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Israelitische Wochenschrift · 1892-01-15 · 3 (15.1.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
3 (15.1.1892)
Date
1892-01-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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iraalstehördlich bestätigt, nnb ist der Staül demgemäß die beaufsichtigende unv lcitrude Instanz. Ande-s ist es in Ungarn. Durch die Autonomie ist Verwaltung und geistliche Leitung der (Gemeinde der Competenz des Staates, insouiit es sich um Cnilus-Angclegrnlicitcn und nicht um StandeSo mt und Schule handelt, entrückt, aber der vermeitlichen Lichtseite der Selbstverwaltung steht die Schattenseite des Manuels an Gleichberechtigung gegenüber. Es ist nun ein erfreuliches Zeicber der Zeit, daß Sic Windstille in der unheimlickcen autisetr.itisckicn Bewegung. ivel.he den Westen unserer Monarchie noch immer' durchzieht, in der Osthälftc zu organijatorisckvn Fragen benutzt wird, welche aus dem Wege der «Gesetzgebung erledigt werden sollen. ES war zu diesem Zwecke eine von 4UU Mitgliedern besuchte Versammlung im Gemeinde Saale zu Budapest berusc«, in wclck-er Tr. Moritz Mczei als Borsitzcnder sungirte. An!)er Versammlung nehmen u. Ä. de israeilt. Professoren und Tocenttn der Universität, die Prediger der Jsr Religiors- Gemeinde, der Ab«zeordnele Moritz Wahrmann, das .Herren- Haus-Mitglied Karl Svav. Baron Siegmund Sllsoßberxer und andere Notabilitätcn tlieil. Es ivar insbesondere vin Dr. btosza!Szegedin 1 die Ansicht vertreten worden, d>rß die AngUegenheit durch Special-Comitss auch in die Provinz getragen werde, nvlche insbesondere im Süd-Ungarn an der Gleichberechtigung der jüdisck-en Evnsessiou lcbhasteS Interesse nimmt. Aus den Antrag M. Wahrmann's wurde zum Zwecke der Absassung einer Petition und Ueberreichung derselben bei der Kammer eine Commission erwählt, in welcher der Vorsitzende Tr. Mezei und die Schristsührer der Ver sammlung, Tr Vüzsoiihl und Markus, als Mitglieder m twirken werden Awerikt» Aew-Hsrll. In einem Artikel des ״Century" über ״Tic Irden in Nrw-d)vrk" sagt .Herr Richard Wheatley: ״In keiner Stadt der Welt habe» die Juden als Geschäftsleute mehr Erfolg auszuivcisen, als in Newport. 400 .Häuser des Broadway sind fast von Juden besetzt: von 1200 Eigros-Geschäften befinden sich über lOOO in Händcn von Inden. Zu den *5 Bankfirmen, die mit einer Einnahme von Millionen Doll, erngeschätzt wurden, gehören die Namen Seltgmaun, Hallgarken, Wormser, Lazar), Scholle, Kuhn, Loeb, Schiss, Ickelhcimer, Speyer, Schäfer » a-, von denen einige aber mehr durch ihre Wobltbati gleit als ihren Reicht hum glänzen. Ta-; Gruiideigeiithuin der Juden Ncw-BorkS w:rd aus 150 dis 200 Millionen Tollars gcickiätzt und der Eintragungen der «Grundstücke befinden sich aus Conto der Juden. — Nach den Poiizeiberichten sanden weniger Fälle von Betrug, Rechtsverletzung uns Unterschlagung, deren man gewöhnlich und oft mit Unrecht die ärmeren Juden bei E:- Werbung von Reichlbümer» beschuldigt, bei diesen als b:i der gleichen;hihi von Christen derselben Bcrussklasscn vor. Es sicht sesl, das; die Familientugenden, wie sie König Solsmo, Franklin und Smiles gelehrt haben, sic vo.- ttehmsten Schöpfer des Wohlstandes der Juden gewesen sind. Die Vorsicht, welche die Ausgaben nach den Einnaynen bemißt, die Wachsamkeit, ivelche jede sich bietende günstige Gelegenheit wahrnimmt, der Scharsblick, mit welchem da» Kapital nur da angelegt wird, wo es den größten Vortheil bringt und die Einlösung des gegebenen Wortes, welche; dem gesetzlichen Vertrage gleichgeachtet wird, sind die Hauptfactvren des Wohlstandes bei den Juden, wie sie cs bei allen Menschen sind. Ten schlagendsten Beweis für de! moralischen Standpunkt der Juden liefert jedoch ihr verhältniemcßig geringer Prozentsatz in den «Äesängnissen und Correctionsanitalten. Im Verlause von 250 Jahren können nur zwei von Juden begangene Morde nachgewieser weiden. Trunksucht ist kein Laster der Juden; auch der Aufruhr gehört nicht zu ihren Schwächen. Aufwiegler ivti en vielmkhr die Juden zurück und verachten sie. weil sie in ihren Bestrebungen bei