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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 41 (1891) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
41 (1891)
Date
1891-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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»Laste« Sft uns für ihn 6e«n." Er faltet« feine Hände und sandte sein Gebet vor Gotte- Thron, wo e» Genesung für den fremden, kranken Bettler erflehte. Der Bolksmund sagt, daß drei Gebete im Lebe« eine« jeden Menschen Erhörung und sofortige Erfüllung fänden. Wenn diese« der Fall ist, wenn der Bolksmund darin Recht hat, so war da« Gebet de« Arzte« eine« von diese Gebeten, denn kaum hatte der Arzt da» Wort .Amen' gesprochen, da schlug der Kranke die Augen auf, und zum ersten male kehrte da- Bewußtsein wieder." .Wo bin ich? Sind die Wölfe fort?" fragte er matt. .Verhalten Sie sich ruhig. Sie sind wohl geborgen" erwiederte der Arzt, glüklich lächelnd. Sie sind sehr trank utid dürft« kein Wort reden, bis ich Ihnen die Erlaubniß dar» gebe. Wenn Sie sich ruhig verhalten, wird diesebald geschehen.' Rabbinowitsch schloß die Augen: er hörte kaum, wader Arzt sagte und verstand nicht, was er hörte. — Wieder waren acht Tage verfiost'en, ohne daß das Befinden des Kranken sich gebessert hätte. Tie Krantheit nahm einen schleichenden Verlauf, der dem Arzt, der ja am zehnten Tage wieder erschien, garnicht gefiel. Das Fieber wollte nicht weichen und fthrte jeden Abend wieder. Rabbinowisch fühlte sich zum Sterben elend. Gerne hätte er seiner Sittich einige Worte geschrieben, aber das Verbot des Arztes dft strenge Aussicht, in der er sich befand, hinderte chn daran. Er zermarterte sein Gehirn, ohne daß er sich besinnen konnte, wo er sich befinde und auf welche Weift er hierher gekommen war. Dadurch wurde natürlich der Gang der Genesung verzögert, und erst nach vier Wochen erzählte ihm der Gutsbesitzer, wie und wo er ihn gesunde»« und wo er sich befinde. Nach sechs Wochen erhielt er vom Arzte die Erlaubniß, täglich eine Stunde außerhalb de« Bette« zubringen zu dürfen. Jetzt erst kain Rabbinowitsch in Eonflikt mit dem Arzte. Seither hatte er ausschließlich Milch gettunftn und nun sollte er anfangen auch feste Nahrung, Fleisch rc. zu genießen. Er weigerte sich beharrlich und bat seinen menschenfreundlichen Pfleger, rhn zu entlassen, da seine Lieben, dft ohne Nachricht seien, sich jedenfalls sehr ängstigen würden. Dieser wollte jedoch nichtdavon hören, ehe die Genesulig vollkommen wäre und sagte, er solle seinen Elften schreiben .Meine Elften habe ich seit meiner Kindheit verloren", erwieder:e Rabbinowitsch; .um mich ängstigt sich meine Braut und deren Eltern." .Ei, so schreiben Sie doch an dftse' erwftderft der Menschenfreund. .Ich weiß nicht, ob mein Brief dftftlben noch treffen würde, versetzte Rabdinowüsch traurig. Sie gehören zu den unglücklichen Ausgewiesenen; ich glaube wohl, daß dieselben P. schon verlosten haben, und ich weiß nicht, wohin sie sich gewendet." .P .. — P... — da diente ja Kvrt und Erich; da habe ich einen lieben Freund, der mir lieber ist als mir ein Bruder wäre." .Es ist der Rabbiner der dortigen Gemeinde Eliah Gunter; ftnnen Sft denselben vielleicht?" .Ob ich ihn kenne; Er ist mein gelftbftr Lehrer und väterlicher Freund; seine Tochftr Sittah ist meine Braut; er und die Seinigen sind unter den AuSgewieftnen; wer weiß, wo dftftlben jetzt sind!" .Da« »ollen wir bald erfahren. Der Polizeipräsident in P. ist ein Jugendfreund von mir, ich will sofort an denselben schreiben und um Auskunft lütten." Gesagt, gethan. Dft Antwort ließ auch nicht lange auf sich warten. Nach fünf Tagen kam ein Brief be» Präsidenten, der ihm mittheilte, der Rabbiner und seine Frau seien an einem Tage kurz vor Ablauf der ihnen bewilligten Frist gestorben, dft Tochter habe dft Stadt verlosten, ohne baß «an deren jetzige« Aufenthalt erfahren könnte. Nachlaß habe der erste Tultu«vorsteher, jpetr Marx, zu nen, bet auch vielleicht über den Verbleib der Tochter schluß gebe« könne. Als Rabbinowitsch dieft Trauernachricht bedeckte er sein Haupt und sagte: Bornoli «Hu» Dam» bedeckten ftine Hände sein Gesicht und er weil bitterlich. _ (Fortsetzung folgt.) vernon Allerlei fit de» Ka«ttie«tifch. 0/ Alte Liebe rostet nicht. Eine interestanft Trauung hat am 20. Sepftmber der Synagoge zu TemeSvar ftattgefunden.. Der Bräutiac war der angesehene Kronstädftr Kaufmann und Präsident der dortigen i«raelitifchen Reliaionsgemeinde Löbl Aronsoha, ein 78 Jahre alter Mann, die Braut Frau Wittwe Katharina' Markbreiter au« Graz, 84 Jahre alt. Der Lftbesroma», welcher jetzt durch die Trauug des zusammen 142 Jahre alftn Brautpaares seinen Abschluß fand, begann vor 47 Jahren. Damals bereit» waren die beiden verlobt. Zwei Tage vor der Trauung kam e« jedoch zwischen ihnen zu einem Konflikte,? der Bräutigam zog in dft Ferne und alsbald war dft Braut ' die Frau eine* Andern. Auch Aronsohn führft eine Andere heim; doch blieben beide Ehen kinderlos. Bor zwei Jahre», f wurde er Wittwer, sie Wittwe. Sie ttaftn sich in GleichenoerG.. * und die alte Liebe lebte in ihnen wieder auf. In TemeSvch^ in demselben Zimmer, wo einst dft Wiege der Braut gü« standen, fand unlängst die Verlobung statt, der nunmehr “ auch die Trauung gefolgt ist. , -«S»i L Aattsch« -Logo-risty. »an C. in & Sa» auf be» tlzaren «ttcht'ge» Villen Die Juden thun, gejagt. gehLt, Da» wolle Gon an uni erfüllen, «enn »wet der Zeichen sind versetzt. II. Aebräisches MSrterrLtßset. »on A. K. in London. nein Bort verkündet Dir Vergebung Deiner Sünden. Kannst auch et» Ovsrrthier Darin verborgt» finde». All. Aesträifch« W-rl-rrätßser Bon A. K. in London Stehst ein 1 Du darin »engstigt e» da» Her,: Stellst dafür ein H D» hin, Kühlst Du e» mit Schwer, de» Uitttzf»!* i» »et. Mt. 1 Cm. ftm. 3«-h - Nrnlatzr 'HL » » Gesetz, m Candan, u «»de», i «anaa», ««ft. 9 m «hn. Bord», m *•««, . V Cchawmat. w «la. » «eratz, m Gtieser, «* «NW». «nanimortl.<tttt*rttui: Dr.«.»ad«er.»»4deduk» Drwk:««»di, AH»hn(srüh»rD.S.«chfft, .... ■ ' '

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