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Israelitische Wochenschrift · 1892-07-08 · 28 (8.7.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
28 (8.7.1892)
Date
1892-07-08
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Wtttttn, •m t» b» fe®Rn 5« schlag««. Al» ■Weichen dieser A»»dan«r begrüßt der Unter^ichnetr da, vorliegend« Buch mit qeistpnnstt and Segen. S D*t 30M (thc Mt«« an» nicht Mo• «st der F7־stst«tt, di« chm da• S « s« tz verleihä sondern in d«r Lied« der Gesellschaft, al» Hochedide» Vorbild, wenn wir sein« vorige anerkennen nn» z» verwerthen trachten, wird er die nnsrigen sich anekgenen »nd dankda» ־׳schätzen. wir werden einander liebcn uitd segnen, wir werden werkchiitig erfüllen, was di« zwei größten Inden, velch« viellei^,t auch die zwei gr»ß«»n Menschen waren, die je geleit, wa» Jesu» und Spinoza gepredigt haben. — — —“ Moleschat». Mdg« das Buch de« christlichen SchriststrllerS von ubcn viel gekauft und von Christen viel gelesen werden! Zst«gd»t«r>. AuS Konsta«1tinopel wird un« mitge- . tdeilt. daß der amerikanische Gesandte Hirsch während einer last -ein ständigen AbschirdSaudicn; beim Sultan;fftt den seinen Glaubensgenossen gewährten Schutz und für idie milde Behandlung der aus Rußland auSgewiesenen Juden «dankt habe. Der Sultan antwortete, e« freue ihn. diese .Worte zu vernehmen Der Gesandte möge seinen Lands« leutrn erzühlen, daß der Sultan fick bemühe, allen Be« wohnern seines Lande« ein gerechter Herr zu sein, und daß in devLürkei » jemals Jemand seine« Glauben« wegen einer Verfolgung auSgesetzt werde. Gegen die Nieder» lassnug jüdischer Einwanderer, sofern dieselben sich zerstreuen, habe er nicht« einzuweuden. Werkln. I. Juli. Die Ahlwardt-Kaution von 50000 Mart ist heute mit Ach und Krach zusammengebrachr und de; Rektor au» dem Grfängniß im Moabit wieder entlassen worden, nachdem die ,Staatsbürgerzeitungtäglich in den rührendsten Ausdrücken um Zuwendung von Beiträgen fiM halte nach dem siunigen Leitmotive Jede, auch die grSßte Gabe, wird dankbar angenommen. Die Restsumm« ist deshalb verhältnißmäßig rasch aufgebracht toorden, weil von einer Seite 5000, und von einer andren 3000 Mark auf einmal ,gestistrt* wurden Um so scherzhafter ist r», den Ahlwardt-Moniteur von den ,Spargroschen de« werkiltigeo Balte«- reden zu hören, fafr hier für die ,heilige ach«* eingetretcn sei. — Eine besondere Rührigkeit bei der usammenoringung der Kaulion hat der Führer der Ahlwarbtianer in TreSlau, ein Freiherr Lothar, von Richthofen, to Gemeinschaft mit einem Frriherrn v. Diest entfaltet. In Herrn von R.'S Hause in Breslau -ist da« Hauptquartier aller in Schlesien agitirenden Antisemiten. Fritsch, Paasch, ,Dr.. Bauer, Liebermann von Eonuenberg. Hentschel und Danneil sind dort schon ,lieb« Gästegewesen. Da« Interessanteste ist da lei allerdings, daß die VreStauer Stützen de« Antisemitismus «S sorgfältig vermeiden, mit ihrem patrio» tische«.Thun an die Oeffeutlichkrit zu treten. Auch in den OmittuagSkisten Ix« Ahlwardt-MoniteurS sind sie als KautiouSsammler nicht angeführt. — Werk«, 3. Juli. Betreffend de« Verkaufs der Druck« schrift ,Judenbordelleauf den Straßen, hat eine au« mehreren Bürgern bestehend« Abordnung bei dem Minister de» Innern ein« Audienz gehabt hat, welch« ein verbot de« AnSruftnS ans der Straße und de« öffentlichen Vertriebes »npt bezweckte. Der Minister, uielchem da« Polizei. ium unterstellt ist, hat dem Anschein nach eine bindende : ESärnng nicht abgegeben, soviel steht aber daß daS bellebeschwerdcsühreud an den Minister Herrfurth unterm ^4, v. M. geweidet und darin bemerkt, daß jedem anstä». digen Menschen die Schamröthe in» Gesicht trete, sobald er, xGimql in Bqzlrituna von Damen, diese unflätigen Ausrufe ^iu der Frcedrickistmße ׳hören müffe. Sestern ist auf diese .:JWAiMt« vom Ersten Staatsanwalt Hierselbst'fttlgende Ant- ^>erl«». dm, ». Jnnk MWL Auf Ihm «» S!t»e «uelle», den Herrn Minister M Inner» getUMMt, mr kaMtUim n Seine chaeuenz de» Herr» Ktsthminisw, übermittelte «nd »on Letz»«««« »» «ich »nr Prüfung und ■ettmB Beranlaffnng «eleoete «ingnb, vom!4. Juni c. dcmachrichtige ich Sie. daß ich