Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 41 (6.10.1892)
- Date
- 1892-10-06
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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IflW Fricdev»botin Baronin brit 1. Sdftrtifd in dieser 9hOtfl N'D ßm* SMfctm, 30. Septmoer. (iDr^Coc) Da« ikmacht-geschäst ist wieder in Sicht — un':׳ nun sind di« lMtjlrmiten wieder flott am Dekorum» E>!ren - Ahlwardt dttrist Westfalen und Rheinland und Ixe Antisemiteurrdner Dr König au« Witien zieht alle Edsieusen auf, um di« Luden mit dem Giftwaff« weg^uschw.munen. — In der Woche war er in Wesel, ws er indeß kein Gehör Sämmtliche Lokallxsitz« vecsagdm. bis aus den ein» Wirth — Hetze!. Nach Eröffnung der B«sammluag cqripcn indeß ein Polizist mit einem verbot unter Hin» ^Weisung auf die Thmerazeit. Selbst tic Bildung eine« Ter» ^.-ein» wurde untersagt. — Nachträglich hat dcr W׳rthcvcrein M^Btr Eladt diesen Hetze!, (vom»!» tot oa.en) aut dem Berein ge- Lrichrn — Bester kam der Herr Dr. mod. König am ijf- ^k. September in Levern, Are!» Lül'decke flllestf.) zuWort. Hier sollte v7״ längerer Zeit eine iintisewilenversammlung i abgehalten werden.׳ aber kein Wirth «rollte sein Lokal her- -'irden. DxSmal hat sich indeß ein siele Ottsämter betleider Wirllz bewogen durch Rücksicht auf den HcrrnKandh v.-Oheisnb. bereit finden lasten, £«< der Umgegend, onderS au« Rahden strömten die Antisemiten Herde׳.. Herr i^Dr, ra«ch gab unter großem Beifalle die allgemein bekannte» StachelredenSarten vom Judenwuchcr, . Mischen Juristen *u dgl. zum Besten. Er meinte, egSb«a auch einige chri'tg liche Wucherer, aber diese stammte» eol weder von den Juden M-'«b, oder hän » den Wucher voit den Juden gelernt. Sie ^Schüler seien aber Stümper gegen ihre^Zeh>:meister. — Er ^.V tsolle nicht, daß mnx ihnen dx Fenster einwerfe, oder ihnen PL7'.Hrp Hep" nachrufe, aber man solle mit ihnen. nicht verh'/nrtzrrn ihvrn nich» — abkaufen. Das ist de« Pudel« Kern, für der, die ׳christlichen Kaust Leute sicherlich ein ansehnliche« Honorar zahlen. — Und da» - ^llc» geschieht unter wohlwollender^!llME gegenüber von' Bürgern, die ihn Bürgerpflicht» gern M'üllen und voll «nd ganz die Steuern ׳ür ihre Ezstieüz!»ezahlen! — In ' her Lersammlung fehlte auch, der Hc-rr Pastor nicht, er er» Li. Äien allerding« erst, al« sie schon in Gcage war, sonst ׳ '- Hätte er wahrscheinlich den »Bürsitz!zeführi bei dem — *• ^Liebeswerkr.- ז?; ' Iterntora. 2. Oktober. (Or.-lü-r.) Der Deutsche Re» K-Verein ,Destay" hatte zum Son-«,bend den 1. Oktober er. d« 8 Uhr in einem hiesigen Hotel einen großen Bortrag .de« Oberlehrer Dr. Paul Förster aui> Friedenau bei Berlin fangetänbigt, in welchem derselbe ülxr da« Thema: ״Die Mrunhsätze uud Forderungen der Ixutsch-sozialen Partei" A-' sprechen wollte. In den betreffenden Inseraten" war ange» und Minderjährige Hab« n keineri Zutritt", ferner ^Diskussion und Pureauwahl findc!t nicht statt." Hierzu geben: Inder» und i ,Diskussion und waren EinloAarten « 2V Pfennig avstzrgebe», und zwar der Verlaus folgender: Bor Beginn ix« Boctrag« verlangte .Jemand da« Wort und ersuchte um Bureauwahl, andere Stimmen wurden dazwischen laut: .Wir bniuchen hier keine Judenhetze׳ tc; der Tumult wurde srlaut «ad arg, daß der anwesende Polrzeicommissar die Versa mmlung auflüste, bevor nur der p. Förster überhaupt angefaiigen kalte zu sprechen. I». Morden, 29. Septtmber. (Or.