Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 7 (12.2.1892)
- Date
- 1892-02-12
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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fei. Jemanden zu^finden, der den RechnungSführer Goldman könne, daß er aber^ezwungen sei, in Folge höherer Befehle, Herrn Eoi.trole ihm nicht zustehe, beide Männer aus ihrem Amte zu entlassen. Der bis vor 8 Jahren amtirend: Bürgermeister der Stadt, Jssrjevitsch bemerkte noch: ,Auch ich kann bezeugen, daß Goldman und Gurovitsch die fleißigsten Arbeiter ihres Departements sind." Die Duma gewährte mit Rücksicht auf die langjährigen, der Stadt geleisteten treuen Dienste und die eigenthümlichrn Gründe ihrer Entlassung dem Goldman ein Gnadengeschenk von 250 und dem Gurovitsch «in solches von 240 Rubel. | Kerruischle und neueste Zlach richten. Magdeburg. Nachdem UN» zugeaangenen neuesten .Bericht des Nabbinerverbandes" (Avril-December 1831) zähl: dieser Be.band zur Zeit SS Rabbiner und Prediger in Deutschland. ES sind demselben im vorigen Jahre betgetreten: Grabowski-Konitz, Guttinannlulm, Ja no witz-Dirschau, Littmann-Elbing. Mannheime 1« Oldenburg, P ick «Marienburg, Cohn-Bonn. G r ü n fe l d-Bingen, Stier-Berlin, Tawrogi-Creuznach Verloren (durch den Tod, >,at der Berband 2 Mitglieder: Op Pen hei m-Thorn, Wedel l-Tüsseldorf. — Der Bericht enthält in der Anlage den Stal ltenentwnrf zu «!»er Hilf«- und Pensionstasse sür die Mitglieder. Terielb« -HU aus dom diesjährigen Berbandstage berathen und — wie ooiauSznsohen — angenommen werden. Berlin, 8. Februar. Hier starb gestern der in dm weitesten Kreisen der hiesigen Bevölkerung unermüdlich tlstrtge Arzt Dr. Hein-, »ich Rosen «Hai im kB Lebensjahre. Der Dahingeschiedene hat «eben seiner z-sträubender Praxis die allgemeine mcdtzinisiche »Central- Zeitung", das älteste medizinische publizisti,che Organ Berlins, mit Imsicht geleitet «einer unverdrosseiikn Hingebung oerdankt die ,LentralhilsStasir sür die Ae rzte Deutschlands״ ihr Entstehen undjDedeihe» Voseo, b. Februar. Das hiesige Rabbi, alskollegium, b stehend «uS dem Aemeinderabbiner Dr. Feitchenseld und den Raobinals- Asiessore» Krause und Sllbcrberg bat heute Mittag dem Erz» bischos Dr. von Stablewski einen säst einstündlgen Besuch abgestattet und wurde von demsell«» In huldvollster Weise empfangen. Es ist dies der erste Fall das, Rabbiner von einem Erzbischos von Gncsen- Pose״ empfangen wurden; auch den Gnesener Rabbiner empfing er. SSthro. Unser Rabbiner Herr Dr. Olitzki ist zum Rabbiner in A l 1^ » sie i n (Lstpr.t gewählt worden und gedenkt derselbe diese Stelle zum t. April schon anzutrelen. Vydtkvhne«,4 Febr-(Or.-E.)D cAuSwandelUngderrussischenJudrn ivar in de» letzten 2 Monaten so gering, dost die hrcsige Baracke ganz lier war. Dagegen waren aus dem hiesigen Babnhos täglich 30—40 Menno.iiren zu sehen, die aus den russischen Hungerdistricten komnien und ebensall« nach Ame׳ika wandern Sei! voriger Woche jedoch, .nachdem die letzte Frist der aus MoSkau auSgewresenen Juten am 26 v M. abgclausen war und die armen Menschen trotz der dort herrschenden Kälie von 36. R. gezwungen ,0,irden die Stadt zu verlassen, ist die Baracke täglich wied.