Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 28 (8.7.1892)
- Date
- 1892-07-08
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/6492344-5935084-5959801--1167-5375093- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
folgten ak Lt rs»l§«rn, f, Helsen »ir Pfeile schnitzen, die früh oder spät «rs den Schützen znröckprnllen. . . . DnS prenbische S1a««gknnr»setz sagt sta Artikel 4 ^8en den Nechnn der Preußen": .Tie »ffentilchen Aenter sind, mu*r Atnhnlmna ktx Mn len Gesetzen ‘rfloefuflim vedingangen. für eile dagn «st Atzten gleich »»tzünglilf^. 21 »Are ei» geradqn unbegreifliche« Mr Mn V erblendn» g, wenn an» Abnetgung gegen däs Jndenthmn ikatdo- Iwn in Prenjen sich Mzn hergeben walkten, gegen «ine verfafsnqgtzleüiwnuing Smr« zn laufen, auf welcher ihr leider nach s« nintzelhast irrwilllichter Anspruch auf Gleichberechtigung beruht." Schab« nur, daß diese Aeußerunge« lediglich vo» Partei-Jnteresse diktnt sind. ,Hätten wir Ultramontouen" — dies ist (meint die Berliner BolkSztg.) die logische Schlußfolge obiger Aeußerunge« — ,Alles, was uit verlaitgev, uno liefen mir nicht Gefahr, dieses ,Alles" zu verlieren, dann in GotieS Namen loS gegen die Juden! So aber, wie die Dinge zur Zeit liegen, können wir uns nicht au die Seilen der Antrscmit-u stellen." Bor einiger Zeit jagte einmal die ,stöln. BolkSztg.", die!acholische Lehre verbiete die Judenhetze. Warum wird dieses triftige Argument jetzt nicht inS Feld geführt? Aus Akt»«« schreibt man, daß zwei Delegirte der Gemeinte vorige Woche beim Minister des Innern Audienz hatten, in der fie die Bitte vortrugen, die von der Gemeinde mit überwiegender Majorität vollzogene Wahl de- Dr. Rosenseid aus Ungarn zum Oberrabbiuer zu bestätige». Der Miuister des Innern theilte den Herren mit, daß nahezu 70 Reichsangehörige zum Theil stellenlose, zum Theil i» kleineren Stellen sich befindende jüdische Beamte sich schon früher mil der dringenden Bitte an ihn gewandt hätten, fortab der Wohl eines Ausländers zum Rabbiner die Bestätiaonazu versagen. Er könne im Piinzip da- Borgehen dieser Beamten nur billigen, wolle jedoch die Altonaer Angelegenheit nochmals in Erwägung ziehen. Aus Hlotzrsoch bei Büdingen wird unS geschrieben: Ter Allgemeine Deutsche Banelnverei«, welcher in unserer Gegend unter den wohlhabenden 2 heilen der Bauerschaft seit Jahren zahl,eiche Anhänger gewonnen hat, schulte uns end- Uch in fern» Dr. Waltemath au« Hamburg, dem Generalstkretär de- Vereins, einen Sendboten, durch dessen Borträge eine festere Begründung der BereinSgruudlagen in unserer Gegend herbeigeführt werden soll. Wir haben uns herzlich gefreut über dieses Lebenszeichen des Vereins, um so «ehr deshalb, weil hier unter dem Deckmantel der Juden Hetzerei, die Bauersehoft in polittscher Beziehung nach einer Richtung geführt wird, welche weder der Wohlfahrt de« Batrrlaudes «ach einer gesunden Fortentwickelung und FSrderuug der bäuerliehen Verhältnisse entspricht. Dr. Waltewach hat nicht nur durch seine Borträge diese trübe politisch-wirthschaftliche Thätigkeit scharf beleuchtet, undunter Anschluß cm da« Program« de- Allgemeinen Deutschen Bauernvereins die einzig richtigen Wege vorgezeichnet, welche die Bauerschast zu marschere« hat, tun zugleich mit der FSrderuug ihrer eigenen Interessen auch die Sesammtwohlfahrt des Baterlandv» zu erreichen, sondern derselbe hat auch durch tnassenhaste Berbrettung de« BereinSorganS (die in Erfurt erscheinende ,Deutsche Banernzeitung") und anderer derartiger Drucksachen unsere Bauerschast mächtig ansgeregt und zum Nachdenken «gespannt. Dieses Nachdenken hat rasch seine guten Früchte gctrageu, wie dieses ver Anttseuntenführer, ReichStagsabgeordnetet Böckel neuerdings zu seinem Schrecken eisahren »uKe. Lr. Bücket war durch dce Thätigkeit unseres Generalsekretärs 