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Israelitische Wochenschrift · 1892-07-15 · 29 (15.7.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
29 (15.7.1892)
Date
1892-07-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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m0i: אב der grsammst« Judenheit aal tfcfaa Satirn»«!*׳ j(H;׳ nttaui* erwachse» lann. Zn den LöWit der Vaterland- -oft! ufsische» Jüngling«, die in den lluioerfitätsstädten ir^üen, entsprang diese phantastische Id«, die leider in den HitzH sen unserer durch die sozial» und politische Zurück- ׳etzvng erregten Jugend einen geeignete« Nährboden fand. £61 tonn und wird nicht! Antel geben. C4n»ri*. St. PnRe», 8. Juli. Dal hcsigc Tageblatt der Sadt St. Salle« schreibt: Di« von uni vor einiger Zeit schon gebrachte Nachricht, die 50 000 Unterschriften für rin Schächt» verbot seien so gut wie bei einander, bestätigt sich. El «Merliegt heute kau« mehr einem Zweifel, dag sich >aS Schweizavolk demnächst in einer groben Abstimmung darüber zu entscheiden haben wird, ob feine Verfassung zu einer Spezns Schlachthausrrglement empordemokratisirt wer!?en soll. Wir hoffen zuversichtlich, es werde dies« unglaublich thSrichte Bewegung so energisch zurückgewiesen werden, als sie el verdient. 9nwtK((b.!Part», 8. Juli. Der Araudrabbir: Zadok Lahn hat an Drumont ein Schreiben gerichtet, welche! dieser in der »Libre Parole' abdrockt. El heigt darin: »Sie klagen uns Juden in Ihrem Blatte wegeu bei Prozesses v«. der gegenwärtig in Eleve abgeunheilt wirk, und Sie kündigen ihn an unter dem Sensationstitel: ,Ein rituelles Verbreche». Ermordung eines christliche» Lindes durch einen jüdischen Fleischer." D׳e elementarste Gerechtigkeit, di« Vorsicht sogar hätte Ihnen eine andere Haltung eingeben müssen; den» ein Angeklagter ist kein Berurthellter. Was mich anlangt, so bi» ich beruhigt über den AuSgang des Prozesses: ein Mord kann begangen worden sein, auch von einem Jude«, ober einen ri tu eilen Mord hat es niemals gegeben. Sie schicken dem Artikel eine Stelle aus dem Talmud vorn«!, aus welchem zu ersehen sein soll, ,daß die Juden die Ar» woho.heit der Menschenopfer haben". Hier bin ich etvas mehr kompetent, als Sir, und ich Hab« das Recht, zu proteftiien. Diejenigen, welche Ihne» das Zitat mitgetheilt, haben sich einfach über Sie und Ihre Leser lustig gemacht ob« haben vielleicht auch selbst kein Wort von der Sprache des Talmud verstauben*). Ich frage «un jeden Mensche« mit gutem Glauben und gefuNdem Menschenverstände, was die zitirte Talumdsklle' mit dem vorgeblichen rituelle« Biorde gemeinsam haben kann! El wäre wirklich höchste Zeit, eine so gehässige nnd lätherliehe Anschuldigung fallen zu lasse». Wissen Sie denn nicht, «em Herr, daß das Ehristenrhum in seine» Anfänge« lange Gegenstand derselben Borwürfe von Seiten der Heide» gemeseu ist und daß es sie mit Eutrüstuug zurückgewiejeu hat. indem «S sich gerade auf dajüdische Gesetz und die jüdischen Traditionen berief? Wiffeu Sie denn nicht, daß ma» seit Jahrhunderten die jüdische Litreratur — eme der rcichsieu der Wett — bis in ihre entlegensten Winkel drirchflöten, um auch nur «in Wort, eine Anspielung auf ei«?^erbreche» zu finden, mtt de« man uns «iederschmetstrn Mächte, und daß selbst die leidenschaftlichste« Sucher nicht oui ihre Losten gekommen sind? Wissen Sie denn oichh dag berühmtesten Päpste, deren würdiger und glorreicher Nachrr ger der edle Leo XIII. ist, nicht aufgehört habe», sich g'gra diese Anklage zu erheben, welche den Juden «ähr««d rr zweiten Hälfte des Mittelalters so viel unverdienres v^ril zugezoge»? Werden Sie auch von diesen sagen, sie sei׳!! durch das Geld der Juden gewonnen worden, 'Sie, der L!e in der ycgciuräitigen Gesellschaft nur Läufer von G ewissen «ad käuflich« Gewissen sehe»? Wisse« Eie endlich nicht, daß ftlbst Verurtheilungm, die der Macht df" Bor- *) Unsere Leser len«, dt« t» unsere« ^itteratuMaU' dtM»»' sprschem SieLr au« d«rMW»a »!,Lästft» Gmlnst über b«4k! einer «i,»«rjthriD5u Lä7s« vgrder» unlrils H» verdaiiken s _ _ 8Wfcr e«riffeae.