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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 37 (1891) · p. Seite 145

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
37 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 145 (sequence 3)
Language
German
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r- Der Freund erschrak sedr über die Größe und wußte ihn sich nicht zu drnten. Wie konnte Mabbinönntsch so den Berlost irdischer Güter beklagen? Äiabbinowitsch war ihm unverständlich. Er glaubte ihn zu Lünen und kannte ihn doch gar nicht! Al» Rabdinowitsch »ach einiger Zeit ruhiger geworden, sagteer: .Lieber Freund, ich verstehe Deinen Schmerz nicht. Hängst Du so Dein Herz an irdische Güter? Siehe, die Hälfte meine- Bermögenmchört Dir. gräme Dich nicht weiter, nmn wäre ich denn -sonst Dein Freund? Laß uns mein Vermögen theilen. Du kannst recht gut in bescheidenen Verhältnissen damit leben." Rabbinowitsch umarmte seinen Freund und dankte für Lessen großmüthige- Anerbieten mit Thränen in den Augen. .Daich «ein Freund, für Deine Großmuth, für mich wäre der Verlust eineso großen Vermögenschon za verschmerzen, »venn ich allein in der Welt stäadr." .Wie, Du bist doch nicht verheirathet?' ,DaS freilich nicht, aber ich bin verlobt, verlobt mit Ler Tockster meinegeliebten Lehrer-. O» Sittah, Sittah, Hat der Allmächtige unauch noch diese Prüfung ausrrlrgt?" Und Rabbinowitsch erzählte dem Freund«, wie alle- Hekommen und wie glücklich er sich gefühlt habe, seiner Braut und deren Eltern Schutz und Hülse sein zu können, und jetzt- Der Freund schalt ihn wegrn seine- Ikleinmnthe-; mit »iedergeschlagenem Muthe Härte Rabbinowitsch chm zu. Er «ußte ihm Recht geben. In guten Tage» ist enicht schwer, sich «it seinem Gottvertrauen zu brüsten; da ist esehr leicht, dem guten Vater alleanheim zu geben; aber in Len Lagen der Noth, de- Lummer-, da die Sorge mit ihrem hohlwangigen Gesicht« unaujeder Ecke de- Hause- «ntgegen grinst, da ist eschwer, sich da- Vi-chen Gottvertraueu zu erhalten; eist schwer zu glauben, daß da- Böse, de- Gott unsendet, für un- »um Gutta führe und der «ltt Spruch gnw ra letaawo ist gar nicht leicht zu versichen. Rabdinowitsch kouatt auch nur einen Moment vermoeiseln. Sein Gottvertrauen war stark genug, auch den schlimmsten Stoß zu ertragen. .Du hast Recht", sagte er, alder Freund geendet, -Du hast mich schwach gesehen, eist vorüber. Du sollst Dich nicht in mir getäuscht haben. Doch wathun? Ich «öchtt gerne ganz genau« Nachricht über bic ganze Schurkerei Hab«. Wo kann ich alleerfahren?“ »Daist sehr leicht. Dein früherer Vormund Dr. Earaschin hat die Sache in Händen.' .Dann laß unsofort zu ihm; ich muß heutt noch «rsohren, ob ich ei» — Bettler bin oder nicht." .Ich will hinschicken und fragen lasten, wann Dr. Earaschin «mpsangen will." Er .rief den Kleinen, schrieb ein paar Zeilen an den .Anwalt und sandtt den Bottn weg mit dem Befehle, Antwort zu erbitten. Kaum war der Bott fort, da fuhr ein Wagen vor und demselben entstieg Dr. Saraschin; er ging ,iu da- Hau- und da er voa der Frau vernahm, ihr Gemahl ^sei zu House, ging er sofort, da er im Haufe in besten Arbeu-ztmmer. Er öffnete ohne Thür und« rief: .Morgen, Morgen, wissen Sie die Adresse dejungen Jlabbiuowitfch?" .Guten Morgen,.Herr Dr.l Dapa» i» k»baln! Herr Wabbiuowitsch ist. seit gestern Abend spät mein Gast." Erst jetzt rrkanott der Anwalt den jungen Maua