Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 48 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 4)
- Language
- German
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vertraue» wiCL Ich selbst will dem Kranke» helfe». T- Mit!el Hab« ich gesunden. ESperanza: Du wille» wogen, Ae«? So leicht willst Du auf» Spiel Dein Leben setzen? Wo ist der M ische der e» Dir glaube» wird, daß ei» Jude da- Haupt der Christenheit errette» will? Selbst wenn es Deiner Kunst gelinge» sollt«, wird man im Vatikan wohl sich hüten, einem Juden dafür Dank zu »ollen. Du hüllest nur Neid und Haß bei den großen Gelehrten augefacht und Deine redlichen Absichten wird man al» Anmaßung bezeichnen. Eo würde allgemein nur heißen. Du wärest der Christenbeit zu nahe getreten. Mein theurrr Gatte, denke nicht daran. Dein Leben nicht allein wäre auf dem Spiele, auch ta* Leben Deines Weibes und Deine» Bolle», all der Nnglücklichen, die in unser« abgeschlossenen Ghetto Aufnahme gesunden. Gleichviel ob Dir die Kunst gelingt, ob nicht, unser Leben »üre bedroht. Arm: Nicht unüberlegt gehe ich an'» Werk. Es wird, <» muß gelingen, ESperanza, und dann wird auch Linderung »erden meinen verfolgten Brüdern. Da» Leiden de» hohen Kranken greift in meine Seele. Der Todeshauch dringt schon aus der Blume, die sich nach de» Glanz der Sonne noch einmal sehnt; doch da VerwesnnMäftr in ihr zähen, muß sie bald ganz verdorren. Die Mntter Erde bat noch «»endlich viele unerforschte Kräfte. Eine einzige solche Kraft zu erforschen war ich bestrebt. Ich will an'» Werk gehen auf Grund unzähliger Shmptone, die ich in stiller Abge» schieden heit beobachtet und auf» genaueste verfolgt habe, auf Grund wissenschaftlicher Forschung in den ewigen Gesetzen der Ratnr. ESperanza. Woher kennst Du dir Krankheit de» Papste» so genau? Arm. Mein Sürdftnsrennd Pater Lorenzo bringt mir sehr häufig Nachrichten au» de« Vatikan über den Zustand de» hohen Patienten. Vierte See»«. Ella« (erscheint t« $i»lttgnuUc, Ke», de, fitz« tzemertr. l» ihm eutgegm.) Dem (leist): Ist «ein Sohn am Leben? Lttau: Marco lebt. Ihr werdet ihn Wiedersehen. ESperanza: (sich hMmdraugeutz) Er lebt er lebt. Wie danke ich Dir Vater im Himmel für die Rettung meine» Sohn«-. Run ist mein schwerste» Leid vorüber. Eia guter Engel hat ihn geschützt, ein guter Engel wird uu» auch ftrner hüte«. He« (ttUan Mc drücke»»): Für diese ftohe Botschaft. Ei kan, trete ich in Deine Schuld. Du kannst auf meinen Dank und Gegendienst immer rechnen. Nunmehr erzähle Ella», wie und wo Du meine» Marco gefunden und wo er jetzt sich aufhält. Eltau: «l» Ihr. Do» Isaak, mir de» Auftrag gäbet. Sure» Sohn autzasuchen. beschloß ich ftst bei mir, koste e» auch mm» Leben, ich muß um jede« Prei» ih» finde». Ich müchtr lieber schweigen, wir "ich den Weg nach Saragossa traf. Ich drängte mich, al» Münch verkleidet, nach jenem Ort; denn nur ans diese Weise konnte ich meine» Lebe»» sicher sei». Jammer, Noch und Berzweifluqg herrsche» ans alle» Wegen, wo «ine» Jude» Spur sich zeigt. Vertrieben von ihre« Heimatorte in Spanien, wo sie in Ehre» und Neichchu« Jahchrnderte gelebt, treibe« sie jetzt trostlos wie ei» verfolgtes Wild