denselben trine Unterstützung; finden. I« eine a Artikel über jüdische Soldaten in der Unionsarmer behauptet ein Herr Rogers, daß er 18 Monate während des Bürgerkrieges im Dienst gewesen sei, aber nie einen Juden in llniform gesehen oder auch nur von einem jüdischen Soldaten gehört habe. Herr Simon ' Wolf von hier Hot sich der Mühe unterzogen, in der ״Washington Post" auf Grund amtlichen Materials die völlige Haltlosigkeit der Behauptung des Herrn Roger« nachz». weisen. Es ist allerdings erstaunlich, daß letzterer nichts von dem «General Eduard S. Salomon gehört hat. der später von rant zum Gouverneur des Territoriums Washington ernannt wurde. In demselben 82. JllinoiS-Regimente dienten mehr als 100 Soldaten und Unteroffiziere jüdischen Glaubens. Herr Rogers hat offenbar auch nichts gehört vom General L. C. Newman in New-djork, welcher seinen Wunden erlag und an dessen Sterbebett Präsident Lincoln persönlich die Ernennung zum Brigadegenrral brachte; vom General Leopold Blumrnberg von Baltimore, welcher in der Schlacht bei Antietam zum Krüppel geschossen wurde und vom Obersten M- M. Spiegel, welcher auf einem Schlachtjelde in Louisiana seinen Tod fand. Außer diesen führt Herr Wolf noch KL Namen von Juden an, welche als Lieutenants, Hauptlente und Majore in der Unionsarwce gekämpft haben. Zum mindesten 8000 Sol» baten jüdischen Glaubens haben in der Unionsarmee gedient und an dem Gräberschmückungstage machen die überlebenden Kameraden keinen Unterschied zwischen Nationalität und Konfession — Herr S. W. Hanauer ergänzt diese Angaben noch durch folgende Mittheilung in der ״Franks. Ztg.": In Philadelphia, wo ich damals lebte, bildete rin deutscher Jude, Obern Einstein (später Ver. Staaten - Konsul in Nürnberg) «in Regiment und führte es ins Feld. Dasselbe umfaßte 1400 Freiwillige, von denen reichlich den jüdisehen Glauben bekannten. Ein anderer Phtladelphianer Jude. Major Rosengarten, fiel in der Schlacht im Kampfe für die Union. In Amerika spielt die Religion keine solche Rolle wie in Europa, denn weder bei öffentliche» noch bei privaten Anstellungen, weder beim Eintritt in die Armee noch in rin anderes Amt, siagt man darnach, welche Religion der Betreffend« bekennt. Das religiöse Bekenntniß bildet in Amerika keine soziale Schcidungslinic oder Schranke. Verimlchle und neueste N«chr»chten. Magdedtttett, l'2 Januar. In bei heutigen nftrn Sitzung bei Reichstage» «n bit'fm Jahre kam'« wieder einmal zu elner kleinen aber recht derben Anlisemtlendeball«, ln der Stöcker, Böcke'., Pickenbach und der Antisemitismus überhanpi jehr schiecht wegkamen: ne riuhten allcsammt bittere Wahrheiten van bei. Abgeor»- »eien :!lichter und Singer hinnehme», die wie tkeulenschläge aus sie herniederstele», von denen sie sich jabald nicht erholen werden. Wie in einem Ziveitamps slogen die Hiebe von Richter zu Stöcker und zurück. AI» Sekindanien jungirteu Pickenbach, Bocket und Singer. Während Richter mehr vom AnliscmiltSinu« selbst sprach und di« Väter desselben <Bi»mork »nd -?Ucker jchars geißelte dandsich Singer inehr die Personen vor und machte u. A dir interessante Mltlheilung, daß Tr. Bocket, ehe er Antisemit geworden, Sozialdemokrat ge» wesen. Singer» Anesprüche : »Trr Antisemitismus ist der Sozialismus der dummen tterle" und »Von der Dummheit gehaßt zu «erden, ist ehrenvoll: von der Gemeinheit gehaßt zu werde«, ist denridens» wevth", werden sicherlich ״geflügelte Worte" bleiben. bU dem Sati« stmitismu« und seinen Anhängern rin dauern.«« Stigma ausprägt n. Gletwih. Ein seltene» Jubiläum feierte dieser Tag« der Stadt- - Verordneten-Vorsteher Herr Sanitätsrath Dr. Freund, Er wurde zum üb Male zum Stadioerordneten-Borsteher wiederarwählt. Di« städtischeu Behörden ehrten ihn durch Berieihung de« Ehrenbürgerrecht». Matttz, b Jan Auch hier Hai sich au» angksehenrn Bürger« der Stadt ohne Ansehen der Partei und au« den Geistliche» «Iler . Eonseistonen ei» Lomtlee zur Unterstützung der bedrängten russljcknn ' Juden arbUbet An der Spitze de» Ausruf» sind der vberdürg«- < ׳ «eifter Dr. vechsner und dt« Beigeordneten verzeichnet

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