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Israelitische Wochenschrift · 1892-02-26 · 9 (26.2.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
9 (26.2.1892)
Date
1892-02-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mq.jm Msgkrlmr-, 20, £1?br»«r ♦ J♦ eine allgemeine Zeitung des Iudenthuws. «Wrchra »7«— I liiert■! ft ttar Ihn n kn r*»1!.Kw aae III *<•> , •I(•1‘ I. M Mt I •(>•>*. frrtl fhuit knlfMHn ht ctni Mlumt “ ■ adMatk MsMIM, - U ■Uit. kittet( t Maun«: )Mettt nt ktn ■■*!•atc: li » »t Mt ^»OchuHchalN- M« Jf—MlmMiW- {•tat •Stttctatarklktt*) tatet tet ker — ~ Mark RA MTa. *intriil r. leiht » » MetRmaHir.! W Pf. lilhntch. fit Watzrtzelt, Zecht ■1) /title■! Heraa4gegebe» v»1t Rabbiner dr. M. Aa-«er in Magdeburg. Ikfilete tfir Mt,«litt eil tM*e ■■*>■!ktMt* me «r ke«,sakllche*lltetk1ar.0l >t f Mt kterapfeeitrat Hetlttrile •an anrtt Miau M Ißt. fink tatmtfcn kan* Me fuaatcea• MkeMrirata ekn—UM man tritt Mlltilatt aafitent* aa4t — kittet rtnjnlenkni e»: DU MrekMtg» ker^taektUt. WakttWschrittha | Oet tSIrtatalaatea Ktkatt t«lte«k• *mW: Herr v. Egibv und seit, neuester «ufrnf. — rer Protest Ahlfardt — Ueber die Ursache» und Folaen der Juden- >o4n>etsungen in Rußland. — Einführung der Binder ln da» retlgtös-siitliche Leber. Bon Lehrer I KSrgel-Samler Vertäte »nv A»rracvkM>trtt,en Deutschland: Vapdeburg Avagbeb rg Berlin. Berlin Eleve Hildedhelni e.u4 Westfalen vrlesen. Oesterreich-Ungarn: Budapest. Lemberg. Lemberg <SSr». Gchntelz: Bern. Bern. Rastland: Kairo Asien: Khiva vermischte und nenefie StMtkrieiitett r Berlin. Berlin. M-ade. bürg. Hamburg. Dessau. Letvjig. Altona. Wiesbaden Oder» Hessen. Wien. Prag Lemberg. Rom ISalatz. Rem-Vork. Neuseeland. S»s»UMte^^ »M^Itükruti Ottue ■aMMhrtt■» fiarnnwta» —irrtut. "WW Leer t>on Kgidy «»d f«i» ueuefier Aufruf. Herr v. Egidy ist eine Persönlichkeit, der unsere ganze Sympathie gehön, trotzdem haben wir kein volle« Vcrständniß für seinen Standpunkt. Wenn ei» einfaches Sleichniß Gestattet ist: Egidy schlägt das Ei au;, um den Dotter zu Gewinnen; aber da er nun daran geht, aus dem Dotter eine kräftige Kost zu bereiten, kann er sich von den Eierschalen nicht trennen und verrührt und verkocht diese Schalen mit. Er behält die traditionellen Namen bei, die ihm doch nur Schalen sind. Freilich die großen Reformatoren sind fetten konsequente Denker gewesen und vielfach hat gerade - chre Jukonstquenz ihren Erfolg begünstigt. EraSmuS zerstricht sich den Kopf, waS Luther mit manchen seltsamen Behauptungen eigentlich wolle; diese ״aenigmata“, diese «JtStyfc(" sind dann der Grundstock der Lutherischen Lehre Geworden. 3» ähnlicher Weise mag Edidy vielleicht gerade dadurch auf die Masten wirken, daß er die Namen bcibehält und die Begriffe ändert. Rur einen Punkt möchten wir etwas schärfer in'S Luge fasten. Herrn v. Egidy ist die Liebe der Kern feine« religivstn System». DaS Judenchum schätzt die Liebe «icht gering, aber da« Wesentliche ist UN« die Berechtig- (eit »Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du erstreben." Die Lieb« aber ist gleichsam nur die Feiertagsstimmung unserer Seele; wa« wir au« Lieb« üben, darauf chun wir ua« etwa« H, Gute, und well die Liebe sich» wie man sagt, nicht er- *) Wir verweisen unsere Leser ans Me dieser Nr. beigefügte Mttstrrorbeutllche Beilage. R. HS scheu- Pikrar. Sek'teat. Käsender. 1«« öüSS. Rniteu . . . 20 28 r. lekakiH■ i#,l 2) Snuaenketn|t|1uk|. emuufe■» . . 97 2V «ennta, . . . 23 W j Bttck-ftalMcfc ilur. Ment«, . . . 99 1 Dienst,, . . . ■ln 1 2 Mttwach. . . 2 S Dennirsta, . . 8 4 »»,'tta! . . . 4 L 1 zwingen läßt. so werden wir un» manchmal davon t»Spensiien, sie zu bestLt gen. Aber Gerechtigkeit ist eine recht prosaische Tugend, keiner kann sich wa» darauf rinbiltxw, gerecht zu sein, und eS ist schon schlecht und verwerflich, sich von ihr loSzusageu. Wir brauchen kaum hervorzuheben, daß di« Gerechtigkeit weiter gehe als da« Recht; ja Äotle» Gnade ist nur eine andere Form seiner Gerechtigkeit, io ofern er eine That in ihren Gründen und ihren Folgen übeischaut. Wir käm>;n mit der Gerechtigkeit, wenn sie unr allenthalben und gegen Alle geübt würde, soweit, daß wir die Liebe gar nicht brauchten. Sonderbar berühtt es, wenn Herr v. Egidy stin -rrligiöseS System, das vom dogmatischen Ehristeuthum niiht viel mehr als den Nctmen hat, auch als Bermächtniß de» alten Kaisers Wilhelm anpreist, während doch alle .Welt weiß, wie schmerzlich eS dem greisen Fürsten gewesen .ist» Sydow a!« Prediger in Berlin zu ertragen. Trotz einiger Ausstellungen verdient die neueste bedrutsame Kundgebung des edlen Mannes a ich in jüdischen Kreisen bekannt zu. «erden; sie kommr au« einem großen, für die Wahrheit für die Religion und für da« Vaterland begeisterte» Herzen. (Darum Halen wir nicht den mindesten Austanl» genommen, dem Wunsche de» Herrn v. Egidy, seinen »Vt4f» ruf" auch der .Wochenschrift" beigelegt zu sehen, nach!■* kommen. Jeder wahre Israelit weiß; daß er da« Gute «&- Edle, da« Herr v. Egidy alst erstrebenSwerthe« Ziel hinstM» im riichtig verstandenen Judenchum bereit« seit Jahrtansenden besitzt.) B. B.

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