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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 33 (1891) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
33 (1891)
Date
1891-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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$<Tait<ge|c6cii Dm Dr. M. Uahmer tu Magdeburg. * Zn |xtrr|iltn| n) -rtetzr»»ß str die irruMsche -Mir. . fi Inhalt: ui. ft« ®t» Beitrag unn Hr Allerlei fflt de» Ka»Üt, nafTtMniMifa det rituelle» Mordes. — ch: Jüdische A orkdoren. —' «ittfth. Inui der Zeit der letz»» «affe»,»«»ets,»,r» »»« Ri|lnl «*d Brnche». Bo» H. Berger. '1 (Forts«»»»,.) Raum hatte sich die Thüre hinter denselben geschlossen, da war auch die -rast Esther» zu Ende. Wie eine geknickte Lotosblume lag sie auf dem Sopha, starr vor sich hinblickend. Welch' tiefe» Wey hatte die beste Freundin ihr heute Abend ««gefügt! Wie sollte sie diese» tieft Weh allein ertragen? Wem konnte sie ihren groben Schmerz anvertrauen? Der rundin? Keinesfalls! Warum sollte sie der Freundin, di« ihrem Liebesglück so unglücklich war, auch »och diesen Schmerz verursachen? Würde dadurch etwa» gebessert «erden? Gewiß nicht. Und der Mutter? Durste sie sich der lieben Mutter anvertrauen? Da» wohl, aber jetzt, heute noch nicht. Wenn sie überwunden, wenn sie mit sich selbst fertig war, wollte sie der Mutter, vor der sie nicht« geheim hielt, auch diese» anverttauen. Vorerst muß sie ihr Weh allem tragen und ach, sie erfuhr, daß ungetheilte« Leid doschelte» Leid ist. Eine ganze Weile hatte Esther, ohne sich zu rühren, auf dem Sopha gesessen. Dann erhob sie sich, wusch Gesicht und Augen mit kaltem Wasser und begab sich, ihr Gesicht Spaltfam zu einem Lächeln zwingend, rn da» Wohnzimmer. ttah blieb noch kurze Zeit, und al» ihr Verlobter nicht kam, sie abzuholrn, ging sie allein nach Hause. Frau Marz' wollte da» Dienstmädchen mitschicken, daß e» Sittah begleiw, aber dies« lehnte jede Begleitung ab Flüchtig wir ein scheue» Reh huschte Sittah durch die fast menschenleeren Straßen der Stadt. Die Sttaßen, die sie durcheilt«, waren schmutzig und Sittah nahm, um ihr vleid zu schonen, daffelbe in die Hand. Zwei Officirrr, die in lxitercr Weinlaune au» einer Restauration traten, .sahen da» junge Mädchen und folgten ^ihr sofort. Der eine von den Officieren rief: »Langsam, langsam, schöne Kleine, laß Dich von un» begleiten'. Kaum merkte Sittah, daß sie verfolgt wurde, da beschleuuigte sie ihre Schritte noch mchr, um so rasch wie möglich nach Hause zu gelangen. Je rascher sie ging, um so rascher folg«» ihr die beiden Osficiere. Schon hörte sie die frivolen Bemerkungen derselben ganz in ihrer Nähe. Eiu« gräßlich« Angst bemächtigte sich ihrer. Ach, warum hatte sie nicht auf Rabbinowitsch gewartet! Warum blieb er so lauge fern? In ihrer Angst will sie . aus die andere Seite oer Straße rileu, sie gleitet au» undfällt mitten auf die Straße. Sofort sind die beiden Osficiere da; sie fühlt, wie Arme sie umfassen, sie spürt den glühenden Athem rer Verfolger an ihren Wangen, da schwinden ihr die laue und willenlos «findet sie sich in den Händen der vom