«e1t,i1M>U «Wii beweiseu?jLWonp׳ wültze das Andenjsea der reinen wiPW ligea Heldin.1 in welsftr Frankreich i sich sklbst wietstkW kemien liebt, unkr der Wucht ettlesunbilligru Uriheils, sawme'ubrechen. Mein Herr! Es PtstLgt nicht, zu haA uvl Basel thnu zu v>o«u. man mitz buch die Waffw.wÄ len, bereu mau sich HS bedienen wGvcht, .El giebtWchftst welche «in rechtliches und ehrlichcs.Gewiffe» niemals az werden. wird, und «stlchr selbst 4*1 hefliast:.LMensGÄ! nicht rechtfertigen kamil׳—Trotz mchtt «Fertigung erklär. Drumont ganz nnverjroren, daß er׳ die Beschuldigung des Ritualmordes als »historisch vervü7»st Thatsache* anftecht erholte. Der' blinde;Fanatismus ist ss pcrbohtt. daß er für Bernuustgründe gar nicht zugängtich^ist. GLV-l««nisa. A A. Z. Aus Arg«»t1«ie» wird über den feierlichen Ein- »ug des Herrn Eolorel Solds«idt Folgendes berichtet: Freud« und Jubel herrschte in der Kolonie .Maaririu". als bekannt wurde, däß ter von allen lkolonisten so sehnlichst erwirtrte Brvollmächtgw des Barou Hirsch am £ Mai er. _ dem eintreffe. Zu se uc« Empkng« zogen sämmtliche Lol»-^, nistm ihm entgegen. Voran tpn SV junge Kolonisten mit״? chrr« italienische« Verwalter, Herrn T'ratschini an der׳ Spitz», um den Ehr, »dienst bei Hwrn-A. zu verrichtest. Unweit der Niederlassung befand sch ein Tisch mit 101Hseidener Decke unter eiste« Baldachin. Rach russischer Stzst wurde Brot und Sech-, als Ehrrugeicheilt dargrbvnht. :, Ausdem Tische lag außerlnm uoch eine Scher Thora. Zu tgdden Seiten des W^es standen Mänrer, Frauen und leider. Argentivisehe Reiter bildeten eint« l)albmris, fbt derrech» teu Seite der Ehrenpjorst wehte die «agkHch^ an der link» die mssische und in de: Mitte die ar! ,entmische Fahne. Dm« folgst« die Vorgesetzter der Loloni« und ei« Vorsänger mit > sei»-«. Thor. Als de: geschlossene mtt 4 Pferden bespannte Wagen in der Nähe «nlängst, stim nte der Sängerchor dss-, ,Boruch habo" an und Alle riefen .:^nrrah!" Das Töchter-- ehe« eines Lolonisten überreichst einen herrliche« Blumen», straaß und Herr Goldsmidt küßte dafür die liebliche Lleine ans die Slirne. Dann trat der Lontor mit der Thvrarolle im Arm Hera» und ftjnele den Bari« Hirsch und AeMmidt. Nach der BearüßnngScede hielt Her: T. nachstehende Anrede in teutscher Sprache: .The«» Brüter I ütlch hm »lcht di« «oth hlerhergetrstbe»: Ich bi» et» omHMr •enenel und reich ,«mg, u» zu H»»j» i» Nutz: und Mchl-au» leb«» »u Umnea. nur auf Suusch des Baren Hirsih bi» ich zu Lurrue 'Vöhl, «ein« Brüder, hierher «erill. JP di» st,l, daraus. Jute zu^ei»! urd fre« «ich. Euch bstHest ^M t» ISaueü. Ihr habt ,««r »lei leid«! uud «utsetzstche» «nragm «Lff» bisher; mm hat hl«»» Hirsch sih hierher «sauht, »» Eurrr Pet, «u» Eure» Lew« «i» «»de j» «aste». Hossrattich «erde ÜH «it KoltrS Hilft die,.« Ziel tu viel kürze« Zeit erreich«», «l» luflut. ä Borsahre«, dir erst nach^ojährige« Austuthatt tu der Wüst« in »es " gellte Laud riuziehe» durfte».' '׳.i Dann ermahnte.Herr S. Alle, ihre« Borgefttzstn z» gchorche» und ihre llaordnnagen unbedingt zu besotgen. d Ans btt unzählrgeo Lagen der Loiomste» erwiderst Hr. S. nur, daß er WÜ genau untersuche!, die Schuldigen streng besttaftn und stet» »atz den Gesetz!» des Rechts und der Gerichtigkrtt . Handel« roerde. - Am 4. Mai besuchst Hr. G. da- GottManS, nahvi dir TLorarolle aus der heil. Lade und küßte sie. Bei seiner Aoreise oo« der Nnderiassuug wieder di.30 ׳ junge» Least zil Pferd« da* gaben ihm wie Ehr, ugestit*). •) Leiber au» öaeuvS-A, leum aergche nn1d)K Hasst tmgr«, Mc bie EÄ», ernnse» ».{.«. Tat. «emamderu; aut lk-slm istiutsche m ' «amner wiiw■ iiwhimii) iu 7». «• n« vir Galisntth zu »erSsfäulichen; di« ,Sr, aus ihn «BPd t**» sich als trüarrisch .SMKUt* solch» «ertchN asfntw»», M z» 1r-Wc «rneuSuNlff» AalanstattM *std Hst

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