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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 47 (1891) · p. Seite 184

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
47 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 184 (sequence 4)
Language
German
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chm . , . „ Sie fätrffl gewest», wie Sie sich selbst auSdrücktrir. alle Juden todtzusthlagen. So sagen Sie nur selber, ist drr.^ ein Jude? Rrinl Ist der einThr ist? Auch nein! Go sind Me, dt« gleich ihm handeln, w««r Juden noch Christen. Es giebt keine speziell jüdische» und auch keine speziell christlichen Sünden, eS gicbt nvr Sünden, und so rust ich mit meinem Psalmisten: ,O mögen diese Sünden von der Erde vertitgt werden!" .... » « „Unme> etwa» gegen mich hat, steht es ihm frei, sich gegen Gericht zu beschweren. Mau kennt mich als dinen Ehrenmann!' „Dort aber, woBelcge für daS Gericht sthsta"— eftögegnete der Vater, „da muh man an eine andere Instanz appelliren!" „Uud wer ist diest?" „Da- Gewissen, dawohl auch in Ihrer Brust Sitz und Stimme hat. Diest hnndertfünszig Gulden ruinireu einen armen Familienvater.^ ,Lch fordere, was mir zukommt!" beharrte der stein, herzige Mann. „Ich habe meinen Wechsel und weiter haben wir darüber nicht zu sprechen!" „Und der Chillol Huohem?"*) rückte der Vater end» lich heraus, „gilt denn dabei Ihnen garnichts? Wissen Sie auch, daß Sie durch diese Grausamkeit den schmählichsten Chillnl Huchem begehen?" „Cbll . . . Chil . . . Chil . . ." , machte er die äußerste Anstrengung, das Wort nachzusagen. „Was ist denn dieses Wort: chinesisch, türkisch oder tartarisch? In meine» Wörterbuche steht es nicht!" „Aber stellen Sie sich nur nicht so, jeder Jude weiß, was Ohillnl Huschern ist"' „Jeder Jude, und was folgt daraus?" „Daß auch Sie es versieben, denn auch Sie sind Jubel" Da platzte er auf einmal in ein wahnsinnige» Gelächter au-: „$a, ha, ha! da» ist aber köstlich!" Lr hielt sich mit beiden Händen die Seiten und fuhr fort in so heftigen Lachstöhen, daß chm da- Wasser aus den Augen floß. „Aber lachen Sie nicht so!" rief ihm der Vater ärgerlich zn. „Ich werde den Rabbiner veranlassen, daß er Sie nach Gebühr in der Gemeinde behandle!" „Das ist ja die höchste Komik!" stieß er unter Lache» hervor; „ der Mann meint allen Ernste-, daß ich «in Jude bin . . . Pah, danke für die Ehre! Zum Glück gehörten mein« Ur» und Ururahnen nichr jenem Volke von Gaunern, von Banditen und Blutsaugern an, di« unfern Heiland gekreuzigt. — So schauen Sie doch einmal hin!'' Und dabei zeigte er auf einige Heiligenbilder, mit denen die Wände geschmückt waren. „Wie kommen Sie nur auf die tolle Id«, mich uim Juden zu machen?" Die Enttäuschung der beideu Männer mag sich Jeder wohl leicht vorstellen — der Nachbar sperrte vor Ueber» raschung weit den Mund auf, ohne nur «in Wort hervor» bringen zu können. „Also gegen einen Christen handeln Sie so?" st «rin Vater, der sich bald von seiner Ueberraschung erhol „Und wo bleibt da die Nächstenliebe?" Nächstenliebe?" wiederholte er in 'wegwerfendem Ton. „Geichäst kennt keine Nächstenliebe!" „Und wa» wird geschehen", stagt« ihn mein Vater, „wenn Sie Ihre Forderung beeiden müssen?" . lächelte er, „ich bin jeden Augenblick dazu bereit!" „Bei dem Mann« ist es schade um jedes Wort", sagte der Älter, „der scheut auch vor keinem falschen Eide zurück." Und