Wein berauschte«, übermüthigen Osficiere. ,Da» nenne ich Glück!' rief der eia«, »solch schöne» Abend noch küssen zu dürsta! Rasche sie ist aas ftv&bib umb P reu he». Bau H. Berger. (Fortsetzung.) - VDta. Bon Heinrich Loe»«. — <ti« »as^each llioelh». - . - ftttt-sel-Ausgaben. — «LthsrvLssu»«,. (Unirsugstr ftmtzsr,» au« stese» Blatte ist uustrsagt.) ohnmächtig, einen Wagen und nach meiner Wohnung, dort erwecken wir sie zum Leben und vielleicht giebt sie un» süßen Lohn für unsere Menschenfreundlichkeit!' Mit cyuischem Grinsen hatte er diese Worte beglritet und auch sofort einen langsam vorüberfahrraden Wagen angerufrn. Beide steigen mit der ohnmächtigen Sittah «i» und sie hatten bald di« Wohnung de» «»nt, ein einsam gelegene» Gartenhaus vor der. Stadt erreicht. Mst Hilst de» Laischer» trugen sie da» noch immer ohnmächtige Mädchen in da» Hau», und legten dasselbe auf ein Sopha in einem Zkmmer, der Kutscher entstrnte sich, dnrch reichen Lohn zum Schweigen verpflichtet. Jetzt erst bemühten sich beide, da» arme Mädchen zum Lebenau erwecken — vergeben»! (Bat tiefe Ohnmacht hielt ihre Sinne umfangen. Sst lockerten die ststen Schnürungen der Ohnmächtigen und wuschen ihr Besicht und Schläst mit kölnischem Wasser. Mit lüsternen Blicken weidete sie sich an dem Anblick der jungfräulichen Schönheit, die sich ihnen darbot. Wäre Sittah jetzt erwachs so wäre sst nicht unversthrt au» dem Zimmer entkomme». Aber Gott, der Schutz der Unschuld, beschützte auch sie. Dst Ohnmacht währtt fort und eine heilste Scheu hiest dst Leidenschaft der jungen Männer in die Schranken. Al» sst da» schöne unschuldige Kind so willenlo« in ihrer Macht sahen, da ersahst sst beide die Scham über ihr Vorhaben. Fast unwillkürlich sahen sie sich gegenseitig zu gleicher Zeit an und errüthctrn über und über. In beiden zu gleicher Zeit stieg der Gedanke an die Erbärmlichkeit ihre» Beginnen» auf und der Eine schämte sich vor dem Andern. »Kurt, Kurt, wa» wollen wir thun?' begann Erich, der ältere von beiden. .Ja, Erich, der verdammst Punsch stürzt un« noch in» Unglück!' erwiderte Kurt zerknirscht. .Sieh, Kurt, wie hübsch sie ist, wie wunderbar schöfi! Keiinst Du sst?' .Gewiß kenn« ich sst, Erich, ich stelle ihr schon lange nach und hätte ich sst ander» in mein Zimmer gebracht, auf Taille, ich wäre nicht sentimenstl geworden, aber so, Erich, auf diese Weise einem Mädchen zu nahe zu trestn, da» ist ehrlo», selbst wenn diese» Mädchen eine Jüdin und so schön wie Sittah ist.' .Also Sittah heißt und Jüdin ist sst; da» verringert meine Gewissen-bisie; wer ist ihr Bastr? Gewiß ein reicher Banquier, der un», wenn wir dessen bedürfen, wa» ja öfter« vorkommt, mit seinem Gelde al» Lohn für unsere edle Aufopferung ua» au« der Klemme helfen kann?' »Nein, nein, denke nicht daran, sst ist dst Tochstr de» hiesigen Rabbiner».' »Donner und Doria, heißt da« ein Glück. Mein Bastr würde mich enterben, wenn er hören würde, daß Seine Ehr» würden durch mich auch nur eine trübe Secunde verlebt hätten. Du entschuldigst mich also K»rt, e» ist Zeit, ich muß nach Hause.'

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