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Israelitische Wochenschrift · 1892-02-19 · 8 (19.2.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
8 (19.2.1892)
Date
1892-02-19
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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«t - וייrt. jWthrend der tzüngstrn Hcrbstsnrrtage Hane er für bei 'chm wohnende« Gäste nnen PrivatgotteSdienst in nw Hause arraugirt. Die Polizei erfuhr diese- und Ke-!'da- HauS. Die furchtbare Berwirrung und Aufregung, dieser unerwartete polizeiliche Ueberfall hervorries, : jeder Beschreibung. Die Andächtigen, denen es nicht >nnt, welches LooS ihrer wartete, wenn sie in die! der herzlosen Beamten fielen, suchten sich so gut e- Hing, durch die Flucht zu retten. Einigen gelang «S, durch «ine Hinterthür, ein Fenster im Hinterh ruse oder eine Dachkoke zu entkommen. Der Besitzer de- Hotels wurde festge- «ommen uud de- Recht׳-, fernerhin in Riga wohnen zu dürfen, für verlustig erklärt. Die Thorarollca wurden confi-cirt und diezenigen Beter, welcher man habhast wurde, mst schweren Strafen belegt. Der Hotelier hat sich direct «st einer Beschwerde an den Tzaren geirandt. (Ob er Antwort bekommen hat?) (Russische Polizei.) Ein kranker russischer HandelSmann, Elias Rozetsky, welcher im Districr BitebSk »ohntc, kam jüngst hierher, «m einen Arzt zu consultiren. Dieser erklärte ihm. daß er einige Zeit in strenger ärztlicher Behandlung verbleiben müsie und gab ihm die beste Hoffnung für seine Wiedergcnesung. Trotzdem seine Reise nach Riga nur den angegebenen Zweck hatte, vermerkte die Polizei 4nf der Rückseite seines Passes, daß er sofort Riga verlassen müsse. Er besuchte hierauf seinen Arzt, welcher ihm sagte, daß sein Gesundheitszustand sein längeres Verbleiten undedingt uüthig mache. Hierauf verlegte er sein Quartier in «inen andern Stadtlheu, nm die Cur fortzusetzen; aber, auch Hier hatte ihn die Polizei bald entdeckt. Er wurde arretirr und trotz seines gefährdeten Gesundheitszt standes per Etappe »ach dem Ausiedlungsrayon transportirl. Erst inußte er sich noch wegen seines gesetzwidrigen Aufenthalts in Riga verantworten. wofür er mit zwei Monaten Gesängniß bestraft wurde. Da er die Rückreise zu Fuße machen mußte, ist sein Instand hoffnungsloser geworden. Ner«ifch1e und «r«este §ladtrt4)tr1t. Beeil». Selbst de» .Konservativ« Woche-blatt" bezeichnet cheretl» di« systematische» Anfeindungen der anrlseinitlschen Presse ^Krruzzeilunz und lstenoffen) gegen die Jnstlzverroaltung au« Anlab des La »teuer Mordfalles als eln« .'Frivolität sondergleichen׳ Saat(■■ Der Untersuchungsrichter Brixlus in Eleve soll, wie di« »Krruzztg - meldet, um seine Dtenu.nllaffnng etugekommen sein; nach auderu anlijemtiische» Blätiern soll er sie erhallenhabe». Kevelaer, 8. Februar. Sestern Abend fand im »Kölner Hofhierieldst «ine zahlreich besuch!« Lersammluna statt, in wel der der chnüsemtlisch« Agitator Dr. König aus W«nen einen vonrag über »Di« Nationalseuler der DeutsLen" hielt. AtS Redner sich in scharf n Bendnnge» über den Lantener Knadenmord und die mit demselben in Verbindung stehenoen Vorgänge erging, wurde die Bersamm.ung polizeilich ausgelöst. WtrtwiH, Ist, Aedruar Der israelitische Beerdigungsverein beging gestern sein Etiitungsseft nnd Rentier Zacob Planster dapinfundzwanzigiührige Jubiläum als erster Vorsitzender. Zu dieser seltene» Feier waren unter ander׳« unsere früheren Mllbürger, der Kinigl Geh. Sanltlllsrath Dr. Wollner und Rentier Löwy, beide aus Vreatau, sowie Deputationen au» den Rachbarstädten Beuthen, Ratio- »itz «ad Myslowitz erschienen. Der zweite Vorsitzende de« Lere׳n«, Herr Jacob Huldschiner, feierte den Judlar und übergab ihm .