Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 19 (6.5.1892)
- Date
- 1892-05-06
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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!«sserlichen O^ttimtftm mit dem Hinweis ottf inverhult ' vmr Glauben tgeikoffenschasten bestehende eutgrgeagesiHte ^-«nsche und Bestnbmme». Aiir^ meine» sie, bqiadm uns ja in jenem gelebten Linde staatlicher UnathLngigkil und freier Bewegung, den dir intelligente» und gebildete« Echichtrn anderer Conlessionen mit Änsigkeit und stillem Hoffen, bisher aber mit r>ergebliche« Bemühen zustruern. Nun, diese passiven HerzenSnmnsche, dem staatlichen Zwange mit.feinen in solchen Dinger doppelt peinlich empfundenen beengenden Schrauben zu enifliehen, sind ja bei einem Theile der Bevolkerung unleugbar vorhanden, aber selbst du äußern sie sich nicht i» übechauter Weise. Man wagt vorläufig nur recht gedämpfte Tönc aus des Herzens wogendem Grunde in die hörbar« Welt zu senden. Roch die stärksten Akkorde schlug der deutsche Lehrrrverband an, der sich zur gänzlichen LoSlösung des Religionsunterricht» au» dem Gefüge de» Schulgctiiebes nicht veistieg, ja im (Segentheil ihm die Anerknnung eines .oesrntlichrn Bestandtheil« der ganzen Schul Maschine, d-r eifrigsten Pflege und Wartung würdig, nicht ,-.sagte, sondern nur mehr freien Spielraum für. die hierin sehr wichtige persönlichen Ansichten des Lehrers in Anspruch nahm. Aber abgesehen davon, haben wir doch wahrhaftig nicht die geringste Veranlassung, eine Lanze gegen eine regierungsscitige Aufsicht unseres Religionsunterrichts zu brechen. Eines schickt sich nicht für alle und was dort gut sein mag, das braucht für unsere Berhältniffr noch nicht zutrefsind zu sein. Man darf nicht dmselben Maßstab an zwei so ur» gleichartige Dinge anlrgen. Auf der einen Seite ein in den Grundvesten durch ihre überwältigende Compartheit unerschütterliche Masse, die sich fast genau mit dem geograpH,scheu Begriffe deckt und fortwährend zur Ausnahme von Auße« ihr zugeführter Stoff« bereit ist. Und was steht di-sem festgefügten konfessionellen lückenlosen Rieseukörper als Bergleichsobject gegenüber? Sine jedes äußeren Bandes bare Grufpe verschwindend kleiner Gemeindeinselchen mit deutlich erkenubaren zersplitternden und darum sich selbst schwächenden Neigungen, Jnselchen. an denen die schäumende Brandung der umgebenden Fluthen gischtet und tost >md die nicht felsenfesten Steine von der hänathlichen Scholle loSbröckelt und sie in's weirr Völker meer hinausträgt. von.wo es keinen Weg zur Rückkehr giebt. Diese Dinge eignen sich offenbar nicht ^un, Vergleich. Dxr ungeheure Planet bedarf nicht erst der zusammenbaltenden Fcstcl für die auf seiner Oberfläche lebenden Glieder, die vermöge seiner Schwerkraft ohnehin wie mit eisernen Ketten darauf gedanut sind, währcnd die hinaus schwärmenden, sich zerstreuenden leichten Hirnmclsscharen sehr wohl des zusammeufaffendcu Roges dürfen, u«, sich nicht vollends zu verflüchtigen. Ter Religionsunterricht Hot neben der Entfaltung der sittlichen Kräfte auch noch das Ziel im Auge, die locker gefügte» Glieder u ' ftigsn uud sie mit der anhänglichen Treue zu erfüllen^ bk eine Entwurzelung aus der väterlichen Religion zur U:’. ögüchkeit macht. Dieser Ausgabe ist der christliche ReligionSunterricht üöerhobeu. So wenig wie man seinem Planeten entspringen kann, so wenig können größere Voltsm2";n dem angestammten christlichen Glauben abtrünnig während für uns derjenige mit muchmaßlicherSicherheit der Gemeinschaft verl oren geht, in deffen Äemüth nicht l lehren unseres Beken ntniffes frühzeitig eisgepflanzt war» d׳->!iad. Das ChrfftenchUm als solches braucht darum nicht wri: . ängstlich betroffen zu werden, weuu dem ReligionS- ,,׳.!