-r ziemst stark besucht. Rogasen, 5. Febr. (Or-Eorr.) Am 18. Januar (N12V '2) feierte der Segulath-Ha,1r fesch-Sierein sein sünszigjähriges Bestehen. Der Verein hat während dieser Zeit stet« wohlthätigc Zwecke zur Grundlage seine« Slrebciis gemacht, wie auch die Jahrzciien seiner verstorbenen Mitglieder regelmäßig abgehallen Er war zu einer Zeit etwas zurückgegan >e» Der Eintritt des jetzige» Vorstandes, ,umal d«S Herrn S. Ruschin, hat denselben neu belebt, jodast seine Mit- ־. gliederzahl und seine Mittel sich vermehrten und er auch Haclinossat ‘ Lall ah ^Ausstattung armer Bräute) aus seine Fahne schreiben durste. . Nach der üblichen gottesdienstlichen Feier und dem Besuch der Grabstätte '»es SislerS, des sei. Mosche Vcilchenseld, vereinigte Abends ein Festesten die Mitglieder des Vereins, wobei Herr Dr. Rosenthal in ausführlicher Tischrede die Geschichte des jüdischen Beretnsioejens darlegie und Herr Cantvr Cohn die Freuden der Tafel mit seinen rtzrsanglichen so Beiträgen verschönte.. *lyslowis, 5 Februar Vom hiesigen Hilfskomitee sind vorgestern wieder 200 jüdtjwe Auswanderer au» Rußland unter Be- ׳ Ijldmng d«S Kaufmann« M. Limme,rauer nach Hamburg be>ördert : worden Hamburg, 6. Febr. Herr Tr. Leimdörser hielt jüngst einen '> sehr interestanten Vortrag über die »Philosophie des Sokrates und . bi« Weisheit Salonio'S", der sehr beifällig ausgenomnien wurde. Göppingen, 1. Febr. G stern seine Fab iiaut Salomon ^VUrnheimer hier sein 2üjährigeS Jubiläum als Kirchenvorsteher. AlS -Helche» der Anerkennn -g sür feine Verdienste um die hiesige isr. zWememd« wurde dem Jubilar ein silberner Pokal und eine kalligraiwhtsch trefflich ousgef rtigte Dankadresse unter Ansprache des Herrn ff»66lhu« Herz und im Beisein der Mitglieder de» Kirchenvorsteher- Amt« übergeben. Unter Worte, d!» Dank!« sprach der Jubilar di- Hoff'ung auf, auch in Zukunst sür da» Interesse der Gemeinde seine Kraft etnsezen zu können. Btuttgart. Di« i«raeltische Oberkirchenbehörd« reichte einen Strafantrag gegen oie antisemitische »Ulmer Schnellpost" ein. An« Anqarn. von den orthodoxen löemeinden sind vor einigen Monaten SO,000 Gulden sür di,! russ Juden gesammelt — aber, »och nicht ab geliefert worden. Jetzt v«rlaut:t, daß diese» Geld zur ijesesttgung der Gefahr, di« die Orthodoxie in der angestrebten Gleichstelluug der jüd. Religion erbl ckt, verwendet werden soll. Ist da« vielleicht orthodox?!Zur Ehre der orlh allgemeinen jüd. Zeit., die M, Ehrentheil hier herauSgiebt, sei bemerkt, dass dieses Blatt isiebt'r• holt seine Stimme gegen ein; anderweitige Verwendung der Gelder - als sür die noihleidende» russ Juden energisch protestirt. (Herr E. fragt die Herren Orthodoxen, ob sie vielleicht צ ר ישודחי H199 'esen — st מעוז — und nur in den Gel de ihr Heil erblicken) Lüttich. Der am 3 d. R. verstorden« berühmte Professor dar Aaiionalöcvnvmie an der hies.gen Universität Emil de L ave lege Harle einige Tage vor seinem Tide folgenden Brief an die Redaclion der »Darkest Russia" geschickt: »Theurer Herr! Da» elnzige Mittel die gehässigen Maßregeln der Lerfrlgung gegen die russische» Israeliten vielleicht zu lindern, wäre ein energischer Protest der gebildeten Belt. Könnten Sie nicht vielleicht in dieser Beziehung ein PlebiSeit oder Reserendum folgender Art veranlassen Es läßt sich nicht nnnehmen, daß Jedermann Ihnen einen Brief wie der Herzog vo» Argyll zuschick» Aber Sie könnten vi, lleicht einen kurzen und energischen Protest verfasscn und ihn an all! bekannten Persönlichkeiten versenden mit der