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Israelitische Wochenschrift · 1892-10-01 · 40 (1.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
40 (1.10.1892)
Date
1892-10-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Htei»e^M»de *»& Uattocts £et!/) 1 &it tut Mun«N«)| *et «Mt»». Von SabWaft Dr. 8. Nipp»er. Pf*״; * |U!4tr: pWaa■! Qfa&Utt I prtts vir (Sott der Gnade! D» qast tm» grstntd erhalten und *je» schön« Fest gespendet. Alle, die «inst den Grundstein gtlegt sind jetzt!»ieder hier versammelt »m den vollendeten Ban zu Du hast unser heiße» Gebet «rhdrt nah bei all den Arbeite«, Bau erfordert hat, ist Niemand z» Schaden gekommen. Fstr nabe, für diese« Sotte»schntz danken wir ans tiefster Seel«. ■** dem Vorbild, da» an» di« Priester im Heiligthnin zu I«r»st>lrm ««( -er-, haben wir da» ewig,: Licht in diesem ksause angezündet: *9 yM smh unser Leben von hier empfangen da» Licht der Lrkeoniiiß, Licht der Liebr, da» Licht de»!roste»: das ewige Licht; w«: in -mr Finstrrniß n»andelt de» Ztrthum». de» Zweifel», in diesem Sans« Tm die Sonn« der lvahrheit; wem di« Liebe fehlt, wer da» Glück nicht kennt, di« Seligkeit Andere z, beglücken, hier wird hohe. die froh« Botschaft» daß er licht wird in unserem Ge- *. wenn wir Licht »n- Lies« tragen zu den Armen und Elend«!; h^cht da» Morgenrots dervor für all«, die in der Nacht der der Sorgen, der Schmerzen seufzen und schmachten, lver Seiligthu'm zu Sau׳« ist, für den giebt r» keine Nacht, dem >li da» ewige Licht. M nimm gnädig auf da» Dpfer, da» wir disfem Bau vir spende«, wach« über diese» Sau», daß e» bi» n Zeiten seinen Berus erfülle, and diejenigen, di« zmeiseln- זזזזזי, erleuchtet von dannen ziehen; mSg« die Nächstenliebe, hier gepstanzt und gepflegt wird, weit hinauiragen und über deu Arei» s^LH^rr Gemeind« hinweg die Dürftigen erquicken; mögen, die gebeugt zagend über dies« Schwelle treten, getrost und getröstet heimkehren. Sende »u. Dein Licht und Deine wahrhät, daß sie an» führen. Amen! M. «! Unsere Weisen erzählen uns von der Weihe Äest Tempels in Jerusalem durch den König Salomo folgend« sieffinnige Legende: Salomo hatte den herrlichen Bau auf. ^richtet und vollendet. Alles, was die damalige Zeit an rath kannte, war ausgeboten worden, um dieses Hau» zu «den, ganz Israel halte sich um den König geschaart, das igthum zu weihen.Zeugen zu sein des feierlichen Momentes, dieser Bau seiner göttlichen Bestimmung sollte übers,eben den. Rur eins fehlte noch. Die alte LundeSlade, in die Mose vor Jahrhunderten die steinernen Tafeln brt Ge- . sttzes gelegt hatte, die die Israeliten auf allen ihren?Sans-srungen begleitet hatte, die als das Rationalheiligthum Israels Mlt. diese Heilige Lade sollte geholt «erden und in dem Aller« Heiligsten des Salomonischen Tempels Platz finden. Aber Mhe da. so erzählt die Legende, als die Truhe mit den Tastln, sss welchen die zehn Monte aufg^eichaet waren, dem Tempel Sch näherte, verengten sich plötzlich vie Mauern, das Prachttzsus des Salomo wurde zu eng. um die schlichte Lad« des ,Mose aufznnehmeu. Das Volk war tief erschüttert, ei er״ i-c .-at, da Gott sichtbar den Bau zurückwies, der der (stolz .fee» Königs, der Stolz des Landes war. Vergeben» war des - Aolzen König» Bitten und Beten. Solomo, der mäihtige, glänzende Fürst war tief gedemüthigt und aus demütlpgem ElÜäerzen betete er: ,Und nun o Gott steige nieder zu T>ein«r hestatt: Du utnd die Lade Deiner Macht, Deiner Wahrheit; ist nicht von Dir das Antlitz Deines Gesalbten.' Da Äriteten sich die Thore und hineiu zog Gott, der König der ,Ehren, urd die Lade fand für länger als vier Jahrhunderte '■eine Stätte im Heiligthrm. Was hatte Salomo Schlimmes , -,ÄMUgen. daß er so arg beschämt wurde? Salomo hatte sich :׳snsangZ überhoben; er hatte gesprochen: ich habe Dir ein :Ho!!A gebaut, ich habe Dir ein Suustgebäude errichtet. — Auf Js «mich« Sage pißt das Wort dcS Dichters: ,Was sich ‘söe 3*& nirgends hat begeben, das allein veraltet nie.' Diese Ägenbe von Salomo enthält eine ewige Wahrheit. Wir müfstn MistrHerz weihen um diesHouS zu weihen; an unS istessttzt v^-ies fas« zu heiligen; das kann nicht Gott aus den Höhen, da» SflniRS ttre nur aus den Tiestn der Seele. Wir siud Allen deuen dankbar, di« um den Bau sich treu gemüht haben; wir schulden den Meister» Tanh die den Plan so schön ersonnen, so sorgstm aus,,«führt haben, wir freuen uns. daß es in unserer Gem-inde Männer giebt. die uneigennützig eine auh»^ Mtst» biefittUche« Prwzipie» deSMb^ -KiMklMir Mi» b^MtnH stirliNev' lNeb.) liche ArbeitÄrast ansgeboten haben, «m.stde.