Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 23 (3.6.1892)
- Date
- 1892-06-03
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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und flkffljMfc. Ruch bk GemeindeiihSrden ließen es sich nicht nehme«, dieses Zage* -a gebeuten, ebenso gedachte uustr Rabbiner Herr vr. Logelftein von der Kanzel bei Silberpaares. Dec -naben-Verein, eine Schöpfung Sarasohn's, ernannte chn zum Ehrenmitglied«:; auch bie Großl«« der B'ne Brich in Berlin übersandte einen Glückwunsch. An Depesche!« von auswärts kehlte eS ebenfalls nicht. Die größte Inende für da» Jubelpaar mag aber wohl die gewesen sein, baß afle Kinder zugegen waren, um mit den Citren das schöne Fest zu buchen. Mögen sie nach 25 Jahren!ich wieder zusammentreffen in Gesundheit und Wohl» ergehen! Meichealach i. Schl, im Mai. (Or.-Eorr.) Die verehrliche Redaktion dieses Bl. hat in der Frage des obligatorisch n Religionsunterrichts in der unparteilichsten Weise verschiebinen Ansichten und Stimmen Gehör und Raum geschenkt; so daß mir wohl auch noch das Wort zu einigen kurzen -jemerkungen in dieser wichtrgen Angelegenheit sicherlich erthmlt werden wird. (Sehr gern. Red.) Zwrächsi möchte ich einen vielverbreiteten Jrrthum »ibenegen, d wideNegin» der auch ׳n der Korrespondenz aus Bodenfelde (Nr. 21 t>S. Bl.) sich wiederholt. In derselben heißt eS: »Die Gr meiude hat Fürsorge zu treffen, daß jede« ihrer Kinder leaelmüßigen Religionsunterricht erhält. Aber die Gemeinde hat kein Recht, die Krnder zur Benutzung des eingerichteten Religionsunterrichts zu zwingen." Letztere!Sehauptung ist eben falsch; auch für den jüdischen Religionsunterricht ist ein gesetzlicher Zwang vorgese^n,! und zwar schon vor 36 Jahren. In einem Ministerialrescript au» dem Jahre 18 Mi vom Minister Raumer ist die Frafe, ob Kinder jüd. Eltern aus Grund de« Gesetzes vom 23.!Zuli 1847 zur Theilnahme an dem consessionellen Religionsunterricht gezwungen werden können, ganz unzweibenag in bejahendem Sinne entschieden, da« diesbezügliche Ministerialresklipt lautet: ״?in dem Gesetze vom 23. Juli 1847 ist § 67 bestimmt, daß jete Synagogengemeinde verbunden sei, solche Einrichtungen j;u treffen, daß es keinem jüdistben Kinde während de« schulpflichtigen Alter» an dem erforderlichen Religion«- unternckie fehle." ״Nach Einsicht der von den königlichen Regierungen auf meine Eirculair-Berfügung vom 27. Oktober .834 Nr. 19839 ^iber die Frage erstatteten Berichte, ob jüd. Eltern, welche au« Jndifferentismu« oder Lauigkeit ihre Kinder überhausrt ohne RÄigionrunterricht auswachsen lasten, seilen« der Polizeibehörde an gehalten werden könnten, ihre Kinder an dem jüd. Religionsunterrichte tbeilnehmen rm lasten, eröffne ich der königl. Regierung, daß diese Frage zu bejahen ist, soweit Anstalten für den jütnschen Religronsunterrichr vorhanden sind, welche nach den über den ilbefuch überhaupt geltenden Borschristen von den be» ' e!r Kindern besucht werden können, und soweit nicht l«r Religionsunterricht von qualificirteu Privat lehrern ertheilt -nchalten." Berlin, 6. Februar 18V6. Der Münster der geistlichen Angelegenheiten: gez. von Raumer. ״An säiumtluhe Königl. Regierungen". -La es nicht bekannt geworden, daß diese« Rescript außer Kraft gtsetzt sei, so steht e« heute noch in voller Geltung; es bvckrste^egen etwaige Renitenz sonach nur eines Antrages oder nur einer Anzeige seiten» de» zuständigen GemeiudevorstandeS ' bei der betr. Polizeibehörde. (Schluß f.) Jacob Bähr. WMoeß» 19. Mai. Seiten« der hiesigen Regierung werden die an die rumänischen Konsulate in Rußland und an die ruwänstchiu Grenzbehörden ergangenen Weisungen zur -Bvhmderong eine« Zuzug» russischer Juden damit begtüudetz daß eine Vermehrung de» in Pu «üuieq, namentlich aber in derMoldau, schon ohnedies überzahlreichen israelitischen Proletariats in gewiffem Sinne eine soziale Gefahr bedeuten »nd außerdem die Möglichkeit einer endgiltigen Lösung der rumänischen Judenfrage in unabsehbare Ferne hinaus rücken würde. Wie e« aber mit dem guten Willen unserer Parlament-Majorität