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Israelitische Wochenschrift · 1892-07-01 · 27 (1.7.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
27 (1.7.1892)
Date
1892-07-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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schuldig«, «ämlich die Kche» deukst^kÄrflnnoug) von bet Menge heftig geprügelt und konnte sick» fchli Folgen nur durch schleunig- Flucht entziehen. Hk«ri» Au« Aula« de« unglücklich«, Duell» Morä«- Mayer richtete der Deputirte D"Y!u« au den KrirgSmmst« die Anfrage. ob er ferner dulden wolle, daß di« israelitischen Offiziere, die au« Anlaß ihre» Glauben« beleidigt wlirden, Satisfaktion zu geben verpflichtet seien? Frrycinrt erwiderte: Die Erregung, welche Herr Dreyfu« zu erkennen gegeben, wird von uu« allen getheilt, besonder« ober vom KriegSminffter, welcher in der BlÜthe seiner Jahre einen Offizier sterben sieht, der da« Baterlond mit de» grüßte« Hoffnungen erfüll«. In der Arm« kennen wir weder Protestanten, noch llatholiken, noch JSraeliten, wir kennen nur französische Offiziere. (Lebhaft«Beifall.) Wir kennen nur Soldaten, die zu Allem bereit sind, wa« da« Vaterland von ihnen «wartet. Wir sagen diesen Offizieren, daß sie in kriuer Weise in ihrer militärischen Ehre neder durch diese HerauSforderungrn, die wir׳ auf« Enlschrcdenste verut heilen. noch durch einen Apell an Leidenschaften beleidigt werdrn können, Leidenschaften, »vclche ftühnenJahrhunderten angehüren und welche die Revolution abgcihan hat. Wir werden hnen sogen, dies« Kollektiv-Beleidigungen treffen Euch nicht; Ihr müßt über densrlben stehen. Ihr seid in dieser Anschauung ron der Regierung, vom Parlament, von der üffeutlicheu Meinung getragen, die Euch decken. (Lebhafter Beisoll.) Der LrieaSministrr wacht, und wenn neue Herausforderungen statifiuden sollten, wird er geeignete Magr«eln anwenden, um sie $u ahnden. Wir toaben diese Aufreizungen zu« Bürgerkriege, von denen na.n zu sprechen gewagt, nicht duloen. Wenn e« eine niederträchtige Handlung ist, die Bürger zu gchenseitigen Haß und zur Berachtuüg aufzureizen, so ist die dlufrerznng unter Offizieren ein nationale« Verbrechen. (Wiederholter Beifall.) Die Kammer billigt einstimmig di« Erklär mgen der Regierung. R»«ch«ie« H. J, Lntsrest» 16. Jun-. (Or.-Eorr.) In den letzten Tagen hat «S dn, Präfrcten de« Boltuschanyec DezirkeS gefallen, eine Anzahl jüdischer Landbewohner — dem G«etz« nach dürfen nur Einheimische auf dem Laude wohnen — au» den Dörfern »uüzuweisen; natürlich war da« ent schiede« w.der den Wortlaut de« Gesetze«, aber hin und wieder fällt e« einem judevfrefferischen Beamten ein, den Juden etwa« am Zeuge zu flick«, — und wer kann ihn im Augen» blick daran hiodnn? Natürlich war die Regierung mit der Schneidigkeit dirse« Herrn nicht ganz einverstanden. I» der Stadt Bottuschani selbst prahlte der Präfect, eine Anzahl Htdischrr Jünglinge auüzuweisen. weil sie einem socialistischo, Lesroerein bergetreten waren; daß r« aber bloß Prahlerei war, bewies wenige Tag: darauf eine Bernrwung, die von.- den RegierungSorgynea «»«gegangen ,st. Da« der jüdische Arzt Dr. Maximilian Schachinann in der nun verflossenen ParlamentSsession rndlich uaturalisirt worden ist, dürste Ihnen bereit« bekannt sein. Da« Nal nrali» sation-diplom hat Dr. Sü-achmarm viel Mühe und Aufwand gekostet. — ES hl ißt, daß Dr. Schachmann für einen «mischen Lehrstuhl an der mrdiciuischrn Iacultät m Bukarest in Aiwsicht genommen ist. Werden ihm veim Loacnr«, dri der Besetzung de« Lehrstuhle« voraugehen mutz, kioe Schwierigkeiten gemacht, so wird er der zwnte jüdisch: Uni» ^«frfilä^priffesior sein; de: Mathematiker Dr.Emauuel David ist es bcitt seit riehrern, Jahren. — I, Plojesti tQijte vor wenigen Tagen der ״Bund eingeborener JSraeliten* (chO0oi»t»ru>«»l»rneut1lo« pua*ateui), dessen Mttglieder sich nur au« solchen Glaubensgenossen recrutiren, die, der Milvärpsticht genügt haben, «fti. au«. -ea-ickNigen