umher; nur Seufzer und Verzweiflung«- ruft st»d ans ihre« Lippen; unaufhaltsam timen die Thräaen von den bleiche« Wange». Ach, ersparet mir die Schilderung de» unftligen Jammer» und der Roth, denen ich begegnete, uud wehe, jener grauenvolle» Seeaea de» Morden» uad de» Brenneu«, die an unftven unschuldige» Brüdern verübt wurde». ' Sem: O «ein unglückselige» Voll! — ((an: Rnr wem die nüchlliche» Stürme raste», (tt ich meinen Weg ftxtzufttze»; dem wie dft Schlmge mu unucuiu, i«| m vctKnxRvnfni j er» Verbrechen giebt er jetzt, «ich Jude , ich «ach Toledo, wo Euer Sohu an b« Zifftuschaft in vollen Züge» zu schlürf«. so w^ich fW# von irgwd einem: »Minen Stamm in mir witternd, »oQfc. Kein grüße re» Verl zu sein. --- So ftn» ' Hobe» Schul« dft Wifftuschas pflegte. K fern: Wie fandet Ihr Toledo? 17 lkau: Alle» wo« Araber «ad Juden Hmnstche» geschafft«, r» liegt bereits in Trümmern, verbrannt' sind dft schönsten Häuser, die Denkmäler zertrümmert. Synagoge und wa» sonst schwere Arbeit, Kunst und Airiß durch Jahrhunderte geschaffen, sind vermchtrt. Der Aradhof selbst, wo unsere Ahnen bestattet wurde«, ist verheert. Die Todstngebei« wurden a«S de» Gräbern gerissen und geschändet and an» lockt von dem Geruch«, frischer Leiche«, kommen de» AtaiPS Hyäne« und Schakale aus den Wäldern um ihr lüsternes : Mahl zu halten. ESperanza: Haltet kn« mit Eurer Schilderung. Me'4 gräßlich flingt, sagt, wo fandet Ihr meine» Sohn? El kan: An die Spitz« einer Schaar kampft-m» lsiger Jünslingr war Marc» getreten. Er verließ mit seinem Freund« Fernando dft hohe Schule zu Toledo. Sftsammel—^ tea dft jungen Flüchtlirgze; doch kau« war e« mö^ich, mehr als SO zusammeiyubrmgea. An einem schroffe« Adhange der Pyrenäen, der schwer zugänglich ist und nur verborgene Wege durch Wald und FelftnschÜche in dft Tholkeffel rtaber« führt, dort war ihr Sch. Wie bit Adler, dft ans hohe» Felsen horsten, schärft Blicke weithin schweift« laste», um aus Thftm und Mensche« lorzystüqea, dft da» Lebe» chrm Junge» bedrohen: so thaten et Marco uud Fernando, und dft junge Sch mr der Verschworenen, zum Schutze der Mt» triebeneu, verfolgten, wehrlosen Jaden, (Fortsetzung folgt.) — Im Amentlr«. (Cnriosum.) Dr. Tftrtel, ein er «Ä<iä wrnh jnngrr Geistlicher uud Mediciner. verlangt 10000 Dvllür Schadenersatz in einem Procefft »egen zwei Mitglieder BerwaltuugSratbe» der .Gesellschaft zur Bekehr, Juden', Lx^irzdiakon L. Llli» Steven» vva der bi protestantischen DISceft Lang Irland und Pastor A. Mats»» von RoSlya. Der Kläger, welcher vom J»d zu« Christenthn« »vertrat, behanptet, daß er von gegeben änderung keine gftichzeitig« .inner« TmnSformati»«'' fahre« habe. — (Da» kommt davon l) *»*•«-*#**■. 8«s C. i» B. »um Ma Prophet» Du «lr mimit. Dir Mcht Der ßcher Är mcht uuredmut. llvtz HOU dem «»V «tu Zetche, «reuuft. &• »trtz et» »tfw, nttefmUt, Bot Dft»«» wftjft» mwf ersteh'» De« »ft Del» sterblich nutz' Luch»» styk «t» getcheu « — «M Hstnmel ertzttckst O» tau: B D» aumf* t» akm Spmch' imanwB Well mr tzebrüllch «* nicht tauun. 5^5- MfUty*”* Mr r» » L jjtf Jm »».»), Gmt. n. *J qvt-sych! rp (*••); m sM L- He.M. »»hm««. Me>mtn«y. Ven»: «en»l, ch^nhuQrüWe ».S. «nG.MchDBnez^sj^