheiligung so erbauend als möglich zu gestalten, aber er mußte die Versuche ausgeben, da der bei >piel«lose Jodifferentismu« der hiesigen sogenannten Literalen nur für ungarisch-palmsche BieillitLten Anderer Sinn haben, für ihre eigene Jugend keine religiösen Beran taltungen kennt. Auch i» der Meistlsynagoge wurde «in JugendgslteSdstnstversucht— leider nicht mit besstrem Erfolge. Ran-konnte di« Tultusgemeinde aber nicht länger dem aflzemeineu Verlcmgen widerstehen und für Rosch haschaua und Jomkippur wurde von ihr selbst «in solcher veranstaltet, de, wenigstens in der Baheiltgnag der Jugend glänzend aiilficL Sonst trug er de» deutlichen Stempel tes hastig Buiwstelstten. Kommende» tz^wird » hoffentlich bester. ft. (Judenversolgtwg P«»ßren-s - D«! Rabbiner L>r. Adler erhstlt am 84.6c#lftfcr 4M ein TelegmiUm, in de« ihm mitggheilt w«tk; ^daß ׳ da» geistig« Obei Haupt derMuhaarrdanrr i» Ha matz»ft dir Nie» oermetzelun,; der dortigen Jude«!«geordnet habe. Dst <lio- - fahr der Juden sti eine furchtbare, sie hielten sich vorttiksig^^j im Verstell, schleunige Intervention th«: dnnMd Noch. Dr. Adler theilte das Telsgramu umgcheud der Londoner; israelitischen Temeinde und der anglo-isr>telttisck»eu Affncia» ך tion mit. dst sich ihrerseits sofort an Lord Rosebe.H wouustu. Derselbe wienoch an demselben 2L0ge de« britsiäst» Minister in Teherar aus telegraphischem Wege an. dst angedvshst Gewaltthat tu Hamadan zu vechüten. Diese» Einschreiten hatte den!,ewünfchstn Erfolg, schon nach drei Doge« erhielt Lord Rotlifchisd, als Bertrestr der Londoner Israel ist», folgende» «Schreiben:;ל .AnSnärtige» «wt. S?. September lSSk Biel» lt«!>« «Mhschild Ich -ab« »e,^ Empsuag Ihre» g«^ ' bald ich sa» der angedrohten stlegrnphine ich sofort nach L, heut« Morgen. Er berichtet, daß er bereit» mit hem Amir-«»-Sa!tan hinfichtlich i«r Klagen der Inden zu Hamadan gegentcku» Hane, daß - er aber nack Empfang meine» Ttlegrilmme« weitere Bo.-stellunaen ge> «acht hat. Der >min-«»- Sultan sagte. dach-emi Gegen deschwerde v«»- den Mnselmännern der Statt erh de« worden fei. br Schatz habe jedoch, dem Mollah-Addullah vrcngen Befehl gesandt, >>ir Berfolgnvtz der Juden einzustellen, und ihm mir Strafe gedroht, fal» er d.u Bo- 4L fehl »ich» mchkowme — Ich werde Sie vön ew« weiv rr« «iaimtstch den Rachrick je» unterricht«» Nojrbr r!* " Im Aufträge Atosebery'» schrieb K. H. Villier» vom Auswärtigen Amte unter dem 23. September an Rothschild: ~~J .Lord Rosebery war tzeute Morgen - t« Folg« de« K»din«r»k»thi» ■r$ sehr beschäftigt l'm jedoch Berzug zu vermeistti, wünscht er. datz ich Sie סס« den Eingänge eine« Telegramme», oou Sir?c La»crllr» dt» nachrichtiae, berichtend, daß ein halbe* BaUtillo» Trnppm nach Lama»- da« beordert war»«, um dl« Aufcechldaltnag der Ordnung za sicher»:^ Die Gesrhr war damit beseitigt. SSWie im Jahre 1882 fohaben such jetzt 50 Mo»k1uer Großkauflciite einePetitior an ltie Regstrung gerichtet, in ivrlcher sie aus di« Verlast« himueise״, nxlck«e die, Fabrikanten von Moskau und Jwanount-WoSaessemtk dadurch erlitstn haben, daß dst Juden vertricbe» worden, sind und nicist Mehr wie früher, Waare» im Betrag« »an 100 Miliomn Rubel jährlich' kaufen können, iselchpWaare« sie in de, südlichen und westlichen Provi uzen libsetzst«. Dst Unterzeiöjner bitten daher Folgende»: 1 Ale» jüdischen Kauflente« erster »olde »n eitande», katz fie-' in Mo»k«t «ktzne» an» «ine» oder zwei Aagestell»! ihre« eigen« Glauben» habe» dürfe», damit dt« russiiche» Na Meute «nd Fabri» kanten itzt« aeichäftliche Beziehung auf der alu« Grkndlagc fortfetze» i: kiirnen:!1. Jiwischen Kauftentrn erster Gilde andere: Slädie z» fXß laude«, »Ich«!oealger «l» » Blal 1« Jahr nach Molk»» z« tommn, »orantgesttzt,!tag sie sich jede» Mal nicht Utrger «l» einen Halde» Monat »»- eicht mehr al« -S Monat zufamme» im ganzen Jehe dort aufhiite» Jüdische» «aupentr» zweit«r Gilt« zu gtftatfciL zwei Mal im Zahr mich Modtau zu kommea, jedach nicht aas läneer al» ans «ine» Monat jede« Mal. י' ״ ״ “ Aagestellte» jütischer Kauflente nickst wenig« <J» 4Mal. und (euten zu»ater Gilde nicht weniger al» K"M«l im Iahe nach tktotke». z» kommt». Naih Verlauf von 3 Monaten ist den Pestnt«: mitgetheilt vorten. .daß dst Paragraphen i uni 3 im Ginne behalten werden sollen", fall» «» zur!llevisin« der Jude» gsietze klmiwi, der Paragraph 1 sei bereit» «e^ etz. — Da» ist richtig >ud!haben auch dst Petrnte« betont, allüu sie hak«« gleich htrvorgekobeu, daß die Polizei die divibezügllche ßZestimmuvg iit so willkürlicher Weise auStege und anveude, daß der betreffende Gesetzesparagraph alle gtetaäun)! rerkoren Hube. Sautrif«. N »eueu-Ayre», 13. September. »ahm Oberst Gcldsmidt xine» Ent re-Ri och-,-um die d unstrL, ig 11

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