«Uc gröbere Summe, welche einer »Ploaskerstisluag- «ach nSherer Bestimmung de« Jubilar« zugewandt «erde» soll Bon den folgenden Medaer» säe» »oq di« Herren Rabbiner Dr. Münz, Beheimrath Dr. v »l l» e r, Baakvorjteher Winkler und Dr. Mattersdors Henaout. Veathe» O.-S. Ter israelitische Junairauen-Berein, welcher 100 Mitglieder zählt, halte im Jahre 1801 eine Einnahme von 1848,07 Mt. Berausgabt wurde» 781,40 Olk-, so dab ein Kaffenixstand M» 617,17 Mt. verbleibt Der Bestand in Effekten betrag! 1.100 Mt. CA»crf«a|, 14 Februar Bester» Abead san» her eine DUettantenvorstellung zum Besten der aus Rußland ausgewiesenen Jude» statt. Die L Teilnahme an derselben >oar ohne Unicschled der Hsnsrssioo sowohl von den Bürge, n unserer Stadt als von den Be- . sttzern aus der Umgebung eine so starke, daß sie die «Nleckliche Sin- Hw« von 880 Mt. ergab Auch 1m Orchester uud auf der Büaue *n sich alle Konsessicnen betheiligt und ist es gewiß hervorzuheden, ׳,der Wohilhäitgtärafinu keine» tonsessivuelle» Unterschied «achte. Mi^Iowitz 9. Februar. I« der vom itzaelitischeu Kraute:»» Daraus ergiebt si d eine lseiuiimreiu iah«« von >840,08 Mt, «eichet eine Aosspde voa 8487,87 «k «genüderfteht. Da» gesammte Bert,«- vermögen beläuft sich aus 8810,48 Mt. Alt« Wir«»r«pem 1L. Februar. Der am 10. Februar 1808 in Laudenbach geborene Lehrer a. D. Stern in Sontheim bei H-il» broa» hatte da» selten« Glück, gestern iu voller Rüstigkeit seinen 80. GebuNstog feiern za dllrien; »er nächstälteste israelitisch« Lehrer nach ihm ist der in Stuttgart l«»:ude Oberlehrer Lteterman», geboren den S. August lSOi» Ul» Zn de« Prozeß x» Rebtsanwaits Schönfeld und Kmmerziearath» Maier gegen die .Ulmer Schnellpost' wurde letzter« verurthellt den gen. Herren eine Erenerklärung zu. «den. Neuerdings find diesem Blatt« tu Folg« d׳r Anklage des isrm Utischeu Oderktrchearaihs die Annoncen de« Königlichen Ld'raml« entzngea worden. Horb» 8. Februar. Anläßlich der 10. Wiedertrhr des Tvdes» läge« Verihold Aue: buchs wuiden heute einig« Kränz« am Grabmal des Dichters aus de« israeliiishen Friedhose in NordstrNe» uiedero-leA Därthki». 14. Februar. Di« Beletoigungsklagr der frühere» Synagogen-Borstände Jakob Tillmann und JastiimsiaHaber Limo» Bärmann gegen den hiesiger B'jtrtsrabbiuer Dr Salvendt ln» gestern,!Samstag) vor dem schitssengertchie zur Verhandlung. Der Prozeß endete damit, daß der Beklagt« zu einer Beldstrafe von 60 Ult. und zur Tragung jämmtlicher Kosten verurtheilr wurde Die Ber- Handlung nahm o Stunden t > Anspruch ,Psälz Peff«) B»»«»est Der hiesige Radd ner i. Pollak begeht am 80. März 0. sein 70jähr. AlterSjubiiäitm. In Neutra gedorea, war er ein Lie-lings» s.nüler »es sei Oberrabb S. L. Rapoport, aus dessen Empsehlua, er zum Rabbiner in Janowitz ״ewäiil wurde Er folgt« sodann einem Ruse alt, Prediger an der Mriselsynagoge in Prag, von hier giag er als Raddlner nach Kremsier und von da 