Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 8 (19.2.1892)
- Date
- 1892-02-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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eine allgemeine Zeitung des Indenthums.\ ff. BMaaltt eifchetut je etw «m» - et »et «ch,ee fch»>,1< de» .^»»,t«e». (tttH1.M4m1eal»1klilt•■. Weetk fit atu kwtVUftar tef cSe■ •»•tatet« B. B»chh»»kt»»»e» dnlMui rtettdllM. Mit »ticctct Sajcnksn«: 1IMI4 U Wort. »*• kca Kalltakc: »KL Mt Jß 1 ch״,,ch,>n» •U JmmUttmMmtr■ (•k»t.Stttttitutk!a1t*) Met ket ket »• ffark «B •f«. MetfriUkrlt». Me ilm• >»• WM M •r. HerauSgtqrben von Rabbiner IN. M. Wa-mer in Magdeburg. fit Matzrtzkit, Archt *1t ftithi! )»reeete tütk1(.3t1aeltttf6eBk*c8(<ketfr ■u tflr kak,3»M(<kta1ttet«t«t.Blatt* die ktetfetalteBe Meltttetle ••et eete« «ata M »f. stak eanatket kae» Me Itmumm■ CnekIHrac« »ket—falle ata« (eM ol*tM »»kt»• »,acht — kittet etaPtfeakea «e: M» «■»■»Ittea k» Jeeailtt. W nwtm»«» Sri SHekcttabaiea *akatt. £ f ■ k a»»: §, Mlealt «ttiffl: Der SttttsemitlSmu« gegen die preußische Justiz. — Et» Wort zur Verständigung Bo» Rabbiner Dr Caro Berichte »nb ooee«>v»u»r»«ea: Deutschland: Vagdebura. ALL׳ ־ Hörde. EtSlebe» Polen. Erefeld Gjitrroloh Nvbnik Straß» W, ' burg Au» Württemberg W!:׳ Sesterrrtch-llugarn: Lu» Ungarn. M;'- Rußland: Riga. Riga. Riga. Ä ■ BreeMtscht» »»• oeuekie «»•»riecht«» r Berlin. Xanten. ttev- ־“י ' tat Vlelwitz Veu:hen, O-Schl Sckwersenz MySlowitz. ... Württemberg Ulm. Budapest. London Petersburg. Etew Wotlau. Aegypten Eairo. Indien. f Imierar« M- Uachdr»• ohne »ollstSndtge Qnellenaugabt unteriagl. > - I Wochen- 1 j 1 r*nar. 189a. ' Stfc’mt. <«53. Aalender. j -rette, . . . 19 •9! 1 1 S«»»»be»d . . so 23 יתרו (ö.»S). ן Seimta, . . . 31 23־ Stautaa . - - 22 24 I Dienstag . . . an 25־! «tttteoch. . . 34 SW Deuurrstag. . 26־ 27־ 1 1 Krrttag . . 26־ '28 Per Antisemilismns gegen dt« prenhtsche InStz ZV Antisemitismus und «Gerechtigkeit sind Gegensätze; ahnt ) der erstere instinktiv, daß er früher oder später der letzteren ן *V verfallen mutz, und erblickt er darum in ihr die geschworene ן M 7 Feindin, oder benutzt er die Galgenfrist, die letztere in un- I W. verzeihlicher Nachsicht ihm dadurch liest, das; sie nicht schon längst! D» ihre Arme nach ihm auSgestreckt und ihn mundtot gemacht ן hat, jetzt gar zu einem tollkühnen Angriff aus jene, um ihr Pt־ Ansehen zu untergraben, ihre Würde zu beschimpfen, ihre Autorität zu erschüttern! Genug — wir erlebten vorige Woche E im preuß. Abgrordnrtenhause das sehr häßliche Schau» c. spiel, daß der Antisemitismus, dem nichts heilig ist, unter der Führung eines Stöcker auf der ganzen Linie gegen das Bollwerk der altbewährten preußischen Justiz vorrückt, und den Lhrs derselben, den Justizminister v. Schilling, zur Pertheidigung der Schanzen herausfordert. So rächt sich jeder Fehler. Weil die Justiz sich allzu nachsichtig gegen den Antisemitismus verhielt und nicht rechtzeitig zum Angriff gegen dir AuSschreitungeu desselben oorging. kommt sie jetzt in die keineswegs angenehme Lage, angegriffen zu werden und sich verthcidigen zu müssen. — Der Antisemitismus, der -־ in der Verachtung der Rechtsbegriffe und der Moral seine Hauptquelle findet, mutz naturgemäß dahin gelangen, daß er in dem von den Pflichten seines hohen Amtes durchdrungenen Richterstande seinen bösesten Feind erblickt. Die frappirende ^,Erscheinung, daß in allen Ländern Jene, welche im fana» ף Aschen Judenhaß ihre Seeligkeit und ihre Religion finden, x^ rS^ auch sind, die eine unaufhörliche Wühlarbeit gegenJbie Integrität des Richterstandes führen, kann kein Zufall sein, sie ist in der unerbittlichen Logik der Thatsache» begründet. Antisemitismus und Kamps gegen Rechtspflege sind untren»- bare Begriffe. Wer Recht und Gerechtigkeit tvill, kann kein Antisemit sein. Es ist begreiflich, daß Herr Stacker, welcher gerade zur Zeit, als sein Stern am glänzendsten leuchtete, an feiner eigenen Person eine harte Probe der unbeugsamen (berechtigkeitSliebe des preußischen Richterstandes erlitten, diefeni nicht sehr hold gesinnt ist; das Erkenntnis, welches dem einstigen Hosprediger, das Brandmal eines fahrlässigen Falscheides auf die Stirn drückte. schm:rzt ihn wohl heute noch. Aber die Eonservativen, die ihm die Ehre erwiesen, ihn zu ihre« Wortführer zu erwählen, tärten nicht vergessen dürfen, dag es einen komischen Eindruck machen müsse, ivenn Stöcker aus angeblich von jüdischen Richtern geschworenen Meineideu Capital gegen die preußisch: Justizverwaltung schlagen wolle. Wer in einem ÄlaShause sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen; aber das sind Erwägtingen, über die sich ein im Kampfe gestählter Antisemit mit kühner Verachtung hinwegsetzt. Herr Stöcker coustatirt die haarsträubende Parteilichkeit de: Justizverwaltung gegenüber den Juden vor Allem aus dem Umstände, daß sie zwei, sage zwei Juden, zu höheren Richtertt ernannt habe! Die Unwürdig» leit der Juden, ein Richteramt zu bekleiden, deducirt r aber aus der Thatsache, daß gegen den jüdischen Landrichter Liebmann eine DiSciplincruntersuching wegen Meineite-t cingeleitet wurde. Ueber das Resultat dieser Untersuchung, die Liebmann selbst verlangt und welche seine völlige Schuld»