betreff« allmähiuher gesetzlicher Lösung der Judeufrage selbst in solchen Fällen bestellt ist, in welchen die betreffenden IndigenaiSbewerbcr israelitischen Glauben« sich einen gesetzlich unantastbaren Anspruch auf die Srtheilung de» rumänischen Bürgerrechte« erworben haben, hat die Deputirtenkammer jüngst in recht bedauerlicher Weise zu erkennen gegebe». Ein bereit« seit 1.3 Jahren in der rumänischeu Armee mit Auszeichnung dienender Administration» Feldwebel mosaischer Konfession, Karl Kaufmann, hatte sich um da« Bürgerrecht beworben, und es war ihm auch dasselbe dank der Fürsprache de» Ministerpräsidenten von der Kammer bereitzugesprochen worden. Da jedoch für die Ke» treffende Abstimmung die beschlußfähige Anzahl von Deputirten nicht mehr bersammeu war, wurde da« Ergebuiß derselben für nichtig erklärt und eine neuerliche Abstimmung anberaumt. Hierbei wurde nun wider Erwarten da« JndigeuatSgesuch mit K8 gegen 26 Stimmen verworfen, und zwar lediglich deshalb, weil einzelne einflußreiche Deputirte, darunter auch der Kammerpräsident General Manu, die Losung ausgegebrn hatten, daß der. übrigen« mit der goldenen Verdienstmedaille dekoricte Juve» Offizier werden wollte und man keine jüdischen Offiziere in der Armee brauche. Weitere Bemerkungen hierzu dürfen überflüssig sein! P. Z. Vermischte mtb neueste Nachrichten. Bre»l«tt, U>. ®lat. Herr Oberbantor 9im bannt au« 18nigSbe.g hat durch seinen am oestrtgen Sabdaih und am vorhergehrn» de» Freitag obendgotteldienst hier gehaltene» caatoralen Probevoetvag alle Zuhörer für sich «iugennmmen. Seine milcht tg« Stimme, seine würdige van jeder l^seclhascheret entfernte Bortrazsweise, sei» tiefe«_ Verftäadntß der hebt Gebet«. seine guie Schulung - er such« die-!'»--» Vorzüge Sulzer'» und Deutsch'«, seiner Meiste,, z« 0«reinigen — habe» ihn langst zu einem der bedeutendsten Laniocrn der Gegenwart emporgehoben; daß er nicht bloßer Nachbeter seiner großen Meister ist, so»- dern auch ei» schöpfericher Asrtbildner de« jad. SynogogengeianaeS, da« zeigen sein« vietsoche» Cowpositioaen und sei« w:ffenlchajlltchen Aufsatz« aus diesem Gebiete in den Fachblatter». «ns X*nun meldet di« ^tLiutsche VoltSzetlang": Di« Iran «nd Tochter de« Schlächter« Busihoft sind ausier Anklage geirtzt »nd da« Hanplverfa-ren nur gegen Vuichoff ri1tjj«l«>:et worden Der yer» ' handlungsort ist noch nicht bestimmt, darüber har da« OberlandeSxerich« in Köln z« entscheiden. Gleiwftß, S0. Mai. (01 ■ttorr.) Am 12. Juni wird hier ein« vom oderschlesische» Gemeindebnnd etuberusen« größere Versammlnng tage», zi welch« sämmtlich« Rabblner OderWehenS al« Ehrragistr geladen sind Et liegen wichtige Vorlage» zur VerMhnng vor, «der welche ich z Z ln dies Vl. zu berichten gedkut«. Ltzwer». (Oc.-Corr) Zn Ptobepredigten sind von den Tan» dtdaten um die hies. Rabbinerstelle beruse»; die DDr. Rnkhiner C ho» o.w«k i-Oel«, Cohn-Wrcschen undRose» berg-BrNUdenbnrg. Bielefeld. ׳Ter außerordentlich rührlg« Verband der Lhua- und hi Herrn Schufen bil zur Obertertia einschließlich' zur Vevvhavg vor, auf welchen wir in der nächsten Ar. zurücktomme» werde». Lrefeld. Di« .Sreselder Zeitung' enthielt jüngst solgeai« Grkiilrung: Sn« Anlaß der Hetzrede, welche der hierorts sattsam bclatznt« antisemitische Agitator Dr Da »»eil am »9 Mai d. I. in der Centralholl« hirrsetdst gehalten, har di« von demselben in maßlosester Weife angegriffene Firma: Cat( Meyer jr in Lin» 0- Ktzsi» Prlvattlago gegen Dr. Donnell erhoben nad wird die Sssentktch« Gerichts« rhanbiung zeigen, »b die Beschuldigungen d«S Herrn Dnnttsrk zutrrffen oder aber wie die» bei derartige»Hetzvtde» der Fall, lende»- ztdse Erfindungen sind Dt« Lorbeeren de« GestatmnaSgnGl» Ahlwardt scheinen Dr. Dannetl nicht rnhig schlafen zu lchsen. Bern, 30. Mai. Die Sammlung von Unterschriften in dirvundeSversaffung aisiztmehmendi «erbot d«SSchtchte»lLH«k begonnen. Der nette BerfaffnttgSarUkel soll laut»»: »D«4 OMiH׳ ten der Tdterr ohne oorherige Veräubnng vor de» VlnteütPr» iß^ßet jeder Schbnbtar» und Viehgattung ausnahmslos tmterfagt " ALr fctÜM ^,h 60000 p.nterschrtsti» nSthig.