Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 26 (24.6.1892)
- Date
- 1892-06-24
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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1■ % SV V i׳■■ f schssr«müßiger 8crlftu»fceT, fc» weder di« Ehre Dker .7 Mitbürger, noch die de» Baterlaridr» selbst heilig ist!' C*Mt tont, oomm• «hu bom! Vie-eicht gedachte der große Müttyrrr de» Antisemiti». ׳ mit der «oabit—terltchen Erfahrungen, die er gemacht, vielleicht fürchtete er, daß auch ihm in nicht allzuferner Zeit Muße -egüunt sein werde, darüber nochzudenken, ob er nicht mit den Judenflinten — denn doch am Ende «inen Bock geschossen? . . . DaS LooS feine» französischen Kollegen ging ihm zu Herzen. Ein echter, deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, doch auf die Juden schimpft er mit ihm gern; Und wie rührend wußte sich Drumont zu oertheidigen, mit welch' zartem herzbewegendem Gleichniß suchte er seine -Richter für sich günstia zu stimmen k ״Ich bin der Hund, der bellt' rvff er mit Emphase au» ״der heult, um stinen Herrn zu warnen, denn Fremdlinge sind .,»'» Hau» georungrn Der Herr verkennt das arme Thier und seine Treue, er stößt es hinweg, er jagt e» davon .. Franzosen' Stoßet Tnrrn treuen Hund nicht von Euch!' Diese Bitte verhallte ungehört, Frankreich legt seinem »treuen Hunde" für einige Zeit einer, Maulkorb an. Aber bei. uns ist dir Sperre aufgehoben und Ahlwqrdt — bi» auf Weiteres — frei. Eduard Münz. Per oöerschlestfcht Syuagogku-AtrSand. Gleiwitz, Id. Juni. (Orig׳Ber.) Am 12. Juni »trat, wie in dies. Bl. angezeigt war, der Synagogen-Berband des Regierungsbezirks Op!xln um 11 Uhr Bormittag« zu einer allgemeinen Versammlung zusammen E» mochten nach unserer ungefähren Exhätzung etwa 35—40 Personen aus den verschiedensten Gemeinden OberschiefienS, namentlich aus den sülröstlichen Gemarkungen des RrgierunMjbezirke« sich an der Versammlung!xlheingt haben. Bon der Gemeinde Kattowitz abgesehen, stellten die Gemeinden Gleiwitz u. R hbnik au« leicht begreiflich«« Grün» den ei« größere« Konttngent von Theilnrhmern.*) Bon den 10 oberschlesischen Rabbiner« hatten dem Rufe zur Theil- »ahme tntsprochen die Herren DDr. Blumrnthal-Ratibor, Cohn-Kattowitz, Deutsch-Sorau O.-S, Goldschmidt Gememde werde» und die Delegirten de» ob s buade» werden in einem halben Jahre wohl wieder zusammen» treten Müssen, um den Rest der Vorlagen zu!xrathen. Resultatlo« ist die Versammlung gleichwohl nicht verlaufen. Der wichtigste Gegenstand der Berathung, die Waisenhau«» angelegenheit. gelaugte nach zum Theile sehr lebhafter und; erregter Debatte zum Abschlüsse. Der Borsitzeude de« Gemrindrbunde-, Hr. SanitätSrach Dr. Freund»Gleiwitz, rröffuete die Sitzung mit tiefempfun» denen Wotten woblverdirnter Anerkennung, welche Ixm Andenken de» leider so früh hingeschiedcnen Ausschußmitaliede«, .de» ebenso streng religiösen, wie ächt humanen und vescheibene, Herrn Simon Nothmann, Vorsteher» der Gemeinde Bemhen, gewidmet waren. Er begrüß!« die Rabbiner, welche . al» Ehrengäste willkommen geheißen wurden, in der Hoffnung, au den oberschlesischen Rabbinern nicht nur theoretisch« Freunde, sondern auch praktische Helfer und Förderer der großen Aufgaben de» Gemetndebriude» zu findm. Im s< *} » •»rat Vertreter, l>it Vnadnbea: Gleiwitz, Leuth«», Lattvmttz, Ntzbntk. Nattbor, Levdfchütz. Kvsel, Lar»»- »itz, G»»ra». Pietz,2»b»tnitz, Oderiftaza»,»SulaSbüttr,- süir«. Zabrze. ׳;.