Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 4 (22.1.1892)
- Date
- 1892-01-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Pggfe*b1t*!fc 22.!«*«*« 1892. M 4. hH iw. eine allgemeine Zeitung des Indenthnms. Herausgegeben so» Rabbiner Pr. D. Hta-mer in Magdeburg. fit Witzrtzeit,!echtfr de«!•MtfiitH« »tt»k»i»1!« «ta* «ni rr kn -NNochoa sch»««»-, k»4 ,i.Mtll•«■ tHrtt fti «ui» »fit s»t r-»a ■afiSmttrit a. BoAbontlaii'ni arml 2*Xark HtttrlJUrt. ■tu kirret» t flafriMun«: tlktlü 14 feart, aut bni ■ allankr: 1B nt tk Jt>4|MM»lfl* ntt JrtlnkMÜ* (aba < .811 trtata r M«m Mnt tri kn « *: « •Utk US ktf«. rintriflMi*. XI» <Hw«t-|te. taflet m 9f• »- »■r.aa«. UI» kie.J 4 »a »l I li sch » tB04»«(a1rifr* mir ttr kal.3f klf41cSlttetatat<»(att* kle Mn«rh1aU«at Hrittzril» ottr »nra Mau M Pf. sind k»n»»d>» durch di» *na»a«»U. Epuditi«!»» «kn—ft;m nun srldst auf litkatt Natkrach markt — kl rtet riatatrakflt aa: lUMMlIHmk« ״flnaittt. M»ka«■ Ukaif» ' ia Wa^abaa, vri Xdad»rk>I1mska sitatan. H-P »•יי י * * * * ' Dache!1- | ,“־"י T,WM Aasender. C«ttc«*c Vrtlftl: Der fiationoljub«. — Jüdisch« Bankier« und j 1893. bSS2. evangelische Geistliche. »ntt«, - - - > 22 22 Berichte »ud Borrefpondenten 1 Deutschland: Magdeburg. (.5,t1 u»r) י3כות verlln Berlin. Xantm. Aus Ul« Aus dem Reichslände. «onnnvend . . 23 23 Vesterreich-Ungarn: >u» Ungarn. Grohbrttan nlen: London. «snnta, . . . 2« 24 Nnrm«>dvkts»-»»n>z. Bulgarien: Au» Bulgarien. «antag . . . 2b 2b vermischt» nn» neuest» 97«ch:ichtra: Berlin. Berlin. Stet- Dienstag. . . 2« 2S tin. Lppeln. Dresden. Leipjig. Breiten, Kaschau. Schweiz. Ans London. Lodz.. Warschau. Mittwoch. . . 27 27 Kaiser-Geburtstag. Jmserate. — Briefkasten. Dannerstch, . .! 23 28 WM" »achdrtik »l»r nallütnvige Quellen«ugadr nntrisagt. ״MW SrrUa, . . . > 23 29 krön liooed kdos. Sav'rra». Aer Vattonatjnde. ,Lu Glosk in unfern Schulen bekam ich Unterricht, der Talmud und der Talmud, sie wußten Andres nicht!" So ',läßt Thamisso seinen Abba Glosk reden; in den Worten liegt Anklage und Entschuldigung. Wir wollen den verfehlf tot Bildungsgang unserer russischen und polnischen Brüder mcht schelten: ״si* wußten Andres nicht", sagt Abba Glosk; >eS war ihnen nicht so gut geworden al» uns, die wir in ' einem hochkultivirten Lande leben. Der Talmud und der Talmud, wenn er die einzige - Nahrung bildet, dann ist es nicht zu verwundern, daß schiefe 't, verkehrte Einsülle wie Dämonen in den irren Geistern Hausen. Jeder, der mit begabten jüdisch-russischen Jünglingen (diese Jünglinge sind oft Familienväter) zu verkehren Veranlassung hat, macht böse Erfahrungen, wie wenig diese ausschließlich talmudische Schulung für da» Erlernen altklassischer Sprachen vorbereitet, wie selten überhaupt die glänzenden Erwartungen, die anfangs geweckt werden, später sich erfüllen, wie ein verlehrteS Denken, Spintisiren. Silbenstechen, Vernünfteln gar nicht zu bannen ist. Wenn nun auf einem solchen Boden allerhand Giftpflanzen emporschießen, so ist die» ein neues Elend, da» auS dem allgemeinen geistigen und socialen Elend der rusfische» Juden sich leider sehr gut erklären läßt. Als eine sülche Verrücktheit gilt un» nun auch das Nationaljudenchum, das seit einiger Zeit in Rußland grassirt. Zudem gehört diese Tollheit zu denen, in welche» noch etwas Methode liegt. Ja Rußland ist der Sprung von einem Extrem iu'S der Tzarenvergdtterung zum Nihilismus eine Erziehung (mt ««aiLxarbo» vea solche Sprünge; innerhalb weniger Monate wird aus einem bigotten Chassid ein Nihilist, ein Gottesleugner, denn anders thut es kiese SpecieS nicht, die auch in der russischen Tolonie j in Berlir stark vertreten ist; es muß tabula rasa gemacht | werden; Gott im Himmel wird nicht besser behandelt, als der Tzar aus Erden. Den gemäß geht derselbe Mensch, dem noch einige Wochen vorher der Genuß von ,trrfeuem Käse' eine Todsünde gewesen; ist, geflissentlich dorthin, wo ihm die nichtjüdische Küche! ihre Lecke rbisien spendet: Feiertage giebt es für diese starken! Geister nicht, es sei denn höchstens die Feiertage, welche der J Müßiggang dekretirt. Da» Alles ist ebenso aufgeklärt als! auSnehme 1d bequem.! Aber nun Passen diese Leute, die ihr Judenthum ab- I geworfen haben, trotzalledem nicht in die christliche gebildete Welt; dazu gehört doch immer noch etwas mehr als Schweine« fleischefsen; diese ״aufgeklärten" Leute sind polnisch« Juden mit allen Unmanieren, allem Schmutz, aller geistigen und sittlichen Barbarei des Ostens; sie sind auch äußerlich leicht als Juden zu erkennen, wenn sie selbst die langen Locken und langen Rockschöße verkürzen. Da sie nun Juden bleiben müssen, so suchen sie nach einer Form oder Firma und faseln von einem Nationaljudenthuni; die Sprache dieser Nationaljuden ist nicht daS Hebräische wenn eS auch einige unter ihnen gewandt schreiben, sondern der Jargon, da» Mauscheln. Soweit diese Tollheit in Rußland ihre Opfer fordert, »der auch unter oen Russen, die zu kurzem Aufenthalt nach Deutschippherüberkommen, so ist die Sache von keinem besondeien Belang; «S ist ein« Verirrunx. wie ander« mehr, stzzvlü beü russischen Staats