-Eor.) Gestern wurde die irdische Hülle de« seligen Landrabbiner« Herrn Dr. Buchholz z» Emden in da» Srab gesenkt. Die BeftattungSfeser war ein Zeugnis oer grichen Verehrung. welche der Entschlafene genost Nicht nur die ganze Gemeinde Emden, sondern auch Vertreter und Liehver au» fast allen jüdischen Gemeinden deSLandrabbinat«, zu welchem die Emden« hätten sich emaesundeu. um bum thener» Seelsorger, tan bedeutenden Aanzelredner und pflid-ttreme», gewistenhafieu dlichm Forscher auf fst da« letzt« Ehrengeleitr zu geben. Im Tnrnerhause" itzurde die Feier vom Sindrabbiner Herrn Dr. Mannheimer an« Oldenburg durch een Gebet cin!jeleitet, nach welchem Herr Landrbkbiner Dr. Gronemann au« Hannover im Namen der trauernden Familie tiefempfundene AbschirdSwsrte sprach. Hieran reihte sich ein inniger Nachruf de« HauvstehrerS Levhaut Norden, worin derselbe seine eigenen tieffchmrrzlichen Emvfindiina:« ausspra h und zugleich im Namen se>a:c BerufSgenosse« de« Bezirks» sowie al» Vorsitzender de» ,HrreiuS der israelitischen Lehrer de» LandralibinatS Emden", dessen Ehren- Mitglied und warmer Förderer der Entschlafen: war, und endlich al»Borstandsmitglied de» jüdisch:!! Waisenverein-, für den LandrabbiriatSbezirk, welchen oer Selige begründete und al» sein Herzenskind mit rastlosem Eifer förderte, dem herben S hmerze und den Danke Ausdruck gab nud mit einem Gebete schiost — Alsdann setzte ft h der Leichenzug in Bewegung nah der erleuchteten, mit Blattpflanzen und Palmengeschmückten Synagoge, woselbst der Sarg.'vor der Kanzel aufgelrahrt wurdL Nach<׳n der jüdische Gesangverein Psalm 6, > —8 gesungen hätte, bestieg ~!rr ־ Dr. Mannheimer die Kanzel, schilderte in beredten orten da- Wirken der Bereu igten in seiner Gemeinde und insbesondere hervor, wie Dr. B. rin heroorragenser nzelredner war. desien Geist in der Gemeinde zurückdleibea und fortwirkc» werde. Unter dem Eindruck« dieser ergreifenden Gedächtnisrede und nach dem Gesange de» Ps. 16. 8—10 wurde der Saig von dem Gemeindevorstand in den Leichenwagen gesetzt nnd ver lange Leichenzug bewegte sich nach dem Fried- Ergriffenheit feierte «.den Beritorbrnen als Amttbruder und Freund, hob fein große» Wissen auf talmudischem Gebiete hervor,'rühwtc sein unermüdliche« Wirken für die Gemeinden de« Landrabfinat» und deren Lehrer und schloß mit warmen Worten, de» Tröste» an die Familie und die Gemeinden. Nach einem Gesang seiten« ixr Schüler folg« rin innige» Schlußwort de» Hrn. Dr. Fink-Aurich. Er rühmte, wie sehr gewisser! Haft der Bere1oitz.tr als Vorgesetzter war uns daß die Lehrer in ihm «neu Freund und treuen Berater verlieren. — Am Schluffe dies« weihevollen BeerdiguugSfei« rief der erste Vorsteher Ser jüdischen Gemeinde Emden Herr Jacob P elS de« verewigten Landrabbin« Worte de» Dankes and d« Anerkennung nach und gelobt« auch im Namen seiner Mstyorsteh« ihm ein dauernde- Andenken dadurch zu benmhnn, daß im Geiste de» Landrabbiaec» De. Buchholz in txr Gemeinde uxitrrgearbeitet werden soll. Unt« den ritualen Gebeten wurde nun die irdische Hülle zur letzten Ruhe gebettet und der Grak'hügel mit den vielen gespendete« Kränzen unp Palmen b«deckt. Da» Andenken de» Frommen verbleibt zum Segen! Oe-e»e,rt«h-U»»s«r». Meß, 3. Oktober. Rach txr heutigen Ansprache dcr Delegirten äußerte sich der Kaiser in scharfer Weise zu einzelnen dsselben (Richter, S ueß) üb« da» Verhalten der antisemitstchm Lattdtagsabgecrdneten in Wien; er nannte es »einen wahren Skmdccl, eine Schmach"! uud äußerte sich üb« di«: antisemitischen f)«tzerrien wie folgt: ״So kann e» nicht avertrr gehen, da» wird zu keinem guten Ende führen^-. Mien. 8n «in« hi« abaehaltrnen Ausschußschuag de» »BereiuS zur Abwehr de» Am stemitismuS" wurde be>chlostea. in den nächsten Tagen eine . rischen Arus im Läud age abzuhalteu. c Prvtestversammlung gegen die n de» Abgeordneten Sch ,chneider Lüttsttzun, tu ta vktUM.