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Israelitische Wochenschrift · 1892-03-18 · 12 (18.3.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
12 (18.3.1892)
Date
1892-03-18
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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schwache» Augenblick! zum Islam über. Einige Tage darauf wollte fk Imebec in den Schooß der Synagoge zurückkehren und eutfloh wahrend der Nacht zu ihren Eltern. Die fanatische muselmännische Bevölkerung begann nun eine Agitation und drang in den Gouverneur, das Mädchen mit Gewalt zurückzuforlx rn. Um einen Ausstand zu verhindern, handelte di« jüdische Gemeinde vernünftig, sie den Behörden auszuliesern. Hierauf unternahin aber der Oberrabbiner in Adria»opel energisch: Schritte, welche den glücklichen Erfolg hlMeii, daß das Mädchen seinen Eltern zurückgegeben wurde. «Werika. Der Bericht der vom Kongreß nach gesandte “ ־־־ ־־-־ ־ ־ ־ ־ Europa gesandten Kommissare (Oberst Weber und Dr.kempster) über die Lage der Juden in Rußland liegt jetzt dem EinwanderungsauSschusse des Repräsentantenhauses vor. Das Urtheil dieser beiden Männer ist jedenfalls von großem Werthe» es bestätigt die grausame Art der Ausweisung, die Roheiten gegen das weibliche-Geschlecht — wir wollen die Schilderungen nicht wiederholen. — Dr. Kempster besuchte auch die jüdischen Ackerbaukolonie« in der Nähe von Wilna, Kowno. Grodno und in Wolhynien. Im Gouvernement Minsk lebten über b00V Juden auf 6500 Acres, in kowno und Gradno 4000 auf 85,00» bezw.OOOOAcrÄ. JnWolhynirn bebauten die Juden bis zum Jahre 1882 mehr als 600,000 Acrs oder 6 Prozent des kultivirten Landeder ganzen Provinz. An allen diesen Plätzen, welche innerhalb IdeS Judenrayons liegen, wurden die Achter durch die Maigesetz« gezwungen, ihr Land auszugeben und in die Städte zu ziehen. In einigen Fällen erfolgte die Ausweisung sogar während noch das Getreide aus dem Felde stand, so das, es nicht einge. heimst werden konnte. Aus der jüdischer Ackerbaukoloni« Drkshni werden die jüdischen Bauern durch eine Kopfsteuer mm 50 bis 60 Rakel jährlich per Kopf schwer bedrückt. D« Leute wollen nach Amerika äuswandern, um sich dort dem Ackerbau zu widmen, ohne tvüchen sie nicht mehr leben zu können erklärten. Aus ftrtCM(iBtnfjutta) schreibtHr.Moses I. Taurel unirr« 5. Februar an den Präsidenten des russisch-jüdischen Lomitä's, Sir Julian Goldsmidt, London, wie folgt: .Ich hotte s, eben Gelegenheit, den Inhalt eines von Herrn I. M. de Bition aus New-Uork unterm 1. Januar d. I. 'an Sie gerickftete« Briefes zu lesen. Es würde mir »uu höchst angenehm sein, die Richtigkeit der von Herrn Bitton entwickelten Idee über die russisch-jüdische Einwanderuug in dieses Land bestätigen zu können: ich bedaurr je» ׳.dmherzlich sagen zu müssen, daß ich weit davon entstrnt .א*«, ei« so günstige Meinung von dem Projekt« zü habe». 7 Da ich währeud der jüngsten 10 Moriate in Benezuela ansässig be», hatte ich vollauf Gelegenheit, diese Frage mit M »öthigen Aufmerksamkeit zu studirrn und kann Ihnen «ther versichern, daß die Bevölkerung gegen die Einwande» -t»ng ist «!10 nicht ein Einziger von denen, mit welchen ich ' ihr diest Angelegentnit gesprochen, sie gut heißt, ausgenommen rtmtürlich diejenigen, welche auder Realisirung des Plane» sich eine« sxkuniären Bortheil versprachen. Aus den Ihnen gleichzeitig übersandt!:» Nummern der »La Opinicn Nacionalwerden Sie ersehen, wie übelgesinnt düs Volt j^gen unsere Glaubensgenossen ift Hierzu bemerke sth «och daß in diesem offiziellen Organ die betreffenden Artikel in minder beleidigenden Ausdrücken zur Sprache kamen als in «nbcrii unbedeutenden Blättern. Diest Abneigung de» Volks gegen un'ere Brüder führt mich zu dem Gedanken, daß die Regwrung nie eine Erlaub- »iß zu dieser Linwrmderuug crlhcilrn wird- Sollte sie den- »och ohne ein formelle-Abkomme» mit der Regierung stattfinden, so wird enttreder ein Gesetz über ij!r« Nichtzulassung «kaffen werden, wie dies in der Presst bereits angedeutet ist, oder o>au wird den Einwanderern, wenn sie überhaupt zugelaffen!»erden, solche Schwierigkeiten in den Weg legen, daß sie »ur mir der größten Mühe sich ihren Leben-unter^ halt werden verschaffen können. Ich erlaube mir daher, tai Vorschlag zu machen, daß da» Eomitä, ehe es irgeadwelck!e Schritte in dieser Sache, welche die Wohlfahrt von Tausenden unstrer Brüder auf- Spiel