Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 47 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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$cinti*fl«gttai so« 8r. ». Aetzmer ln Angdeburg. Jit |xtrr|ittxx| ul Krtrtzniß str lir isnMische jnritit . , SiNckh. Staon» nl kn Zeit der letzt« »nssenaulwilsnn«n nutz «ntzland und Preutzen. von H. Veraer. (Farifttz«"«-) — vullü!! Sünder NN» Sünden. 8m Rat»«n Sa»M«ltz. — (SÜffuß.j — Allerlei iür den Familientisch. Die »irr Opern vT^ «ei-erberr'». - Nüthsel-Anfgabrn. — «arhsel.LLsnn^n. iUntzetzqter «nchprnek an» diese» «lem ist nmrrtem :■ Sittah. Mmmb in» »er Mt Kt letzten «Offenen««eilen,en in« m|Ih» ne» frrntra. 1»] Von H. Berger. XUl. - Die größte Hitze de« Sommer» ist vorüber vnd die elegant« Welt sucht Stärkung in den salzigen Fluten de» Meere». Wenn die Saison der Sommerfrischen zu Ende ist, beginnt diejenige der Seebäder und rin großer Menschen. Ltoom wandert hinaus zu den Gestaden de» Meere», um die Kräftigenden Bäder zu genießen. Wer e« möglich machen ^Knn, jede» Jahr auch nur einen Monat am Ufer de« Meere» verbringen und die stärkende Wirkung seiner Fluten l.. genießen zu können, der sollte nie versäumen, sich diesen 1 Genuß zu verschaffen, «n Körper und Geist geträftigt wird er in die Heimat zurückkeh,en. — Die Saison zu Norderney hatte ihren Höhepunkt erreicht und die sassionadle Welt gab sich dort ihr dieiidez-vvn«. Biele Berliner und Hamburger Familien waren m den letzten Tagen auoekonnnen. Unter den Angekommenen befanden sich viel« Juden und sogar, wie die Tochter de» Herrn Professor« T. zu ihrer Mama sagte: „Juden, direct au« Jerusalem mportirt." Sie meinte damit eine Familie, die der Schönt ihrer Angehörigen halber Auffrhen erregt hatte. E« war eine Dame mit ihren Kindern und deren j ^Wouvernante, die durch ihr Erscheinen und dadurch daß sie I vom jüdischen Restaurant verpflegt wurde, da» Auffehen 1 erregt hatte. Di« Dame ist eine Schönheit, ebenso die Gouvernante, und die Kinder in ihrer kleidsamen Tracht 'erregten mit ihren Engelköpftn die Bewunderung der Kur iteste Spielraum. Besondere« Jntereffe erregte die Gouvernante, deren rchaeistigte«, ideal schöne» Gesicht, deren schlanke, herrlich« Gestalt an die Märchen de» Orient« erinnerte. Me ging selten allein an». In ihrer Begleitung befand sich stet« ei» Knabe, dessen Schönheit der ihrigen nicht nachstand. Auch hrnte haben die Beiden ihren gemeinschaftlichen ziergang zusammen ausgenommen und di« herrliche ur, da«' brausende Meer boten Stoff genug zur Untrr- «ng. „Sieh dort, liebe Sittah," sagte der Knabe, .siehst Du »rt da« weiße Segel? Ist da« eia Schiff, welche« »ach kmerika fährt? „Rein, mein Kind," erwiderte Sittah, .die Schiffe, die Amerika fahren, sind'viel größer; ihr Weg führt auch hier vorbei." .Fahren die Schiffe denn immer denselben Weg? Und können sie denn den aus dem werten Meere stet« >7" .Ja. die Dampfschiffe fahren fast immer denselben Weg. Mit dem Eompaß ist e» ihnen möglich, stet» denselben Weg zu finden." .Ja, wie machen sie denn da«?" „Wenn Du erst älter und größer bist, werde ich Dir da« auch erflären; jetzt kannst Du da« doch noch nicht verstehen." .Möchtest Du nicht auch einmal aus einem solchen Schifft fahren?" /«erne, und Du?" „0, e« muß herrlich sein, die Welt durchreisen zu können: weißt Du, wa» ich werden will?" .Run?" .Reiftndrr will ich w.'rdea, die ganze Gelt durchreisen, alle«, alle» sehen." .Da« kann ich Dir nicht verdenken. Gotte« Gelt ist so groß und so schön, daß man nie fertig werden kann, dieselbr zu studiren und stet« neue Wunder rn ihr entdeckt." Da» lebhafte Auge de« Knaben blickte sinnend in di« Ferne. Plv^ich wandte er sich an seine Bereitenn. und sagte: .Weißt Du Sittah. ich möchte gerne recht viel lerne«, daß ich alle» weiß, wa« der Mensch nur wissen kann." .Da« ist brav; fti nur recht fleißig und aufmrrffam und Du wirst eia tüchtiger Junge werden." Sie wandert«» am Strande dahin. Der Knabe la« Muscheln auf, welche da« Meer an da« Uftr wirft; und sein« Begleiterin setzte sich in den Sand. Kau« hatte der Knabe da» bemerkt, stürzte er auf sie zu, umschlang sie und rief: .Ei, ei, jetzt aber rin Märchen von der Meerfrau." „Gerne erzähle ich e« Dir; Du mußt jedoch nicht so wlld sein." Sie fing nun an, zu erzählen und merkte nicht, daß schon seit einiger Zeit ein junger Mann sie beobachtete,' näher kam und chrer Erzählung zuhörtr. Al« die schöne Erzählerin geendet, rief eine Stimm« intet ihr .Bravo, da» war schön, nicht wahr, mein unge?" ,O, wie schön war e<!' ries der Knabe begeistert; .so schön wie Sittah weiß auch Niemand zu erzählen. .Sie entschuldigen, »ein Fräulein," fuhr der Fremd« sich galant verbeugend fort, .daß ich ungesehen Ihr hübsche« Märchen mit anhörtt. Sie haben übrigen« Talent zum Erzählen." .Da« möchte ich bezweiftln," erwiederte Sittah. sich zu dem Knaben wendend. .Gestatten Sie, daß ich mich Ihnen vorstellr," fuhr der Fremd« fort. „Mein Name ist Dr. Mai; Norden,, Schriftsteller au« Hamburg." .Ich muß Ihnen gegenüber unartig sein; ich kann Ihne» «einen Namen nicht nennen." .Gestatten Sie mir. Sie Fräulein Sittah zu nennen, wie e« der Klein« vorhin auch gethaa." J>