Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 32 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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i« riäract Person unb ffibite m lanoesüblichen .Patio" oder für Tetuan. empfing uns vo» in sein Hau» mit dem innern Hofraum. Herr Nahon kleidet sich nach europäischer Mode, trägt einen Derbyhut. wie es feine Gtellnng erfordert, spricht geläufig englisch, und bietet dem Touristen allerlei Bequemlichkeiten, welche nach einem Ritt durch die abschreckenden Straßen eine besonder» wohlchuende Wirkung üben. Er stcllte mir die Wahl unter mehreren Zimmern, von denen rin» im oberen Stock lag und mit drei Fenstern versehen war, von wo au» ich «ine herrliche Aussicht auf» Gebirge hatte und wie au» der Vogelschau die Hälfte der terrassenförmig gebauten Stadt überblicken konnte. Ich wählte natürlich diese» Zimmer, ließ die köstliche Abendluft durch alle Fenster cinstrvmen und fiel bald in einen tiefen Schlaf, nachdem icki mich vorher noch an meine Befreiung au» der fensterlosen spanischen Herberge erinnert hatte 'und mich wenig darum kümmerte, daß ich hier doppelt eingeschlofien sei, ersten» in dem Judeaviertel und zweiten» in den Mauern von Tetuan. Tetuan wird für eine» der Hauptquartiere de» jüdischen Stamme» gehalten und nach Hooter und Ball rühmt e» sich, in seinen Mauern mehr reiche jüdische Familien zu bergen» al» irgend eine andere Stadt auf Erden. Ihre Hauptbeschäftigung ist Goldstickerei auf Sammet und Seide und einige brachten wahrscheinlich einen Theil ihre» Reich« thums mit au» Spanien, als sie von dort auSgetrieben wurden. Die» geschah vor >00 Jahren und dennoch sprechen sie in ihren Familien heute noch die spanische Sprache. ES macht in dieser nur von wilden Thieren bewohnten Gegend einen höchst angenehmen Eindruck auf den Touristen, wenn im Hoftaume de» Hotels ein hübsches, jüdisches Mädchen auf ihn zu tritt und mit freundlicher Miene ihm ein „Buenos noch««, Sonor" (Guten Abend, mein Herr!) zürnst. Herr Nahon erzählte mir, daß Biele seines Stammes Tetuan verlassen und nach Amerika, vorzüglich nach Boston, answaaderten. Ich konntt auch nur zugeben, daß sogar die Vorstadt von Cambridge für sie ein angenehmerer Aufenthalt sein müßte als Tetuan. Obschon sie des Nachts cingeschlossen sind, genießen sie doch andrerseits fast dieselven Privilegien wie in Tanger, wogegen es in Fez den Juden nicht einmal gestattet ist, Schuhe zu tragen; sie müssen vielmehr barfuß gehen; auch dürfen sie nicht auf einem Pferde reiten, da man dieses edle Thier zu gut für sie hält, vom persönlichen Heeresdienste sind sie befreit, müssen aber Herfür eine besondere Steuer zahlen. Es ist daher kauiii zu begreifen, wie noch Einer von ihnen an ifiesem Platze bleiben kann und ist dieses nur dadurch erklärlich, daß die Regierung den Auswanderungslustigen besondere Hindernisse in. den. Weg legt. Brim Abzüge sämmtlicher Juden nämlich würde Tetuan, welche« schon zur Hälfte enwölkert ist (die Stadt hat Häuser für 40,000 Einwohner, von welchen nur die Hälft«' bewohnt lst) vielleicht schon in allernächster Zeit ganz menschenleer sein, insofern als die 7,500 jüdischen Einwohner in Bettacht kor^«i»n. Er giebt in Tetuan ebenso, wie in allen marokkanischen Städten, keinen