sitzt, unternimmt, sich m t unserm Glaubensgenossen, Herrn <£. de Sola Hierselbst, in Verbindung setze. Dieser ist wegen.siiner AchtungSwürdgkeit und langjährigen Bertrautheit mit den hiesigen BerhL tniff-n am meisten geeigaet, zuverlässige und unparteiische Auskunft über diese beltcatc Angelegenheit geben zu können. Uerimjchle »nd neuefh Kachrichte«. flterliN. Sine von der ״tferrinißmtg zur Bekämpfung der Rassenhetze' «inbrriifene zahlreiche B»lttversammlung. in welcher di« Herren Dr Ja«cbowSki und Blankenburg als Redner ansrrate«. wurde, da di« Antifemlten in der Sehrzahl waren, des beraubendes Lärmen- «ege« von der Polizei auf leidst- Ghartotteuburg, 14- März. Dem Herrn Ahlwardt scheint der Lorbeer zu Kops gestiegen z» sein! Zünast führte er in einer Be, sammlung folgendes tolle Zeug au; .XaB Attentat Robiling'S «ns Sailer Wilhelm I. sei trnr begangen worden, um einem jüdischen ber liner Arzt« zu einer guten Präzis zu verhelfen! Bevor da» Attentat erfolgte hebe jener Arzt schon längere Zert vor dem Hause unter den Linde«, vor ivelchem das Attentat ,rschah, gestanden und auf den Moment gewartet, in welchem der Mordanschlaa erfolgte, um dann sofort drni verwundeten »aisrr sein« ärztliche Hilfe anzubieten, »«mit sei» Glück gemncht gewesen sei. Ders.lde Arzt habe Robiling später im Gefängnisse behandilt und den unsequeme» Attentäter, der mbg> lichenoelje etwa» hätte verrathen können, bergt stet! Ist da« nicht PNter Wahnsinn! Breslau Herr Dr. N. Taut ler vom!hiesigen jüdish-the»- logischen Seminar ist zu« Rabblnei- und Prediger der Semetnd« Schwedt a. 2. gewählt worden- Dautzig. Unter den 60 verha leien vrodtumultanten lesindet sich auch ein Stjähriger jüd. Hausirr, (sogen. .Kqselfticker') Simon SUberstein. wa» sür di« Berliner .Kreuzzeltung' «rund genug ist, de» ganzen Krawall jüdischen «eidmiitnern in de« Schuh zu ,sieben. Glaubt der Herr von Hommerstrin de ur, dab »in jüd. Haufirermageu gegen Hunger gefeit sei? oder daß di, «»lisewtleu «in Monopol aus da» Strolchthum besitzen? Braunschwelg. HerrCommeijlenrathOppenheimer beging jüngst da» Jubiläum seiner SV jährigen «orjteherschast der hiesigen Gemeind«. Herr Oppenheimer ist wagen seiner im Stillen geübten, weite «reise ohne Unterschied der Sons, sston umfaffendeu Vohlthätigkrit hochgeehrt. Sr glebt Tausende zu wol,l«HSt>geu Zwecken, mag es nun sür ein« jüdisch« Schule oder für ein evangelische« Dlakoalffenhau» sein. SS war selbstverständlich, daß de jüd. Gemeind« di« Gelegenheit ergriff und dem Jubilar elne Alückwmschadrrffe zukammen ließ, t a der sie dt« zahlreichen Verdienste ihre« Prise« gebührend h«vorhod. Herr Oppenheimer deantwortele sie sofort mit «wer Spende von 5000 Mt. sür di« Armen. — Am II. April r begeht unser Obertautor Herr Goldberg da« JndUäum seiner Stjähri^n Amtirung I« hiesiger Gemeinde. «t»Kadt C- G. Unser SultrSbeamter Herr «aß begeht am 1. April sein stöjährige» AmtSjubiläun. Barnes»«»«. 14. März Dem >nach so kurzer «rantheit derstorbene» «rostherzog Ludwig IV. war der «nstsewititzmn« in der Seele zuwider, «elaunt ist seine «eu berung: .Diese ganze Bewegung ist mir ein Gräael; ich werde mit allen mir zu Gebot« stehenden Mitteln in «einem -and« diese«!lnkng entgegentrrtea.» Sein von Recht und werechttgkett" uns oie «aprung »er eso,rfahrt aller seiner Unterthaneu. Fraakknrt a. M.» 8 März. Vorgestern starb hier i« 78. Lebensjahre Frau Ranelt« Sahn, di« <«attin de« ״erstorbenen Gründer» der ersten druischgrschriebeuen srelfinrigen Zettung in London. Die verewigte stand seit den vierziger Sauren in lebhafter verbind«»» mlt hervorragenden Trägern der Frei-eitsvewegung, wie Zip, Kinkel, Freiltgrarh, Ludwig Bamberg« «. Hrantkart a lt Di« jüdische!» Stiftungen In Franffurt a. M. verwehrten sich feit INLti, wo dterst« gemacht ward«, aus 7>/, Millionen Mark, die christlichen in derselben Alt »ur aus i Millionen. 2aM sind SV > der BevSlstrung Shristrn und 10 X Juden, — forci* bit vom Pastor Becker in vreslau he. auSgegebene Monatsschrift. Parts, 12. März Heut« Mo, gen fand ein Duell zwischen de« Anarchisten und Antisewiten Marquit׳ Mors» und dem Uatrrpvlselten Isaak statt. Letzterer wurde leicht verwundet. Pies ist da» dritte Duell, »velche« Isaak innerhalb 3 Tage» bestanden har. Sr har vorher Drnmon d, (,JLe. Fnnoe J 1iva“) und Dnbois (Redaktrnr de* .Ietranfigeom") verwundet.

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