Gründen von len Behörde» vom Dienste talffaftrt Worden fiiib. ES wurde« mehrere Beschlüsse gefaßt. ««- 1BKr auch 4Se|fton ei» Dftmsrarchmn über die Loge der Rumänien z» »inlerbresten, mit b» Ersuchen, sie vom!je» fitzlichr«?taadsamkte au« z» Verbum»' E« ist schwer zu fugen, ob e« nttzen wird. Auf stde» Fall fft e« aber «nerwnneud zu begrüßen, daß uuseie GlaubenSgenofien überhiupt ousargev. sich zu rühren und Schritte für sich zu thun. So kann «au vielleicht etwas erreichen — durch StichtSthun entßhieden garnicht». — Wir hättri» e» den ungarläudischen Rumänen, di« in Wien weder vom Kaiser Franz Joseph noch vom Premier- Minister empfangen worden sind und ihre Denkschrift zur Verbesserung Hier Lage und zum Schutze vor der officiellen Tkagyaristrung lmrch den uugaris ihen Minister de« Innere« werden überreiänn müffen, vorauSagen können, daß r« den Herren so gehen wird, wie e« ihnen gegangen. Wer heißt sie mit berüchtigten Antisemiten pactirea? Sind denn die Herren» tü« fast all« über bühere Bildung verfügen, so einfüüig zu glauben, daß <« diesen Nationallnutschm Kummer macht, wenn di« Rnmiinen zu Magyaren gemacht werden sollen? Ein Ehauvinist kann ja unmöglich ein voller Mensch sein. Doch wollen wir den Herren sagen, wie dieser Bund zwischen Rumünen und Antisemiten eigentttcki zu Stande gekommen ist. Bor wenig!« Jaürea gründete » Studenten in Rumänien ein« ,Liga für dir Einheit aller Rumänen', der dann auch Sttere Bürger teigetreten sind — Juden wurden natürlich nicht ausgenommen. ES sollt« keine ,Jircdenta* sein, doch sollte darumänische Nationalbe woßtseia bei den Eonoutioaalen in Siebenbürgen und Ungarn gestärkt und da» Gefühl ihrer und ihre« Boden« Zugrhür zum freien Rumänien gepflegt werden. Zweige dieser Liga wurden auch im Au»- wude gebUdet — und die Berliner Mitglieder konnten e» erfahren, daß da« Bukarest«! Lenti alcomiä mit einem Mitarbeuer der.Kreoz-Zeitung*, einem Mitglied« de« ,Deutschen Antisrmitru-Buvde»', einem Herr« Schwenahagea, schon lange in Verbindung stehe. Äa« >mtti eigenllich oieftr Herr « mit rumänischen Patriotismus und rumänischen Reden dirotioaeu zu rhun? Entweder suche er die Gelegenheit, ein paar Mark zu verdienen, oder de: Liga in« antisemitische Fahrwasser hinüberzuleiten — oter beide«. E« ist ,hm beide« gelungen und die Delegaten l« Siebenbürger Rumänen werden r« nun «usehen. daß e« nvht gerade «mpfthlenüwerth ist, die Gesellschaft «ne» Lueger, Schneider rc. zu suche m Selbst daS Hansttblatt der Liberale» Rumänien, die ,Bointa Rationala*, sonst durch und durch antisemitisch, hat e« m ein« ihrer letzte» Nummern eingelehen und gerügt, g A. Z. Aernssle». Bor einige« Tigen besucht« ich die Niederlaffungcn ,Rosch Pinnah* und ,!ftflnd-ha-Maalob*. Zn meiner Freud« fand ich sümmtliche Anpflauzunge» in schönster Blüthe und in bester» mnsterailti(>er Ordnung. Auch die Weinreben sind dank der forgfältz)«, Pflege sehr gut ent» .3 wickelt und berechtigen zu einer schöne» Weinlese. Um s» H mehr schmerzte!M mich zu hören und zu sehe», wa« diese - brave» Kolonisten von ihremAufsebrH.N. zu leide» habe». GA ist geradezu euuiörend und haarst: Lubend, wa« die Unglückuchea sich von!wmselbeu alle« gesicklen lassen müsse». Dieser U Unmensch geht in seiner Herz- und Gewisseuloswlett sogar soweit, daß er nnia« Leute in gaiz barbarischer Weis« «ißhandelt und eine» Theil der Sleidw gSftücke, die der edle Menjchcuftenad (Hr. Ld». RothschUd au« Pari«) hierher gesendet, «n sie unter de» Kolomstrn zu tertheile«,. für sich pi be- HUten sucht.*) K-ehe dem, der sich « dreist«, seinen rrchtmüßigen Aatheil von N. zu fordern — er wird unter Schimpf»«kru nicht > -) D«z vt«t« htmntn Ml feen ׳Ir Mc Mraifln am• SnmK vSch, «mgtamb, r«tscht«i gesandten brity—Iwngrn '.11 deren Htiad« tmai, wird von de« in geenhU««. »r RtlaM ,^abazeleq- »ater Angate ve» Nnme» »etr.Rr. qt nnS «N der BW» »«BeeHßm tkchung!

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