«;:icht überhaupt in der Schule kein Platz mehr eingeräumt wird. Wir könnten weniger des schützenden Geheges einer solchen Einrichtung entrathen. Wenn, freilich einmal in*־ v Gedanke freier Geister, die Religion als einer reinen Her-:.!ssache der der Regi crungsgewalt erborgten Macht zu dir Verwirklichung nahe sein wird, dann Wirts wohl.unsererseits Niemand daran denke», sich ber-fr zeitgemäßer Idee« und werbeudec ThLtsachen zu entziehen. Uns sch«>< aber jene Zeih in dm dir Kirche ans ibrr histmrffch. «rbriffteo Rechte verzichtet, n weiter Ferite und tztuttk'3 eine« schwalbe» Lichtpunkt vermSzr» wir am Hmizonw qtz. frre« religiöse« UnobhänamkeitShinimelS« entdtckew deraG ein« thatsächliche Verwirklichung tiestr Anschauungen hinzudeuten scheint.;:1 Z>er Hls terMH »»g»»rrri« ftck K»tt»sö«mts«. Logih Der!8erei» «Lunch •Bbuil/'j welcher als llut'wn stützungSverein jüdischer Cultusbeantnr fest 1887 bestcht «nß. ca. 240 Biitglieder in allen Gegenden Deutschlands hak machte» sich zur Aufgabe, Wittwen und Waisen von SultuSbeamten be!m Ableben ihre» Srwihrers mit einer grShem Somme aufzuhelsen, die hinreichend ist, denselben die Srareifung irgend eines Erwerbszweiges zn ermöglichen. 1>i« Lestuug die'es sehr segensreich wirkenden Berems war .«Uf. Ehrenamt dem bekannten Wohl! Hüter, Hrn. Hermann. Abraham in Slerlin, übertragen worden. Derselbehat abernachdem er dem Vereine manche;ütr Dienste geleistet, ün September o. I. dir Thätigkeit de» Vereins als suspendiert: erklärt, und zwar aus gewiffen firanziellen Bedenke», weil! nämlich der B«!rein kein Bermögin besitzt und ein solchcL a«S den bloßen Beiträgen seiner Mitglieder zu beschaff«» nicht im Staad: ist. Infolge dessen ttieben zwei Wittwen mit ihren Kindern nach dem Tod, ihrer als-Mitglieder des- Vereins verstorbenen Ernährer ohn, Unterstützung!eiten» des Verein», der sich mm auflösen sollte. Gegen dies« Maßnahmen! wurde aber vor den V«einsmi»gti Lern vielseitig Widerspruch erhöbe» und so entschloß sich der VerrinSleitrr. eine antzm» ordentliche Gäntalvers ammluag j>ur Befchlußjaffung über di« Eventualität des Fortbestehens oder Eingehen» des Bi» eins emzubernse». Dxfelb« wurde denn anch am -24. April, in Posen obgehrlten. Au derselben erschienen als Stellv«- trete! de» Vorstandes, 1, der erste Eantor Herr Leipziger- Thorn, ferner als Vertreter des AofsichtswthS, 2. Hr. Lehrer Nathan-Königsberg (Nm) und 3. derGemeindeschächtrr Hr^ N. Jacobsoha-Postn. Bo« den Mitgliedern erschiene» die? Herren Eantorrn: 4. Auerbach-Siogowo, 5. Apfelbaums Gnefen, 6. Bru umer-Czempin, 7. Lohn-Gnes», 8-. Hey«־ mann-Mogilno. 9. Ä ulikow-Grätz, K). Lebowitz-Schtvrv» senz, 1l. Pittikowsky-Trachenber-z. 12. Rawitscher-Pin»^ 13. Rudin-Ko!mar i. P, 14e Schließenbrrg-Kulmse«^ IS. Schnrttkin-Posen, IS. Schn arz-Posen, 17. Wittenberg-Obersitzko ind als ncueiuget vtenr» Mitglied Itt. Herr Cantor Meysel-Posr«. Durch - Krankheit »der andere Be- Hinderung entschuldigten sich Hr. Oinrkaotor Ehrlich« Oppeln und die Herren Lantoren: Eisensrämer-Kyritz. Geldqrt- Meseritz und Len dt-Mü»cheberg,rielcheadrr ihreZustimmung zu den MajoiitätSbeschlüfseu e,klärten. — Den Vorsitz führte im Auftrag« des Leiter« Herr Leipziger-Thor», zum Beisitzer und Protokollführer wurde Herr Nathan- Kbmgsberg Nm., ernannt. .! Der Vorsitzende erklärte die Versammlung laut $ 2V und 27 d. St. als beschlußfähig und eröffnet« die Sitzung mit Verlesung eines in herzlichen, sympatbische« Worten pw gefaßten BegrüßnngSschraben» des Herr» Abraham-Berlin, der sei» Nichtersthemen durch grscht sttiche Gründe unter Aus, druck seines Bedauerns rntschuldig>e. Hierauf gab der Borsitze»de im Ram-n de» Lxrra Sb :oham d« Erklärung 4b, daß dieser da» ihm übertragene Ehrenamt, al» Leiter de»- Vereins niederlege, weil « zu der Ansicht gekommen-se^ daß d« Verein, um fortbestehä.zu könne», nothwenig amauS«iche»d«s G rundkapitat. Havrix müßte.!,.Gr־ ersuche die Versammlung, eine etwaige Neurmhl nicht wieder aus ihnzu lenken, di« er entschiede» abkehum müßte. Dem ungeachtet werde et (Herr Nbrah»m) deia Uorme, i»üs trrsetbe destehe» bleibe, sei»« Sympathie nUht«tttziqA mich anstatt seinstp mch-r.^ sönliehru MstwEkmeg.