gleichzeitig di« vierhundert Gulden aus seiner Brust» lasche hervorholend, fügt« er hinzu, indem er diese ihm übergab, „hier haben Sie da» Geld, bitte um den Wechsel!" Die Augen des habgierigen Wucherers leuchteten beim Anblick de- Geld«- freudig auf. „Mit diesem Herrn ließe sich ja weiter arbeiten!" rief er mit stoher Stimme, ind.m er hastig nach dem Geld« griff und darauf den Wechsel hervorkrainle, den er dem Vater ouSfolgte; .da habe ich ja,"fuhr er währenddessen in munterem Ton« jort, „da habe ich ganz brave Leute vor mir!" „Aber von Ihnen läßt sich daS nicht behaupten" warf ihn, der Bat« mit verächtlichem Tone zu, indem « den Nachbar, der noch ganz verblüfft dafaß, bei d« Hand faßte und mit chm da» Hau» des Wucherers »«ließ. ragte iolte. Seit je»« Zeit war «nstr Nachbar von seinem J«dea» Haffe gründlich geheilt. Ich w,ll zwar nicht behaupten, daß « später laut« ideale Menschen unt« uns«n Glaubensgenossen gefunden hat, aber « brachte die schlechten Menschen, wenn solche auf seinem Lebenswege chm begegnet sind, nie mehr in Zusammenhang mit ch«m. Volke und ihr« Religion « verabscheute sie eben nur als schlechte Menschen und . nicht weiter; auch war « seit jener Zeit tolerant und nachsichtig und klagte nur di« Ursachen an. die alle Untugenden a in dem Menschen erzeugen. Kam man einmal auf grohe und freie Gesmnung zu sprechen, dann citirte « immer im Namen des Bat«» den Ausspruch de- Talmud, daß die Sünde« von d« Erde vertllgt werde» — ab« nicht die Sünd«! Sein Töchterchen jedoch, die herzige Muschu, die seit je»« Zeit mit ihren Eltern unsere täglichen Gäste untren, ließ sich davon nicht abbrinaeu, daß unt« allen ihren B«. wandten ihr d« jüdische Wujnu n»d die jüdische Eoai»; di« liebsten sind, und daß mit dem jüdische« Lebkuchen' kein christlicher sich vergleichen könne — die Kleine war wirklich ganz „verjudet". Allerlei ftr de« gs»«Uie«tisch. Die «er Oper» Metzerteer'». »«ich» Im .Figaro" beleuchtet CarM ilarrour- Mt Roll». Meyer«« in der sranzdsischen Oper geipielt habe und kntipst an Hetne'fch« Bort an: „Wenn Meyerbeer todt sein wird, mr m dann mit seinem Ruh» beschäftigen?" Der Ruhm Wryerberr'« lein« Pfleg«, so mtim Larcour«, « wird ohne dieselbe «eiterlrt», gleich dem van fltlml und Beethoven. D« vierst »ft der .Hugenotten", die Domscenr de« .Propheten', oder da« grohe Duett im Mtrtoi Wft der .Afritanerin" find Sunftschdpfungen, die man nach hundort gahrv» 7.. so sehr bewundern wird, wie heute.. Di« »rftaussithrnng *•» Reyerbeer « .Rodert der Teuftl" dtldet bekanntlich den »eburt»,gkl diest» Ruhme«. Seit dieftr «uffShruna ist der Rodert in der pariser Opet 738 Mal, dir Hugenotten 876 Mal, der Prophet 468 Mal und Mr »frUnnerln 449 Mal gegeben worben. Man hat als» dies« »ftr Opern Meyerbeer'» 3881 Mai in Port« anftrftlhri m» darf die durch.;j sie erzielten Einnahmen ans dreißig Millionen Krane« auschlagrn. ' SLa. 11 ■ - et 1. A»eisprchchi^ft» ^st»perät-sek Wie von Irsajah der Sabbach wird genannt, Ist umgekehrt «in« Seestadt «ohibekannt. Ke-rLtsche» ^prs^e»rtthfek. 1 «in Bafferthi«. 1 3 Sin biblisch« Miinnernaw«. 13 3 «in stiebende« Baff«, 1 3 3 4 Ein« schdne »ulficht. A«fiSs»n, A«hs»1 in »<». |hr; i. m, «ihi, »io» bieta, riaa Sirito, Sibirien. »e antworU.Rebaftrur: Dr. R.R» hm« r.Druck: Bendtz»Hnhn(fr»h«»tz. «riss», «agdrbur^ «erlag: Robe« Krs«

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