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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 46 (1891) · p. Seite 180

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
46 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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gehabt, wahrhaftig kb hät« unter den Jude» eiu Blutbad augerichtet. Was half mir »der «ein Tobe» und Wettern? Ich war nicht einmal in der Lage, die hundert Gulden p bezahlen, geschweige die zweihunderrfünklg, ich muß« mich deuten und nach einigen vergeblichen Widerreden in aller Demuth um ein« Frist»rslrrckuug von sechs Monaten bitten. Er willigte ein. aber bst Schraube machte die-mal einen Auch dag cd mir den Lthem nahm. Ich mußte ihm ein Arrept über die Summe von vierhundert Golden ausstellen und erhielt dafür meine frül>eren Accepte zurück. Heute, er ist gerade acht Tage vor dem Termin, erhalte ich von ihm ein Schreiben» in welchem er mit aller Entschiedenheit darauf beharrt,. daß ich ihm die Gesammtsumme von vierhundect Gulden bezahle, sonst Nage er seine Wechsel ein. Ganz bestimmt wird er seine Drohung ausführen, und ist das der Fall, dann werde ich auS dem Amt« gejagt und mir bleibt «in anderer Ausweg, als mit meiner Famui« zum Bettelstab zu greifen." »Rein, eS giebt noch einen andern AuSweg", wendete mein Bater ein. .Und welcher denn!" .Daß ich Sie nicht zu Grunde gehen lasst!" .Sie wollen uns wirklich helfen?• rief der Nachbar und ,'eiar Frau auS, die voll Dankbarkeit feine Hände ergriffen. .Wodurch haben wir da» bei Ihnen verdient?' .Einzig dadurch» weil Sir Menschen sind und e» die Pp'cht eine« Irden ist» dem Rebenmenjchen in der Roch bwzustehen!" .Sie sind der edelste Mensch, der mir je im Leben be- ^gnc*!" betheuerte der Nachbar. . .fi: .Wie gesagt", nahm der Bater wieder auf, .Sie sollen MSer allen Umständen Ihren Wechsel bald wieder in Hände» n» «ad wa« die hundertfünfzig Gulden betrifft, um d« Wucherer Sie betrogen hat, hoffe ich, ihm dieselben dem Rachen zu iagen. Ich selber will mit Ihnen ^"morgen in die Hauptstadt reisen, und als Jude werde ich ihm so lang« in» Gewissen reden, bis er von dieser Forderung avstehen wird, und sollte mir selbst das nicht gickmaen, dann nehme ich den Einfluß de» dortigen Rabbiner» zu Hilst, dem er gewiß nicht widerstehen wird ." .Daran glaube ich kaum", versetzte der Nachbar. .Und warum nicht? .Weil «ein Geldmann der fortschrittliche» Richtung ant, in dem er wie unser einer sich trägt und auf einen o, wie ich glaube» dürste der Rabbiner gar keinen Eiohaben." .Da» hat gar nicht» zu sagen» im Uebrigv» werde ich - ihn zu eine« Schwur zwingen und vor einem Meineid wird er sich gewiß in Acht nichmen. Inzwischen kam di« kleine Muschu herein und al» sie Eltern mit aieinem Bater zusammen sah, blieb sie ganz iwerrascht auf der Schwelle stehen. Eine Weile prüfte sie mit ihren klugen Augen die um den Tisch» worauf sie lustig zu ihren Eltern ab. Über jetzt, Papa", jauchzte sie, .bist Du nicht'mehr wir früher, und auch Du nicht, Mama!" . btn, mein Herzenskind, da» hast Du aber unser« und edlen Nachbar zu verdanken!" »Hab'S ja bald gewußt", jubelte die Kleine, .hab'S ja bald gewußt, daß der Wujniu Niemand traurig stin läßt» er hat ja auch zu mir so gut und lieb gesprochen, daß ich rasch di« Traurigkeit verloren habe." ^ast «echt» Kindchen", stimm« er »u, .dieser Wujniu 'JStftn* ^UtfT Bn*> wujniu. — Du sollst ihm die Hand .Und warn» nicht auch den Mund?" .Natürlich auch den Mund." Da» liebliche Kind setz« sich meine» Bater auf den und schlang beide Aermchen um seinen Hal». «Hw* iflj fC^0B wiÄw oet Tmm mnt outtCk — fltflpc 009t r JSo viel Dir nur lieb ist» Kind." Die Kleine war ganz glücklich darüber. (Schluß folgt.) Begrlffäverwirrnng, »r Täuschung, Irrung —, schaut «a» bti Euch Wahr g»» «ul sei»« Lchmltzer. Bau I Herzberg-Bromberg. Ueberaä UEdkNtÜ HBF Nirgend» schaut «na» 'bei Euch "Wahrheit, Nirgend« Offenheit und Klarheit — Euren Nächst« frech begeifern Nennt Ihr — für de» Elauben eifern; Ihn durch Schimpf und Schmach betrübe». Neu»« Ihr — Nächstenliebe übe»! Hah und Feindschaft stetig schüre», Neun» Ihr — Sotteällmpse führen. Nrunet — Lügennetze »ehe» ««et« der Wahrheit Ehr« geben! Nahe Leidenschaft belebe». Renn« Ihr - volkäbewnsttsei» heb«, U«b »er Zmietrach« Same» lege», Nennet — .deutsche >«" Ihr pflegen! Inf de« Nüchsten Sturz nur stnue», Nenne« Ihr - ein fromm Beginne», Ihn mit Weib und Kind oersäge» Nennt Ihr — Lieb' im Herzt» trage»! Iber Lug ist Eure Eifer, Selbst bqchmutzt Euch Euer »eiftr, Hahn ist Eure Nächstenliebe, Dt« nur zeitig« rohr Triebe. Euer srSmmelude« Belehren Ist nur schnödes Frieden stören. Euer Mahnen, Euer Sarnen — Hiaterlistlge« Umgarne»! Unter salbaagdvolle« Blick« Berget Ihr nur List und Tücke, Und mit fromm gefalt'nen Händen Sicht man Euch di« Unsthnld schänden l Hähne« nur, «erlenmdet, hetze«, En« gilt'ge» Waffe» »etzetl Eurem Trugmert nur rrrtrauet. Aus de» Unverstand nur baue«! Die Brrnnnft wird endlich siege« Und der blinde Wahn «erstiege»; Dt« Ihr in den Kampf getrieben, Werde» selber Euch zerstiebe», — Die Ihr sucht, durch Lug zu blenden. Werde» gegen lduh sich »«de»,- Denn erstrahlen wirb dt« Wahrheit Endlich in gar lichter Klarheit. Dl« Gerechtigkeit wird sieg« Und die Booheit nuterlieg«! Juda'« Kraft wird sich vermehr« Und fich immerfon bewähmn! Und sei« Hort im Laus der Zeiten Wird e« fernerhin begleit«! — .Sott Verlässe» Inda »Ich«!" Dal ist «■?« Zuversicht!- KLthsel - I. Z>reisPr«Mg«ü ^SUpttärätßsler. 1 französische« Binde» und Umstandswort, 1 ü lateinische» Fürwort, IM Land in Aste». wort, d«- ober Fürwort, PuASftmder Aitttzfrl « »sr. Pr. L €m«, mem. II. 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