Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 49 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/6492351-8722846-5959754--1773-5374838- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
tat lh|Mn(. M ALlNHLMMß KX) DttkßrRLß T8T «t SNitMtsHt ZOM -- ' ■' 'W---- Stttah. »hm «ab bn Mt ktt letzt» es* K*|bab mb fttofre*. von ft. föortfebm*.) - * CrfiBi »mb Bern »bet: KtH|tlfc 9((f»Ijaa(. tauli vier Arten m Hrtnrlch Seit kFvrtfttzuntz- — VNUbftl-U»W»»e». — Echutzsiätzen —WtUM-Spmtzea. (UvbrfWtztrr »achtzrns ms bteimr Wist» Ist meMvtzt^ .Wie Sie wünschen, Herr I.'. gab Rabbiaowttfth «was pikiert zur Aulwort. Er konnte nicht die Zeit erwarten, die Herr 2fts! batte, ipn ibm Antwort auf seine Frage zu geben, war in einer fieberhafte« Aufregung, d»e ihn fast aufriebe. Da verlangt« es dar Geschäft, daß Herr I. nach Hamburg reisen muße, «eil fein dortiges Hau» ein« Filiale in Bremen ernchten wollte. Seine Amoeftnheil konnte zwei Monate dauern. Rabbinowitsch wollte jedoch zuvor feine Frage beantwortet haben, und den Abend vor der Abreise that er die inhaltsschwere Frage zum zweitenmal« an seinen väterlichen Freund. Lächelnd Härte ihm dieser zu, und als er geendet, sprach er: .Ich will es machen, wie Laban und Bethuel: .Wir wollen Mirjam selbst fragen'. Eie hakten nicht nötig, lange zu warten. Miriam wollte den Bater vom Geschäft abholen und war nicht wenig erstaunt, als sie di« beiden Dünner mit verklärten Mienen auf sich zukommen sah. .Mirjam', begann Herr I, .ein braver Mann, der Dich liebt, hat um Drin« Hand geworben; ich habe die Entscheidung in Dein« Hand gelegt. Was soll uh ihm evwidern?' .Erwidere ihm', sagte sie errstead, .daß «ich fein Antrag ehre, daß ich aver nur dem meine Hand reiche, Pen ich liebe'r .Und hat Dein Herz schon den gefunden?' fragt« betrübt der Bater. .Ja, es hat ihn gelnnden', versetzte Mirjam. .Und bin ich es?' fragte mit bebender Stimme Rabbinowitfch, .denn ich habe Dich zw» Weibe begehn'. .Sie, Du— Rabbinowitfch?' .Ja, »ein Bater, ihm will ich angehären'. „Mmol tow", rief der glückliche Bater. Mirjam und Rabbinowitfch umarmten sich und lagen vor Freude »einend am Halft des Batrrs, der bald seine Tochter, bald ftineu Sohn «ffr — .Doch nun zur Mutter!' rief endlich der Bater und die dvei Glücklichen eilten nach Haus«. Rabbinowisch batte an diesem Abend des Geschäftlichen mit Herrn I. so vftl zu ordnen, daß ihm wenig Zeit für seine Braut bleck Endlich war Alles geordnet und hart um Mitternacht erschiene« die Herren im Famllienzimmer, »chelbst sie «tt Jubel empfangen wurden. Das Brautpaar wurde von den jüngeren Familienmitgliedern weidlich geneckt. da es stets versuchte, sich zu isolieren. .Was willst Dn mitgchracht habe«?' fragte Herr I. neckend seine Tochter Mirjam. - Diese besann sich knqe Zeit und sagte alsdaun: .Bringe mir das mit, was Du am geeignetsten für mich hältst, Dn toeißt es ja am besten, womit Dn »ich erfreust'. .Wie wäre «4, wenn ich —' Olttmh. ms bar Ml bet letzmn «UQram— England mb Brrnhe» von tz. Berger. XV. Dir Zeit heilt alle Wunde«, selbst dieftnigen. die in» Allgemeinen für unheilbar hält. Darum sind die- Arme» und Bedürftigen zu bedauern, die anhaltender Ätzung bedürftu. Selbst das Mitleid ermattet mit Zeit und der Quell der Gaben, die anfangs reichlich . versiegt «ft der Zeft. Auch die Baben für dft Emigranten Israels wurde« weniger and Härte» allmählich ganz ans, »ährend dft Aasweisungen fortdanerteu. Das Hans I. hwte vftl zn thna, da immer mehr mittelloft Auswanderer an ftnw Adresse ft» ReiwAork geschickt Wurden, dort anlamen und untergebracht ftin wollten. Rubbinomüsch ftnd eia reiches Feld für seine Thätigkeft N«b hatte diesen Teil des Geschäftes ganz in seine Hand mummen. In dieser Zeft »igte das Hans I. ein« Un- Ngntnützigkrit, dft wohl geaaant zu werden verdient. Ertragüge bestrderte» dft Emigranten.in das Inner« de« So» «Wents, woselbst alle ein mehr oder minder gutes Unterum fanden. Matt und müde kam er in dieser Zeit Häuft und fand nicht einmal Zeit, fein« eigenen Aufficheitrn, dft für ihn von fo weittragender Bedeutuug Waren, z» sOrder». Er härte aber auch nichts mehr von der ganzen Angelegenheit, und gab sich schon dem Gckmkrn rein Bettler zu ' ftin. Umsomehr beschäftigte .sich Herr «ft der Sache, ohne daß Raobinowftfch eine Ahniutg seiner Thätinkeft hatte, empfing er oft Berichft der und machft sogar Reis«, m Jnteresft dieser An- Seine« Anstrengungen gelang es, das Lenftiaeu ,hs insofern zu retten, als dft Gel.über lilow dft Schuld anerkanntru und dieselbe in zehn l ratenwrfte zu tilg«, bis dahin aber zn verzinse» vera. Al» Her, I. dem junge« Manne das daraus be> : Dotumaft überreichte, fiä ihm dieser w» den Hals, m»d küßte ihn und «anaft ihn seine» Bater. .Ja', siche er fort, .werden Sft in der That «ein geben Sft «rr Mirjam zur Frau. Ich liebe sie glanbe, daß anch ich ihr nicht gleichgültig bin'. .Ihre Dankbar«!t geht zu we»t', entgegnet« Herr I., " ' Sft sich, und wem» Eft ruhcher geworden und aung nicht geändert haben, wollen nur wieder da» stmche«'. .Ich wollte schon lange das entscheidende Wort an ' >tt* aber stets fürchtete ich »ich als Bettler »nd »er vor ihrer berechtigte» Frage: Was bieten tue Tochter? — Heute txtrf ich oftst Frage ruhiger, Ge- | Bewarben'. -And trotzdem bitte ich Sft, erst in drei Woche» aus jjpruftiu» iurMiiifii innen«. IT -