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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 38 (1891) · p. Seite 150

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
38 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 150 (sequence 4)
Language
German
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ehuna im und zu« Judenthume liegt im Argen und »eun i/.tt jede Mutter, die wie Rebekka für hpS Seelenheil ihreindes fürchtet, wie diese ihr Kind dahin senden würde, wo crwaudtt, d. h. GeisttSverwaodtt wohnen, die der Lehre MoseS treu geblieben sind, würde schon sehr viel gewonnen sei»." .Gegen Zwei kann Einer schlecht streiten. Ihr habt beide gut rede», denn cs ist leichter tadeln als besser machen, «renn Ihr erst Kinder erzogen habt, so werdet Ihr erfahren, iß sich in der Praxis Vieles anders macht, als in der Theorie. — Tech was giebt's?" Letzte Frage galt dem Buckligen, der die Thüre geöffnet und mit allen Zeichen der Erregung hereingetreten war. .Draußen ist der .Schnorrer", der Rabbinowitsch — verzeihen Sie, Herrn Rabbinowitsch — sprechen will." .Woher weiß man denn, daß Herr Rabbinowitsch hier ist'?" fragte der Freund. .Ich weiß es nicht, frage der Herr selber." .Lasse chn einttettn." Der Bucklige öffnete die Thür und der .Schnorer" ttat rin. Der Einttetrnde war ein Mann von fünf und vierzig fahren, von hoher, etwas gebückter Gestalt, und gutmüthigen Gesichtszügen. Seine Kleidung » nicht elegant, aber reinlich und ganz. Er hatte einen ' ^»rxeu Vollbarl, der nur Rase und Augen des inttllig::::.. -esichts sehen ließ und das übrige Gesicht vollständig bedeckte. Die Augenbrauen waren ganz zusammcngewachsen, sodaß, wenn der Hut ans dem Kopfe saß, es aussah, als ob er eine Fellmaske vor ibe, aus der nur Rase und Augen hervorguckten. Seine äudc und Füße zeichneten sich durch ihre Größe auS, wägend die beiden Ohrmuscheln fehlten. Ein roher Beamter hatte sie ihm in seiner Kindheit abgeschnitten, als er für ihn nicht stehlen wollte. Der eigentliche Name deS ManneS war fast vergessen, so hatte man sich an diesen Spitznamen gewöhnt; jo, er selbst hörte eher auf den Spitznamen, als auf seinen wirklichen Namen. Dieser Spitzname war jedoch Hein Schimpfname, sondern eher ein Ehrenname, den er deshalb erhalten hatte, weil er bereit war, für jeden guten zu schnorren. Wo er erschien, wußte man, was er «Mts. noch ehe er sein Begehr vorgettagen hatte. Alder Bucklige aus dem Zimmer war, fragte der Hausherr: 7' .Womit kann ich Ihnen dienen?" Dabei griff er in die Tasche und zog daS Portemonnaie. .Da ist eine Wittwc mit kleinen Kindern, kein Brod im.Hause. . ." Da Hausherr und Rabbinowitsch trugen ihr Schärflein zur Collekte bei. »DaS war Nebensache — begann hierauf der Sammler, — .Hauptsache ist, daß die Polizei Sie sucht, und keiner Sie hier fiuden darf, da Sie Feinde hier besitzen." Rabbinowitsch erschrak. Obschon er einen Paß hatte, dessert Signalement das seinige war, wolltt er nichts mit der Solizci zu chun haben, da jeder Augenblick, den er hier uger ab» nüchia blieb, schwer von Sittah empfunden wurde. .Woher wissen Sie. daß ich in Petersburg bin, daß ich hier wohne?" .Bon der Polizei. Man erkannte Sie und muß schon an der Grenz« Verdacht geschöpft