־ .,־־־J,, die Fkwderaug de» RelrgiouSnuterricht» und die Unter-׳ stützung brr ReiigioüSfchuleu, zumal aus dem platten Lande, aus den Dörfern. In den Dörfern Wjeschowa und Rudg habe der Verband nach dnser Richtung hip bereit« erfolgreich gewirkt. Eine angelegentliche Sorge de- Verbände» sei ferner die Förderung de» Handwerk» unter den Juden Oberschlesren». Der Verband ktrebe strner auf dem Wege fried-' lichen schird»richterlichen Ausgleich» die Schlichtung von Streitigkeiten innerhalb einzelner Gemeinden an. Auf der Höhe seiner Ausgaben stehe der Verband erst dann, wenn er die Rechte einer juristischen Person durch landesherrliche Sonctiou erlange. Mit syinpachischem Wohlwollen -stehe der Herr Regierungspräsident von Oppeln dieser Bestrebung gegenüber Ihm werde es überau» erwünscht stiu, in strertigrn Fällen, welche BerwaltungSfrogen der Shnarogengemeinden berühren, an den Gemeindrverband, als «a eia kompetente« Organ, sich wenden »u können. Zu diesem Be» huft seien noch gewisir, vom Gesetze vorgeschriebe« Forma» lftäten zu erledigen, manche Satzungen de» Temeiadeverlmnde» zu ändern. Die BerbanvSgemeinden müßten in dinlxnd« Foi kennen lasten. 24 Gemeinden seien bereit» dem ober chlesischeu Geme::.debunde beigetrrten. Herr Rabbiner Dr. Eohn-Kattowitz sprach hieraus im Aufträge des oberschlesischen Rabdinerverbandes und rin Na» me״ cner Kollegen den Dank für die an die Rabbiner ergangene Einladung zur Theilnahme an dieser Versammlung au». Wo e» die Förderung religiöser, sittlicher, humaner, israelitischer Zwecke gelte, könne man aus da» zielbewußte Eingreisen und energische Mitarbeiten der oberschlesischen Rabbiner mit voller Sicherheit rechnen. Die Rabbiner nckßte« allerdings ihr Befremden und Bedauern darüber ausdiückrn. daß der Verbano in den 3 Jahren seine» Bestehen» mH nie Veranlassung genommen habe, an die Rabbiner sich zu wen» den. Dabei habe eö sich um Maaßnahmen in pädagogischen und rituellen Angelegenheiten in gewisten Fällen gehandelt, aus einem Arbeitsfeld«, aus welchem die Decernenten und Berather bei der weitestgehenden Anerkennung ihrer subjectwen Vorzüge und individuellen Leistungen doch nur Laien seien. Wie würde e» der Leiter einer medizinischen Anstalt einpfinden, wenn Laien in rein medizinischen Angelegenheiten dekrettrrn wollten? DaS Jpdengesetz von 1347 ignorire all r» ding» die Rabbiner und ihre Kompetenz. Darum uiüßten doch ab« die iSrariftischen Gemeindeorgane ihre Rabbiner nicht ignorirrn in Fragen, bei denen in heutrg« Aul die Rabbiner fast ausschließlich die Verantwortung vor Gott, vor ihrem Gewisten, vor ihnn Gemeinden und vor der Welt zu tragen hätten. Diese Forderung der Rabbiner sei durch» au» berechtigt, und habe mit hierarchischen Aspirationen» He bei Len Rabbinern und im Judeothum keinen Boden haben» durchaus Nicht» zu schaffen. — Der gewandte und schireidigp Vorsitzende wußte daraus nur unter Berufung aus daS Judprgesetz von 1847 zu entgegnen, nach gesetzlichen Bestimm«»-- gen sti der Ausschuß kocrelt vorgegangrn. Da« wurix.^wn den Rabbinern nie destnltrn. en. In BerwasiungSangelegocheitrn sich uie einmlscheu. In iiittmu wollten und wollen sie , . Fragen pädagogischer und rituell« Natur sollten st« ab« al« dir berufen« Sachverständigen doch -um Mindesten gv- , hört werden. — Inzwischen kam man zum wichtigste!^ zlich einzige» Geaenstanoe d« Tagesordnung zur Br!k 1ung üb« den Bau de» Waisenhaus«». Ein Liu ge den Plan zum Bau eine» Waisen- und S «echot! sa legte den Plan zum Bau eine» Waise«, vor, «ü einem Kestenauschlage von «wa 06 000 die Stistnngsurkuuiw de» Herrn Haase-Rydnik de» Bauplatze 20000 Mark zur verfüKuug