beert»« b« dmn Erscheinen der «reich«re ^»den-Bordel« Ans«« Mesea Monat» »it de« kbalgl. Polijet-Mrsfidimn von Amtlweaca und »iederbolt in verblndun treten bin, «»Hegen dlk den Ljntdestond de« grobe» Uns»«« lende »r« «nd vesti de« öffentlichen «n«Mrt«»» der oenwiete» schür« in gerigneier Weis« «lrnnschrrtien. tztnch einer wir,«geangenen Nachricht de» Herr» Pollzei-Präsidemen sind >» F«lge testen die th« unterstellten Beamten «it eniwrechender Amvelsnng «rede» worden, und «4 ist auch bereit» gegen einzelne Händler wegen Uebertretung de» ß SM Nr. II de» Ktvai-esetzbuch» Anzeige erstattet nordet» De« Unfug würde am wirksamsten «ntgezeageirrien «erde», wen» da» Publikum, »eiche« sich belästigt fühlt, veranlaffuag »thmen loollte, ' de« nächsten Polizeibeamten dt, betreffend« Uebelihäter aus der Stell« zu bezeichnen. Drescher.- LS empfiehlt sich daher, daß diejenigen, welche einen Schutzmann zum Einschreiten anrufen, sich die Nummer de«- selben merken und event. mit Bezugnahme auf vorstehende» Schreiben de» hiesigen Ersten Staatsanwalts sich beschwerend an das Polizei-Präsidium wenden. Wem«. In einer längeren Unterredung, welche am 30. v. M. einer Deputation des Bor sta n de« der hiesigen jüdischen Gemeinde von dem Herrn Minister de» Innern gewährt wurde, äußerte der Herr Minister: ,Die Mitglieder der jüdische» Gemeind« könnten mit Sicherheit darauf rrchnen, dag ihnen gegen etwaig« Au»lchrettuag«n, «eiche in Folg« antisemitischer Hetzereien versucht weit»» sollten, der allen Slanttbürgern zuftchend« Schutz seiten» der Gerichte und der Berwaltnngdbihörde» in vollem Nmsange werde zu Thetl werden. Et« Berbvt der Abhaltung antisemitischer Versammlungen sei nach dem vereinkgesetz vom 11-März 1860 nicht zulässig; die Arogr, ob ei», solche Versammlung aufzuläsen sei, häng« von der veurtheUung de» beauffichtlgeaden Polizeibeamten darübnr ab. in wie weit dl« erörterten Vorschläge n»d Anträge rin« »nffordenmg oder Anreizung zu ftvusbnren Handlungen, namentlich zu Gewcltthätig keilen, rnihielten. Kür di« Zuläsfigkeit, Flugschriften zu verbreiten seien allein dt« Bestimmungen de«Preßgesehe», bezw. .di« veschliiff« der Gerichte maaßgebend. Dagegen sei dl« Regierung stet« (?) bestreb« gewesen, grobem Unfug, namentlich durch Aulriefen und Auf» drängrn widerwärtiger Prrhrrzeu gntsse, zu steuernohne Ansehen der Konfession oder der Personen, gegen «eich« dieselben gerichtet selen — und werde nach' in Zukunft mit allen gesetzltchen Mitteln derartigen Suefchrritungrn «ntgegenireirn. Bereit» vor de« Erscheinen der Schmähschrift .Juden-Bordrlleseien zu Anfang ftjCt. Me Organe der hiesigen Polizei 1» gewiesen worden, da« Au»tie1e« und Au »rufen derselben zu verhüten, die Berkäuftr vecantwor»- lich au« ) SM Nr. 11 de« Strasgesetzbuch» und über tdr. Bezog», quellen zu vernehmen und die in ihre« Besitze Vorgefundenen Ezem» plar« wegzunehmen. Auch nachdem di« am 8. Juni veranlabt» vorlktnfigr Beschlagnahme durch gerichtlichen Beschluß vom v. Juni wieder aufg«h-1d«a worbe«, seien di« Polizeibeamten wiederholt »ater Hinweisung «ns ß SM de» Strasgesetzbuch» zum energischen Sinschreite» gegen da» Ausrusen jener Broschüre, sobald «» in lauter da» Publikum belästigender «eise geschehen sollte, »ngevtesen «e> den. lieber die in verschitdeneu Zeitvngea «uthaltrura Lagabea, daß desteaaugeochet diese» ausdringiiche. al« grober Unfug sich charavo» risireud« Au »rufen der .Jadeabordeüesondeuerr und einzeln« Schutzmänner sogar dir Ausiorderuug zam Einschreiten ousdrürvich ab- . gelehnt hätten, setrn Erörterungen veranlaßt morden, welchejedach noch nicht zn « Abschluß gelangt sei««.- Hofflntlich läßt der Abschluß dieser ,erneuten Erörterun» gen*, sowie das durch das Ergeduiß derselben geboten« weitere Berstthren nicht allzu lange auf sich warten. ASkn» 2. Juli. DaS Hauptoraan der Ulrramontanen am Rhein, die ^Küln. BolkS-Ztg ", fährt fort, vor den Zig» יי len der antisemitischen Hetzer zu warnen. E« heißt >!arin u.A.V .Dt, bürnertiche Gteichberechttgnng Aller m»ß.G>M der Minderheit »ad immer «och Hart gehißt,' lich daß Fs« yetzr nn'«^dt,r

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