Bitte, denselben mit ihre! Un.erschrisl versehen, zurückzns chicken Das Mitleid und die Indignation nürd« man sicher sich zu Herzen nehmen, ii'dem man dieser Unglicklicken sich erinnert". London. Nach einer Mrtlhei ung des Allgemeinen Ausruf- Comitee'S in »Darkest Russin" gingen ans verschiedenen Städten des Bereinigten Königreirbs und der Colr nien zur Unterstützung der veefolgten russischen Juden bereit« folgende Beträge ein: Aus Dundee 1000 Pfund äteslinj}, aus Manch, ste r 3600, aus Birmtng- Ham 2K65>: au» «wanscn iOO, ans Liverpool 1833, aus aus B r i st v l 307, aus Brighton 310, aus Leier st er 2i>0. London Die lljähiig« Be.tha Zander Joseph au« Lunderland, n-elchc die Prüfung an der hiesigen Musikschule glänzend bestanden, wurde durch Bcrleihu lg eines Elirrndiplom» ausgezeichnet. London. Miß Floren e Menk Me her. die lalenivolle australische Componistin und Pirnistrn wird demnächst in unserer Hauptstadt envarler. In jüngster Zeit spielte sie in Stuttgart mit a ißergewöhnllchem Erfolge. Elisabethgrad. Ter hilsige Verein »Jüdische Brüderschaft" wurde aus höheren Befehl ausgetcht und die vor 6 Jahren erlheilte Erlaubniß,?ine Shnagoge zu veiitzen und einen Rabbiner Hallen zu dürfen, zurückgezogen. Petersburg (Or.-Cor.s L.r russische Finanzminister la! eine Emission von sechs Millionen Rulrel zu einer Wohlihäilgr'estslotterie sür die Hungersnatbleidrndei in Ruj.tand bewilligt. — Bekanntlich hat man sämmtkichen früheren israel. Lotterie- CollecleurS die Loos« abgenomn-.n und sin» in Warschau eine große Zahl va» Jude», dre da >,n lebten, blodlos geworben. Das scheint die Zeitung .Nowojr-Wremje" noch nicht gesättigt zu haben und sie plaidirt nun, daß man überhaupt dem Juden Loose nicht »er׳ lausen soll, »indem dieselben in Ddessa viele Loose ankaufen, um den Juden in Palästina die Gewinns e zuzuweijen". ftrclcr. (Cr - Corr) T er hiesige Banquier und isr. Ge» meindevorst׳der Michael Goldhrar wurde f:ir seine eifrige Thätigkeil als Borsiebcr der Kausmannschast mit dem goldenen Orden des heil. Stanislaus vom rujsis.vcn Kaste! dcsche >kt. Tanger» 14. Januar. Aus einem Ausfluge zur Stärkung seine! türjundheit kam Baron Ferdinand von Rothschild auS London am II. d. M. in Tanger o». Zwei Kutter von Ihrer Majestät: Panzerschiff »Tliunderer", welchrs augenblicklich in der Bucht von Tanger liegt, fuhren ihm entgegen und trugen ihn an die Küste, wc er von dem brittschen Gesandten, Sir Charles Evan Smith aus's Herzlichste empfangen wurde. Am andern Morgen 11 Uhr empfing Baron von Rothschild eine Deputation d>r jüdis hen Gemeind«, bestehend au» den Herren: Halm Benschirrol, ttzemeindrpräsident: Jsaar S. Na hon, Bicepräsident; Salomon Ra hon, Schatzmeister: PinhaS Assayag und Jsaac A. Lands, Honorar-Sekretäre; Reuden N a h a n i a, Abraham Pornienta und Agusch B e n a s u l i, Comitee- Mitglieder. In ferner Ansprache an den Baron sagte der Präsident, daß sie eine so günstige Gelegenheit nicht unbenutzt lassen könnten, im Namen ihrer jüdischen Binder in Tanger ihrem ausgezeichneten Glaubens» genossen ihre Ehrerbietung zu bezeigen und ihn in ihrer Mitte herzlich willkommen zu heißen In seiner Erwiderung sprach der Baron seine» herzlichsten Dank für den ihn ehrenden Besuch au» und demerkte dabei, daß er seine Brüder in langer nie vergessen werde. Boa hier begab sich der Herr Baron nach Teiuan. i1־״£