(, auszugleichen, streS^Hmderni» zu heben.'stdek nützen »nd uns >u *wtm schönen Ziele zu führ»- «st eriunrrn ouS gern der Guten in unserer Mstte, die durch frohe Spenden diesen LZau gefördert und ihn so Prächtig au«geschmückt haben; aber die» HauS weihen und heiligen, da» kann kein Künstle:, kein Vorsteher, kein Wohlthätrr, da» kann nur die ganze Gemeinde, indem sie sich selbst weiht wrch Andacht, durch Fiiedfertigkeit, durch Gradheil und Redlvhkrit. So heißt es in Ixn Psalmen: -MP' Dl A מלה בהר D במקום קדשו, נק כם־ם ובר לבב. ,Wer darf den Bag Gotte« hinaufsteizen und wer darf stehen an heiliger @1Mk? Wer reiner Häa>>« und lauten» Her^n rst." Wtr verÄhen dem stierluhen Augenblicke Dauer, indem wir di« Frage destammen Sänger(! und seine Antwort erwägen. — (Sn ,Gera Gölte»' ist jedes Gotteshaus, auch wenn es nicht wie einst der Tempel zu'Zion auf hohem Gipfel emporragt. Denn im Heiligthum stehen wir wie auf einer hohen Geistei!zinne und unser Auge überschaut frei ein rreiteS Gebiet mtnfdiltdjen Schaffens. Von der Spitze eines Berge» betrachtet, «r.chemt un» Vieles Nein, was uns in der Ebene groß und bed.ttteao vorksmmet. Und wie Vieles, wonach die Menschen ringt» und stteden und hasten und jage», erscheint uu» kleinlich wen» wir in diesem Haus es nach seinem Berthe prüstn. Wenn wir auf einem Sstrge stehen, da entdeckt nnfer Auge oft in einem entlegenen Punkt ein Köstliches, da» onso lanfje entgangen war. So ecknnen wir hier manch« bescheidene Tugend, die wir sonst übersehen haben, manchen Vorzug der Seele., den wir sonst niest beachtet haben, wir schauen tiefer uur tlavei: in den reinen Lüsten, welche den Berg Gott«» un wehen, ,Wer darf dea Berg des Herrn besteigen, wer darf stesta an heiliger Stätte?' Wie weist ist diese Doppelfrage. 4)ie fk» geisterung trägt un« oft wie im Fluge zur Höhe, f it eine kurze Weil sind wir all dem Jammer, all der Niedrigkeit entrückt; aber die Begeisterung ist gleichsam nur ein kurzer Rausch; wir ervachea uud leben wieder in der Nie termrg. in der Niedrigkeit.- Vom Opfrrherde am Altar Heist «S in der Schrift: ,Ein ständig Feuer soll lohen auf dem Altar, e» soll nie erlöschen.' Das ist «in Sinnbild der Glich, die in unserer Seel( lohen soll für alle- Gute uud Wahre. Der deutscheSSngcr Andel: ,nur der Mensch kann dem Awrenblicke Dauer Verleiher.' So soll die Weih« einer großen Stunt« nachwirle» durch alle Stunde« unsere« Dasein». Wer darf hinaussteige«, wer darf stehen. Es nützt riicht viel, wenn unsere Begeisterung wie «in @tto׳jftuet ausflammt; batatif kommt es an, daß über die ganz« Gemeinde d« Weihe kommh daß sie sich erhrbt zu den Höhen ix» Leben» um d ruernh dort zu weilen Und wir lestu in den P almen auf die« Frage eine einfache und bündig« Antwort: Gtckveiht ist, wessen- Hand, und roesien Herz lauter ist. Es giebt Ltcuschvl, deren Thun tat» llos, ja rühmenswerth ist dst vor der Oeffentlichkeit alS aus««zeichnete Menschen glänzen; n<e möchten chntn gern unsere Actitung zollen, aber wrr haben eia mibtstimmdB Gefühl, daß all die« edle Thun nur Prunk «nd E>chem-ist. um zu blenden und zu berücken. Die Hand ist rein, abw^ das Herz ist nickt lauter; mancher ist so gesthickt, daß er stm/ innerste- Empstuden völlig verschleiern kann, daß die GenoA>»h ihn verehren; was erreicht er damit? Auf dem Berges des Herrn schvinden die Nebel, er kann nicht stehen an1! heiliger Stätte, sondern bricht zusammen, weil ihm Stütze eine«, treuen, ffftca Herzen» sthlt. Da» istit, was «ach dem Bericht dcS dieöwvcheittllchen SchristworteS d:r sterbende Mast seinem Volk ,inschärst: ״Das Gebot Sacke-, «S liegt dir nicht fern, ist nicht im Himmel droben, eS ist ustst stustts des Meeres, sr ndern dies Gebot ist dir sehr nahe, « dein«» Herzen ist et-, daß du danach thust' Dir» Haz^ es kann nach dem Sleihniß des Most die Wurzel sllu. der Gift und Bitternis auffteigt, und eia Herr kann j auch Ixr.> de» Lek«,» sein für rin« große U< kine tchttr dst k^rzcl emMh

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