einzigen Polizei beamten — nicht einmal einen Serano (Schutzmann'?) — zum Schutze des Leben» und des Eigenthums; auch die Lage Tetuans kann der Gesundheit nicht zuträglich sein, wie man aus den blassen Gesichtern seiner Einwohner schließen muß. In Krank he itssällen giebt eS keinen Artt, obschon Tank der Bemühung des Sir Moses Montefiore einige Berkaufslädrn für Arzeneien (und Schulen) errichtet worden sind. In chrer persönlichen Erscheinung stehen di« Juden -Tetuans weit über die Mauren; besonder» die Kinder sind sehr hübsch; unter den Frauen bemerkt man dagegen nicht viele auffallende Schönheiten. Hooker und Ball halten dafür, raß es den Gesichtern dieser Jüdinnen an Ausdruck fehlt. -Dies trifft auch in vielen Fällen zu; wie könntt e» aber auch ander» sein in einer so trenmKn, eWlll Stadt? Tetuan scheint an de« Ort, wo e» wafierliebenden Mqpren der zahlreichen in seiner Nähe befindlichen Quellen und Bäche wegen gebaut worden zu sei«. Möglich ist jedoch; daß e» durch verbessert« sanitäre Einrichtungen in einen wohnlichen, ja sogar anziehenden Ort umgewandelt werden könnte, denn ferne Latze ist» wie ich bereit» bemerkte, reizend. Wie aber di« Dinge heutt lieg«, würde e» einem vorsichtigen Fremden nicht einfallen, von dem Wasier der Stadt zu trinken, ebensowenig wie er diese» in Fez thun würde, wo er ri»kireu müßte, Wasser zu trinken, in welchem 500 Schönheiten au» dem Harem de» Sultan» ihr Morgenbad genommen haben. Herr Nahon erzählte mir auch, daß ihm die Beschaffupa de» Trinkwafser« große Schwierigkeiten bereitet habe und ba£. er für seine Founlie und Gästr jetzt nur Wasser gebrauche; welche» er direct mittelst einer Leitung vom GÜnrge erhalle.' Auch dieses zeigt wieder, wie gewissenhaft er sich der Pflichte» eines WirtheS entledigt. Er zeigte mir auch fein Fremdenbuch von 50 Jahre» her, in welchem Hunderte von Touristen Bemerkungen über ihren Ausflug, über Tetuan und über den Wirch selbst einletragen hatten. Diese» Buch spricht in ehrendster Weise von Rahon und deflrn Vater, der vor ihm die Wirtb" Rür eine einzige Bemerkung lautett so ungr daß er eS für gerathen hielt, sie mittelst Durö" unleserlich zu machen. Er hat auch eine kleine welche größttntheil» aus Reisehandbüchern besteht, in welche»' Tetuan und sein Hotel aufgeführt sind. Wtttzfrt-Avfß««. Ae«tfch« Msrt- «tt» N«ßßa»«rätßser. »m C. in B. »in Thier — man nennt e* wohl beim Wein — Schlief» einen Priester in fich «in. Auch eine Jungfrau. prt und fein. Wird man von jenem e« desrei'n, Erscheint ein Jüngling hinterdrein; Was für ein Thier mag dies«« sein? Doch Priester, Jüngling, Jnngsriuiein Nennt güligst einzeln und allein 1 II.?»rifFftrifte* A>«ßra»«. Bon C. in R. »ine» Mischnahlehrer» Pater Kennet mir, Ihr gUthselrather; Bolnxirl«, rückwärt», mie'» beliebt. Stet» derielbe sich ergiebt; Auch al» Hasmonäertönig »innen ihn von Auch nicht wenig, Teutsch, Hebräisch, wie 1 gestillt, Siet» denselben man erhält; Fehlt dem Deutschen Pops und Fuß, Wiutt 'ne Dame *n» zum Pruß. III. AeßrÄsche» von C. in R. Ein Auge |«nf hinein In einen stummen Stein I «Bat eisfrei dann erweckt» Ta» »weite Dir entdeckt. der fUftttfei i« Ar. L ftrfn, Dar'»», Pherson (ln Rußland). IL XRaladi (ein »ös«). (er hat regiert). UL r$ Mecken), 'stp (Korb),' (ktuhl, Schemel).