'nach Jnowrazlaw. I» Jahre 1878 wurde er nach hier berufen, woselbst er sich der Lieb« uud Verehrung Aller erfreut Er gedachte seinen >0 Geburtstag im engstm Familienkreise zu begehen, alxr seine zahlreichen Freunde uns Beej ehre- — nicht allein hier, sondern auch in den vorzennnnien Ge» meinden — treffen Vorbereitungen zu einer größeren Jubttseier. Lvmdo«. Herr L. I. Lyon» empfiehlt in einem Schreite» an da« »Daily Lbronlci«-. xn jüd'sldea Gebrauch, bei Uegrädnise» das Harpt bedeckt zu Hilten, «inzusührrn. hm» oermuthct nämlich, daß bei dem verstorbenen Herzog von Slarenc«, als er ge»! legtn:Ui) de« Begräbnisses des Prinzen Victor von Hohenlohe mU! enld'vßtim Haupt« sich der itnbH der außergewöhnlich rauhen Wtb teruna nussetzle, die EMräni,litt.k-i1 für di« verhängnißvolle Irrankheil! eine bedeutende Steigerung erfahren hat I Petersbur». Wir dr .ÄoSchod". das Hauptorgan Mt ruf-! fischen Zudeo, schreibt, desin er sich die jüd. Kolonie in Palästina in schlechten Zustande und wü.ischen die Kolonisten nur »ach Rußland .. ' . ‘י"־“'“ ׳ ״ ‘ Hans wie dem »Hamelizvcn doberichtet wird Mi«». Die Kommuniäverwaltung von Kiew hat ihren dies» jährigen Voranschla, mit einem Ausfall von ISS,000 Rubel ab» schließen müssen, welcher aus chließlich auf den durch die Ausweisuna fremder Juden ve ursachlen (:innahmeenlgang zurückzuführeu ist Diese Ziffer stellt übrigen», wie einueweihw Kress« versichern, den' thatsächltchen Abgang nur anaiheind dar, da mit Bestimmtheit noch ei» weiterer namhafter Rückgar g der Kommunaleinnahme» von Ki«m vorauszusehen sei. Such antere größere Süidte Rußland» werden in Folge der Judenausweisung-^n berrächlitche Einbußen in ihren Ei»- nahmen zu erleiden haben. Msstau Tcr »Russisch Meffengertheilt mit, daß der hiesig« Gouverneur, Broßsürst Sergius, ein«Ordre «׳.lassen Hab«, nach!mich« die Auslre bung der Jude n während des Monats Februar der ftrrnoe« Kälte wegen siftirt we׳den sol Air muffen' mit io «ringen Beeeism» menschlicher Rücksicht schon zufrieden sein. Dieselbe Humanität, amche dem Großfürsten sog», daß di« Jud.nauslreibungen au» Mo»tau «AP» rend der strengen Kälte z > l.nmensylicher Grausamkeit sühren, lasse» idn vielleicht auch non ferner in Erwägung ziehe», ob es nicht vor» »heUhafter wäre, dir Ausireidvngen überhaupt.qänzlich etuzujtell n. Ea»vt»u. Ter ker hmi« jüdische Gelehrte Dr Elle «iossi Bey, Mitglied de« egypitsäun Instituts und 4ü anderer Akademie», ist gestorben Derselbe n»r in Ferrara lZlalien׳ geboren und kam 1844 im Alt r von 28 Jnhre» nach Egypten Er war der erste Jude, welcher den Titel tic) (SlaNhalter) und die Erlaubaiß erhielt, die heiligen Sladie Mekla und Medina betreten zu dürfe». Ba Mehemed Ali und den ihm folgenden Liceköuigrn von Eghpten stand Dr. Russi Beh in bohem Aase«״ und wurde von demselben mi! «lesttigeu wissenschasllichen rzijnonrn betraut. Aus ttair• melde! die ״Times-: Ein« von einem Deutscheu Namens Kriedmann im!Ni»1ianlanoe am Ostufer de» Akabagols» gegründe»: Judentolonie wurd, von den egypitjchen Behörden aufgelöst, well sie drohll, einen Gr>mz treit zwischen der Türlei und Egyp«a zu verursach n. Kriedmann uh tfic ausgewiesen I» Indtea bestnxr sich «ach neuestem Eeasu« «in« jüdisch! B:v»lk«1u»g von 17,180 Setten.

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