und eichtt ihm freundlich di« Hand. »Datrifft sich ja herrlich; ich brauche Sie uothwendig, küaae» Sie «ich besuchen?" .Wann Sie es wünschen, Herr Dr. Auch ich möchtt so bald wie möglich sprechen." »»- bekannt war, anzuklopsen die Sie, warte» sie — ", Stunde, eine Stunde Sie in auderthalb Stunde« hier ab. Wollen Sie?" stehe jederzeit Ihrer Verfügung." .Schön, ich »erde Sir abholen; adieu, «eine Herr«!" Ehe die beiden Männer noch antworten konnten, war der Anwalt auch schon zur Thüre hinau». Die Stunde, die Rabbinowitsch noch frei blieb, benutzte er, um de« Freunde sein Herz au-zuschütte«. Er erzähl» ihm alle«, alle-. Andächtig hörte ihm der Freund »u, ohne ihn auch nur einmal zu unterbrechen. Al- Rabbmowitsch geendet, sagte er: .Berttau' auf Gott, unsere Hilfe, unser Schutz ist' er. Er wird allezum Guten lenttn. Er hat Dich hierhergeführt auf fast wunderbarer Weise, er wird Dich auch ferner schützen. Wenn Deine Sittah so ist, wie Du sie mir geschildert hast, dann hast Du in derselben einen Juwel gefunden, der mehr werth ist, alalle- Gold der Welt. Doch horch, da kommt Dr. Saraschin." Der Genanntt trat rasch in« Zimmer. .Wiffen Sie, wir können die Sache hier bekvrrchen", fing er sofort an, .ich bade meinen Lutscher nach Hause geschickt und bitte Sie beide, meine Herren, mir danicht als Unhöflichkeit au»zulegen. Ich will nicht gestört werden und hier Rn ich vor jeder Störung sicher." Der klein«, lebhafte Mann schritt im Zimmer auf uub ab, während er diesesagtt und stiue Auge» bläkte» bald Rabbinowitsch, bald besten Freund an. Er schien sich «a der Spannung beider zu weiden, und sahs/lächelud, wie beide diese zu verbergen suchttn. Endlich, al- Rabbinowitsch die Sache zu lange währtt, sagte er: .Run. Herr Dr.. wir warttn auf Ihre Mittheiluugeu." »Ja so. Sie warten. Also von dem Krach hier habe» Sie gehört, sonst wäre» Sie nicht hier." .Ja, ich habe «4 soeben in seinem ganze» Umfange erfahren." .Daß also Ihr Vermögen verloren ish ist Ihne» nicht- Re»e-?" .Dtt Bestätigung fürchtett ich voa Ihnen zu erfahre»." „Ich kann Ihnen leider nichtanderesag« alda-, wa- Sie wist«. Michails»- Schurkerei« sind unerhört» taus«de wurden von ihn« dupirt." .Weiß man aber nicht, wohin bicfe Schurken geflohen sind?" .Man hat keine Spur derselben, sie sind wie vom Erb» bodm verschwunden." .Hat man sie denn nicht steckbrieflich verfolgt?" .Gewiß, aber sie wissen, wie lange dahier »ährt. Al- «blich der Steckbrief erlass« wurde, war« dtt Verbrecher längst über dtt Grenze." (Fortsetzung folgt.) Die « ««ch 3iii. Bo» H. Zirndorf. Land der Sehnsucht, fremd wardst D« dem Sange, Fern von Zion liegt de- Musenhain; Zankten sich nicht Kranken und Motiemen, gaum »och spräche voa dir Buch »nd Stein. Dovpelstille brütet über Palme»; Deine Tobte», wach hält sie der Ruh», Scho Neu Haft tu Dir uur schleicht bti Seien. Doch wie ist mir? rauche» seh' ich'«, qualme»! Reue Losung schenkt dir dein Geschick. >nkerfr»h in blauer Ionierwelle Liegt von Pilger» schwer da« Tarschiich-Schtff; Kon, ihr Dromedare, Säumer, Treiber, tirren» eurer Last «ns Jaffa'« Riff I ucht euch andern Tageloh», fürder Sünde Wär"«, zu traue» eurer Mieihliugühand; Den» de« Geist gehorchen Riesenkräfte, Eitzrn geht'» hinab in Saron« Gründe: Bar dem Thon hält da» Kenerrob. Und M pustet, und da« hüstelt «rollend, Denn nur knirschend dien« de« Geist die Kraft.

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