22. Wittlemntli, gegen dessen Vorgehen die unteracordneten Gtteder des aittisemttischen Generalstabs in Marburg vecgebltch Front «achten, in seiner Siegessicherheit hinsichtlich der hiesigen Berhältnisse beunruhigt worden und eilte nun selbst hierher, um die Scharten auSzuwetzen, die durch die Thätigkeit Dr. Waltemath» seinem Eruflnsse geschlagen worden waren. Unser Dörfchen Lohrbach war vom Marburger Generalstabe dazu ausersehew worden^ dem Dr.. Böckel tat Echat^laAzu 1149« für die '' ״ ״ "י-־“' Ilnßchigrr des Allgemeine« Deutsche» Gäuernv »m«e. Der Plan war nicht übel «kgelegt t »lach war wieder in Hamburg rlnd hie Führerschaft _ Allgemeinen ,Döü scheu Bauern vet ein« weilte eben früh, metae Entfernung, so daß Dr. Bickel es nur mit beiFj wühnten leichtgläubigen Gntmttthigkeit der srirdsertigeu ' bMchen Banerschfft za thnn z«. habe» vermeiür. v, hrffte er leicht fertig zu werden mid träumte vitLsch Zitillen schon vo» den Lorbeer«, uelche er seine« tische« Ruhmeskrarze beizuflechte« gedachte. LeiVkf Tr. Böckel ftine -!echnung ohne oie Rohrbacher und Rücksicht aus die E nwirtuugen aitsgestcklt, welche sich stid durch die Dntckschriften des AUgew einen Deutsche« vtreinS in Rohrbach und Uüvegmi» geltend gemacht Vergeblich fudite der ^Fümer der oberhesfischen Bauern^ wie sich der Stadt man« Dr. Böckels gern nennt, in «ns Dorse Rohrbach t!tn«1 Raum für fdok Borträge z« Dr. Waltemath war es doch in d«s ' ' möglich geworden, seine Borktäge »ns Segel bahnen und' freien Hofräume» akuuhalt«, aber de« ,Bauernss' Böckel wurde in Rahrbach selbst ein Stück untre de». Himmel verweigert, wo er seine iklerkvhrungskünste - s lassen wollte. Dei antisemitische:&etb mußte mit Rufe abzieheu. g&9c, «. Juli. Der Lautem r Bürgermeister Schlitz beiuudet: Jnnkerntan habe ihm am Tage nach de» erzählt, er wisse genau. Buschhoff labe oen Mord ' den« sein Sohn ter Doctor, hat« ihm «il Juden Ehcisteublut brauchten. Jnrkermann währeyd der Bürgermeister feine Aussage aufrecht hält dtuprstgt, Junkermcnn und andere Hanptzeugen hätten fld hervorragend anantisemitische« Vrstrebua ge« betheiliz Ls wurde ferner ft: der heurige»Sitzung ftstgestellt, daß! Sohn des Angeklagte« Buschhoff a, dem?«glichen Tc, die Schule bis 12 Uhr Mittags best hat. (S. ,N. Rache." 9nuu1(M1. 'fl M. 8. Wart». Die Rede, die der Grandrabbi» l. Zadoc Sahn an der Bahre Lrmau!׳ Mayer'» hielt, lautet wortgetreuer Uebersttzu«, wie folgt: ,Meine Herrn!! Ern «roß« lSchmerz bemächtigt unser bei« Anblick dieses Sarge«. Er bftwl die irdis> Hülle eines edle« Jüngling», eineivürdigen Mitgliedes vortrefflichen französische» Ofsizierkocps, in welchem die radheit, Biederkeit, Ehre, Selbstverleugnung, Todes« rachtur unk Qifermuch verkörpert sind. Wir kannten Armand May« als einen Mann «ft gezcichnetrm Herzen, in welchem nur edle Gefühle «ine» ־ batien, als einen st urigen und leicht erregbare« Geist seltenem Scharfsinn und groß« Erhabenheit, als «ft«, beul würdigen und aufrichtige«, gefüljlvolle« und mau» Eharakter. Seine Eltern waren fjlücküch über feiste licht: Zärtlichkeit, strlz daraas, ihn all«««« geliebt und ־_ achtet zu wissen, unt .sie gründeten auf >ei«e Laufbahn» die'! rühulich begonnen Hütte, die glänzendst«« «nd ber«htia " Hoffnungen. Sein Bruder «vor «ft ihm durch die k richtender Freundschaft und Liebe auf's innigste verk! Set:« Vorgesetzten wußten ihn $u schütze« und zählte» ׳ ihn. Seine Samer »den hielten fest zu chm in guter radschaft. die unsere Armee zu einer wahren Familft geeint durch die Achtung vor der Pflicht und durch die L« zum Laude. Und all' da» ist zu Grunde gtgftLgen durch em^ klaamswerthe« Unglttckl Dieser JLiPfling, von dieser brave Offizier, ist i» den -Tod a einet« der Bruderkämpfe, welche die Eit rechtfertigt, welche «!ber da« G«s«st^: verd immen. ׳ «Mi