haben, denn Sie waren figualisirt. Besinnen Sie sich nicht lange, wechseln Sie die Wohnung uud machen Sie, daßSie so bald wie möglich aus Petersburg verschwrnden." .Aber was habe ich verbrochen, was habe ich gethan, daß ich mich wie ein Dieb verberge« soll?" rief Rabbrnowttsch empört. »Sie sind verdächtig!" entgrgnete mtt leiser Stimme her Schnorrer. Da» genügte Rabbinowitsch. Rasch zog er sich seinen Pelz an, und ehe eine Viertelstunde vergma, saß er and sein Freund in kwem Schlitten uud fuhren, f» rasch wie die ffrtdc laufe« konnte^ «ach einem Gute in der Rühe vov und woselbst ei» anderer Freund de- 4 .. TS war auch entftrnt Haltes . .ist. der in ' Wohnung erschien, verhaftet. Pobbinowitsch war der Pet.^. burger Polizei als verdächtig signalisirt und tonnte ftohg fein, vorerst ein Versteck gefunden zu haben- Wer ihm diesen Streich gespielt. hatte, war ihm unklar, er war «so j zwungen, sich zu verbergen, und die Leutt, die «sprich wolltt» mußten zu ihm kommen. - ■, Ein Gutes hatte dieser Zwang für RabRpowitsch beeilte sich nun noch «ehr, wieder zurück nach S. zu kom Er hatte verschiedene Unttrredungrn mit Dr. Sara' dem er die Regelung seiner Anguegenheittn vertraute, der es ihm ermöglicht^ nach zehn Tagen ungefährdet o seinem Besteck nach der Grenz« zu entkommen. (Fortsetzung folgt.) Noch««tt M. N. vewediet ««d R. «»je» «-fer. Herr Na schär schließt feinen Artikel über R. Markus Benedikt und R. MoseS Soser (Nr. 36 d. Bl.) mit der Mittheilung, daß R. Mardochai Beuedift sich vou seinem^ t:au trennte, als er 40 Jahre alt war. Anders R. Mvj oftr. Dieser trug sich, bereit» im vorgerückte« Alter, a! er Wittwer wurde, mit dem Gedanken, wieder zu Heirat' ES fehltt ihm diesbezüglich nicht an Anträgen. U anderen wurde ihm eine Braut m Vorschlag gebracht jedoch nicht in Prrßburg lebtt. ES ging nun nutzt an, er selbst auf eine.Beschau" gehe und eS wurden j, Borherim mit dieser heiklen Mission betraut. Einer derselb war derSchwiegervatrr der zu ftüh dahingeschiedenen Dichter- Kompert, Hermann Löwy, der mir dies« Mittheil»»" machtt. Die Sendlinge machten die Brautsahrt, ka»" zurück und erstattettn folgenden Bericht: NM 7BV71 71 N kirr?« (die Braut) W71 Wolf.Wien. Die Mittheilung Naschers in Nr. 36 dies. Bs, R. Mark Benedict getrennt von seiner Ehefrau fft nicht ganz genau; dtt Sache verhält sich vielmel folgt: Als er K0 Jahre alt geworden war, zog sichR.M.l von feiner Familie zurück und widmete sich d« ganz« Wc" ausschließlich dem Studium der Thora. Jedoch am Fre Abend kam er zu seiner Familtt, um den Sabbach iy Mitte zu verleben. — Ich bemerke noch, daß auch von Schülern R. Moft Eofrrs einigt sich der Wifseuß widmeten, und erwähne beispielsweise Fasse!. Friedläuder. Pisstk.^ I. I« Norde», an der Oder Strand, Liegt ein« Stnd», gar »otzl delmurt; Anci gleiche Zeichen »tarn heran» Und wch Pir a« da» «»«elhan», Da» anfgedam ei» fto»»er «ater, De» sicher ke»»t ei» jeder Racher, Und dach ist'» »icht «t» Han» a«efe»; Ser »etß de» «tderfprnch »» wfe»? Nach «du» »»de ich Dir »ur, — « bringt Dich auf »et 8M»»a Spur: t* «NR tti» l»»Ig. »nch kein Priester, I» Preuhr» ater -inst «tatst«. *1 ft JutfiMfimt der Wtttzftt i» »-». Ur.

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